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Myötätuulirock - Vantaa

24.06.2007 | 14:03

16.06.2007, Hakunila

Finnland ist bekannt für seine unzähligen Seen - und sollte es auch für seine unzähligen Festivals sein. Von Juni bis August hat man eigentlich jedes Wochenende die Qual der Wahl. Die meisten Festivals präsentieren eine Mischung aus nationaler und internationaler Rockmusik, oft gespickt mit etwas Metal. Aber auch für sanftere Gemüter hält Finnland Festival-Leckerlis bereit. So gibt es in Pori ein großes Jazz-Festival und auch Folk- und Tango-Festivals findet man durchaus auf dem Event-Plan. In den letzten Jahren haben finnische Festivals immer mehr Zulauf von ausländischen (und vor allem deutschen) Gästen bekommen - Bands wie HIM, NIGHTWISH, NEGATIVE und SENTENCED sei gedankt! Trotzdem beschränken sich diese internationalen Besucher meist auf die größten und bekanntesten Festivals wie etwa das Tuska-Festival oder Provinssirock. Dabei sind es meistens die kleineren Festivals, die mit ihrer besonders familiären Atmosphäre zu begeistern wissen.

Eines dieser kleiner Festivals trägt den für deutsche Zungen vielleicht etwas komplizierten Namen Myötätuulirock, was auf Deutsch etwa "Rückenwindrock" bedeutet. Der Name ist Programm, denn in den elf Jahren, die es das Event bereits gibt (zuerst noch unter einem anderen Namen), ging es mit den Zuschauerzahlen stetig bergauf. Angefangen mit einer niedlichen Gruppe von 500 Menschen, wurde letztes Jahr dank der Eurovisions-Helden LORDI erstmals die Zehntausender-Marke überschritten. Respekt! Das Programm des zweitägigen Festivals setzt sich ausschließlich aus finnischen Bands zusammen. Viele davon haben es bereits zu nationalem Ruhm gebracht, aber auch ein paar hoffnungsvolle Newcomer dürfen auf die Bühne - beziehungsweise auf die Bühnen, denn 2007 war das erste Jahr, in dem es nicht nur eine, sondern zwei Bühnen gab und die Pausen zwischen den Acts so angenehm verkürzt wurden.

Tatort des Geschehens: Hakunila, ein Sportfeld in Vantaa ganz in der Nähe von Helsinki. Neben den bereits erwähnten zwei Bühnen, die für das Audio-Wohlbefinden der Besucher sorgen, können diese an einigen Ständen ihre Kauf- beziehungsweise Fresslust stillen. Zwar kennt man die Stände nach etwa fünf Minuten auswendig, aber man ist ja schließlich für die Musik hier und nicht zum Shoppen. Achtzehn Bands spielen gerecht auf zwei Tage verteilt und sorgen für die richtige Stimmung. An Festivals wie Provinssirock (das am gleichen Wochenende stattfindet) mag Myötätuulirock nicht anknüpfen können, aber es scheint, als ob mehr und mehr Ausländer den Charme dieses Festivals entdecken, denn man hört an diesem Wochenende eine überraschende Sprachenvielfalt.

Redakteur:
Ricarda Schwoebel

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