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NIGHTWISH, BEAST IN BLACK - Frankfurt

19.12.2018 | 22:12

05.12.2018, Festhalle

Eine im doppelten Sinne heiße Veranstaltung.

Im doppelten Sinne heiß – einmal ist dafür die wahnsinns Pyroshow verantwortlich, zum anderen auch Floor Jansen in einem, nennen wir es mal ungewöhnlichen Outfit. Aber der Reihe nach.

Erwartungsvoll nähern wir uns der Festhalle und sehen schon die lange Schlange vor dem Eingang. Als wir nach längerer Suche (weil wir etwas zu früh sind und es keine Hinweisschilder gibt) endlich das Kassenhäuschen gefunden haben, erwartet uns ein etwas skurriler Anfang des Abends. Nachdem die Dame nach mehrfachem Hinweis meinerseits endlich die Namen auf der Liste gefunden hat, gibt es erst einmal weder Eintrittskarte noch Fotopass, sondern nur die Bemerkung, dass wir uns um 19.45 Uhr vor dem Kassenhaus treffen und dann von einem Security-Mann abgeholt werden, der uns hineingeleitet. Allerseits leichte Verwirrung, da die Show schon um 19.30 beginnen soll. Auf den höflichen Hinweis die Uhrzeit betreffend, kommt erst einmal ein pampig-genervtes "Wir sind der Veranstalter, wir werden schon wissen, wann es anfängt!" Da sich die Hinweise auf die geänderte Uhrzeit aber mehren, verschwinded besagte Dame mit dem Handy am Ohr für mehrere Minuten, bevor sie uns – auf einmal gar nicht mehr patzig – erklärt, dass wir denn doch schon um 19.15 abgeholt würden. Aha. Zur angegebenen Uhrzeit gibt es doch tatsächlich auch eine Eintrittskarte, aber immer noch keinen Fotopass. Aber wir sind ja lustige Dinge gewohnt und ertragen alles mit Fassung. Mr. Security ist wirklich ein netter Mensch, erklärt uns den Ablauf, macht die eine oder andere launige Bemerkung, die uns grinsen lässt und dann dürfen wir ihm in die Halle folgen.

So schaffen wir es tatsächlich pünktlich zum Support BEAST IN BLACK. Die Herren aus Finnland legen sich gleich mächtig ins Zeug, Sänger Yannis Papadopoulos verausgabt sich bei der Interaktion mit dem Publikum so sehr, dass ich schon befürchte, dass seine Stimme komplett den Geist aufgibt. Aber mitnichten, die Stücke vom Debütalbum "Berserker" heizen dem Publikum ordentlich ein und verbreiten direkt gute Stimmung. Da im Februar das zweite Album "From Hell With love" ansteht und gleich anschließend eine große EU-Headliner Tour, dürfen sich alle, die heute Abend schon Spaß mit dieser Band haben, freuen. Heute dürfen sie das Publikum knapp vierzig Minuten mit Power Metal, angereichert mit ein wenig Disko Sound, beglücken und geben einen hervorragenden Einheizer ab.

Setliste: Beast In Black; Eternal Fire; Blood Of A Lion; The Fifth Angel; Born Again; Ghost In The Rain; Crazy, Mad, Insane; Blind And Frozen; End Of The World

Danach beginnt für NIGHTWISH wieder das neckische "Fotografen-Spiel". Sammeln im Vorraum, wir bekommen endlich auch unseren Fotopass, müssen dann tatsächlich drauße vor der Tür (!) warten und werden erst zu Song vier, fünf und sechs hineingeführt. Das heißt allerdings auch, dass wir vom Intro und Song eins und zwei nichts mitbekommen. Und natürlich auch nichts von Song sieben und acht, weil wir da ja wieder gemeinsam hinausgeführt werden und unsere Fotoausrüstung abgeben müssen. Liebe Veranstalter, liebes Management oder wer auch sonst dafür zuständig ist: Ihr wisst schon, dass es inzwischen Smartphones gibt, die richtig gute Bilder machen, also, warum immer dieser Aufstand? Aber nun gut, den Rest des wunderbaren Konzertes - oder besser: der Inszenierung - können wir dann ganz entspannt genießen.

Denn es gleicht wirklich einer Inszenierung, was NIGHTWISH da auf die Beine stellt. Dank zuverlässiger Mitstreiter weiß ich, dass die Zuschauer am Anfang von der Stimme eines Erzählers darauf hingewiesen werden, die Show doch ohne die Benutzung von Handys zu genießen (was natürlich nicht gemacht wird) und nach einem 60-Sekunden-Countdown erfolgt der Einstieg in die Show mit dem Intro 'Swanheart', gespielt von Troy Donockley auf seiner Flöte. Danach beginnt die Reise quer durch die Bandgeschichte. 'Dark Chest Of Wonders' und 'Wish I Had An Angel' finden leider für mich nur andeutungsweise den Weg durch die geschlossene Tür und wir sind erst zur Mitte von '10th Man Down' im Saal. Im Hintergrund befindet sich eine riesige Leinwand, auf der während der ganzen Show Bilder zu den einzelnen Liedern zu sehen sind. Interessant ist auch, dass sich diese "Leinwand" (oder wie auch immer es gemacht wurde) ebenfall auf dem Sockel des Schlagzeugs wiederfindet, sodass es oft aussieht, als "schwebe" dieses inmitten der Bilder.

Um auf die heiße Veranstaltung zurückzukommen: NIGHTWISH spart nicht mit Pyrotechnik! Selbst im Publikumsbereich ist die Hitze zu spüren, wenn Flammen nach oben und zur Seite schießen. Es darf auch schon mal ordentlich knallen, immer schön passend zum jeweiligen Song. Und dann ist da noch Floor in einem sehr ungewöhnlichen Outfit, das wirklich ziemlich heiß aussieht. Wichtiger ist allerdings ihre Bühnenperformance – und die ist ganz große Klasse. Nicht nur sie, auch der Rest der Band legt eine irre Spielfreude an den Tag, was vom Publikum von der ersten Minute an honoriert wird. Und die Setliste kann sich ebenfalls sehen lassen, ist doch wirklich von allen acht Studioalben etwas dabei, wobei das Hauptaugenmerk auf den Alben "Once", "Oceanborn" und "Wishmaster" liegt. Mein Highlight ist an diesem Abend 'Nemo' (ja, ja, ich weiß, das ist einigen zu kommerziell, aber ich liebe diese Lied einfach), danach folgen noch 'Slaying The Dreamer' und 'The Greatest Show On Earth (Chap. I-III)'. Die Band lässt sich auch nicht lange bitten und folgt den Zugaberufen mit 'Ghost Love Score' inmitten eines roten Konfettiregens. Und noch während sie vom Publikum mit frenetischem Applaus verabschiedet werden, ertönt als Outro 'The Greatest Show On Earth (Chap. IV-V)'. Besser kann eine solch wunderbare Zeitreise nicht enden.

Setliste: Intro (Swanheart performed by Troy Donockley); Dark Chest Of Wonders; Wish I Had An Angel; 10th Man Down; Come Over Me; Gethsemane, Élan; Sacrament Of Wilderness; Dead Boy's Poem; Elvenjig (traditionell cover); Elvenpath; I Want My tears Back; Last Ride Of The Day; The Carpenter; The Kinslayer; Devil & The Deep Dark Ocean; Nemo; Slaying The Dreamer; The Greatest Show On Earth (Chapter I: Four Point Six; Chapter II: Life; Chapter III: The Toolmaker); Zugabe: Ghost Love Score; Outtro: The Greatest Show on Earth (Chapter IV: The Understanding; Chapter V: Sea-Worn Driftwood)


Redakteur:
Hannelore Hämmer

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