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Nightwish, Arch Enemy, Amorphis - Höchst

04.02.2016 | 21:27

04.12.2016, Jahrhunderthalle

Nordischer Power-Metal als verfrühtes Weihnachtsgeschenk – was will man als Fan mehr?

Erwartungsvoll stehe ich an diesem Freitag vor der ausverkauften Jahrhunderthalle, gibt es doch für mich an diesem Abend drei Novitäten. AMORPHIS und ARCH ENEMY – zwei Bands, die ich noch nie live gesehen habe – und Floor Jansen, die "neue" Frontfrau von NIGHTWISH. Nun ja, so neu ist sie auch wieder nicht, aber auch sie habe ich noch nicht live gesehen. Also bin ich schon ziemlich gespannt, was mich an diesem Abend so erwartet.

Die Akkri klappt problemlos, alle Fotokollegen stehen schwatzend zusammen und wir warten darauf, dass wir abgeholt werden. Fünf Minuten bevor AMORPHIS anfangen soll, ist immer noch keiner da, der uns nach oben geleitet und nach weiteren drei Minuten wetzen wir alle wie auf ein Kommando die Treppen nach oben und kommen gerade an, als die Band auch schon beginnt. Die arme Security-Dame, die den Graben bewacht, ist etwas perplex, aber für längere Erklärungen fehlt natürlich die Zeit und nach einem kurzen Blick auf die Fotopässe dürfen wir uns in die Arbeit stürzen.

AMORPHIS darf eine gute halbe Stunde lang den Abend eröffnen und nutzt das auch weidlich aus. Es ist nicht zu übersehen und zu überhören, dass die Finnen eine ganze Menge Fans in der Halle haben, und so fällt es ihnen nicht sehr schwer, für gute Stimmung zu sorgen. Beim letzten Song 'House Of Sleep' ist auch Basser Marco Hietala mit von der Partie und AMORPHIS wird mit gebührendem Applaus verabschiedet.

Das ist ja schon einmal ein guter Einstieg und so warte ich gespannt auf die zweite Band des Abends: ARCH ENEMY. Natürlich habe ich ein wenig recherchiert und so weiß ich, dass Frontdame Alissa erst seit 2014 bei der Band ist. Da ich aber keine Vergleiche zu der vorherigen Sängerin habe, bin ich da ganz offen. Und auch diese Band enttäuscht nicht! Alissa, ein zierliches, hübches Persönchen mit einer gewaltigen Stimme, wirbelt auf der Bühne umher wie ein kleiner Derwisch und schwingt bei 'Under Black Flags We March' sogar munter eine riesige schwarze Flagge. Mit ihrer quirligen Art zieht sie das Publikum voll auf ihre Seite. Ich bin ein wenig überrascht, wie solch eine zierliche Person solche tiefen Growls hervorbringen kann, aber gut, die Richtung Black und Death-Metal ist nicht so meine, deshalb bin ich da nicht so involviert. Jedenfalls gibt es auch hier wieder viele Fans, die ARCH ENEMY kräftig abfeiern und gerne noch eine Zugabe gehabt hätten. Immerhin dürfen wir uns über zehn Songs freuen und mit 'Nemesis' verabschiedet sich Band Nummer zwei an diesem Abend.

Diesmal dauert die Umbaupause etwas länger, ein dezenter Vorhang schirmt die Arbeiten ab und alle warten gespannt auf den Hauptact des Abends. Da wir nur den vierten und fünften Song fotografieren dürfen, sieht es nach viel Pyroshow aus. Und so ist es denn auch. Der Vorhang fällt und NIGHTWISH eröffnet die Show mit einem riesigen Knall. Zu jedem Song gibt es entweder passende Pyro- oder Lichteffekte oder stimmungsvolle Hintergrundvideos. Es gibt acht Songs vom "Endless Forms Most Beautiful"-Album - wie ja auch der Name der Tour ist - aber auch eine gute Auswahl an Songs aus früheren Alben, z.B. 'Ever Dream' oder der "Fast-schon-Gassenhauer" 'Wishmaster', der natürlich besonders gut ankommt. Schließlich gibt es auch viele "ältere" Fans im Publikum, die NIGHTWISH schon seit vielen Jahren die Treue halten und sich wirklich über die alten Songs riesig freuen. Floor Jansen passt ebenfalls wunderbar zur Band und weiß genau, wie man mit dem Publikum umgehen muss. Immer wieder bezieht sie es ein und die Jahrhunderhalle ist vollkommen aus dem Häuschen.

Ich bin gespannt, ob auch 'Nemo' auf der Setliste steht – immerhin DER Song, den Tarja für mich einfach unvergesslich interpretiert. Tatsächlich, nach 'I Want My Tears Back' darf ich mich an 'Nemo' erfreuen und finde es prima, dass Floor auch hier ihren eigenen Stil einbringt und nicht versucht, Tarja zu kopieren. So muss das sein! So macht NIGHTWISH wieder Spaß!

Nach ''Ghost Love Score' vom Album "Once" gibt es noch 'Last Ride Of The Day', das uns langsam, aber unerbittlich klar macht, dass das Ende der Show bevorsteht. Und tatsächlich, die angekündigte "Greatest show on earth" wird genau mit diesem etwa 20 Minuten dauernden Titel beendet. Es wird noch einmal alles aufgefahren, was die Pyromeister in ihrem Säckchen haben, und nach fast zwei Stunden verlässt die Band die Bühne ohne weitere Zugaben. Aber wenn man ehrlich ist, dann ist das irgendwie ein passendes Ende. Die Band verabschiedet sich natürlich noch von ihren Fans und auf dem Weg nach draußen wünscht man sich eigentlich sofort eine Wiederholung des Konzertes – zumindest mir geht das auf jeden Fall so. Und wer jetzt nicht gerade mal eben nach Australien, Amerika, Asien oder Russland reisen kann, der hat immerhin die Chance, sie Ende Mai in Gelsenkirchen beim "Rock im Revier" oder in München beim "Rockavaria" zu sehen.

Setliste NIGHTWISH: Shudder Before The Beautiful, Yours Is An Empty Hope, Ever Dream, Wishmaster, My Walden, While Your Lips Are Still Red, Élan, Weak Fantasy, 7 Days To The Wolves, Alpenglow, Storytime, I Want My Tears Back, Nemo, Stargazer, Ghost Love Score, Last rRide Of The Day, The Greatest Show On Earth

Setliste ARCH ENEMY: Khaos Overture (from tape),Yesterday Is Dead And Gone, War Eternal, Ravenous, Stolen Life, You Will Know My Name, As The Pages Burn, Under Black Flags We March, Avalanche, No Gods No Masters, Nemesis

Setliste AMORPHYS: Death Of A King, Sacrifice, Hopeless Days, Bad Blood, Sky Is Mine, Silbver Bride, The Four Wise Ones, House Of Sleep (mit Marco Hietala)

Redakteur:
Hannelore Hämmer

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