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ORDEN OGAN, RHAPSODY OF FIRE, UNLEASH THE ARCHERS - Langen

15.11.2017 | 21:47

16.10.2017, Neue Stadthalle

Big Gunmen are watching us ...

ORDEN OGAN ist zusammen mit RHAPSODY OF FIRE und UNLEASH THE ARCHERS in Langen in der Neuen Stadthalle aufgeschlagen. Die Herren sind unterwegs, um uns ihre Gunmen-Tour zu präsentieren. Aber diesmal ist in Langen alles irgendwie anders. Keine Schlange vor der Tür? Es wird doch nicht etwa leer sein? Gut, das klärt sich dann am Eingang. Kasse ist nach drinnen und oben verlegt. Futterstand draußen? Fehlanzeige – ist nach drinnen in den Saal verlegt. Die Zuschauermenge ist anfangs auch noch übersichtlich angeordnet, allerdings soll es ja auch erst um zwanzig Uhr losgehen. Fotograben? Heute Fehlanzeige, dafür ist vor der Bühne nochmal eine Bühne von etwa zwei Metern aufgebaut. Sehr seltsam und der Sinn erschließt sich mir auch nicht so ganz. Nun ja, da ich früh genug da bin, kann ich mir wenigstens einen Platz vorne links sichern, die Mitte ist schon belagert. Noch ein halbes Stündchen bis zum Beginn, also lasse ich mir doch noch schnell Würstchen mit Pommes besorgen und will gerade mit dem Essen anfangen, als das Licht ausgeht und die erste Band auf die Bühne kommt. Über eine halbe Stunde früher als angegeben. Wie ich das hasse! Außerdem ist es auch für den Support – in diesem Fall UNLEASH THE ARCHERS – blöd, weil ja noch längst nicht alle da sind. Aber das hält die Kanadier um Frontdame Brittney Slayes nicht davon ab, ordentlich Gas zu geben. Ich gestehe, ich kenne die Band nicht und obwohl ich normalerweise Frontdamen mag, ist Brittney's Stimme etwas zu schrill für meinen Gehörgang. Nun ist der Sound auch nicht so doll, aber auch der Musikstil ist nicht so meiner.

Allerdings hat die Band hier in Langen doch jede Menge Fans, die die Dame und die Herren ordentlich abfeiern und offensichtlich auch ziemlich textsicher sind, soweit ich das von meinem Standplatz aus sehen kann. Es gibt auch nicht wirklich etwas zu meckern, UNLEASH THE ARCHERS spielt eine gute Show und Brittney bietet auf jeden Fall auch was für's Auge. Wenn der Veranstalter jedoch dachte, dass die Musiker brav hinten auf der "offiziellen" Bühne bleiben, so haben ihm das die Kanadier direkt "vermasselt". Da geht es ganz bis zum Rand zum Publikum, da wird Kontakt gesucht und alle tummeln sich fröhlich ganz vorne. Na ja, der Drummer natürlich nicht, aber das ist halt das Los dieser Spezies. Dumm ist nur, dass die Beleuchtung offensichtlich nicht so wirklich dazu angedacht ist, auch diesen Teil der Bühne zu erhellen und so stehen die Musiker meistens mehr oder weniger im Dunkeln. Sehr schade. Das ändert sich übrigens bei den anderen Bands auch nicht. Dabei sind eigentlich genügend Scheinwerfer vorhanden....

Nachdem sich also UNLEASH THE ARCHERS unter gebührendem Applaus von der Bühne verabschieden, bin ich sehr gespannt auf RHAPSODY Of Fire – und in welcher Besetzung sie nun auftauchen. Okay, zwei Gesichter erkenne ich wieder: Alex Staropoli (Gründungsmitglied der ersten RHAPSODY-Band) und Roby De Micheli, der Gitarrist, der 2012 in Aschaffenburg dabei war. Inzwischen gibt es einen neuen Sänger (Giacomo Voli), einen neuen Bassisten (Alessandro Sala) und einen neuen Drummer (Manu Lotter). Aha. Mag sein, dass ich zu unkritisch bin, aber ich habe an dem Auftritt nichts auszusetzen. Die Musiker spielen perfekt, Roby lässt seine Finger wie immer gekonnt über die Saiten wandern und bietet eine tolle Show. Auch der neue Sänger zeigt hier in Langen keine Schwächen, genauso wenig wie der Rest der Truppe. Die Interaktion mit dem Publikum klappt hervorragend, natürlich ebenfalls "außerhalb" der Bühne und mit viel zu wenig Licht (hatte ich das schon erwähnt?). Ein Mädel in der ersten Reihe ist völlig geflasht, als sich Giacomo zu ihr herunter beugt, sie quasi "ansingt" UND ihr noch die Hand gibt. Sie hyperventiliert dermaßen, das ich schon denke, gleich kippe sie um. Aber sie steht die Show lauthals singend dann doch bis zum Ende durch. Auch hier gibt es langen Applaus, der von der Zufriedenheit des Publikums mit der dargebotenen Show zeugt.

Setliste: In Principio, Distant Sky, Dargor, Flames Of Revenge, Dawn Of Victory, The Magic Of The Wizard's Dream, Holy Thunderforce, The March Of The Swordmaster, When Demons Awake, Emerald Sword

Und dann ist es endlich soweit! Im Blickfeld der alles überwachenden, rotäugigen "Gunmen" entert ORDEN OGAN die Bühne, begleitet von lautstarken "Ogan! Ogan!"-Rufen, Pfiffen und jeder Menge Applaus. Es ist schön, dass diese sympathischen Jungs so herzlich empfangen werden. Die freuen sich über diesen tollen Empfang auch sehr, strahlen um die Wette und legen mal direkt mit 'To New Shores Of Sadness', gefolgt von 'F.E.V.E.R.' los. Ein hervorragender Einstieg, wie die lautstarken Reaktionen im Publikum zeigen. Seeb plaudert wie immer mit dem Publikum, animiert zum Mitsingen – okay, das geht quasi von selbst, da muss er nicht allzu viel tun – Fäuste recken und Haare kreisen lassen. Der Saal ist voll, die Lautstärke der mitgrölenden Menge enorm und der Beifall frenetisch. Auch hier wird auf der "Vorbühne" der Kontakt zum Publikum gesucht und gefunden und auch hier sind die Herren mehr oder weniger ins Dunkel gehüllt. Bei 'Gunman' werden lange Papierstreifen aus Gewehrkanonen geschossen, die von etlichen Fans begeistert eingesammelt werden. Mit anderen Worten: ORDEN OGAN liefert eine klasse Show ab und bringt die Stadthalle zum Beben.

Viel zu schnell vergeht mal wieder die Zeit, als denn Seeb mit 'One Last Chance' das Ende der Show ankündigt. Und noch während die Jungs die Bühne verlassen, wird schon lautstark die Zugabe gefordert. Als Seeb wieder zurück auf die Bühne kommt, ist alles dunkel: "Huhu, ist noch jemand da? Ich kann niemanden sehen!" Lautes Gelächter und noch lauteres Grölen sind die Folge, bis denn der Lichtmann Erbarmen zeigt und doch noch einen Scheinwerfer auf ihn richtet. Dann wird erst noch einmal erklärt, was es mit der "Fist Of Fate" auf sich hat und was vom Publikum erwartet wird. Der erste Versuch ist natürlich nicht befriedigend, aber Langen steigert sich und so kann der Zugabenteil mit 'To The End' eröffnet werden. Wer jetzt denkt, mehr geht nicht, der hat sich geirrt. Auch wenn es schon eine Weile her ist (2010 auf "Easton Hope"), so ist 'We Are Pirates' immer noch DER Kracher und die Mitgrölhymne schlechthin. Die Zuschauer geben einmal mehr alles und zaubern der Band einmal mehr ein fettes Grinsen in die Gesichter. Zum wirklich allerletzten Song dürfen alle ihre Stimmbänder zum wirklich allerletzen Mal strapazieren, wenn der Refrain "Cold, dead and gone!" von 'The Things We Belive In' gefordert wird. Dann erfolgt noch das obligatorische Gruppenfoto mit Meute im Hintergrund, bevor Seeb, Tobi, Niels und Dirk sich endgültig verabschieden. Ein toller Konzertabend ist zu Ende und ich wünsche den sympathischen Herren aus dem Sauerland, dass ihr Weg weiterhin nach oben führt und ihnen noch viele ausverkaufte Konzerte bescheren möge.

Setliste: To New Shores Of Sadness, F.E.V.E.R., Here At The End Of The World, Gunman, Deaf Among The Blind, Sorrow Is Your Tale, Fields Of Sorrow, The Lord Of The Flies, Come With Me To The Other Side, Forlorn And Forsaken, One Last Chance; Zugaben: To The End, Angels War, We Are Pirates, The Things We Believe In

Redakteur:
Hannelore Hämmer

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