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PAGANFEST - Ludwigsburg

19.04.2015 | 16:05

19.03.2015, Rockfabrik

Ein Abend voller Hindernisse!

Das Paganfest gehört für die meisten Metalfans zu den wichtigsten Anlaufstellen, wenn es um die aktuell am bekanntesten Folk- und Pagan-Metal-Bands der Szene geht. Dieses Jahr sind klar in der Überzahl die Finnen mit WINTERSUN, TURISAS und FROSTTIDE vertreten, aber auch andere bekannte Gesichter, wie HEIDEVOLK und OBSCURITY dürfen unter dem Rock The Nation-Schirm mit von der Partie sein.
Der Startschuss fällt mit 18.30Uhr extrem früh aus und als erstes ist FROSTTIDE an der Reihe. Das ist eine junge und ambitionierte Band, die leider nur mäßig bekannt sind. Um die wenige Spielzeit voll auszuschöpfen, wird auf Publikumsgespräche weitestgehend verzichtet. Dafür bekommt man aber auch Knallersongs, wie 'Awakening' und 'Quest Of Glory' serviert. Leider zeigt das Publikum wenig Reaktion und erst gegen Ende wird man mit den Herren warm. Bisher hatte ich noch keine Möglichkeiten gehabt das neue Album „Blood Oath“ zu begutachten, aber anhand der Live-Performance würde ich sagen, dass sie zwar keine großen Sprünge gemacht haben, aber dennoch solide Arbeit abliefern. Die Songs bestehen aus vielen melodischen Teilen, die zum Mitsingen und Schunkeln animieren und eignen sich wunderbar für die Bühne. Wie gesagt es dauert ein wenig, bis die Leute auftauen und der ein oder andere lässt sich dann doch mitziehen.
Setlist: 'Intro' ('Prologue'); 'Blood Oath' ; 'Awakening' ; 'Quest For Glory' ; 'Fate Redefined' ; 'Traitor Within'
Wer weniger fröhliches Gedudel mag, hat bei OBSCURITY definitiv mehr Spaß. Diese Truppe ist ebenfalls mit neuem Material unterwegs und stellt an diesem Abend drei Songs vor. Grundsätzlich glänzen die Herren mit einem sehr guten Sound und das lässt die Masse abgehen. Bei 'Naglfar' oder 'Nach Asgard wir reiten' zieht es auch die ersten Stagediver nach vorne und gegen Ende der Show entern sie sogar die Bühne, während Sänger Agalaz einen kurzen Abstecher ins Publikum macht.
Setlist: 'Schicksal der Götter'; 'Naglfar' ; 'Tenkterer' ; 'Vintar' ; 'Legiones Montium' ; 'Nach Asgard wir reiten' ; 'Bergischer Hammer'
Weiter im Programm geht es mit den Niederländern von HEIDEVOLK, die aktuell mit neuem Sänger unterwegs ist. Leider konnte der zweite Stammsänger Mark nicht auf Tour dabei sein und wurde gegen einen unbekannten Herren umbesetzt. Seit meinem letztem Konzert gibt es heute Abend also gleich zwei neue Gesichter am Mikrofon zu hören. Bereits wenige Sekunden nach 'Winter Woede' würde ich behaupten, dass die Stimmen durchaus miteinander harmonieren, aber irgendwie klingt es überhaupt nicht nach HEIDEVOLK.  Die Masse scheint anderer Meinung zu sein und hüpft artig nach Aufforderung der Band zum Takt mit. Im übrigen erscheint heute Abend auch das neue Album „Velua“, aber mit dem Totalausfall der Leadgitarre bei 'Ostara' scheint das Ereignis nicht gerade unter einem guten Stern zu stehen. Um diesen Fauxpas zu kaschieren, wird kurzerhand das Publikumsspiel in die Länge gezogen und endet in einen verbalen Reanimationsversuch für Kevins Gitarre. Außerdem wird noch ein spontanes Drumsolo hinterher geschoben. Ein Roadie schafft es schließlich das Instrument wiederzubeleben, aber die Feuertaufe für 'Urth' endet wieder in ein technisches Desaster. Ungelogen würde ich behaupten, dass die Saiten total verstimmt klingen, anders kann ich mir das grausige Solo nicht erklären. Nachdem alles nun schief gegangen ist, kann es nur noch besser werden und mit 'Vulgaris Magistralis' endet dieses technische Trauerspiel. Der Preis für die Pechvögel des Abends geht somit an HEIDEVOLK.
Setlist: 'Intro' ('Dageraad'); 'Winter Woede' ; 'Ostara' ; 'Dondergod' ; 'Urth' ; 'Het Bier Zal Weer Vloeien' ; Vale Ouwe ; 'Vulgaris Magistralis' (Normaal cover)
Für leicht verdutzte Gesichter sorgen die Finnen von TURISAS, die während der Umbauphase eine handvoll Kerzenständer auf die Bühne gestellt bekommen. Ziemlich unromantisch, aber dafür äußerst pompös startet deren Show mit dem Intro und 'A Portage To The Unknown' aus „The Varangian Way“- Album. Ich habe damit überhaupt nicht gerechnet und dieser Einstieg ist einfach nur grandios. Nach dem Motto „Leben ist doch ein Wunschkonzert“ wird meine persönliche Favoritenliste abgearbeitet, wie z.b. 'Midnight Sunrise' oder 'As Torches Rise' aus der „Battle Metal“- Scheibe. Ebenfalls mit im Gepäck ist auch 'Hunting Pirates', welches laut Aussage der Band zuletzt vor 10 Jahren auf dem Wacken Open Air gezockt. Es folgen immer wieder kurze Zwischenintros und ich bin so unglaublich froh darüber, dass die ganzen Rufe nach 'Rasputin' geflissentlich mit noch mehr Knallersongs aus der Epic-Metal-Kiste beantwortet werden, wie z.B. mit 'Battle Metal' oder 'End Of An Empire'. Die Fans zeigen sich recht enttäuscht, jedoch können Schaumkanone und das PET SHOP BOYS Cover von 'It´s A Sin' für gute Laune sorgen. Schließlich endet das Ganze mit 'Stand Up And Fight'.
Setlist: 'Intro' ; 'A Portage To The Unknown' ; 'Intro' ; 'To Holmgard And Beyond' ; 'As Torches Rise' ; 'Intro' ; 'Midnight Sunrise';  'Hunting Pirates' ; 'Battle Metal' ; 'End Of An Empire' ; ''It´s A Sin'; Stand Up And Fight'
WINTERSUN gehört zu den grandiosen Bands, die live sehr nah an die Soundqualität ihrer Studioalben heran kommt. Zumindest hatte ich bisher diesen Eindruck immer gehabt. Das liegt nicht zuletzt an Perfektionist und Bandchef Jari Mäenpää, aber selbst die Finnen scheinen heute von einem fiesem Fehlerteufel heimgesucht zu sein. Sicherlich haben die meisten von euch mitbekommen, dass Jai Lahto für das kommende NIGHTWISH Album, sowie anschließende Tour, Jukka Nevalainen  am Schlagzeug vertreten wird. Aus diesem Grund musste WINTERSUN auf seinen Langzeittrommler dieses Mal verzichten und präsentiert an diesem Abend ihren neuen Ersatzmann.
Kennt ihr diese peinliche Stille, vor die jeder Angst hat, wenn man etwas verhaut? Exakt diesen Moment gibt es direkt beim ersten Song 'Sons Of Winter And Stars', als der Refrain einsetzt und alle Instrumente verstummen. Keine Ahnung was Ursache für diesen Blackout ist, aber beschämt flüchtet der Drummer kurz hinter die Bühne. Jari überspielt die unangenehme Situation mit einer kurzen Entschuldigung und ohne Probleme geht es schließlich weiter. Die Konstellation scheint noch nicht ganz miteinander zu harmonieren, da auch Gitarrist Teemu öfters dem Takt hinter her hinkt und bei den Riffs nicht ganz saubere Arbeit abliefert. Das ist aber Kritik auf höherem Niveau.
Abwechselnd wird sowohl „Time“, als auch das Debütalbum angespielt und ein besonderes Sahnebonbon ist der neue, völlig unbekannte Song, den sie spielen. Es gibt weder eine Ansage bezüglich des Titels, noch ob er auf „Time II“ erscheinen wird. Sowohl ich, als auch das restliche Publikum schauen etwas verdattert in Richtung Bühne und es ist schwierig eine Aussage über die Qualität zu machen. Weder die Melodie, noch die Komposition sind jetzt bahnbrechend und man würde es auch eher,  für WINTERSUNs Verhältnisse, in die "Balladenschublade" stecken. Der lange Abend neigt sich dem Ende zu und die recht übersichtliche Setlist wird mit 'Wintermadness' abgerundet.
Setlist: 'When Time Fades Away' ; 'Sons of Winter and Stars' ; 'Land of Snow and Sorrow' ; 'Darkness and Frost' ; 'Time' ; 'Death and the Healing' ; 'Beyond the Dark Sun'; 'Starchild'; 'Black Forest'; 'Wintermadness'
Mitnichten kann man zurecht etwas vom heutigen Konzert enttäuscht sein, aber TURISAS haben den Tag noch gerette

Das PAGANFEST gehört für die meisten Metalfans zu den wichtigsten Anlaufstellen, wenn es um die aktuell bekanntesten Folk- und Pagan-Metal-Bands der Szene geht. Dieses Jahr sind klar in der Überzahl die Finnen mit WINTERSUN, TURISAS und FROSTTIDE vertreten, aber auch andere bekannte Gesichter wie HEIDEVOLK und OBSCURITY dürfen unter dem Rock The Nation-Schirm mit von der Partie sein.

Der Startschuss fällt mit 18.30 Uhr extrem früh und als erstes ist FROSTTIDE an der Reihe. Das ist eine junge und ambitionierte Band, die leider nur mäßig bekannt ist. Um die kurze Spielzeit voll auszuschöpfen, wird auf Publikumsgespräche weitestgehend verzichtet. Dafür bekommt man aber auch Knallersongs, wie 'Awakening' und 'Quest Of Glory' serviert. Leider zeigt das Publikum wenig Reaktion und erst gegen Ende wird man mit den Herren warm. Bisher hatte ich noch keine Möglichkeiten gehabt, das neue Album "Blood Oath" zu begutachten, aber anhand der Live-Performance würde ich sagen, dass sie zwar keine großen Sprünge gemacht haben, aber dennoch solide Arbeit abliefern. Die Songs bestehen aus vielen melodischen Teilen, die zum Mitsingen und Schunkeln animieren und eignen sich wunderbar für die Bühne.
Setlist: 'Intro' ('Prologue'); 'Blood Oath'; 'Awakening'; 'Quest For Glory'; 'Fate Redefined'; 'Traitor Within'

Wer weniger fröhliches Gedudel mag, hat bei OBSCURITY definitiv mehr Spaß. Diese Truppe ist ebenfalls mit neuem Material unterwegs und stellt an diesem Abend drei Songs daraus vor. Grundsätzlich glänzen die Herren mit einem sehr guten Sound und das lässt die Masse abgehen. Bei 'Naglfar' oder 'Nach Asgard wir reiten' zieht es auch die ersten Stagediver nach vorne und gegen Ende der Show entern sie sogar die Bühne, während Sänger Agalaz einen kurzen Abstecher ins Publikum macht.
Setlist: 'Schicksal der Götter'; 'Naglfar'; 'Tenkterer'; 'Vintar'; 'Legiones Montium'; 'Nach Asgard wir reiten'; 'Bergischer Hammer'

Weiter im Programm geht es mit den Niederländern von HEIDEVOLK, die aktuell mit neuem Sänger unterwegs sind. Leider konnte der zweite Stammsänger Mark nicht auf Tour dabei sein und wurde durch einen mir unbekannten Herren ersetzt. Seit meinem letzten Konzert gibt es heute Abend also gleich zwei neue Gesichter am Mikrofon zu hören. Bereits wenige Sekunden nach 'Winter Woede' würde ich behaupten, dass die Stimmen durchaus miteinander harmonieren, aber irgendwie klingt es überhaupt nicht nach HEIDEVOLK.  Die Masse scheint anderer Meinung zu sein und hüpft artig nach Aufforderung der Band zum Takt mit. Im übrigen erscheint heute Abend auch das neue Album "Velua", aber mit dem Totalausfall der Leadgitarre bei 'Ostara' scheint das Ereignis nicht gerade unter einem guten Stern zu stehen. Um diesen Fauxpas zu kaschieren, wird kurzerhand das Publikumsspiel in die Länge gezogen und endet in einem verbalen Gitarren-Reanimationsversuch. Außerdem wird noch ein spontanes Drumsolo hinterher geschoben. Ein Roadie schafft es schließlich, das Instrument wiederzubeleben, aber die Feuertaufe für 'Urth' endet wieder in ein technisches Desaster. Ungelogen würde ich behaupten, dass die Saiten total verstimmt klingen, anders kann ich mir das grausige Solo nicht erklären. Nachdem alles nun schief gegangen ist, kann es nur noch besser werden, und mit 'Vulgaris Magistralis' endet dieses Trauerspiel. Der Preis für die Pechvögel des Abends geht somit an HEIDEVOLK.
Setlist: 'Intro' ('Dageraad'); 'Winter Woede'; 'Ostara'; 'Dondergod'; 'Urth'; 'Het Bier Zal Weer Vloeien'; Vale Ouwe; 'Vulgaris Magistralis' (Normaal cover)

Für leicht verdutzte Gesichter sorgen die Finnen von TURISAS, die während der Umbauphase eine handvoll Kerzenständer auf die Bühne gestellt bekommen. Ziemlich unromantisch, aber dafür äußerst pompös startet deren Show mit dem Intro und 'A Portage To The Unknown' aus dem "The Varangian Way"-Album. Ich habe damit überhaupt nicht gerechnet und dieser Einstieg ist einfach nur grandios. Nach dem Motto "Das Leben ist doch ein Wunschkonzert" wird meine persönliche Favoritenliste abgearbeitet, wie z.b. 'Midnight Sunrise' oder 'As Torches Rise' aus der "Battle Metal!- Scheibe. Ebenfalls mit im Gepäck ist auch 'Hunting Pirates', welches laut Aussage der Band zuletzt vor zehn Jahren auf dem Wacken Open Air gezockt wurde. Es folgen immer wieder kurze Zwischenintros und ich bin so unglaublich froh darüber, dass die ganzen Rufe nach 'Rasputin' geflissentlich mit noch mehr Knallersongs aus der Epic-Metal-Kiste beantwortet werden, wie z.B. mit 'Battle Metal' oder 'End Of An Empire'. Die Fans zeigen sich recht enttäuscht, jedoch können Schaumkanone und das PET SHOP BOYS Cover von 'It´s A Sin' für gute Laune sorgen. Schließlich endet das Ganze mit 'Stand Up And Fight'.
Setlist: 'Intro'; 'A Portage To The Unknown'; 'Intro'; 'To Holmgard And Beyond'; 'As Torches Rise'; 'Intro'; 'Midnight Sunrise';  'Hunting Pirates'; 'Battle Metal'; 'End Of An Empir'; ''It´s A Sin'; Stand Up And Fight'

WINTERSUN gehört zu den grandiosen Bands, die live sehr nah an die Soundqualität ihrer Studioalben heran kommen,  zumindest hatte ich bisher diesen Eindruck immer gehabt. Das liegt nicht zuletzt an Perfektionist und Bandchef Jari Mäenpää, aber selbst die Finnen scheinen heute von einem fiesem Fehlerteufel heimgesucht zu sein. Sicherlich haben die meisten von euch mitbekommen, dass Kai Lahto für das kommende NIGHTWISH Album sowie die anschließende Tour Jukka Nevalainen am Schlagzeug vertreten wird. Aus diesem Grund musste WINTERSUN auf seinen Langzeittrommler dieses Mal verzichten und präsentiert an diesem Abend ihren neuen Ersatzmann. Kennt ihr diese peinliche Stille, vor der jeder Angst hat, wenn man etwas verhaut? Exakt diesen Moment gibt es direkt beim ersten Song 'Sons Of Winter And Stars', als der Refrain einsetzt und alle Instrumente verstummen. Keine Ahnung was Ursache für diesen Blackout ist, aber beschämt flüchtet der Drummer kurz hinter die Bühne. Jari überspielt die unangenehme Situation mit einer kurzen Entschuldigung und ohne Probleme geht es schließlich weiter. Die Konstellation scheint noch nicht ganz miteinander zu harmonieren, da auch Gitarrist Teemu öfters dem Takt hinterher hinkt und bei den Riffs nicht ganz saubere Arbeit abliefert. Das ist aber Kritik auf höherem Niveau. Abwechselnd wird sowohl etwas von "Time", als auch vom Debütalbum angespielt und ein besonderes Sahnebonbon ist der neue, völlig unbekannte Song, den sie dann spielen. Es gibt weder eine Ansage bezüglich des Titels, noch ob er auf "Time II" erscheinen wird. Sowohl ich, als auch das restliche Publikum schauen etwas verdattert in Richtung Bühne und es ist schwierig, eine Aussage über die Qualität zu machen. Weder die Melodie, noch die Komposition ist jetzt bahnbrechend und man würde es auch eher, für WINTERSUN-Verhältnisse, in die "Balladenschublade" stecken. Der lange Abend neigt sich dem Ende zu und die recht übersichtliche Setlist wird mit 'Wintermadness' schließlich abgerundet.
Setlist: 'When Time Fades Away'; 'Sons of Winter and Stars'; 'Land of Snow and Sorrow'; 'Darkness and Frost'; 'Time' ; 'Death and the Healing'; 'Beyond the Dark Sun'; 'Starchild'; 'Black Forest'; 'Wintermadness'

Dieser Abend ist alles andere als gut gelaufen und der einzige Grund, weshalb er für mich nicht völlig ins Wasser gefallen ist, nennt sich TURISAS. Wenn es also einen Pokal für die beste Performance und den besten Sound gegeben hätte, wäre er eindeutig an die Finnen gegangen!

Redakteur:
Hang Mai Le

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