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Paganfest - Hamburg

21.03.2010 | 22:34

23.02.2010, Markthalle

Die Paganfest-Tour bringt wieder einmal erstklassige Bands in die Markthalle. Und alle feiern!

Bereits vor dem Einlass steht eine sehr lange Schlange vor den Toren der Markthalle. Heute wird es voll werden!

Pünktlich um 19.00 Uhr wird es dunkel und die Bühne in Nebel getaucht; VARGs episches Intro 'Wolfsmond' vom kürzlich erschienenen Werk "Blutaar" erklingt. Vor der Bühne bildet sich sofort eine große Traube Fans. Gleich zu Beginn des ersten Songs 'Viel Feind, viel Ehr', ebenfalls von der neuen Scheibe, geht das Publikum steil. Weiter geht es mit einem etwas älteren Stück zum Feiern: 'Skål'. Wer noch nicht aufgetaut ist, wird spätestens jetzt zum Moshen animiert. VARG hinterlassen mit ihrem düsteren Outfit aus rot-schwarzer Kriegsbemalung und Körperpanzern sowie ihrer hervorragenden Bühnenpräsenz einen bleibenden Eindruck.

Während des Konzerts äußert sich Sänger Freki zu den vor kurzem aufgekommenen Anschuldigungen, dass er ein Nazi sei. Er versichert dem Publikum: "Ich weiß, dass es politische Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Band gibt, aber VARG ist keine Nazi-Band!" 'Blutaar' widmet er allen "Pissern" mit dem Appell: "Nazis, fuck off!"

Als Nächstes spielen VARG das lang ersehnte 'Schildfront' und Sänger Frekis Lieblingssong 'Wolfszeit'. Leider ist der Gesang etwas leise, aber das Publikum grölt lautstark mit.

Nach einer fünfzehnminütigen Umbaupause geht es weiter mit der russischen Pagan-Metal-Band ARKONA. Sie haben ihr Publikum von Anfang an im Griff: Schon beim ersten Song, dem Titelsong ihres neuen Albums "Goi, Rode, Goi", schreien und singen die Fans die russischen Texte laut mit.

ARKONA führen in ihren dreißig Minuten Spielzeit durch älteres Material und neue Stücke. Dabei dürfen ihre besten, bekanntesten und feiertauglichsten Songs natürlich nicht fehlen. Eine Woge aus Hitze, Schweiß- und Biergeruch strömt durch die Halle.

Die Band schafft es, ihre Fans mit fröhlichen Humppa-Parts und Sprüchen wie "Hamburg, are you ready to jump?" zum Tanzen zu animieren. Obwohl der Gesang leider immer noch etwas leise ist, stellen ARKONA vor allem mit ihrer sehr aktiven, bewegungsfreudigen Sängerin Mascha eine super Show auf die Beine. Zum Abschied bedanken sie sich mit einer Verbeugung bei den Fans.

Um 20.30 Uhr geht es mit den Österreichern DORNENREICH weiter. Sie beschreiben ihre Musik als experimentellen Dark/Black Metal, wobei dieser sowohl progressive, schnelle und harte Metalsongs als   auch eher ruhige, harmonische Akustiksongs beinhaltet.

Die Halle verdunkelt sich, was für eine düstere Stimmung sorgt, die sich über das komplette Konzert hinzieht. Der Stimmungswechsel von der vorherigen Partyband ARKONA zu der sehr düsteren Atmosphäre macht sich stark bemerkbar. Die Drei-Mann-Combo arbeitet diese mit Instrumenten wie Geige, Schlagzeug, akustischen und verzerrten Gitarren sowie Glocken sehr gut heraus. Jochen "Eviga" Stocks Gesang fügt sich - mal dunkel, mal kratzig, mal geflüstert - perfekt in dieses Klangbild ein.

DORNENREICH spielen eine gute Mischung aus ihrem Metal- und Akustik-Set, die das Publikum sowohl zum Abgehen und Bangen als auch zum Entspannen und Zuhören animiert. Alles in allem ein sehr harmonisches und emotionales Konzert mit Gänsehautfaktor.

Gegen 21.30 Uhr kommt die herbeigesehnte Schweizer Combo ELUVEITIE. Sie verbinden Melodic Death Metal mit vielen folkloristischen Instrumenten wie Geige, Flöte, alten Saiteninstrumenten und Drehleier. Die Texte sind in englischer und alter gälischer Sprache verfasst.

Zum Intro ihrer vor kurzem erschienenen Platte "Everything Remains (As It Never Was)" kommen die acht Mitglieder nach und nach mit erhobenen Armen auf die Bühne. Immer mehr Fans strömen in die Halle. Nach dem ruhigen Intro geht es härter zur Sache, und das Publikum fängt an zu moshen. Sänger Chrigel bedankt sich bei den Fans und betont, wie cool er es finde, dass die Gemeinschaft der Heiden so stark gewachsen ist. Obwohl das Album erst vor wenigen Tagen veröffentlicht wurde, kennen die meisten Leute die Texte und singen lautstark mit.

Zwischen den Songs animiert Chrigel die Fans immer wieder zum Schreien. Er stachelt die Menge damit an, dass das Publikum beim gestrigen Auftritt in Dänemark wesentlich lauter gewesen wäre. Jetzt braucht es nur noch die Frage "Habt ihr Bock auf pure fucking Folk Metal?", und die Menge geht steil. Ob Moshen, Pogo oder Stagediving - die Menge lässt sich von nichts mehr abhalten.

Außer Chrigel singt auch die Drehleierspielerin Anna Murphy: zum ersten Mal bei 'Slania's Song', das die Band der Liebe zu ihrer Heimat widmet. Als Nächstes spielen sie 'Omnos' vom Akustikalbum "Evocation I: The Arcane Dominion", das in gälischer Sprache verfasst ist. Auf 'Inis Mona', den wohl bekanntesten ELUVEITIE-Song, haben scheinbar alle gewartet, denn hier erreicht die Party ihren Höhepunkt.

Zu guter Letzt spielen sie einen älteren Song der "Spirit"-Scheibe: 'Tegernako'. Das Publikum ist nicht mehr zu bremsen, singt laut mit und feiert.

Ein sehr gelungenes Konzert mit viel Gelegenheit, schönen Melodien zu lauschen und zu harten Riffs zu bangen.

Mit Spannung erwartet das Publikum den Auftritt der finnischen Troll-Metal-Band FINNTROLL, die unter lauten "Hey!"-Rufen die Bühne betreten. Erst einen Tag zuvor veröffentlichten sie ihr Album "Nifelvind" in Europa, zu dessen Intro die Mitglieder nun nach und nach die Bretter besteigen. Das Publikum jubelt, klatscht und wartet gespannt auf die neuen Songs.

Zu Beginn des ersten Liedes kommt Sänger Vreth mit einem "Jahahahahaa!" auf die Bühne. Das Publikum ist nicht mehr zu bremsen, so dass selbst aus jeder kleinsten Ecke der Markthalle die Arme in die Luft gehen. Ein Meer aus Haaren schlägt in der gesamten Location Wellen.

Schließlich spielen sie ein altbekanntes Lied: 'Slaget Vid Blodsälv', das die ohnehin schon sehr gute Stimmung durch Partytauglichkeit noch mal steigert. Die neuen Stücke kommen live sehr gut an und werden genauso ausgiebig bejubelt wie 'Nedgång', 'Det Iskalla Trollblodet' und 'Nattfödd'.

FINNTROLL selbst sind sehr begeistert und bedanken sich oft bei ihren Fans für die gute Stimmung. Zur allgemeinen Erheiterung fordert Vreth das Publikum auf, Grunzlaute nachzumachen. Plötzlich setzt die Musik aus, und es ertönt ein Echo aus Grunzlauten der Fans. Anschließend bringen FINNTROLL ihr wohl bekanntestes Lied 'Trollhammaren', bei dem die Fans nicht nur wild mittanzen. sondern trotz der Sprachbarriere lautstark mitsingen.

Es folgt der Partysong des neuen Albums, 'Under Bergets Rot', der aufgrund der MySpace-Promotion schon bekannter ist. Dadurch, dass die Songs von FINNTROLL mit fröhlichen Melodien des Keyboards bis hin zu Black-Metal-lastigen Riffs der Gitarren bestückt sind, kann man zu jedem Song ordentlich feiern.

Anschließend gehen FINNTROLL allesamt von der Bühne, doch das Publikum lässt nicht locker und fordert eine Zugabe. FINNTROLL legen noch zwei weitere Lieder drauf: 'Sång' vom zweitjüngsten Werk "Ur Jordens Djup" und eines der bekanntesten Lieder der älteren Zeit, 'Jaktens Tid'. Danach bedanken sie sich noch einmal und verlassen endgültig die Bühne. Das Publikum ist noch immer aus dem Häuschen und hat eigentlich noch lange nicht genug. Nach und nach verlassen die Fans die Halle, um sich in die elendig lange Schlange bei der Garderobe einzureihen oder die Heimreise anzutreten.

Alles in allem war das Konzert ein voller Erfolg und die Tour empfehlenswert für jeden Pagan-, Folk- und Black-Metal-Liebhaber! Es ist selten der Fall, dass auf so einer Tournee wirklich jede der vielen Bands bei allen gut ankommt. Die Halle war voll, und die Fans haben von Anfang bis Ende mit Leib und Seele mit den Bands, die das Publikum gut in ihre Show integriert haben, gefeiert. Auf eine weitere Tournee der Heidenkrieger! Skål
[Gastautor: André Dömer]

Redakteur:
Pia-Kim Schaper

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