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Primal Fear - Kaufbeuren

06.03.2001 | 13:22

03.03.2001, Zeppelinhalle

SACRED STEEL, CHILDREN OF BODOM und PRIMAL FEAR: traditionsbewußter US-Metal, melodischer Highspeed-Power Metal mit schwarzmetallischem Geröchel und die deutsche Antwort auf JUDAS PRIEST; das kann, das darf man sich nicht entgehen lassen, oder? Dachten sich auch der Kollege Alex und meine Wenigkeit, weswegen wir uns voll gespannter Erwartung in der Zeppelinhalle zu Kaufbeuren einfanden, um uns von diesem abwechslungsreichen Package ordentlich die Ohren durchpusten zu lassen (Ein Dank geht hier an die Metalheads aus Aalen, die uns durch Kaufbeuren gelotst haben - Alex).

Mit geringfügiger Verspätung eröffneten die schwäbischen Metal-Krieger von SACRED STEEL ihren halbstündigen Set, ganz stilecht mit ihrer Hymne \"Metal Is War\", was unter den zu diesem Zeitpunkt schätzungsweise 500 Anwesenden auch prompt für ordentlich Stimmung sorgte. Begünstigt von einem guten Sound legte die Truppe einen ansprechenden Gig hin, wobei die Mischung aus neuen und alten bzw. schnellen und langsamen Stücken absolut überzeugen konnte. \"Blood On My Steel\" und \"Dark Forces Load Me To The Brimstone Gate\", \"Master Of Thy Fate\", \"Stormhammer\" (mit dem obligatorischen Schwertgefuchtel von Frontmann Gerrit Mutz) und \"True Force Of Iron Glory\", die setlist war absolut korrekt (Wobei es Mutz oder -der Sonnenbrille wegen- auch Puck, die Stubenfliege, diesmal schaffte, mit dem Plastikschw... dem \"Stormhammer\" den ganzen Song über herumzufuchteln. Auf dem SUMMER BREEZE 2000 hatte er damit noch so seine Problemchen *g*- Alex).
Zwar zeigte sich das Quintett nicht übermässig beweglich, spielerisch allerdings gab es dafür absolut nichts zu bemängeln. Vor allem Schlagzeuger Matthias Straub wußte mit seinem druckvollen Spiel zu gefallen, dem taten auch die getriggerten Bassdrums keinen Abbruch.
Knapp eine halbe Stunde wärmte die Band das Publikum an, ehe ihre Darbietung mit dem unvermeidlichen \"Wargods Of Metal\" ein Ende fand. Insgesamt ein ordentlicher Auftritt eines passablen Openers.
Nur an Quietschesänger und Oberposer Mutz schieden sich mal wieder die Geister: die Einen finden Gefallen an seinem ewiggleichen Rocker-Outfit und dem klischeehaften Stageacting, die Anderen (wozu auch Kollege Alex und meine Wenigkeit zählen) lachen sich darüber schief (Andersherum gesagt: Hätte Gerrit nur ein Zehntel dessen in der Kehle, was ein Ralf Scheepers von sich gibt, dann wäre die Band absolut top! - Alex). Jedem Tierchen sein Plaisierchen, kann man da nur sagen.
Für was der gute Mann allerdings sage und schreibe 46 mal (handgezählt von \"Chefstatistiker\" Alex) die Rechte zum Gruß des Gehörnten erhob, das bleibt eines der ungelösten Mysterien des Metal (Um der Statistik Genüge zu tun: Poser-Häuptling Mutz praktizierte 9 mal das \"Ich-schneid-mir-die-Kehle-durch\"-Zeichen und 6 mal schlug er das \"Blaze-Bayley-ich-brauch-die-ganze-Bühne\"-Kreuz.
Desweiteren durften SACRED STEEL insgesamt 22 Scheinwerfer benutzen; je 9 mal rote, grüne oder blaue; 9 weiße (inkl. Stroboskop) und die 4 jeweils seitlich angebrachten Beleuchtungskörper! Nun wißt Ihr auch, was ich die ganz halbe Stunde gemacht habe *g* - Alex)...


Kurze Umbaupause, dämonisches Intro... und schon stürmten die finnischen Shooting Stars CHILDREN OF BODOM die sehr große (und dank ihrer Höhe auch für weniger große Konzertbesucher sehr gut einsehbare) Bühne. Mit ihrem aktuellen \"Hate Me\"-Singlehit eröffneten die Skandinavier einen fulminanten Auftritt, der unter den Besuchern denn auch für mächtig Stimmung sorgte. Schlag auf Schlag feuerte das sympathische Quintett um Saitenvirtuose und Röchelkreischer Alexi Laiho eine Granate nach der anderen ab; \"Bodom After Midnight\", \"Towards Dead End\" und der Titelsong ihres neuen Albums, \"Follow The Reaper\"; \"Lake Bodom\" und das wie immer mitreissende \"Warheart\"; die jungen Mucker zockten sich mit bemerkenswerter Spielfreude durch eine setlist, die nicht nur den Songs von ihrer aktuellen Scheibe den entsprechenden Stellenwert zuwies, sondern auch den beiden brillanten Vorgängeralben gebührenden Raum ließ. Wobei man feststellen kann, daß das auf Konserve etwas enttäuschende Material des Drittwerks live enorm an Profil hinzu gewann und den älteren Nummern in Sachen Durchschlagskraft kaum nachstand (Jawollja, meine Lieben! Die Zeppelinhalle hatte Mühe, ihre Holzdecke zu behalten! - Alex).
Bemerkenswert, wie ausgezeichnet die Herren Musiker aufeinander eingespielt waren und wie souverän sie ihre enormen spielerischen Fähigkeiten auf der Bühne umsetzten; vor allem Tastenmann Janne Wirman sorgte desöfteren für offene Münder, indem er selbst komplizierteste Passagen mit beeindruckender Lockerheit intonierte und zudem noch einige Extras einbaute (Vermutlich ging der gute Janne bei einem Taschendieb in die Lehre....was hatte der aber auch flinke Fingerchen - ein immer noch erstaunter Alex). Er wie auch seine Kollegen waren mit Feuereifer und sichtlichem Spaß an der Freud bei der Sache, Frontmann Laiho konnte zusätzlich noch mit einem dezent an Peter Tägtgren (u.A. HYPOCRISY, PAIN) erinnernden Stageacting punkten.
Lediglich der übertriebene Hall auf den Lead Vocals und gelegentlich übersteuerte Höhen sorgten für minimale Irritationen, ansonsten aber gab es weder am insgesamt guten Sound noch an irgendwelchen anderen Gesichtspunkten etwas zu bekritteln (Nichtsdestotrotz, was der Frontmann stimmlich hervorzauberte, war Güteklasse 1A! - Alex).
Mit \"Mask Of Sanity\", \"Bed Of Razors\" und \"Kissing The Shadows\" beendeten die Nordmänner den regulären Teil ihrer Show, folgten aber selbstverständlich nur allzu gerne den energischen Zugabe-Rufen, um mit \"Downfall\" und dem Debütklassiker \"Deadnight Warrior\" einen exzellenten einstündigen Auftritt abzuschließen (Woran man wieder erkennen kann, METAL braucht keine Klischees, um zu begeistern! -Alex).

So stark sich der Co-Headliner allerdings präsentierte, das \"German Metal Commando\" legte noch eine Schippe drauf: mit dem Opener ihres aktuellen fantastischen \"Nuclear Fire\"-Outputs, \"Angel In Black\", legten PRIMAL FEAR los wie die vielzitierte Feuerwehr. Die mittlerweile etwa 600 Nasen im Auditorium zeigten sich rundum begeistert und der hohe Stimmungspegel riß auch während der gesamten Show kaum ab.
Souverän ackerte sich das Quintett durch eine setlist, die -wie auch bei den vorangegangenen Bands- einen gelungenen Querschnitt durch ihre bis dato drei Veröffentlichungen darstellte und bei der die Phalanx der Nackenbrecher immer wieder geschickt von stampfenden oder langsameren Songs durchbrochen wurde.
Verschleißerscheinungen waren den Schwaben trotz der Vielzahl auf dieser Tour in kurzer Zeit absolvierter Shows keine anzumerken, alle Mann waren mit sichtlichem Spaß bei der Sache und überzeugten zudem mit sehr sauberem Spiel, insbesondere Drummer Klaus Sperling agierte nahezu fehlerlos.
Noch über seine Nebenleute allerdings schwang sich Sangesgott Ralf Scheepers auf; unterstützt von den erstklassigen Backing Vocals von Bandleader Mat Sinner lieferte der Stuttgarter (Ex-TYRAN PACE, Ex-GAMMA RAY) eine Gesangsleistung ab, wie ich sie selbst von ihm noch nie erlebt habe (Me too! Ich habe PF nun schon drei mal live erlebt, aber das war mit Abstand das Beste, was Scheepers je abgeliefert hat! - Alex). Mit imponierender Leichtigkeit reproduzierte der mittlerweile glatzköpfige Frontmann die stellenweise unglaublichen Vocals der aktuellen Platte und belegte damit eindrucksvoll, daß man ihn derzeit zweifellos als den besten klassischen Metal-Shouter Deutschlands bezeichnen kann. Erfreulich auch, daß der Frontmann den Posing-Anteil mittlerweile deutlich reduziert hat und sich mit seinem Stageacting immer mehr seinem unausgesprochenen Vorbild (Nö, der gibt das offen zu -Alex) Rob Halford (u.A. HALFORD, Ex-JUDAS PRIEST) zu \"Painkiller\"-Zeiten annähert; da passte natürlich auch der angesprochene 360°-Scheitel ins Bild (Vor allem die Mikrohaltung war 100% HALFORD und auch das Dirigieren der Axemen aus dem Hintergrund! Aber was soll\'s, angesichts der überragenden Vocals darf Scheepers Alles auf der Bühne machen! - Alex).
Zwar war der Sound nicht ganz optimal, da die Klampfen desöfteren von den zumeist erbarmungslos bollernden Bass Drums überdeckt wurden und zudem -was vor allem bei den kurzen, technisch einwandfreien Soloeinlagen der erstklassigen Gitarristen Henni Wolter Wolter (Ex-THUNDERHEAD) und Stefan Leibing deutlich wurde- ein bischen verwaschen und leicht übersteuert klangen, das tat dem enormen Unterhaltungswert der PRIMAL FEAR´schen Bemühungen aber absolut keinen Abbruch.
Nicht zuletzt deshalb, weil die erstklassige(n) Darbietung(en) der Band (incl. einem kurzen und sehr ordentlichen Schlagzeugsolo) (Naja :-/ -Alex) zusätzlich von einer gelungenen, sehr stimmungsvollen Lightshow untermalt wurden. Da spielte es dann auch keine Rolle, daß die Combo aufgrund der baulichen Gegebenheiten der Zeppelinhalle auf ihre sonst so satten Pyroeffekte verzichten mußte.
Mit \"Final Embrace\" vom Zweitwerk \"Jaws Of Death\" schlossen Sinner, Scheepers und Co. ihren regulären Set ab, kehrten aber selbstverständlich nochmal auf die Bühne zurück, um ihren restlos begeisterten Fans mit \"Battalions Of Hate\" (vom selbstbetitelten Debüt) und einer erstklassigen Cover-Version des JUDAS PRIEST-Jahrhunderklassikers \"You´ve Got Another Thing Comin´\" den Gnadenschuß zu geben und sich danach artig bei diesen für ihr Erscheinen und eineinviertel Stunden metallisches Fegefeuer zu bedanken.

Setlist PRIMAL FEAR
Angel In Black
Save A Prayer
Promised Land
Eye OF An Eagle
Nuclear Fire
Running In The Dust
Gitarrensolo/Wolter
Chainbreaker
Iron Fist (In A Velvet Glove)
Fight The Fire
Gitarrensolo/Leibing
Now Or Never
Drumsolo
Silver And Gold
Final Embrace
---------------------------------
Battalions Of Hate
You´ve Got Another Thing Comin´

Bleibt festzustellen, daß dieser rundum gelungene Konzertabend den Eintrittspreis von lumpigen 35 Märkern mehr als wert wahr, daß PRIMAL FEAR mittlerweile on stage ebenso wie auf Konserve zu den besten Bands aus good ole Germany gezählt werden müssen und daß die Truppe noch eine Menge erreichen kann (Na was denn noch??? Mehr als eine Headlinertour nach 3 Alben, kann man doch nicht erwarten, oder? -Alex) (Doch, kann man! Noch größere Tourneen, noch mehr Konzertbesucher, noch mehr verkaufte Platten etc. *g*- d. Verf.).
All diejenigen, welche das \"German Metal Commando\" dieses mal verpaßt haben (bzw. so wie Redaktionskollege Rouven in Offenbach ignoranterweise nach CHILDREN OF BODOM heimgefahren sind *g*) (Steinigt ihn!!!!!!!!!! *gg* - Alex), haben bei den diversen Festivalauftritten des Schwabenfünfers die Gelegenheit, ja die Verpflichtung, sich von dieser exzellenten (Live-)Band eine amtliche Vollbedienung geben zu lassen!

Mein Dank noch an den Kollegen und Kumpel Alex, der mit seiner Präsenz den Abend zu einem noch größeren Vergnügen machte (Ganz meinerseits *verneig* - Alex) und zudem seinen Teil zum Konzertbericht beisteuerte, sowohl an Notizen und Hilfe bei der Erstellung der Setlists, als auch in Form von geistreichen Klammerbemerkungen (Tja Leute, dieser Abend war eine absolute musikalische und gesellschaftliche Bereicherung! Mal sehen, wann das \"dynamische Duo\" - Rainer und meine Wenigkeit - wieder gemeinsam in Aktion tritt! - Alex) *g*

Redakteur:
Rainer Raithel

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