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Rock Harz 2010 - Ballenstedt

02.08.2010 | 13:08

08.07.2010, Flugplatz

Ein Festival wächst und wächst - aus gutem Grunde: drei Tage Dauerbespaßung!

Der Harz wackelt, der Brocken rockt, und POWERMETAL.de ist erstmalig mit von der Partie. Drei Tage Rock, Metal und Gothic stehen auf dem Plan – sowie 38 Grad und eine unbarmherzige Sonne.

2009 zog das Rock Harz nach Ballenstedt um, denn die Kapazitäten in Osterfelde schienen an die Grenzen gestoßen zu sein. Auch 2010 konnte das Festival wieder einen Zuschauerzuwachs verzeichnen. Kein Wunder, denn der Genremix versprach wunderbare Unterhaltung. Also werfen wir uns ins Getümmel.

Donnerstag, 08. Juli 2010

Den Anfang machen bei tropischen Temperaturen die bayrischen A-cappella-Metaller von VAN CANTO. Konnte man früher über den "singenden Haufen" nur müde lächeln, muss man doch nach einigen Jahren attestieren, dass hier alles Hand und Fuß hat. Mit 'Quest For Roar' und 'How To Sing A Metal Song' beginnen die Exoten ihr Set, und die Meute frisst ihnen gierig aus der Hand. Verblüffend, wie VAN CANTO mittlerweile die Massen mobilisieren können.

Der Sound ist ebenfalls nicht von schlechten Eltern, so dass das MANOWAR-Cover 'Kings Of Metal' richtig fett aus den Boxen schießt. Mit 'The Bard's Song' und 'Master Of Puppets' bleiben VAN CANTO bei erfolgreichem Imitieren, bis mittels 'The Mission' wieder auf eigene Stärken gesetzt wird. "Ist das schön hier", meint Sänger "Sly" und spricht das aus, was die vielen tausend Fans gerade auch denken. Die Sonne scheint, doch Schatten gibt es zum Glück genug, die Getränke sind kalt (wenn auch teuer), und mit 'Fear Of The Dark' gibt es einen IRON MAIDEN-Klassiker zum krönenden Abschluss. So kann es weitergehen.

Mit DEVILDRIVER geht es nun drei Härtestufen nach oben. Jedoch ist es schon seltsam, dass insgesamt etwas weniger Menschen vor der Bühne Platz gefunden haben, als es noch bei VAN CANTO der Fall war. Dez Fafara und seinen Jungs ist dies aber völlig Jacke. Sie kicken nach anfänglichen Soundproblemen derart Arsch, dass das Dixiklo neben der Bühne gehörig ins Wackeln gerät.

Die Fans rotieren sich den Kopf vom Nacken und lassen die ersten Schweißpfützen entstehen. Doch das kann die Security besser. Mit Wasserschläuchen kühlen sie die Fans zumindest kurzfristig ab, denn bei Songs wie 'Pray For Villains' oder 'Clouds Over California' (Clouds Over Ballenstedt wäre besser) gibt es kein Halten. Keine Frage, mit einem guten Sound und einem gut aufgelegten Dez sind DEVILDRIVER live eine Macht. Da beides der Fall ist, kann der Daumen nur nach oben gehen.

Nach einem überaus gelungenen Auftritt von THE HAUNTED sind nun der traurige Tony und seine trinkwütigen Finnen von SONATA ARCTICA an der Reihe. Da bisher der Sound auf den beiden gleichwertigen Hauptbühnen überaus delikat war, konnte man sich endlich mal auf ein Konzert der sympathischen Truppe freuen, denn schon oft gingen die großen Melodien in einem viel zu dünnen Sound unter. Jedoch müssen sich die Fans gedulden. Die Umbaupause dauert länger als geplant, so dass Tony und Co. die Bühne zehn Minuten später entern. Vor der Stage ist es wieder richtig voll. Gut so, denn hier und heute kann man SONATA ARCTICA in Höchstform erleben.

Nach dem obligatorischen Intro beginnt es sofort mit 'Flag In The Ground', bevor mit 'The Last Amazing Grays' das Tempo etwas heruntergeschraubt wird. Tony macht mal wieder den Kasper und unterhält die Fans auch abseits des Mikros. "Ihr müsst viel trinken", appelliert der Finne an die Fans, doch der 'Last Drop Falls' immer. "Wenn ihr den Text könnt, singt mit, wenn ihr den Text nicht kennt, singt lauter. Das klappt immer!"

Wer die Berichte vom enttäuschenden Rock-Hard-Festival-Auftritt gelesen hat, wird sich fragen, was innerhalb weniger Wochen mit den Jungs geschehen ist. Tony haut eine lustige Jodeleinlage aufs Brett ("Ich wünschte, dass meine Mama das jetzt sehen könnte."), bevor mit 'Full Moon' etwas zurück in der Zeit gegangen wird. Mit dem wunderschönen 'Juliet' wird es romantisch, bevor mit 'In Black And White' und dem finalen 'Don’t Say A Word' ein leider zu kurzer Auftritt endet. Aber natürlich folgt der ultimative Rausschmeißer mit 'Vodka' erst noch, bevor sich die Jungs unter lautstarkem Jubel verabschieden. Stark, jedoch ärgerlich, dass man die durch den Soundcheck verlorene Zeit nicht wieder gut gemacht hat.

Setlist SONATA ARCTICA:
Everything Fades To Gray (Intro)
Flag In The Ground
The Last Amazing Grays
Last Drop Falls
Full Moon
Juliet
In Black And White
Don't Say A Word
Vodka
Everything Fades To Gray (Outro)

Doch bevor man in Trauer verfällt, geht es nebenan fast ohne Pause schon wieder weiter. Luft holen ist was für kleine Mädchen, denn nun sind DIE APOKALYPTISCHEN REITER an der Reihe. Stimmung garantiert. Logischerweise ist es nun rappelvoll, als mit 'Wir sind das Licht' sofort Vollgas gegeben wird. Leider funktioniert das Mikro von Frontmann Fuchs überhaupt nicht, so dass eben die Fans lauter singen müssen. Nach zwei Minuten ist das Problem behoben, und Fuchs kann endlich "Herzlich Willkommen, ihr Helden!" ins weite Rund schreien.

Mit 'Revolution' und 'Es wird schlimmer' gehen die ersten Crowdsurfer in die Luft. Mit 'Barmherzigkeit' folgt ein Track, den man eher selten in der Setlist findet, bevor mit 'Adrenalin' die erste Wall Of Death des Festivals verfolgt werden kann.

Bei 'Nach der Ebbe' wird ein wenig Luft geschnappt, bevor es mit 'Seemann' zur obligatorischen Mädelseinlage kommt. Gleich drei wilde Hilden stürmen die Bühne und tanzen, doch aufs Boot geht heute ein Kerl. "Würdet ihr das freiwillig machen?", fragt Fuchs die Fans grinsend. Ein lautes "Ja!" stößt ihm entgegen. Dann nichts wie in die Luft und den Himmel mit 'Der Adler' aufreißen.

'We Will Never Die' soll der Abschluss werden, doch es bleibt noch Zeit, welche DIE APOKALYPTISCHEN REITER mit 'Du kleiner Wicht' eindrucksvoll nutzen. Auf die REITER ist immer Verlass. Klasse Gig, und man darf sich jetzt schon auf den großen Wacken-Gig freuen.

Setlist DIE APOKALYPTISCHEN REITER:
Wir sind das Licht
Revolution
Es wird schlimmer
Barmherzigkeit
Adrenalin
Nach der Ebbe
Seemann
Der Adler
We Will Never Die
Du kleiner Wicht

Weil wir gerade vom W:O:A sprechen – auch die folgende Band hat einen Headliner-Slot inne. EDGUY mit ihrem Fronter Hellfire-Tobi zogen gerade noch mit den SCORPIONS durch die Lande, nun dürfen sie das Rock Harz Festival headlinen. Endlich hat die Sonne den Horizont geküsst, so dass wir ausschließlich durch Tobi und seine Jungs ins Schwitzen geraten.

Mit 'Dead Or Rock' eröffnen sie standardmäßig, doch mit 'Speedhoven' holen sie die erste Überraschung aus der Kiste. Geil, der fette Sound und die fantastische Stimmung tun ihr Übriges. Als dann noch 'Tears Of A Mandrake' folgt, kommt der erste Verdacht hoch. "Rock Harz, habt ihr Spaß?" Logo!

Tobi zieht die ersten Mitsingspielchen ab und fragt, ob die Fans lauter schreien können als beim kommenden Wacken Open Air. Nach 'Lavatory Love Machine' erzählt er, dass dies die erste Headliner-Show des Jahres sei und sie sich extra für dieses Festival bei EUROPE bedient hätten. Natürlich folgt 'Vain Glory Opera'.

Für den nächsten Hinweis sorgt 'The Piper Never Dies', bevor mit 'Ministry Of Saints' ("Das ist Metal, also macht Krach!"), 'Save Me' und 'Superheroes' drei typische EDGUY-Livekracher folgen. "Rock Harz, das war geil! Wir kommen wieder!"

Mit 'King Of Fools' endet dieser umwerfende Gig mit der Vermutung, dass wir hier die Wacken-Setlist präsentiert bekommen haben. Da AVANTASIA vor zwei Jahren auf dem W:O:A so hervorragend ankamen, werden Tobi und seine Jungs nicht nur auf die neuen Rocker, sondern auch auf die älteren epischen Stücke setzen. Und genau diese Mischung gab es heute – und wenn mich mein Gefühl nicht täuscht, auch in wenigen Wochen auf dem weltgrößten Metalfestival.

Setlist EDGUY:
Dead Or Rock
Speedhoven
Tears Of A Mandrake
Lavatory Love Machine
Vain Glory Opera
The Piper Never Dies
Ministry Of Saints
Save Me
Superheroes
King Of Fools

Redakteur:
Enrico Ahlig

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