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Sinner (Listening Session) - Esslingen

16.10.2002 | 09:19

12.10.2002, Eisbär

"There Will Be Execution", so der Titel des neuen SINNER-Albums. Am Samstag, dem 12. Oktober, war es soweit und das Werk wurde der internationalen Presse im Eisbär zu Esslingen vorgestellt. Im Anschluss durfte jeder Journalist noch ein paar Fragen an die Band richten (siehe Interview) und im Anschluss gab sich DJ Eddy (Rockfabrik Ludwigsburg) die Ehre und unterhielt die anwesenden Gäste.

Doch nun wechsele ich lieber vom Geschwafel zum Album:

Higher Level Of Violence
Schon beim ersten Stück fällt einem die exzellente Produktion von Achim Köhler auf. Mit viel Power und kräftigen Riffs steigen SINNER in das Album ein. Der Song könnte (wie so einige der anderen schnelleren und härteren Stücke) auch problemlos auf einem PRIMAL-FEAR-Album veröffentlicht worden sein. Einzig die markante Stimme von Mat Sinner drückt dem Song einen eigenen Stempel auf.

There Will Be Execution
Richtig schnell steigt man dann in den Titeltrack mit einem Drumintro ein. Jetzt ist Hochgeschwindigkeit angesagt. Die Doublebass wummert und das riffbetonte Gitarrenspiel bildet einen netten Kontrast zum eher tiefer und weicher gehaltenen Gesang und der melodiöse Refrain lädt den lyrikfesten Headbanger zum Mitgrölen ein.

Requiem For A Sinner
Wie die meisten Songs ist auch "Requiem For A Sinner" sehr riffbetont und in höheren Geschwindigkeiten angesiedelt, als man dies von einer Hard-Rock-Combo erwarten würde. Nach einem rifforientierten Intro geht der schnelle Song mit seinem kurzen Refrain gut ins Ohr.

Die On Command
Schleppende, etwas tiefere Riffs prägen den Rockstampfer "Die On Command". Auch Mat passt seinen Gesang an die tieferen Gegebenheiten an. Und so entwickelt sich ein groovender Heavy-Stampfer, der durch seine ausgeprägten Riffwände zu gefallen weiß.

Finalizer
Eine lustige Begebenheit konnte die Band zum fünften Song "Finalizer" beisteuern. Drummer Fritz Randow hatte immer Probleme, sich die Songtitel zu merken. Da wohl auch das Gehör etwas in Mitleidenschaft gezogen ist, hörte er anstelle "Finalizer" Inge Meisel und dachte, der Song würde über sie gehen. Okay, genug gelästert. Der Song selbst präsentiert sich als flotter Heavy-Stampfer, der mit einem interessanten Solo, das sich aus riffbetonten und gefiedelten Parts zusammensetzt, aufwarten kann.

Locked & Loaded
"Locked & Loaded" fällt wieder in die Kategorie "grooviger Heavy-Stampfer", dessen Riffing Erinnerungen an ACCEPTsche Schule wach werden lässt. Der sehr melodische Gesang von Mat Sinner dagegen weist keine Gemeinsamkeiten mit Herrn Dirkschneider auf.

God Raises The Dead
Gerade der mitreißende Refrain von "God Raises The Dead " ist mir auch fünf Tage später noch gut im Ohr, so dass ich gewillt bin, dem schnellen, rifforientierten Heavy-Metal-Stück einen gewissen Hitcharakter zu unterstellen.

The River
Halbballaden werden wohl von den meisten Bands so bombastisch und überladen wie möglich realisiert. Nicht so bei SINNER. Die Band wählte eine charmante rohe Fassung, die durch das Wechselspiel von Akustik- und E-Gitarre geprägt ist. Ein richtig geiler Hard-Rock-Track, der auch locker in den 80ern hätte entstanden sein können.

Liberty Of Death
Nach der Verschnaufpause fordert der Stampfer "Liberty Of Death" mit seinem treibenden Drumming und den Riffattacken wieder ein gewisses Jucken in der Nackenmuskulatur heraus. Richtig cool, wenn auch nicht neu, ist auch das übersungene Break am Ende des Refrains.

Black Monday
Mit dem Mitdtempostück "Black Monday" findet sich nun ein weiterer Heavy-Stampfer auf der Scheibe, der ebenso riffbetont ist wie der Rest. (Irgendwie verwende ich das Wort beim Beschreiben dieser Songs etwas zu oft [Anm. d. Lekt: Nein wirklich, fällt fast gar nicht auf.])

Crown Of Thorns
Die abschließende Ballade "Crown Of Thorns" wird von Mats rauem und emotionalem Gesang geprägt. Dabei untermalen die gezupften Akustik-Gitarren die an eine Erzählung erinnernde Atmosphäre.

Wherever I May Roam
Der Bonustrack "Wherever I May Roam" findet sich nicht, wie ursprünglich geplant, nur auf der Japan-Ausgabe und dem METALLICA-Tribute-Sampler wieder, sondern wird auch auf die deutsche Limited Edition gepresst werden. Im Vergleich zu METALLICA gehen SINNER etwas flotter zu Werk. Allerdings liegt die Version nach meinem Verständnis zu nahe am Original.

Abschließend bleibt zu vermerken, dass SINNER hier sicherlich ein gutes Album vorgestellt haben, welches sich meiner Ansicht nach leider zu nahe an PRIMAL FEAR orientiert. Erst in der zweiten Hälfte gewinnt es durch die eher SINNER-typischen Songs an Eigenständigkeit.

Redakteur:
Georg Weihrauch

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