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Slipknot - Hamburg

28.10.2000 | 10:45

07.06.2000, Große Freiheit

Nach der zweimal verschobenen Tour waren ca. 800 bis 1000 Leute da, um sich die Ami-Psychos Slipknot anzusehen.

Vorher durften aber noch One Minute Silence ran, die aber um einiges besser in Erinnerung hatte. Mag sein, dass die neuen Songs eigenständiger sind als das Debüt, aber irgendwie fehlte der letzte Kick bei diesem Neo Crossover Mischmasch. Klar, die Band ging engagiert zur Sache und dem Publikum gefiel es, aber im Gedächtnis haften blieb keiner der Songs wirklich. Im Endeffekt nur Durchschnitt.

Aber auch die nachfolgenden Kittie knallten nicht so richtig. Zu statisch wurden Songs wie Brackish oder Spit runtergezockt und live fiel auch auf, wie gleichförmig manche Songs klingen. Trotzdem waren Kittie locker eine Klasse besser als One Minute Silence und das Publikum ging auch ab und pogte fröhlich durcheinander, aber Kittie stehen erst am Anfang und ich bin sicher, dass wir von dieser Band noch einiges erwarten können. Ach ja, die Flying V von Sängerin und Gitarristin Morgan war echt cool.

Die nachfolgenden Slipknot legten dann einen hammergeilen Gig auf die Bretter, den ich so nicht erwartet hätte. Aber der Reihe nach: das Intro vom Album wurde endlos wiederholt, die Bühne war weiß ausgeleuchtet und Slipknot kamen nach und nach in weißen Overalls und ihren Masken auf die Bühne , bis sie dann endlich mit (Sic) in ihren Set einstiegen und das Publikum förmlich explodierte. Drei Logos und bewegliche Strahler sowie die coole Lightshow sorgten für die passende Untermalung und die Band selber war ständig in Bewegung. Sänger Corey brüllte entweder wie ein verletztes Tier oder setzte melodische Kontrapunkt e zum Gewitter der Instrumentalfraktion. Die Gitarristen bangten wie Hölle und auch die Percussionsten sprangen wie die Irren über die Bühne oder moshten mit den Gitarristen um die Wette, wenn sie mal gerade nicht auf ihrem schrottigen Tonnen rumkloppten. Slipknot gebärdeten sich wie irre Psychopathen auf Freigang, die soviel Chaos wie möglich anrichten wollen und nur noch mit Schaum vorm Mund alles in Schutt und Asche legen. Natürlich wurden auch jede Menge Kracher in die Menge geblasen, allen voran das geniale Wait And Bleed, aber auch Eyel E SS, Surfacing, No Life, Prosthetics und der Hidden Track(!) der CD. Zum Highlight mutierte aber Spit It Out, bei dem Sänger Corey das Publikum zum Niederknien brachte, bis es dann auf sein Kommando wieder in die Höhe sprang und komplett ausrastete. Als letztes wurde das überlange Scissors in die Menge gedroschen, bis nur noch ein fiese Fiepen die Menge beschallte und die Musiker nach und nach die Bühne verliessen. Zugaben gab es keine, aber das passte hier völlig, denn wer will schon gerne ins Irrenhaus zurück, wenn er erstmal draussen ist???

Redakteur:
Herbert Chwalek

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