Stratovarius, Rhapsody - Stuttgart

28.10.2000 | 09:29

18.04.2000, Longhorn

Nun war es endlich soweit, eines der Konzerte auf das ich mich schon seit Monaten freue beginnt endlich. Nachdem alle drei Bands zuletzt Megaalben veröffentlicht hatten, verwundert es nicht, daß das Longhorn ausverkauft war.

Als Erste betraten gegen 20.15 Uhr die Newcomer Sonata Arctica die Bühne. Nachdem ihre aktuelle Scheibe \"Ecliptica\" sehr gute Kritiken erhalten hat, waren natürlich alle gespannt wie sich die jungen Schweden schlagen würden. Vorweg gesagt, für ihr Alter (keiner ist älter als 25) und dafür, daß es wohl ihre erste Tour war machten sie die Sache recht gut. Etwas unsicher kam einem die Bühnenshow schon vor, aber das wird sich sicher im Laufe der Tour noch legen. Ihr halbstündiges Set spielten sie ansonsten gekonnt dem begeisterten Publikum vor. Allerdings kamen sie nicht an den CD Sound ran. Es hörte sich alles etwas rauher und straighter an.

Als dann um 21.00 Uhr die Epic Metaller von Rhapsody auf die Bühne traten war das von Sonata gut vorgeheizte Publikum nicht mehr zu bremsen. Hände soweit das Auge reichte. Jeder Song wurde begeister angenommen und mitgegröhlt. Für die Italiener war es das erste Mal, daß sie durch Deutschland touren, aber was die Bühne anbetraf waren sie 100% sattelfest. Ob es nun an ihrem südländischen Machotemperament lag oder daß sie wohl in Italien schon oft gespielt haben... Das Set setzte sich auch aus den ablsoluten Hammern aus ihren zwei bisher erschienen Alben zusammen. Esmerald Sword, Land Of Immortals und Wisdom Of The Kings um nur einige zu nennen, die komplette Setlist steht ja am Ende des Konzertberichts. Den Sound der CDs konnten sie jedoch live nie gerecht werden. Es klang alles etwas matschig und breiig. Nichts desto trotzt war es für die anwesenden Fans das Größte endlich einmal Rhapsody live zu sehen. Das Set an sich hätte jedoch noch etwas länger ausfallen können. Mit nur einer Zugabe, die von dem Intro Ira Tenax eingeleitet wurde verabschiedete sich die Band um 21.45 Uhr schon vom Publikum.

Nun wurde die Bühne für Stratovarius freigeräumt und umgebaut. Gegen 22.10 Uhr begann dann noch ein kurzer Soundcheck, der sich auch bezahlt machte. Der Sound von Stratovarius war wesentlich klarer als der der beiden Bands davor.

Unter Begeisterungsstürmen betraten gegen 22.15 Uhr die Jungs um Mastermind Timo Tolkki die Bühne. Mit Pyrotechnischen Fontänen und Hunting High And Low heizte Stratovarius den Fans nochmal so richitig ein. Millenium, der Song, den ich auf Infinite eigentlich als den schwächsten ausgemacht hatte, zeigte sich als absoluter Dampfhammer. Manche Songs kommen Live einfach besser. Neben der musikalischen Vollbedienung hatte Stratovarius auch eine aufwendige und ausgeklügelte Bühnenshow zu bieten. Und mit Bühnenshow meine ich jetzt nicht Headbangen und auf der Bühne posen, nein. Die Songs wurden durch eine tolle Lightshow ummalt, die durch Pyrotechnische und Feuereffekte aufgepeppt wurde. Dazu kam noch daß bei einigen Songs auf die Leinwand am Bühnenende Filme oder Dias gezeigt wurden, die die Songs vertieften. So sah man bei Phönix ein Dia eines Vulkans, während das Licht sich im gelb-rotem Bereich hielt und gelegentlich Flammenfontänen vor der Bühne emporschossen. Einfach ein Genuss für Aug und Ohr. Der Sound war absolut genial und Timo Kotipelto begeisterte mit seinem Gesang. Es gibt nicht wirklich viele Sänger die es Live schaffen so zu singen wie im Studio. Timo jedoch gehört zu ihnen. Nach Infinity, dem wohl längsten Song im Set verliesen die Jungs die Bühne. Doch sie kamen ja zum Glück für 4 weitere Zugaben auf die Bühne, und sie hatten einige der besten Songs dafür aufgespart. S.O.S., Forever, Paradise und den Oberhammer Black Diamond. Stratovarius und das Publikum gaben nochmal richtig Gas. Und als die ersten Töne von Black Diamond ertönte, kam es zu einem riesen Jubelausbruch. Nach dem Set liest Timo Kotipelto das Publikum in Finnisch auf 4 zählen. daraufhin verneigte sich die Band und entschwand. Viele im Publikum hätten gerne noch mehr gesehen.
Nachdem Stratovarius nun wohl endlich zur Elite des Europäischen Metals gehören und ihr aktuelles Album auch in den Charts ganz weit nach oben vorgestoßen ist, lag ein hoher Erwartungsdruck auf ihnen. Dem konnten sie voll gerecht werden. Stratovarius erwiesen sich als absolut empfehlenswerte Liveband.

Redakteur:
Georg Weihrauch

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