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THEM, PECTORA - Hamburg

06.06.2017 | 19:40

18.05.2017, Bambi Galore

Das metallische Gruseltheater auf deutschen Bühnen!

Heute sollen drei Bands im Bambi Galore zu Hamburg gastieren, aber die lokalen Opener FIRE, die der eine oder andere Leser von unserem aktuellen Sampler her kennen sollte, sind leider aus gesundheitlichen Gründen nicht am Start. Gitarrist Jörg Düsedau lässt es sich aber nicht nehmen als Zuschauer anwesend zu sein. So spielt die dänische Truppe PECTORA ihren ersten Gig außerhalb ihrer Heimat als alleiniger Support für THEM auf. Die sympathische Truppe, die in Dänemark erst kürzlich vor FLOTSAM & JETSAM spielen durfte, scheint von den Anwesenden niemand zu kennen und so stehen etwa die Zuschauer gespannt vor der Bühne und harren der Dinge, die nun passieren werden. Die fünf Jungs geben von Beginn an Vollgas und sprühen nur so vor Spielfreude. Es wird gepost bis der Arzt kommt und vor allem Sänger Kenneth Jacobsen entpuppt sich schnell als Volltreffer. Der stets breit grinsende Bondschopf kann mit seiner kraftvollen Stimme sofort überzeugen und auch das Songmaterial weiß zu gefallen. Geboten wird abwechslungsreicher Heavy Metal der alten Schule, mit viel Augenmerk auf doppelläufige Gitarrenpassagen und feine Hooks. Damit fällt es dem Quintett nicht schwer allseits erfreute Gesichter zu erzeugen. Kein Wunder, wenn man einen rattenscharfen Song wie 'Burgeon Of Hate' im Gepäck hat. Dass man auch besinnlichere Töne anstimmen kann, belegt das melancholische 'Valley Of Tears', welches mein persönliches Highlight des kurzweiligen Auftritts ist. Die Demo-CD, die Vinyl-EP und das T-Shirt werden nach dem Konzert verhaftet und ich sehe erfreut, dass ich nicht der einzige bin, der diese Band unterstützt.


Nach einer kurzen Umbaupause steigt dann der Headliner THEM auf die Bühne. Wie erwartet wird das Material des einzigen Albums "Sweet Hollow" aufgeführt. Das bedeutet in diesem speziellen Fall, dass neben der Band noch einige Schauspieler zum Einsatz kommen, die die Charaktere der Story verkörpern. Wie ebenfalls erwartet, ist es nicht ganz einfach, so eine Aufführung auf der winzigen Bühne des Bambi Galore umzusetzen, aber – und ich nehme hier schon mal das optische Fazit vorweg – ich fühle mich bestens unterhalten und man hat auch den Eindruck, dass die Akteure sehr viel Spaß an Sache haben. Leider ist nicht die Besetzung des Albums mit an Bord, aber die Livemusikanten brauchen sich hinter den Studiomusikern nicht verstecken. So ist anstelle von Kevin Talley aktuell Angel Cotte am Schlagzeug zu bewundern. Der gute Mann hat vor einem knappen Monat das Keep-It-True-Festival demoliert, als er dort für DEMOLITION HAMMER den ultimativen Dampframmenbeat in die Felle geklöppelt hat. Es ist eine Freude, dem Herrn mal direkt auf die Finger schauen zu können. Man kommt aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Ebenfalls nicht mit von der Partie ist Basser Mike LePond, der von SEPTAGON-Tieftöner Alexander Palma sehr würdig vertreten wird.  Er spielt dort ja zusammen mit dem musikalischen Kopf von THEM: Gitarrist Markus Ulrich. Ich habe das große Glück direkt vor ihm stehen zu können und bin während des gesamten Konzertes verblüfft, wie schnell man ein Handgelenk bewegen kann. Es macht ja unterm Kopfhörer schon enorm viel Spaß "Sweet Hollow" anzuhören, aber zu sehen, wie diese Songs live umgesetzt werden, gibt der ganzen Angelegenheit noch eine weitere Dimension. Das blinde Verständnis mit Justin Zych und die Leichtigkeit, mit der beide Klampfer hier agieren, ist schon beeindruckend.


Es wird natürlich das komplette "Sweet Hollow"-Album gespielt und am Ende kommen wir in den Genuss eines neuen Songs, der ordentlich Appetit auf die Fortsetzung macht. Ein sehr gelungener Abend geht so viel zu schnell zu Ende und ich freue mich auf weitere Konzerte mit diesen Musikern.

Redakteur:
Holger Andrae

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