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THERION, ARKONA, COMA und SOUND STORM - Frankfurt

05.02.2014 | 20:30

22.12.2013, Batschkapp

Das große Tourfinale zum Jahresende!

Kurz vor den Feiertagen lädt die Band THERION zum Tourfinale in die Batschkapp ein. Diese ist, wer es noch nicht mitbekommen hat, erst kürzlich in eine neue Halle gezogen und um es kurz zu halten: Es ist definitiv eine Steigerung im Vergleich zu vorher. Es gibt es nun einen riesigen Raum, in den doppelt so viele Menschen hineinpassen und auch eine größere Bühne leistete sich der Club.

Der Startschuss fällt für den Abend mit der Band SOUND STORM. Diese junge Truppe lässt sich in das Genre Symphonic Power Metal einordnen und versucht sich durch die Nutzung von weiblichem Operngesang und fetzigen Gitarren hervorzuheben. Der Versuch misslingt allerdings.
Ein Grund könnte der schlechte Sound sein, denn sowohl Keyboard als auch Leadguitar sind akustisch einfach nicht erfahrbar. Und so lassen sich z.B. die Soli nur durch das Fingerspiel auf den Instrumenten erraten und das Schlagzeug übertönt das Ganze auch noch. Stimmlich passen Sänger und Sängerin eigentlich zusammen, doch nur wenn man Freund von Eunuchengesang ist. Von unten aus betrachtet wirken die Bewegungen beider Musiker etwas merkwürdig und passen sich der Dynamik der Songs teilweise überhaupt nicht an. Letzlich kommt keine wirkliche Stimmung auf und überzeugen kann man mich mit der Performance leider nicht.

Wenn man sich durch die unterschiedlichen Tourneen während des Jahres einmal durcharbeitet, empfinde ich manche Zusammenstellung als totalen Irrsinn. Man schlägt die Hände über dem Kopf zusammen und fragt sich, was die Promotionagenturen dabei gedacht haben, wenn sie Band X mit Y zusammen losschicken. In diesem Fall erlebe ich das bei COMA. Die Truppe bewegt sich zwischen Rock und Popmusik und spült die bereits angeschlagenden Ohren mit flauschigen, aber recht langweiligen Klängen. Optisch überragt der wortkarge Sänger in seinen rosa Clogschuhen. Während er in den Pausen einen relativ wachen Eindruck macht, verfällt er beim Anschlag der ersten Töne immer wieder in eine Art Trance. Dies zeigt sich besonders durch seine Tanzperformance, die irgendwo zwischen Ausdruckstanz und dem Zustand nach Genuss einer Flasche Schnaps einzuordnen ist.

Doch mit ARKONA gibt es endlich den ersten Lichtblick an diesem Abend! Aktuell hat man neben der aktuellen Live CD keine neues Material am Start, aber ein Mangel an Bühnenkrachern hat die russische Formation sicherlich nicht. Hoch motiviert und mit einem fetten Grinsen auf der Backe hüpft Sängerin Mascha energiegeladen auf die Bühne und hat in wenigen Sekunden das gesamte Publikum hinter sich. Man startet die knapp einstündige Show mit 'Az', um kurz darauf die Köpfe zu 'Arkaim' rollen zu lassen. Hinsichtlich des Sounds gibt es nichts zu beanstanden und nach dem eher schlechten Start geht es nun aufwärts. Mit 'Ot Serda K Nebu' kommt jetzt Schunkellaune auf, denn Mitsingen kann ja eh keiner. Auch wenn einige instrumentale Passagen vom Band kommen, werden die meisten Sachen live gespielt und man kann es sogar hören. Der häufige Fall bei Livedarbietungen so gearteter Bands, dass Flöten und ähnliche Instrumente untergehen, hat man hier zum Glück nicht. Spätestens zu 'Goi Rode Goi!' bricht das Eis vor der Bühne und die Meute kommt so richtig in Stimmung. Moshpits oder ähnliches bleiben zum Glück aus, aber dafür sieht man Haare fliegen. Nachdem mit 'Zaklyate' eine weitere schnelle Nummer ausgepackt wird, gibt es jetzt eine kurze Verschnaufpause. Wie bereits erwähnt ist diese Show für alle beteiligten Musiker die letzte für das Jahr 2013 und das schreit ja förmlich nach etwas Speziellem. Plötzlich kommen der Gitarrist und Bassist von THERION auf die Bühne und zocken mit ihren Kollegen eine Akustikversion von 'Goi Rode Goi!'. Es geht musikalisch wieder weiter rückwärts und man kramt mit 'Slavsya Rus´' einen weiteren Song aus dem "Ot Serdca K Nebu"-Album heraus. Wie also lässt man das Ganze nun enden? Genau mit dem Partylied überhaupt: 'Yarilo'! Sowohl das Publikum, als auch die Russen scheinen das Tanzbein herausgeholt zu haben und besonders Mascha und Gitarrist Wladimir geben "die Krabbe" zum Besten! Die Setlist ist vielleicht für eingefleischte Fans nicht die Krönung, aber insgesamt haben alle versammelten unglaublich viel Spaß.
Die Partyfraktion ist fertig und nun heißt es wieder zur Ruhe kommen. Genau das verspreche ich mir von THERION.

Nach der Erscheinung des Albums "Les Fleurs Du Mal" war es eine Überraschung für alle Fans gewesen, als die Band eine umfangreiche Tournee ankündigte. Das lag vor allem daran, dass Bandchef Christofer Johnsson wenige Monate zuvor noch von längerer Bühnenabstinenz sprach. Begründet wurde es mit der umfangreichen Arbeit an der Rock Oper, die ohne zeitlichen Rahmen gemacht wird, dass heißt, wenn es fünf Jahre oder mehr dauert, dann ist das eben so. Glücklicherweise hat man sich anders entschieden. Bereits im Vorfeld ist die grobe Einteilung der Setlist bekannt gewesen, schließlich feiert man gerade das 15-jährigen Jubiläum der Scheibe "Vovin". Schon fast selbstverständlich gibt es nun ein episches Intro zu hören, bevor das Sextett die Manege betritt. Optisch haben sich alle in Schale geworfen und so begeistern vor allem die Damen die Männerherzen. Zum Kontrast hat man sich für ein Schwarz gegen Weiß-Motiv entschieden und während Lori Lewis sich für schwindelerregend hohe Absatzschuhe und ein enges, elegantes Kleid entschieden hat, dass ihre weiblichen Attibute, sagen wir großzügig, in Form bringt, wählte ihre Kollegen eine Corsage und einen hellen Tüllrock dazu aus. Musikalisch wechseln sich die drei Sänger immer wieder ab, aber auch bei der Bühnenpräsenz darf jeder Mal im Mittelpunkt stehen, während der Rest der Band immer etwas im Hintergrund zu stehen scheint. Die Bewegungen sind allgemein etwas sparsam und nur die blonde Dame vollführt einige Drehungen und Tanzeinlagen, die wirklich reizend aussehen. So bewegt man sich zu Musik und nicht so steif wie die Kollegin von SOUND STORM.

Der erste Teil der Show endet und nun gibt es endlich erste Ausschnitte aus der Rockoper zu hören.
Zuvor erläutert Gitarrist Christofer Johnsson den groben Aufbau dieser Oper und das in sehr gutem Deutsch, auch wenn er versucht, vom Gegenteil zu überzeugen. Tja, musikalisch muss ich sagen, dass es jetzt nicht die großartige Offenbarung ist, die ich erwartet habe. Ruhiges Tempo, melodische Riffs und breitgefächerte Gesangseinlagen dominieren die Songs, quasi alles, was man schon kennt. Da ARKONA von ihren Kollegen besucht wurden, ist es keine Überraschung mehr, als Mascha und Wladimir auf einmal bei 'Flesh Of The God ' erscheinen. Musikalisch werden sie sich nicht einzubringen, aber als Backgroundtänzer machen sie eine gute Figur.

Der Abend neigt sich seinem Ende und so werden noch mit 'Invocation Of Naamah' und 'To Mega Therion' zwei Zugaben aus dem beliebten Album "Theli" gezockt. Die Fans wollen allerdings mehr und so endet dieses Konzert schließlich mit 'Lemuria'.

Redakteur:
Hang Mai Le

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