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THOMAS GODOJ - 13 Pfeile Tour - München

06.04.2019 | 08:36

21.03.2019, Backstage Club

Diese Pfeile treffen voll ins Herz!

Die Musik von THOMAS GODOJ hat sich in den letzten Jahren zu einer Konstante meiner Klangwahl entwickelt. Und zwar im Wohnzimmer genauso wie in der Konzerthalle. Ich hatte insbesondere zweimal die Ehre, von Thomas' treuesten Fans zu einem akustischen Wohnzimmerkonzert eingeladen zu werden. Das waren ganz besondere, intime Live-Erlebnisse und besonders dort war spürbar, was für ein Ausnahmesänger THOMAS GODOJ ist. Wenn seine kräftige, emotionale Stimme im kleinen Weinsaal schwebt, wird man ein ums andere Mal von Ehrfurcht ergriffen.

Jetzt ist aber wieder GODOJ mit Strom angesagt und es gibt auf die Mütze. Thomas hat sich musikalisch in den letzten Jahren, vor allem mit seinem aktuellen Werk "13 Pfeile", deutlich in Richtung hartem, modernen Rock bewegt und auch gesangstechnisch ein paar harsche Klänge mit in seine Musik eingebaut. Noch deutlicher wird diese Entwicklung heute Abend im münchner Backstage Club. Die Gitarren braten laut und kräftig, die Drums wuchten ein ordentliches Pfund. Und der Meister, mit Dreitagebart und seitlich ausrasierten Haaren, scheint ordentlich Wut im Bauch zu haben. Verständlich. Braun ist und bleibt: 'Keine Option'. GODOJs Hymne gegen Rassisten und völkisches Volk ist ein treibender Kracher, bei dem schonmal die Fetzen fliegen dürfen. Auch die zwei Pfeile 'Gladiatoren' und 'Galionsfigur' haben Dampf auf dem Kessel, eher es weit zurück in die Vergangenheit geht.

'Liebe zur Sonne' ist eines meiner großen GODOJ-Highlights, schon sensationell im Akustik-Format, im Vollband-Format mit langem Intro aber ein Volltreffer in die Magengrube! Und dann dieses 'Dächer einer ganzen Stadt', ein Song, der mir immer Gänsehaut verschafft, weil er einfach wunderbare Lyrics hat. Schwer zu erklären, was genau mich daran so sehr berührt, aber es ist einfach so. GODOJs Musik hat eben diese besondere Tiefe. "Ich kann ohne Musik nicht leben", sagt er, "und ich denke das geht wohl den meisten von Euch auch so". Mit dieser Ansage trifft THOMAS GODOJ ins Herz seiner Fans, bei denen er sich einmal mehr herzlich fürs Kommen bedankt.

Neben diesen netten Worten steht Thomas' heutige Show aber eindeutig unter dem Motto "Dampf abzulassen". Immer wieder baut Thomas Screams und Shouts ein, beim düsteren, selbstkasteienden 'Katharsis' sehe ich ihn sogar mit Corpsepaint und schwarzen Lederklamotten in der Rolle eines Extrem-Metal-Frontmanns á la Shagrath von DIMMU BORGIR. Aber ich denke, da geht meine Fantasie dann doch zu weit. Und um das zu kontern, bringt Thomas später mit 'Helden Gesucht' und 'Autopilot' auch noch ein paar Hits aus seiner kommerziell erfolgreicheren Zeit, die von den zahlreich anwesenden Fans der alten Tage lautstark mitgesungen werden. Es ist schon eine beeindruckende musikalische Bandbreite, die THOMAS GODOJ hier anbietet, und die seine Fans auch alle mitgehen. Es ist eine sehr familiäre Atmosphäre auf seinen Konzerten, bei denen der Bassist auch mal so mitten in der Show auf Toilette verschwinden kann und Thomas sich zur Überbrückung ein Bier bringen lässt.  

Für mich kommt mit 'Mundwerk' - sowohl lyrisch als auch kompositorischen ein Kunstwerk - nochmal ein Höhepunkt, und auch 'So Gewollt' ward in dieser Form noch nie gehört, mit Doublebass und gar Blasts am Ende!? Wow! Mal wieder ein super Konzert, das mit netten Konversationen mit bekannten Gesichtern endet.

Falls der GODOJ zufällig bei euch ums Eck spielt, geht hin. Die Tour läuft noch und die nächste kommt sicher wieder.

Ein großes Dankeschön geht an Julia Scheibeck (Junited.photography), die mir einige ihrer Fotos für den Bericht zur Verfügung gestellt hat.

Redakteur:
Thomas Becker

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