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TURISAS und STARKILL - Hamburg

24.03.2014 | 20:22

02.02.2014, Logo

Die Könige des selbst erfundenen Battle Metal geben sich die Ehre - als Headliner.

Lange hat die wachsende Fangemeinde der finnischen Bombast-Experten TURISAS darauf gewartet. Und nun endlich ist es soweit. Die geschminkten Wikinger gehen auf große Fahrt durch ganz Europa und können dem angereisten Publikum schließlich eine komplette Headliner-Show bieten.
Doch als Vorband macht sich zunächst STARKILL auf der Bühne breit. Die Melodic-Deather aus Chicago scheinen ein Auslandsjahr in Europa zu verbringen, waren sie doch auch schon bei AMORPHIS im Vorprogramm unterwegs. Diese Strategie scheint jedenfalls aufzugehen. Die Hamburger Zuschauer befüllen das kleine Logo schon recht ordentlich und heben kollektiv die Fäuste bei den Mitgrölkompatiblen Refrains. Während Bühnenpräsenz und Lidschatten optisch an CHILDREN OF BODOM erinnern, bewegt man sich musikalisch mit mancher Melodie schon gefährlich nah in ALESTORM-Gefilden und auch die stumpfen True-Metal-Texte (ein Song heißt doch tatsächlich 'Sword, Spear, Blood, Fire') missfallen mir enorm. Mensch, Leute: Es gibt doch so viele Bands, die besser ins Vorprogramm von TURISAS gepasst hätten. Und die hätten alle eine viel kürzere Anreise gehabt.
Zum Glück verlässt der US-Vierer nach 45 Minuten die Bühne und mach Platz für Spannung, Spiel und Spaß. Die finnischen Großmeister von TURISAS haben in den vergangenen Jahren Europas Bühnen vor allem in Form von großen Band-Paketen beackert, die mich alleine durch die Anzahl an Bands immer abgeschreckt haben. Wie viel schöner ist dann doch ein solcher Abend. Der kleine Club mitten in Hamburg ist bis oben hin gefüllt und wird immer wärmer. In gemütlicher Atmosphäre betreten die nordischen Krieger um Bandkopf und Sänger Warlord Nygård also die Bühne. Und gleich beim ersten Opener 'Ten More Miles' steht das Logo Kopf. Das ist allerdings auch kaum verwunderlich, ist doch genau dieser Song vom aktuellen Output "Turisas2013" ein ganz gehöriger Knaller. Der zweite Song des Abends ist 'Take The Day!' und damit nicht minder toll. Jeder wirkliche Fan der Band, der auch die neue, sehr symphonische und epische Ausrichtung der Finnen mag, singt, grölt, schreit lauthals mit und zaubert dem Hünen mit dem Mikrofon auf der Bühne ein fettes Grinsen ins Gesicht. Und spätestens mit dem anschließenden 'To Holmgard And Beyond' sitzen auch die Freunde der Frühphase mit im Boot. Spätestens jetzt hat jeder Anwesende eine meterdicke Gänsehaut. Ein solch monumentaler Song funktioniert eben nicht auf Festivals oder im Vorprogramm irgendwelcher Spaß-Folk-Bands.
Die Reise rückwärts durch die Diskographie wird natürlich mit dem vierten Song fortgesetzt. Überraschend ist dabei die Wahl des Liedes. Mit dem getragenen, erhabenen und experimentellen 'The Land Of Hope And Glory' hatte im Vorfeld wohl niemand gerechnet. Umso beeindruckender ist die Darbietung der Rot-Schwarzen auf der kleinen Bühne. Wer noch immer denkt, TURISAS sei eine Spaß-Kapelle ohne musikalischen Anspruch, sollte sich genau jetzt mal anhören, was der Fünfer wirklich drauf hat.
Und nicht nur musikalisch gibt die Band alles. Unter den Ledermänteln und der meterdicken Schminke geht die Band wirklich ans Limit. Das Hamburger Logo hat nämlich zur Hälfte des Auftritts schon schwindelerregende Hitze erreicht. Dass Violinist und Dauer-Lächler Olli Vänskä und der sturmgegerbte Gitarrist Jussi Wickström schon bald ihre Farbe verlieren, ist demnach auch zu verzeihen.
Die restliche Setliste bietet einen zufriedenstellenden Querschnitt aus allen Alben und bietet den jüngeren Fans auch noch genügend tanzfähige Rhythmen. Songs wie 'Rex Regi Rebellis' dürfen bei allem Einfallsreichtum nämlich genauso wenig fehlen wie das Ober-Epos 'Miklagard Overture'. Dabei ist durchaus erstaunlich, wie gut die vier Songs vom neuen Album ankommen, bot eben jenes Werk doch einen gehörigen Stilbruch. Die sympathische Band scheint aber, anders als befürchtet, alle Fans mit auf die Reise zu neuen Ufern genommen haben. Und solange das BONEY M-Cover 'Rasputin' am Ende gespielt und gefeiert wird, kann eh niemand böse sein.
Setlist: Ten More Miles, Take the Day!, To Holmgard and Beyond, The Land of Hope and Glory, Rex Regi Rebellis, For Your Own Good, Battle Metal, No Good Story Ever Starts With Drinking Tea, We Ride Together, Miklagard Overture, Encore: Stand Up and Fight, Rasputin
Lange hat die wachsende Fangemeinde der finnischen Bombast-Experten TURISAS darauf gewartet. Und nun ist es soweit. Die geschminkten Wikinger gehen unter dem Motto "We Ride Together" auf große Fahrt durch ganz Europa und können dem angereisten Publikum endlich eine komplette Headliner-Show bieten.
Doch als Vorband macht sich zunächst STARKILL auf der kleinen Bühne im Hamburger Logo breit. Die Melodic-Deather aus Chicago scheinen ein Auslandsjahr in Europa zu verbringen, waren sie doch auch schon im vergangenen Jahr bei AMORPHIS im Vorprogramm unterwegs. Die Strategie jedenfalls scheint aufzugehen. Die Hamburger Zuschauer füllen den kleinen Club schon recht ordentlich und heben kollektiv die Fäuste bei den mitgrölkompatiblen Refrains. Während Bühnenpräsenz und Lidschatten optisch an CHILDREN OF BODOM erinnern, bewegt man sich musikalisch mit mancher Melodie schon gefährlich nah an ALESTORM-Gefilden und auch die stumpfen True-Metal-Texte (ein Song heißt doch tatsächlich 'Sword, Spear, Blood, Fire') wissen nicht gerade zu überzeugen. Mensch, Leute: Es gibt doch so viele Bands, die gut ins Vorprogramm von TURISAS gepasst hätten. Da wäre die Anreise vermutlich auch kürzer.
Zum Glück verlässt der US-Vierer nach 45 Minuten die Bühne und macht Platz für Spannung, Spiel und Spaß. Die finnischen Großmeister von TURISAS haben in den vergangenen Jahren Europas Bühnen vor allem in Form von großen Band-Paketen beackert, die mich alleine schon durch die Anzahl an Bands immer abgeschreckt haben. Wie viel schöner ist dann doch der heutige Abend. Der kleine Laden mitten in Hamburg ist bis oben hin gefüllt und heizt sich langsam auf. In gemütlicher Atmosphäre betreten also die nordischen Krieger um Warlord und Sänger Mathias Nygård die Bühne. Und gleich beim ersten Opener 'Ten More Miles' steht das Logo Kopf. Das ist allerdings auch kaum verwunderlich, ist doch genau dieser Song vom aktuellen Output "Turisas2013" ein ganz gehöriger Knaller. Der zweite Song des Abends ist 'Take The Day!' und damit nicht minder famos. Jeder Fan der Band, der auch die neue, sehr symphonische und epische Ausrichtung der Finnen mag, singt, grölt, schreit lauthals mit und zaubert dem Hünen mit dem Mikrofon auf der Bühne ein fettes Grinsen ins Gesicht. Mit dem anschließenden 'To Holmgard And Beyond' sitzen nun auch die Freunde der Frühphase mit im Boot. Spätestens jetzt hat jeder Anwesende eine meterdicke Gänsehaut. Ein solch monumentaler Song funktioniert eben nicht auf Festivals oder im Vorprogramm irgendwelcher Spaß-Folk-Bands. Die Reise rückwärts durch die Diskographie wird natürlich mit dem vierten Song fortgesetzt. Überraschend ist dabei die Wahl des Liedes. Mit dem getragenen, erhabenen und experimentellen 'The Land Of Hope And Glory' hatte im Vorfeld wohl niemand gerechnet. Umso beeindruckender ist die Darbietung der Rot-Schwarzen auf der kleinen Bühne. Wer noch immer denkt, TURISAS sei eine reine Witz-Kapelle ohne musikalischen Anspruch, sollte sich genau jetzt mal anhören, was der Fünfer wirklich drauf hat.
Doch nicht nur musikalisch gibt die Band alles. Unter den Ledermänteln und der ebenso dicken Schminke geht die Band wirklich ans Limit. Das Hamburger Logo hat zur Hälfte des Auftritts schon eine beinahe schwindelerregende Hitze erreicht. Dass Violinist und Dauer-Lächler Olli Vänskä und der sturmgegerbte Gitarrist Jussi Wickström schon bald ihre Farbe verlieren, ist demnach auch zu verzeihen.
Die restliche Setlist bietet einen zufriedenstellenden Querschnitt aus allen Alben und bietet den jüngeren Fans zudem noch genügend tanzfähige Rhythmen. Songs wie 'Rex Regi Rebellis' dürfen bei aller Progressivheit nämlich genauso wenig fehlen wie der Ober-Epic 'Miklagard Overture'. Dabei ist durchaus erstaunlich, wie gut die vier Songs vom neuen Album ankommen, bot eben jenes Werk doch einen gehörigen Stilbruch. Die sympathische Band scheint aber, anders als befürchtet, alle Fans mit auf die Reise zu neuen Ufern genommen haben. Und solange das BONEY M-Cover 'Rasputin' am Ende gespielt und gefeiert wird, kann eh niemand böse sein. Die Hamburger Metallschaft ist sich heute darin einig, dass eine solche Tour dringend wiederholt werden muss. Nur vielleicht mit einer passenderen Vorband.
Setlist: Ten More Miles, Take the Day!, To Holmgard and Beyond, The Land of Hope and Glory, Rex Regi Rebellis, For Your Own Good, Battle Metal, No Good Story Ever Starts With Drinking Tea, We Ride Together, Miklagard Overture, Encore: Stand Up and Fight, Rasputin

Redakteur:
Marius Luehring

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