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The Haunted - Berlin

08.02.2009 | 22:47

05.02.2009, Magnet

Ich gebe zu, ich unterschlage bei diesem Konzertbericht den Headliner. Warum? Ganz einfach, weil er mich nicht interessiert. Es sind die ersten beiden Bands, die mich an diesem Donnerstagabend in den Berliner Club "Magnet" locken.

Ich gebe zu, ich unterschlage bei diesem Konzertbericht den Headliner. Warum? Ganz einfach, weil er mich nicht interessiert. Es sind die ersten beiden Bands, die mich an diesem Donnerstagabend in den Berliner Club "Magnet" locken. ALL THAT REMAINS bleiben da tatsächlich einfach übrig. Liegen auf der eingefahrenen Metalcore-Straße und werden dort von mir ignoriert. Schimpf und Schande dafür darf an mich persönlich gehen.

Der Vorteil liegt aber natürlich klar auf der Hand. So ein Konzertabend ohne Headliner ist zeitig zu Ende, was mir durchaus gelegen kommt. Den Anfang an diesem Abend im ausverkauften "Magnet" machen DEADLOCK, die mit "Manifesto" ein formidables neues Album eingespielt haben. Entsprechend selbstbewusst startet die Truppe mit dem Techno-Intro des aktuellen Albums, das von den Unwissenden mit deutlichem Staunen begutachtet wird. Der Übergang in 'Martyr To Science' ist dann einer der Höhepunkte auf dem Silberling, geht heute Abend aber im anfänglichen Soundmatsch unter. Das wird mit der Zeit aber etwas besser, auch wenn transparent immer noch anders ist. Dennoch wird der 25-minütige Gig ein voller Erfolg. Sabine singt gewohnt großartig, die Band ist agil und spielt mit 'Awakened By Sirens', 'The Brave/Agony Applause' und 'Code Of Honor' auch genau die richtigen Songs. Dass beim Techno-Part im abschließenden 'End Begins' die Stimmung am besten ist, zeigt auch die Toleranz des Publikums, das fröhlich mittanzt. Cooler Gig, der zu Recht mit "Zugabe!"-Rufen belohnt wird. Ich bin sicher, dass DEADLOCK weiter ihren Weg gehen werden.

THE HAUNTED sind da natürlich schon längst einen Schritt weiter, auch wenn sich Jensen im Interview mit mir nicht besonders glücklich mit der Situation in Deutschland zeigte. Dass sie zur ausverkauften Halle auch ihre Fans beigesteuert haben, zeigt aber der königliche Empfang, welcher dem Quintett bereitet wird. Zwar ist auch hier der Sound - wie meistens im "Magnet" - nicht wirklich überzeugend, doch mit Granaten der Marke 'Little Cage', 'Trenches', 'D. O. A.', 'Bury Your Dead', 'In Vain' oder 'All Against All' können die Schweden natürlich überhaupt nichts falsch machen. Im Mittelpunkt steht dabei deutlich Peter Dolving, der das Publikum von der ersten Sekunde an voll im Griff hat. Das wird am deutlichsten, als er das Publikum teilt wie einst Moses das rote Meer. Dass daraufhin ein wilder Moshpit entsteht, ist klar. Für eine Wall Of Death ist der Club dann doch zu klein. Doch auch seine Ansagen sind einfach großartig. Sei es die Nacherzählung des Traums, der uns den "Versus"-Hit 'Trenches' beschert hat oder die Begründung dafür, warum man als Musiker keine Groupies abschleppen kann ("There are up to 15 men in the bus the whole day. So, in the bus it smells like feet, like sweat and like ass."). Eine gewisse Wahrheit lässt sich darin sicher finden. Und auch sein Appell, dass man nicht dauerhaft mit Tough-Guy-Image und superbösem Blick durch die Welt laufen muss, erntet erstaunlich viel Beifall. Natürlich von grimmig schauenden Tough Guys, die sich in der Halle durchaus in der Überzahl befinden.

Bei Abrissbirnen wie 'Moronic Colossus', 'The Flood', '99' oder 'The Medication' fliegen Haare und wippen Nacken, dass es eine wahre Freude ist. Mit dem alles vernichtenden 'Hate Song' ist dann nach knapp einer Stunde Schluss. Natürlich zu früh, aber ich bin ja froh, dass THE HAUNTED überhaupt als Co-Headliner so lange spielen dürfen. Starker Gig, der mit einem besseren Sound absolut fantastisch gewesen wäre.

Als ALL THAT REMAINS die Bühne betreten, bin ich bereits auf dem Heimweg. Ein schmerzender Nacken ist alles, was bleibt. Und das ist gut so.

Redakteur:
Peter Kubaschk

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