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The Maine und Nevershoutnever! - Köln

23.03.2011 | 08:38

12.03.2011, Gloria Theater

Ein Haufen junger Mädchen und zwei Bands, welche in den USA nicht gerade unbekannt sind. Die Radiorocker von THE MAINE und die Szenehippies NEVERSHOUTNEVER! sind in Köln und spielen im ausverkauften Gloria Theater.

Das Gloria Theater in der Kölner Innenstadt ist eine der schönsten Konzertlocations, welche NRW zu bieten hat. Leider spielen aber zu wenige Rockbands in dieser Halle. Doch THE MAINE und NEVERSHOUTNEVER! verlegen ihr Konzert vom absolut schlechten Luxor in das Gloria Theater. Vor der Halle stehen hunderte Kids, meist weiblich und zwischen 13 und 16 Jahre alt. Da guckt der eine oder andere Passant natürlich schon mal etwas ungläubig. Doch was will man erwarten wenn zwei solcher Teenie-Lieblinge es endlich mal über den großen Teich schaffen? Und es wird ein Abend der Überraschungen.

Die erste Überraschung ist, dass NEVERSHOUTNEVER! heute als erstes die Bühne betreten. Die zweite folgt sofort: Nur Christopher Drew, Sänger und Gitarrist, und ein Drummer stehen auf der Bühne. Keine große Hippie-Bühnendeko mit Blumen oder sonstigen Pflanzen auf der Bühne und auch keine Band, wie auf der US-Tour. Überraschung Nummer drei ist, dass Drew keine Akustikgitarre wie auf den Platten spielt, sondern eine E-Gitarre. Und genau dies macht es schwierig, die Songs früh zu erkennen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Drums bei jedem Song zum Einsatz kommen – auf Platte ist die Percussion zurückhaltender.

Trotzdem wirken die Hits. Egal ob 'On The Bright Side', 'Coffee & Cigarettes' oder  'Cheatercheaterbestfriendeater'; NEVERSHOUTNEVER! verzaubern das Publikum, welches jeden Song mit tosendem Applaus und Gekreische belohnt. Der zierliche Drew gibt sich anfangs zwar noch schüchtern, doch taut schnell auf und beeindruckt die ersten Reihen mit Händeschütteln. Und wie im Flug vergehen die 45 Minuten Spielzeit des Duos. Auch wenn leider 'What Is Love?', 'Trampoline' oder 'Lucky' nicht gespielt werden. NEVERSHOUTNEVER! haben es geschafft, einem wirklich ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern.

Nach einer recht langen Umbaupause kommen dann THE MAINE auf die Bühne. Bereichert von einem Keyboarder gibt das eigentliche Quintett ordentlich Gas. Und da haben wir unsere vierte Überraschung, denn ich hätte THE MAINE absolut nicht dermaßen stark erwartet. Die Band legt sich ordentlich ins Zeug und scheint noch mehr bejubelt zu werden als NEVERSHOUTNEVER! vorher. Die Truppe liefert einen guten Querschnitt ihrer beiden Alben "Can’t Stop, Won’t Stop" und "Black & White". Hinzu kommen noch einzelne Songs von den EPs. Zwar habe ich auf ihr Cover von DEF LEPPARDs 'Pour Some Sugar One Me' gehofft, doch wird es leider nicht gespielt.

Egal, denn vor allem die Songs des Debütalbum kommen gut an. 'I Must Be Dreaming' und 'Into Your Arms' erzeugen wohlige Schauer, doch auch neue Songs wie 'Can’t Stop Now' oder 'Right Girl' werden abgefeiert. THE MAINE geben sich zudem sehr publikumsnah. Man witzelt herum, holt ein Mädchen auf die Bühne, das den letzten Refrain von 'Girls Do What They Want' anstimmen darf, und heizt die Kids zum lauten Mitsingen an, als ob man vor 10.000 Leuten spielen würde und nicht vor gerade einmal gut 600 samt Erziehungsberechtigten.
Nach knapp 70 Minuten ist Schluss mit dem Livedebüt der Band, bevor man noch stundenlang vor der Halle Autogramme gibt und mit den Fans redet.

Redakteur:
Sebastian Berning

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