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The Rock - Königstein bei Dresden

29.08.2008 | 11:59

23.08.2008, Festung

Eintägiges Festival mit Krieger, Lacrimas Profundere, Schandmaul und Apocalyptica

Wenn der Berg ruft, kommt die Rock-Gemeinde zusammen. Mit APOCALYPTICA und SCHANDMAUL als Headliner des diesjährigen "The Rock"-Festivals auf der Festung Königstein tat sie das auch besonders gern - bereits eine Stunde vor Beginn war es unmöglich, einen Parkplatz an der Festung zu bekommen.

Und die zeitige Anreise war auch nötig, denn schon pünktlich um 18:30 Uhr traten KRIEGER auf die Bühne. Die Dresdner Band spielte verträglichen Punk Rock, der als Einstieg für das Festival durchaus geeignet war. Leider waren die auf der Webseite versprochenen Blues-Elemente nicht sehr dominant, so dass Lieder wie 'Heimat' oder 'Wenn Du mich küsst' eher an eine Mischung aus den TOTEN HOSEN und RAMMSTEIN erinnerte, als wirklich zu überraschen.

Im Gegensatz dazu konnten LACRIMAS PROFUNDERE die Menge durchaus für sich begeistern. Die Band nutzte den Auftritt vor allem, um Lieder ihres neuen Albums "Songs For The Last View" zum Besten zu geben, das erstmals mit Roberto Vitacca als Sänger aufgenommen wurde. Seine dunkle und gefühlvolle Stimme, die ein wenig an Ville Valo erinnerte, bereicherte Lieder wie 'A Pearl', 'Sacrificial Lamb' oder 'Dear Amy' mit einem Sound, der sich nun zu Recht "Rock 'n' Sad" nennen darf.

Nach einer längeren Umbaupause, die von dem Gesang eines Tontechnikers bereichert wurde, war es pünktlich zur Prime Time Zeit für den ersten Headliner: Angekündigt durch ein mystisches Geschichten-Erzähler-Intro, betraten SCHANDMAUL die Bühne und starteten gleich mit dem Lied 'Wolfsmensch' vom neuen Album "Anderswelt". Aber auch bei Songs von älteren Alben, wie 'Herren der Winde', 'Leb!', 'Drachentöter' oder auch 'Lichtblick', konnte die Band begeistern. Die vielen Fans sangen pausenlos mit und bei 'Gebt Acht!' regte Sänger Thomas Lindner schließlich zum Sängerwettstreit zwischen Frauen und Männern an, dem das Publikum nur zu gerne folgte. Immer wieder begeisterten auch Anna Katharina Kränzlein an Violine und Drehleier sowie Dudelsack- und Flötenspielerin Birgit Muggenthaler-Schmack: Sie sprangen und tanzten auf der Bühne und ließen ahnen, dass auch die Band großen Spaß am Festival hatte. Den vorläufigen Abschluss brachte 'Walpurgisnacht', auf das noch zwei Zugaben folgten. Ein absoluter Höhepunkt war ohne Zweifel das Lied 'Dein Anblick', das durch den großen Chor des Publikums beendet wurde - Gänsehaut garantiert.

Wiederum war ein Umbau angebracht, auf einmal ging das Licht aus. Die Bühne wurde in Nebel gehüllt und durch allerlei Licht- und Toneffekte gelang der finnischen Band APOCALYPTICA ein nahezu pathetisches Intro, das durch die anhaltend gute Stimmung des Publikums getragen wurde. Begleitet wurden Eicca Toppinen, Paavo Lötjönen, Perttu Kivilaakso und Mikko Sirén (Schlagzeug) von Ex-Mitglied Antero Manninen, der gewohnt cool mit Sonnenbrille auf dem vierten Totenkopfstuhl platz nahm. Die Cello-Rocker machten ihrem Namen alle Ehre: Eine gut abgestimmte Mischung aus Liedern vom letzten Album "Worlds Collide" als auch einiger Erfolge älterer Alben ließen "The Rock" beben. Verglichen mit ihrem Auftritt letztes Jahr im Alten Schlachthof zu Dresden war der Ton wesentlich besser abgemischt, auch wenn das Schlagzeug noch ein wenig zurückgenommen werden könnte. Rockige Songs wie 'Fight Fire With Fire', 'Life Burns!' oder 'Last Hope' wechselten sich mit Balladen wie 'Bittersweet', 'Helden' oder 'Nothing Else Matters' ab, bei denen das Publikum gern auch die Texte der METALLICA- oder BOWIE-Cover lautstark mitsangen. Den Musikern wurde vom Spielen und (gleichzeitigem!) Headbangen schnell warm auf der Bühne und auch der ein oder andere Bogen wurde gewechselt. Leider war auch dieser letzte Auftritt beendet, und nach drei Zugaben, abschließend mit 'Hall Of The Mountain King', bei dem Paavo Lötjönen vergeblich Drummer Mikko Sirén dazu bewegen wollte, seine Schritte mit entsprechenden Taktschlägen zu begleiten, war das Festival nach etwa fünf Stunden auch schon wieder vorbei ... bis zum nächsten Jahr!
[Anja Lorenz]

Redakteur:
Klaus Bergmann

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