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Tuska Festival - Helsinki

13.07.2008 | 20:00

27.06.2008, Kaisaniemi

Finnland ist bekannt für seine ausgedehnte Metal- und Gothic-Szene. Egal, wann man nach Helsinki kommt, der Prozentsatz der in schwarz Gekleidedeten ist deutlich höher als in jeder deutschen Großstadt. Das alljährlich stattfindende Tuska-Festival hebt diesen Prozentsatz noch einem deutlich an, die Farbauswahl, die im Kaisaniemi-Park mitten in der Stadt sichtbar ist, kann definitiv an einer Hand abgezählt werden. Auch 2008 trafen sich Freunde der harten Musik wieder in der schönen Grünanlage mitten in der Stadt, um für ein Wochenende zu feiern. Dieses Mal sogar nicht nur für wie sonst immer drei, sonden sogar für vier Tage, denn am Vortag des eigentlichen Festivalbeginns ließen es sich ein paar Szene-Größen nicht nehmen, die bereits aufgebaute Bühne für ihre Zwecke zu gebrauchen.

Donnerstag, 26.06.

Nur drei Bands sollten auf dem Vor-Event auftreten, die erste davon EPICA aus den Niederlanden. Die Jungs und ihre rothaarige Sängerin betreten nach einem Intro die Bühne und legen sofort los. Leider nicht nur sie, sondern auch der sinnflutartige Regen, der langsam aber sicher in Hagel übergeht und die wartenden Fans bis auf die Knochen durchnässt. Grund genug für mich, mir EPICA nicht anzuschauen, sondern mich ins Trockene zu retten. Lieder wie 'Cry For The Moon' kann man trotzdem noch zumindest ansatzweise vernehmen. Böse Zungen im Backstage behaupten, es würde nur regnen, weil der Wettermann Simones Stimme nicht ausstehen könne. Wer weiß, wer weiß. Gewöhnungsbedürftig ist sie allemal, doch das beeinträchtigt natürlich nicht, dass die junge Dame eine sympathische Bühnenpräsenz hat und zudem noch hübsch anzuschauen ist.

Hübsch anzuschauen ist defintiv auch Tomi Joutsen, der mit seiner Band AMORPHIS nach einer kurzen Umbaupause als nächstes die Bühne betritt. Der Regen hat sich gelegt, kehrt allerdings während des Sets der Finnen zweimal kurz zurück. Trotzdem scheint die Sonne, was für nicht nur einen sondern gleich vier Regenbogen sorgt. Sehr Metal ist das natürlich nicht, aber trotzdem toll. Auch die Band selbst spielt wieder einmal einen super Gig, in dem sie aktuelle Hits wie 'Silent Waters' mit alten Favourites wie 'Alone' vermischen. Tomi schüttelt wie immer seine noch länger gewordenen Dreadlocks, und auch der Rest der Mannen hat sichtbare Freude an dem Auftritt. Zum Schluss gibt es natürlich noch 'House Of Sleep', dann verlässt die Combo leider auch schon wieder die Bühne.

Platz also für NIGHTWISH, die wie immer mit 'Bye Bye Beautiful' ihr Set eröffnen. Die eingesetzten Pyros schinden zwar bei dem strahlenden Sonnenschein, der mittlerweile eingesetzt hat, keinen Eindruck, aber immerhin werden die duchnässten Fans in der ersten Reihe wieder trocken. Sängerin Anette sieht im Blümchenkleid zwar eher nach schwedischem Mittsommer als nach Metal-Lady aus, überzeugt aber stimmlich sowohl bei neueren Liedern wie 'Amaranth' als auch bei Stücken wie 'Dead To The World', die eigentlich Vorgängerin Tarja auf den Leib geschneidert waren. Neben 'The Islander' erhält Marco dieses Mal mit 'While Your Lips Are Still Red' ein weiteres wunderschönes Solo, das für Gänsehaut sorgt. Die finnischen Fans danken ihren Idolen für eine perfekte Songauswahl (die dieses Mal nicht den Überhit 'Wishmaster' beinhaltet - danke, NIGHTWISH!) mit einem Enthusuasmus, der von den anderen Festival-Scharen schwer zu toppen sein dürfte.

Redakteur:
Ricarda Schwoebel

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