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U.D.O. / SILENT FORCE - Pirmasens

08.05.2002 | 06:15

02.05.2002, Quasimoto

Wieder einmal ein Metal-Konzert im Pirmasenser Quasimoto. Auch dieses Mal hat der Club die idealen Voraussetzungen in jeder Hinsicht geschaffen für ein tolles Konzerterlebnis. So langsam kommen die Betreiber des Quasimoto an Offenbacher Hafenbahn-ähnliche Verhältnisse heran (was jetzt die Häufigkeit von solchen Konzerten angeht). Hoffentlich geht ihnen nicht die Puste aus.

Den Abend durften die vom Udo-Label Breaker gesignten CYBERIA eröffnen. Harte, geile Power-Riffs von 2 Gitarren, ein drückender Bass, gute teils power-melodisch-röhrige (Lead-Sänger Paul Dahlmann) teils death-mäßige Gesänge (Gitarrist Oliver Lux), gute Backings (Manu Manzek) und ein Super-Sound. So kann man, denke ich mal, ihren Sound charakterisieren. Sie wussten die vorne stehenden Banger und im Laufe des Sets auch die dahinter stehenden mit ihren einfachen, eingängigen und mitsingbaren Kompositionen zu begeistern. Die knappe Dreiviertelstunde kann die Band vollends als Erfolg verbuchen. Einziger Kritikpunkt ist nach wie vor (bei AXXIS durften sie ja schon mal eröffnen) das zwar vom Sound her fette, aber doch sterile Schlagzeug, das direkt von der Festplatte kommt. Die Keyboarderin Manu Manzek, die auch die Computer zu bedienen hat, macht dies allerdings, rein optisch gesehen, durch Ihr Headbanging mit Ihren ultralangen Haaren wett, so dass die "Metal-Credibility“ noch gewahrt bleibt. Gespielt wurde nur Material von ihrer ersten CD. Wer mehr über CYBERIA wissen will, findet dies im Internet unter www.cyberia.de.

Setlist:
1. Addicted To Warfare
2. Bloodbrothers
3. Ministry Of T.E.C.H.
4. Rumours
5. 2000 Years
6. 100 Ways
7. Since I Loved You
8. Digital Heroes

Danach waren SILENT FORCE an der Reihe. Diese haben einen Monat zuvor auch schon mal im Quasimoto gastiert, allerdings als Headliner. Da diese Konzert-Kritik auch online ist, versuch ich mich hier etwas kürzer zu fassen. Es gab nämlich keine gewaltigen Unterschiede in der Präsentation. Weil es das vorletzte Konzert ihrer ausgedehnten Tour war, hatte natürlich Sangesgott D.C. Cooper am meisten mit seiner Stimme zu kämpfen, wenn er die Töne zwischen Bauch- und Kopfstimme treffen wollte. Aber das meisterte er so, dass es wohl den meisten Besuchern gar nicht aufgefallen ist. Er ist halt einfach ein Profi. Da kann man es ihm auch nicht übel nehmen, wenn er manchmal wie eine Diva über die Bühne stolziert. Die Songs kamen wie gewohnt professionell rüber. Diesmal wurde auch der Rockhard-Hit „Wie mast juhs se Pauehr“, der aufgrund seines doch sehr banalen Refrains nicht bei allen meinen Freunden anklang findet, nicht ausgelassen (natürlich sehr zur “Freude“ dieser Freunde –da freuen sich doch die Freunde, daß sie diese Freude nicht teilen mußten /MetalS). Für das Ende von diesem ebenfalls knapp dreiviertelstündigen Gig musste einmal mehr das “noch nie gespielte“ “You´ve Got Another Thing Comin´“ von JUDAS PRIEST herhalten. Das wurde allerdings überraschenderweise durch das Gesangs-Intro von „All Guns Blazing“ eingeleitet. Man war wohl schätzungsweise etwas in Zeitdruck geraten und konnte so diesen Song nicht ausspielen. Macht aber nix.

Setlist (aus dem Gedächtnis, 1 Song fehlt wohl):
1. Intro
2. Fall Into Oblivion
3. Gladiators
4. Last In Line
5. Empire Of Future
6. We Must Use The Power
7. Infatuator
8. You´ve Got Another Thing Comin´

Klarer und verdienter Headliner dieses Abends waren UDO. Diese Band lässt keine Sehnsucht nach ACCEPT aufkommen, denn UDO sind mehr ACCEPT als es ACCEPT zuletzt selbst waren (war das verständlich? –einwandfrei!/MetalS). Die letzte Scheibe “Man&Machine“ konnte wieder voll und ganz überzeugen, so dass das Song-Niveau vom ersten bis zum letzten gehalten werden konnte. Natürlich stechen gerade für mich solche Perlen wie “Metal Heart“, “Princess Of The Dawn“, “Living For Tonight“, “Fast As A Shark“ oder “Balls To The Wall“ besonders heraus und versetzen einem ein richtiges Gänsehaut-Feeling. Der Sound war sehr hart und laut, powervoll, trotzdem differenziert – Heavy Metal eben. Da ich bei Udo selbst keine Ohrenstöpsel gesehen hab, wundert es mich, dass dieses Urgestein bei dieser allabendlichen Lautstärke überhaupt noch hören kann. Udo ist natürlich wieder in seiner Army-Verkleidung aufgetreten, hatte allerdings nur am Anfang (bei den ersten 2 Songs) eine seltsame metallische Verkabelung vom Kopf ausgehend (wahrscheinlich um den aktuellen Albumtitel auch optisch rüber zu bringen). Lorenzo Milani´s Drum-Set war vom allerfeinsten, gerade für HM-Anhänger. Drei Bass-Drums, massig Toms (u.a. auch die langen Röhren-Teile), eine Erhöhung und das übliche – eine Riesenschießbude eben. 12 4*12“ Marshall-Boxen an der Wand aufgebaut, taten für den Sound Ihr übriges. Man kam sich zeitweise in die 80iger zurückversetzt vor. Udos Stimme ist das jahrelange Touren usw. kaum anzuhören, die Songs klingen wie früher. Auch Stephan Kaufmann ist ein sehr fähiger sicherer Gitarrist (auch wenn ich persönlich bei den Soli von “Metal Heart“ und “Princess Of The Dawn“ die virtuosen Läufe eines Wolf Hoffmann vermisst habe). Die Stimmung war gigantisch, der ganze Club hat gekocht und Udo konnte selbst die Leute überzeugen, die ihn bisher noch nicht gesehen bzw. gehört haben (z.B. die Freunde, die vorher noch den Eintrittspreis von 16 € als zu hoch empfanden).
Ich persönlich hätte mir natürlich noch ein paar UDO-Killer wie “Kick In The Face“ oder “Heart Of Gold“ gewünscht. Und warum das Stück, welches einer amerikanischen US-Metal-Band sowie dem Label von UDO den Namen gegeben hat, gefehlt hat, wissen die Götter. Trotzdem bin ich wunschlos glücklich mit meinen Freunden nach diesem geilen Metal-Konzert nach Hause geheizt.
Ach ja, die T-Shirt- (bis 15 €) bzw. CD-Preise (8-13 €) waren auch sehr human. Das ist ja nicht selbstverständlich.


Setlist:
Man & Machine
Private Eye
Metal Heart
Midnight Highway
Animal Instinct
Living For Tonight
Drum Solo
Network NM
Princess Of The Dawn
In The Darkness
Hard Attack
Animal House
Balls To The Wall
---------------------------
Holy
Screaming For A Lovebite
---------------------------
I´m A Rebel
Fast As A Shark

[Bericht: Tilmann Ruby, Fotos: Dominic Mieves]

Redakteur:
Tilmann Ruby

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