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Up From The Ground - Gemünden am Main

18.09.2007 | 16:27

24.08.2007, Festivalgelände

DISASTER KFW

Zu für Festival-Verhältnisse recht früher Stunde spielen DISASTER KFW auf. Die deutsche Band enpuppt sich als wuchtige Death/Grind-Combo, die gelegentlich wie eine weniger aggressive Variante von DYING FETUS klingt. Schätzungsweise 500 Leute sind aufgeschlagen, um sich den Auftritt der Band anzusehen. Die Sonne brennt um die Mittagszeit herum (trotz schätzungweise "nur" 24 Grad) schon ganz gehörig. Die Band, bei der der Schlagzeuger unter anderem growlt und brüllt, müht sich redlich. Die Publikumsreaktionen sind leider eher bescheiden. Insgesamt legt die Band einen ordentlichen, wenn auch nicht gerade spektakulären Gig auf die Bretter. Death/Grind-Geschosse wie 'Todeskrieg' und 'Kill All Humans' sind zur Einstimmung auf den Festivaltag allemal gut.
[Martin Loga]

EVOCATION

Die Schweden EVOCATION hatten Anfang der Neunziger ein Demo am Start und verschwanden dann auch schon wieder von der Bildfläche. Im Jahr 2006 fand sich die Band dann wieder zusammen, veröffentlichte ein Demo und 2007 dann das erste Album "Tales From The Tomb". Auf dem UFTG machen EVOCATION eine ganz gute Figur und holzen sich eine halbe Stunde lang mit ordentlich Schmackes durch eine ganze Litanei an meist gutklassigen Schwedentod-Geschossen. Die Frage "Are you horny?" von Frontgrunzer Thomas Josefsson und die nachfolgende Aussage "Not as horny as we are" sorgen für Gelächter. Insgesamt eine tadellose Performance der Herren aus Sverige.
[Martin Loga]

SCAR SYMMETRY

SCAR SYMMETRY aus Schweden haben heute die schwere Aufgabe, ultramelodische Songs in das sonst eher brutale Billing zu schießen, und diese meistern sie mit Bravour. Zwar ist der Sound mal wieder grottenschlecht und verdirbt einiges an der Freude, die man sonst während einem so gut gelungenen Gig haben könnte, doch vor allem Sänger Christian beweist wieder, dass er singen kann. Und auch wenn er hier und da noch einige holprige Stellen in seinen Vocals hat (bei dem Matschsound aber kein Wunder), so bin ich dieses Mal sehr positiv von seinem Gesang überrascht! Die Band post wie eh und je, die Stimmung ist bestens, und bei 'The Illusionist' singen alle noch einmal kräftig mit. Das nächste Mal bitte dem Soundmenschen, der da am Werk ist, die Ohren waschen, dann kann nichts mehr schiefgehen!
[Caroline Traitler]

EQUILIBRIUM

Etwas verspätet infolge der Umbaupause entert die Band EQUILIBRIUM aus Starnberg bei München die Bühne. Die Pagan/Viking-Band mit gemäßigten Black-Metal-Einflüssen, deren Sound etwas an ENSIFERUM erinnert, zeigt sich routiniert, aber gleichermaßen auch sehr motiviert. Bei strahlendem Sonnenschein beschallen EQUILIBRIUM Gemünden mit oft schnellen und kraftvollen Hymnen. Sänger Helge Stang ist nach drei Songs irgendwie schon etwas aus der Puste, aber die Band hält die Pausen kurz und gibt weiterhin Gas. Zwischendrin wirft man selbst abgefüllten Met ins Publikum. Danke, Leute, der ist superlecker ;). EQUILIBRIUM treffen den Nerv des Publikums und erhalten sehr gute Publikumsreaktionen. Ein astreiner Auftritt, der Spaß macht.
[Martin Loga]

SABBAT (UK)

Bereits auf dem letzten KEEP IT TRUE-Festival im April 2007 und auf dem W:O:A im August 2007 beeindruckten die Briten SABBAT. Auch auf dem UFTG wird die Band mit tosendem Applaus von zahlreichen Bangern begrüßt. Der charismatische Frontmann Martin Walkyier macht seine Bühnenansagen ausschließlich in recht akzentfreiem Deutsch. Schon nach dem ersten Track 'A Cautionary Tale' ist eins klar: Die (leider nur für einige Konzerte) reformierten Thrasher können hier nur einen Siegeszug antreten. Als sich Shouter Martin Walkyier auf der Bühne ein Bier mit den Worten "Hau weg, die Scheiße" genehmigt, dürfte der sympathische Frontmann auch den letzten Festivalbesucher in positiver Art und Weise auf SABBAT aufmerksam gemacht haben. Später ruft er dazu auf, ein klares Signal gegen Hass und Faschismus zu setzen und dagegen zu kämpfen. SABBAT zocken flugs 'Behind The Crooked Cross', das verdammt präzise und kraftvoll daherbrettert. Die tollen Fanreaktionen laufen der Band gut rein, und der Frontmann ruft immer wieder "Habt ihr Spaß?" ins Publikum. Und ob wir den haben! Später meint er in diesem Zusammenhang: "Ja, ja, ihr Deutschen seid immer gut drauf. Und immer besoffen." In dieser spielerischen Form, wie sich die Band in Gemünden zeigt, können sich SABBAT gerne dauerhaft reformieren und ein neues Album einspielen. Ich harre derweil der Dinge, die da kommen mögen, und denke gerne an einen sehr starken Auftritt von SABBAT beim UP FROM THE GROUND zurück, der viel Spaß gemacht hat.
[Martin Loga]

Setlist:
A Cautionary Tale
Hosanna In Excelsis
The Clerical Conspiracy
Behind The Crooked Cross
Do Dark Horses Dream Of Nightmares?
For Those Who Died
The Church Bizarre

SONIC SYNDICATE

Etwas gespannt war ich doch, was diese von Nuclear Blast gecasteten Shooting-Stars so können. Ein bisschen melodischer Schweden-Death soll's sein, ein bisschen moderner Sound, zwei Sänger, 'ne Frau am Bass - eine Mischung, die eigentlich recht interessant klingt, aber leider an der Tatsache scheitert, dass die Band dermaßen null Charisma auf der Bühne ausstrahlt, dass man spätestens nach dem zweiten Song kopfschüttelnd davonrennen will - vor allem nach so einem Killer-Auftritt von SABBAT! Und ja, eigentlich ist es auch fast schon dreist, SONIC SYNDICATE nach den Thrash-Urgesteinen spielen zu lassen. Und auch wenn ich jedem Newcomer eine Chance gebe, so muss ich mich bei SONIC SYNDICATE einfach fragen, wie die zu ihrem Plattenvertrag gekommen sind. Es gibt tausend Underground-Bands da draußen, die mindestens genauso gut sind. Aber so ist das eben, und den jungen Fans scheint's zumindest zu gefallen. Vielleicht bin ich für diese Art von Musik einfach nur zu alt, oder vielleicht ist der tausendste IN FLAMES-Klon einfach nur langweilig in meinen Ohren. "SONIC SYNDICATE machen H&M-Metal", beschreibt das ein Kollege treffend, und dem ist nichts hinzuzufügen. Die Nächsten bitte!
[Caroline Traitler]

KRISIUN

Die wahrscheinlich am weitesten zum UFTG gereisten Musiker dürften die Brasilianer von KRISIUN sein. Die drei Brüder starten ihren Set mit dem ultrabrutalen 'Vicious Wrath', das keine Gefangenen macht. Boah, was für eine Intensität!!! Binnen kürzester Zeit dürfte jedem der Anwesenden klar sein - ob man KRISIUN nun mag oder nicht -, dass hier eine der technisch versiertesten und brutalsten Death-Metal-Bands überhaupt aufspielt. Der Sound zertrümmert einem regelrecht das Trommelfell - im positiven Sinne, denn er ist transparent, mächtig. Danke auch an den Soundmann für diese Abfahrt. Teile des Publikums scheinen ob der brasilianischen Urgewalt dieses dreiköpfigen Vernichtungskommandos überfordert zu sein, und man sieht nicht selten ungläubiges Staunen in den Gesichtern der Festivalbesucher, während vorne einige Maniacs derart abgehen, als gäbe es kein Morgen. Sänger und Bassist Moyses Kolesne hat sichtlich Spaß an den überwiegend ziemlich guten Fanreaktionen und betont, dass KRISIUN Freaks und "fucking underground" und den weiten Weg aus Brasilien angereist seien, um hier in Deutschland zu spielen. Weitere Death-Monster vom Kaliber 'Bloodcraft' und 'Refusal' folgen. Gegen Ende der Show folgt mit 'In League With Satan' ein für den KRISIUN-Sound cool adaptiertes VENOM-Cover, das ordentlich Arsch tritt. KRISIUN verlassen unter ordentlichem Applaus die Bühne. Ein Killer-Auftritt!
[Martin Loga]

Setlist (unvollständig):
Vicious Wrath
Murderer
Refusal
Slaying Fate
Hatred Inherit
Bloodcraft
Apocalyptic Victory
In League with Satan (VENOM-Cover)

ILLDISPOSED

Da DYING FETUS leider aufgrund von offenbar unprofessionellem Verhalten (Nichteinhaltung von Vorgaben) des Tourveranstalters der Band zwei Wochen vor dem UFTG vom Billing gestrichen weden mussten, war ein adäquater Ersatz ausfindig zu machen. Die Dänen ILLDISPOSED kommen daher zum Zug und zocken ihren mittlerweile dritten Auftritt beim UFTG. Sänger Bo Summer kommuniziert wieder ausschließlich auf Deutsch und sorgt mit markigen Sprüchen für gute Stimmung. Kostprobe gefällig? "DYING FETUS - wir sehen zehnmal besser aus als die! Frag dein Freundin!" Auch ARCH ENEMY bekommen ihr Fett weg: "... Nachher kommen die Schweden [er meint ARCH ENEMY]. Die sind noch viel swuler als wir!" Musikalisch überzeugen ILLISPOSED ohne Abstriche. Besonders ältere Tracks wie 'There's Something Rotten' flexen vorzüglich über das Festivalgelände. Allerorts sieht man Haare durch die Luft wirbeln, und das Publikum hat sichtlich Spaß am Auftritt der Dänen. Mit Abstrichen ein an und für sich recht guter Ersatz für DYING FETUS. Hoffentlich darf dieses Death/Grind-Kommando nächstes Jahr dann anrücken!
[Martin Loga]

ARCH ENEMY

Die Headliner des Freitags, ARCH ENEMY, entern fast pünktlich um kurz nach halb zwölf die Bühne. Die Schweden mit ihrer deutschen Sängerin Angela Gossow und den beiden Amott-Brüdern an den Gitarren lassen nichts anbrennen. Kracher des Kalibers 'Dead Eyes See No Future' oder 'My Apocalypse' zünden richtig gut. Der Sound ist allerdings etwas schlechter als noch bei ILLDISPOSED. Mit dem brutalen 'Blood Is On Your Hands' spielen ARCH ENEMY auch noch einen Song vom kommenden Studioalbum "Rise Of The Tyrants", der wohlwollend vom Publikum aufgenommen wird. Frontfrau Angela Gossow erweist sich bewegungsmäßig als echter Aktivposten. Sie kommt ausdrucksstark und aggressiv daher - sowohl stimmlich als auch von ihrer Bühnepräsenz her. Sie kommunziert prächtig mit den Tausenden Bangern und pusht das Publikum. 'We Will Rise' weiß jedoch live nicht so recht zu gefallen. Gerade der Keyboardsound klingt doch reichlich gewöhnungbedürftig. Mit dem saucoolen 'Savage Messiah' folgt dann noch einmal ein echter Höhepunkt. Am Ende der Show wird die Band mit fleißigem Händeklatschen verabschiedet. Sauberer Auftritt!
[Martin Loga]

Redakteur:
Martin Loga

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