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Xandria - Heidelberg

31.01.2006 | 00:03

18.01.2006, Schwimmbad Club

Als ich erfuhr, dass XANDRIA im Rahmen ihrer "India-Tour", den Schwimmbad-Musik-Club in Heidelberg ansteuern, war ich sofort Feuer und Flamme, denn die Gothic-Metaller zählen zu meinen liebsten Live-Acts. Pünktlich zum Einlass um 20 Uhr in Heidelberg angekommen, musste ich leider feststellen, dass an der Kasse keine Gästeliste lag. Hineingekommen bin ich aber trotzdem, weshalb ich mich noch einmal recht herzlich bei der Crew des Schwimmbad-Clubs bedanken möchte.

Ein paar Drinks später, so gegen 21.15 Uhr, fingen dann SEELENZORN, die Vorband, an zu spielen. Die Auswahl der Support-Acts scheint nicht so die Sache von XANDRIA zu sein. Bei der letzten Tour waren ENTWINE und LAB schon ziemlich schlecht, aber SEELENZORN war sogar noch eine Klasse mieser.
Die Band, ein Local-Support, trat mit drei (!) Sängern, zwei (merkwürdigen) Tänzerinnen und einem Gitarristen an. Die restliche Musik kam vom Band. Langweilige Gothic-Songs, pseudo-cooles Gehabe und unterirdische Ansagen wie "Willkommen im Schwimmbad-Club! Habt ihr eure Badesachen dabei?" ließen die Stimmung schnell auf dem Nullpunkt ankommen.
Einzig der Gitarrist konnte sich mit einigen amtlichen Riffs positiv auszeichnen.
Als Indiz für die Stimmung mag folgender Sachverhalt herhalten: Als einer der Sänger bei einem langsameren Song die Zuhörer aufforderte, Feuerzeuge hoch zu halten, fanden ganze zwei Stück den Weg in die Höhe, von denen eines gleich wieder ausging. Nach geschlagenen 45 Minuten war dann endlich Schluss!
Diese Vorstellung war umso ärgerlicher, wenn man sich vor Augen führt, dass XANDRIA bei einigen anderen Gigs dieser Tour von richtig guten Bands, wie zum Beispiel VISIONS OF ATLANTIS, supportet wird.

Nach einer kurzen Umbauphase fing dann um 22.15 Uhr endlich das lange ersehnte Intro zu 'India' an. Nach dem ersten Schock, nämlich dass Frontfrau Lisa von roten auf schwarze Haare umgestiegen ist, geht aber gleich richtig die Post ab. Die Herren Middelhauve (Bass), Heubaum und Restemeier (Gitarren) sowie Drummer Gerit zeigen gleich, was sie drauf haben und dröhnen deutlich härter als auf Silikon, so dass die Stimmung gleich von Null auf Hundert steigt. Nach dem Titelsong des letzten Albums folgt dann ebenfalls von diesem 'Now & Forever'. Die Setlist ist sehr ausgewogen ausgewählt, da keines der drei bisherigen Alben zu kurz kommt. Neben den Musikern an den Instrumenten hat auch Sängerin Lisa einen klasse Tag erwischt, auch wenn bei 'India', und nur bei diesem, speziell in den Höhen ein, zwei schiefe Töne dabei waren. Aber es gilt: Lieber mal ein kleiner Fehler als Playback! Zumal sie dafür bei den tiefen Gesangspassagen umso mehr überzeugt und bei Songs, bei denen solche vorkommen, wie 'Black And Silver', 'Snow-White' oder 'Black Flame' einfach richtig genial klingt. Wenn man sie bei 'Snow-White' hört, der für mich sowieso der beste Live-Song von XANDRIA ist, bringt man die Stimme gar nicht mit der Platte in Verbindung. Wie Lisa bei diesem Stück auf einmal in bester Angela Gossow(ARCH ENEMY)-Manier losrotzt, ist wirklich beeindruckend.
Auch bei XANDRIA kann der Feuerzeugtest als Stimmungsbarometer genommen werden, denn als auch Frau Middelhauve das Publikum bittet, bei 'Eversleeping' Feuerzeuge hoch zu halten, weil ihr der Song so viel bedeutet, bleiben nur wenige Hände ohne ein solches.
Als dann die Band nach 'Return To India' die Bühne verlässt, ist jedem sofort klar, dass das noch nicht alles gewesen sein kann. Schließlich wurde 'Ravenheart' noch nicht gespielt.
Und zum Glück werden wir nicht enttäuscht, denn kaum sind die Fünf von der Bühne runter, kommen sie auch schon wieder zurück, und die Anfangsmelodie ihres bisher größten Hits erklingt aus den Boxen. Als sie dann mit 'Black Flame' gleich noch einmal ordentlich nachgelegt haben, ist um 23.55 Uhr, nach über hundert Spielminuten, das Konzert vorbei, und alle können hochzufrieden nach Hause gehen.

XANDRIA muss man sich Live einfach anschauen bzw. anhören, denn sie sind wirklich klasse. Schade, dass das leider nur bis zu den knapp 140 Besuchern vorgedrungen ist. Ich hoffe, es werden beim nächsten Mal mehr. Ich werde auf jeden Fall darunter sein.

Setlist:
India
Now & Forever
Mermaids
Some Like It Cold
Widescreen
Black And Silver
Ginger
Drown In Me
Kill The Sun
The End Of Every Story
Answer
My Scarlet Name
Fire Of Universe
Eversleeping
Fight Me
The Lioness
Back To River
In Love With The Darkness
Snow-White
Isis/Osiris
Return To India
---
Ravenheart
Black Flame

Redakteur:
Martin Schneider

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