Count Raven - Storm Warning (Re-Release)
- Intro: Count Raven
- Inam Naudemina
- True Revelation
- In The Name Of Rock'n'Roll
- Sometimes A Great Nation
- Within The Gardens Of Mirrors
- A Devastating Age
- How Can It Be
- Social Warfare
- High Beliefs (Bonustrack)
- Frightened Eyes Never Die (Bonustrack)
Mehr über Count Raven
Review
Review von Rüdiger Stehle
Die Geschichte der Rabengrafen, Teil I:
Die Band wurde bereits in den frühen Achtzigern von Sänger und Gitarrist Dan 'Fodde' Fondelius, und Bassist Tommy 'Wilbur' Eriksson unter dem Namen STORMWARNING gegründet und nach der Verstärkung mit Sänger Christian 'Chritte' Lindersson und Schlagzeuger Christer 'Renfield' Pettersson im Jahre 1986 in COUNT RAVEN umbenannt. Nach zwei Demos kam es 1990 zu einem Deal mit dem Doomlabel Hellhound Records aus Berlin und zu den Aufnahmen zum Debütalbum, das nach dem einstigen Bandnamen "Storm Warning" getauft werden sollte. Das Album schlug mit seiner deutlich spürbaren BLACK SABBATH-Schlagseite, dem zähen Ultra-Heavy-Sound und dem leicht an Ozzy Osbourne erinnernden Gesang von Chritte ein wie eine Bombe. Dies galt um so mehr in einer Zeit als Meister Iommi mit Tony Martin arbeitete und der Madman himself immer poppiger zu werden schien. Die Schweden waren einfach zur richtigen Zeit mit dem richtigen Sound zur Stelle. Vielleicht nicht, um den großen kommerziellen Erfolg zu haben (der war ihnen leider nie vergönnt), aber um sich in den Herzen der treuen Doomfans den Status einer unsterblichen Legende zu sichern.
"Storm Warning" ist aber auch ein mächtiges Album. Schon das düstre Intro mit dem krächzenden Raben beschwört vor dem inneren Auge verregnete Moorlandschaften im Dämmerlicht herauf und schafft so die richtige Stimmung für eine Stunde Doom der Sonderklasse. Schon der Opener 'Inam Naudemina' ist einer der größten Genreklassiker, den COUNT RAVEN auch heute noch immer live bringen und das folgende 'True Revelation' steht dem in nichts nach. Besonders hervorzuheben ist aber vor allem auch 'Sometimes A Great Nation', welches das einzige Stück auf dem Debüt ist, dem Dan Fondelius seine Stimme leiht. Dan ist stilistisch vielleicht noch ein bisschen näher an Ozzy, doch dieser Song belegt, welch unglaublichen Tiefgang und welche Emotionalität sein Gesang hat. Vergleicht man beide Sänger, wirkt es auf mich in etwa so als würde Chritte sich bemühen nach Ozzy zu klingen, während Foddes Stimme mehr den Eindruck einer sehr natürlichen Ähnlichkeit erweckt. Chrittes Leistung in allen Ehren, doch wenn ich dieses Stück mit dem Rest des Albums vergleiche, dann stelle ich fest, dass Foddes Entscheidung auf den künftigen Alben alle Vocals zu übernehmen goldrichtig war. Es passt einfach keiner besser zu COUNT RAVEN als er. Dennoch schmälert dies die Größe des vorliegenden Albums in keiner Weise. Es enthält keinerlei Ausfälle, dafür aber mit 'A Devastating Age' und vor allem dem Rausschmeißer 'Social Warfare' noch zwei echte Überflieger.
Wenn ich daran denke, wie lange und verzweifelt ich einst nach dieser verschollenen Doom-Perle suchen musste, gebührt Cyclone Empire großer Dank dafür, dass endlich für eine angemessene Wiederveröffentlichung gesorgt wurde. Diese unterscheidet sich vom Original zunächst durch ein sehr druckvolles Remastering vom Achim Köhler, das den ursprünglichen Charme des Werkes unangetastet lässt, es aber dennoch in gänzlich neuem Glanz erstrahlen lässt. Dazu gibt es als Bonustracks zum einen 'High Belief', den einzigen bisher komplett unveröffentlichten Song vom 1989er Debüt-Demo, und zum anderen mit 'Frightened Eyes Never Lie' ein ebenfalls bisher unveröffentlichtes Stück vom zweiten Demo "Indignus Famulus". Diese Stücke erscheinen ebenfalls in gutem Sound und sind auch ansonsten keine uninteressante B-Ware, sondern brauchen den Vergleich mit dem regulären Album nicht zu scheuen. Das Coverartwork an sich ist zwar minimal unschärfer als beim Original, doch das fällt nur beim sehr genauen Hinsehen auf. Dafür ist das zwölfseitige Booklet wirklich sehr üppig ausgestattet und enthält neben allen Lyrics sehr ausführliche und informative Linernotes von Jochen Fopp (MIRROR OF DECEPTION, "Doom Shall Rise"-Festival) und von Schlagzeuger Renfield. Dazu kommen rare alte Fotos und Scans von Flyern, Zeitungsartikeln und alten Rezensionen in der Fachpresse. Alles in allem eine perfekte Neuauflage eines wegweisenden Debütalbums. Wer auf klassischen Doom steht und das Album noch nicht besitzt, der muss hier einfach zuschlagen und auch wer schon die Hellhound-Pressung besitzt, dürfte sich schwer tun bei den gebotenen Extras zu widerstehen.
(... Fortsetzung folgt ...)
Anspieltipps: Inam Naudemina, True Revelation, Sometimes A Great Nation, A Devastating Age, Social Warfare
Note: -
Rüdiger Stehle, 16.11.2005




















