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Review
Review von Björn Backes
Folk, Jazz, Fusion, Klassik, Power Metal, Prog Rock; es ist ein buntes Sammelsurium, bei dem schon auf den ersten Blick das Chaos vorprogrammiert scheint. Allerdings sind die Musiker von GUERNICA bei der Kombination der verschiedenen Einheiten schon recht erfahren und lösen diesen Job auch ohne große Verwirrung, leider aber auch auf eine sehr sperrige Art und Weise, die dem Hörer selbst bei erhöhter Konzentration den Zugang zu den zehn neuen Kompositionen unheimlich erschwert.
Was der Band dabei primär versagt bleibt, ist das Herausbilden einer eigenen Identität; das Gesamtbild ist zwar unheimlich bunt und voller Inspiration, doch bleibt die Musik trotz allem recht gesichtslos. Außerdem ist die Darbietung manchmal auch ein wenig unmotiviert. Ich will zwar nicht behaupten, die Band wäre bei den Aufnahmen gelangweilt gewesen, aber der Transfer der Stimmung, die man auf "Guernica" vermitteln möchte, ist an eigenen Stellen erheblich gestört. Es besteht eine Art Kommunikationsgrenze, die verhindert, dass der Hörer sich zu einer intensiveren Auseinandersetzung mit den Songs bereit erklärt, selbst wenn er möchte. Ab und an werden ein paar Melodien eingestreut, aber das ist dann irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes, sondern es sind nur nette Ansätze, welche die dringend ersuchte Auflockerung aber dennoch nicht bewirken. Und so zieht sich das gesamte Album behäbig und schleichend dahin und hinterlässt bis zur letzten Sekunde nur wenige bleibende Eindrücke. Bis auf den, dass die Musiker an ihren Instrumenten nicht schlecht sind, aber es irgendwie nicht hinbekommen, dies auch beim Songwriting umzusetzen. Schade ums Talent, aber "Guernica" scheitert letztendlich an den viel zu sperrigen Songs.
Anspieltipps: Respiro Di Noia, Adrenocromo
Note: -
Björn Backes, 1.10.2006





















