Jon Oliva's Pain - Tage Mahal
- The Dark
- People Say - Gimme Some Hell
- Guardian Of Forever
- Slipping Away
- Walk Alone
- The Non Sensible Ravings Of The Lunatic Mind
- No Escape
- Father, Son, Holy Ghost
- All The Time
- Nowhere To Run
- Pain
- Outside The Door
- Fly Away
Mehr über Jon Oliva's Pain
Review
Review von Alex Straka
Die Musik ist natürlich allererste Sahne. Ich weiß gar nicht, ob der gute Jon schon jemals schlechte Songs geschrieben hat. Aber auf "`Tage Mahal" vereint er einige Großtaten, die ich so nicht mehr von ihm erwartet hatte. Das sehr atmosphärische, teils an 'Strange Wings', teils an 'Jesus Saves' erinnernde, textlich zahlreiche SAVATAGE-Klassiker zitierende 'People Say – Gimme Some Hell' zum Beispiel löst eine sehr groovige Strophe in einem wahrhaft großen Refrain auf, der im Gegensatz zum "neuen" SAVATAGE-Bombast nicht in 480-köpfigen Chören ersaufen muss, um Intensität zu erzielen. 'Guardian Of Forever' klingt anfangs mal wieder richtig böse und man meint doch tatsächlich, den seligen Chris Oliva an der Axt zu hören. Überhaupt ist die Leistung von Matt LaPorte, Chris Kinder, Kevin Rothney und John Zahner gar nicht hoch genug zu bewerten, da die Jungs locker vergessen machen, dass es sich bei "`Tage Mahal" nicht um die neue SAVATAGE handelt. Zumal auch Ur-Drummer Steve Wacholz bei 'No Escape' und 'Nowhere To Run' ein Gastspiel gibt.
Was ich schon ewige Zeiten bei den Göttern aus Florida vermisse, ist die seit Chris' Tod immer mehr geschrumpfte Epik in den SAVATAGE-Songs (ich meine nicht die Chöre!), was ich jetzt einfach mal ganz frech am Einfluss Paul O´Neills festmache. Denn kaum ist der nicht am Songwriting und Arrangementprozess beteiligt, zaubert Jon Oliva Breitwandsongs wie eben jenes 'Guardian Of Forever' aus dem Hut, das im Verlauf ganz, ganz großes Metalkino aufbietet. 'Slipping Away' klingt, als wäre es ein neu eingespielter "Streets"-Klassiker, 'Walk Alone' wäre auf "Edge Of Thorns" eines der besten Stücke gewesen und das extrem fette 'The Nonsensible Ravings Of The Lunatic Mind' glänzt wieder mit den heißgeliebten Stockbetonungen und exakt getimtem Drumming. Und das Ende des Songs, gesegnet mit einem mehrminütigen, wahnsinnigen Massengelächter auf einem Gitarrensolo, jagt mit seiner Intensität einige Gänsehäute über das Gerippe.
Auch der Gesang von Mr. Oliva gibt keinen Grund zur Sorge. Hat mich sein letzter Versuch "Poets & Madmen" nicht wirklich begeistert, klingt der symphatische Dicke auf "`Tage Mahal" wieder, wie ich es liebe. Mal dreckig und roh, dann wieder einfühlsam und emotionsgeladen. Zu guter Letzt seien noch die Growerqualitäten der Scheibe erwähnt. Einmal hören reicht bei "`Tage Mahal" definitiv nicht, um die Details auch nur ansatzweise zu erfassen. Die Scheibe wächst und wächst, auch weil sie zu offensichtliche Trallalla-Melodien komplett außenvor lässt.
Bleibt schlussendlich eine Aufforderung meinerseits an alle jene, die sich SAVATAGE-Jünger schimpfen, "`Tage Mahal" zu klemmen. Unterstützt Jon dabei, den SAVA-Geist weiterleben zu lassen. Auch wenn "`Tage Mahal" ein Soloalbum ist, ist es die beste SAVATAGE seit "Streets"!
Anspieltipps: The Dark, Guardians Of Forever, The Nonsensible Ravings Of The Lunatic Mind, No Escape, Nowhere To Run, Pain
Note: -
Alex Straka, 14.12.2004




















