Psychotic Waltz - A Social Grace
- And The Devil Cried
- Halo Of Thorns
- Another Prophet Song
- Succesor
- In This Place
- I Remember
- Sleeping Dogs
- I Of The Storm
- A Psychotic Waltz
- Only In A Dream
- Spiral Tower
- Strange
- Nothing
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Review
Review von Holger Andrae
Ein gutes Jahr später und endloses Hören der besagten vier Songs kam die frohe Botschaft über einen Longplayer des kalifornischen Fünfers. "A Social Grace", so der Titel dieses immer fesselnden Emotionswirbels, erschien zuerst nur auf dem bandeigenen Sub Sonic Label, bevor sich Rising Sun Records erbarmten und ihn bei uns veröffentlichten.
12 Songs und ein kurzes Instrumental - 'Sleeping Dogs' - lang verzaubern uns PSYCHOTIC WALTZ auf diesem Trip mit poetischen Weisheiten, die, verpackt in atmosphärisch dichte, aber spielerisch federleicht klingende Songgerüste, im Kopf des Zuhörers zu Bildern werden.
Es ist sehr schwer solch gefühlsbetonte Musik in Worte zu kleiden, also erwähne ich mal die bandeigenen Einflüsse als Richtlinie: BLACK SABBATH, KING CRIMSON und JETHRO TULL. Und genau die Mischung aus meist eher schleppenden Beats, völlig wahnsinnig klingenden Gitarrenfiguren und folkloristischen Melodien beschreibt die hier gebotene Musik recht gut. In erster Linie deuten diese Vorbilder aber an, daß es für PSYCHOTIC WALTZ eigentlich keine kompositorischen Limits gab. Sie waren offen für jedes vermeintlich stilfremde Element. So kommt bei 'Another Prophet Song' urplötzlich ein schwebender Keyboardpart daher und bei 'I Remember' verzückt uns Multitalent, Bandphilosoph und Sänger Buddy Lackey mit einem Querflöteneinsatz, der dem eines Ian Anderson (JETHRO TULL) gerecht wird. Diese Halbballade ist im Laufe der Zeit zu so einer Art Bandhymne geworden und sorgte bei jedem Konzert für reihenweise Gänsehaut. Im krassen Gegensatz zu solch verträumten Nummern rasiert uns der Fünfer am Ende des Albums mit 'Strange' - der Titel sagt alles - und 'Nothing' mit völlig irrwitziger Rhythmik den Schädel ab. Unglaublich was die Herren Klampfer Dan Rock/Brian McAlpin hier abliefern. Vor allem zweiteres, welches bedrohlich düster beginnt, bricht plötzlich in ein wahres Inferno aus. Hier kann man das chamäleonartige Organ von Buddy Lackey bewundern, der mit einer unvergleichlichen Leichtigkeit alle Emotionsschwankungen der Musik stimmlich umzusetzen versteht. Angreifend, aggressiv, dann wieder traurig, anklagend, beschwörend oder einfach nur verträumt. Ein wahrer Poet, der seine schrägen Gedanken gekonnt in Lyrics verwandelt und zum Glück für eine Weile mit Musikern zusammen arbeiten konnte, die diese dann auch noch adäquat vertonen konnten.
Schade, daß diese Band aufgrund diverser Unstimmigkeiten schon nach vier Alben und unzähligen Tourneen - auf der Bühne waren sie NOCH besser! - getrennte Wege gehen wollten.
Auf Dan Rocks' Soloalben, die unter dem Projektnamen DARK STAR erschienen sind, kann man zumindest manchmal diese herrliche Gitarrenarbeit vernehmen, wobei man natürlich schmerzlich die Stimme des Meisters vermisst. Trotzdem ebenfalls eine Anschaffung wert.
Anspieltipps: Halo Of Thorns; I Remember;, Strange; Nothing
Note: 10.0 / 10
Holger Andrae, 29.1.2002




















