top banner 150
side banner 152

FUOCO FATUO: Interview mit Ignazio/Angelo

01.01.1970 | 01:00

FUOCO FATUO stammen aus Italien und spielen melodischen Power Metal. Das Besondere an dieser Band ist jedoch, dass sie in keine der abgenutzten Italo-Metal-Schubladen passen will, da sie sich weder in progressiveren Frickeleien noch in gängigem Epic-Hollywood-Bombast verstrickt. Grund genug also, einmal mit der italienischen Underground-Band in Kontakt zu treten, um den Jungs einige Fakten über das Leben in der italienischen Metalszene zu entlocken. Mit Ignazio und Angelo traf ich dabei auf zwei äußerst sympathische, redselige aber vor allem optimistische Gesprächspartner:


Björn:
Hallo, alles klar?

Ignazio/Angelo:
Hallo Björn! Hier sind Ignazio und Angelo von FUOCO FATUO. Wie geht`s dir, mein Freund? Bei uns ist alles in Ordnung.

Björn:
Ich denke mal, die meisten Leute, die dieses Interview hier lesen, kennen FUOCO FATUO noch gar nicht. Könntest du vielleicht mal einen kurzen Überblick über die bisherige Bandgeschichte geben?

Ignazio:
FUOCO FATUO wurden Ende 1999 gegründet. Giangabriele und ich entschlossen uns, eine Band zu starten und begannen zusammen zu spielen. Zunächst war es eine Art Nebenprojekt, aber als wir das Material, was wir geschrieben hatten, betrachteten, befanden wir es für gut genug um uns vollständig FUOCO FATUO zu widmen. Von allen anderen Jobs befreit, holten wir uns Angelo als Sänger und Giuseppe als Keyboarder an Bord, sprich das Line-up von "Tenebra`s Dream". Zusammen erarbeiteten wir die Basis für diese Platte.

Angelo:
Ich erinnere mich noch, dass der erste Song, den ich sang, `Aces High´ war. Ich war ziemlich nervös, aber nach wenigen Minuten sah ich, dass Ignazio und Gianga mich ansahen und lachten. Sie waren so verdammt ruhig. Also gab ich mein Bestes und später umarmten sie mich. Ich war der neue Sänger von FUOCO FATUO! YEEAAHH!

Björn:
Welche Bedeutung steckt denn hinter dem Namen FUOCO FATUO?

Ignazio:
FUOCO FATUO ist eine Art Symbol, welches das Leben nach dem Tod ausdrückt. Daher betrachten wir die Musik von FUOCO FATUO als eine Art ewig währende Kunst.

Björn:
Vor kurzer Zeit habe ich eure Debüt-CD "Tenebra`s Dream" bekommen. Was könnt ihr mir über diese Scheibe erzählen?

Angelo:
"Tenebra`s Dream" ist unser erstes Album und wir sind wirklich sehr zufrieden damit. Es enthält sechs großartige Musikstücke und hat bisher nur positive Reaktionen hervorgerufen. Seit August 2002 haben wir mehr als 500 Exemplare verkaufen können, und das ist gar nicht mal so schlecht, wenn man bedenkt, dass wir es selbst produziert und vertrieben haben.

Björn:
Seid ihr denn zwei Jahre später immer noch zufrieden mit dem Material von "Tenebra`s Dream" oder würdet ihr aus heutiger Sicht etwas ändern wollen?

Ignazio:
Es gibt schon einige wenige Veränderungen, die ich gerne vornehmen würde, aber wirklich nur ganz wenige. Wie auch immer, "Tenebra`s Dream" drückt genau das aus, was wir erreichen wollten, und das ist uns sehr wichtig. Ich denke, es klingt echt fantastisch, und ja, wir sind sehr zufrieden.

Björn:
Bei "Tenebra`s Dream" handelt es sich ja um ein Konzeptalbum. Worum geht es in der Geschichte dieses Albums?

Ignazio:
Das Konzept von “Tenebra`s Dream” basiert auf der Geschichte eines Mannes, der mehr über seine eigene Existenz in Erfahrung bringen möchte. Er hinterfragt ständig, warum er sich so unvollkommen und schmutzig behandelt fühlt. Er ist nicht in der Lage, mit seinen Ängsten und der damit verbundenen Traurigkeit zu leben, weshalb er eine dunkle Seite namens Tenebra kreiert. Es ist eine Art Double, auf dem er all seine Probleme abladen kann, nur um sich frei zu fühlen. Er möchte diese dunkle Seite zerstören, doch dafür müsste er sich als Opfer seinen negativen Gefühlen aussetzen. So füttert er dieses Tenebra immer nur noch weiter, ohne jemals freizukommen. Keiner von uns kann Tenebra entfliehen, da es sich in unserem tiefsten Inneren befindet. Wir sind Tenebra und Tenebra ist in uns; der Traum gehört beiden Seiten an.
Während der sechs Kompositionen agieren wir als eine Art von Geschichtenerzählern, welche die Geschichte der Menschheit erzählen.

Björn:
Schreibt ihr eigentlich auch schon neues Material?

Angelo:
Ja, wir befinden uns gerade in den "Maze Of Steel"-Studios, wo wir an unserem neuen Album "Of Light And Dark" arbeiten. Es sind insgesamt nur zwei eigene Tracks und einige Coverstücke... Aber es klingt schon jetzt verdammt heavy!

Björn:
Wann können wir denn mit neuem Stoff rechnen?

Ignazio:
Sehr bald, Björn. In einigen Tagen wirst du unseren ersten Track `Messiah´ empfangen. Nimm dich also in Acht, mein Freund...

Björn:
In Italien gibt es mittlerweile zahlreiche Melodic-Metal-Bands, von denen ein Großteil gerade mal durchschnittlich ist. Warum gehört ihr nicht zu dieser Second-Hand-Spezies?

Angelo:
Oh, das ist ganz einfach. Wir haben schon viele Jahre lang Heavy Power Metal gespielt, bevor der große Boom eingetreten ist. Und das, obwohl wir als Band noch nicht einmal existierten. Wir sind anders, da wir an Metal glauben und es nicht als einen dummen Trend abtun; für uns ist es eine Lebenseinstellung! Ich bin nicht Joey DeMaio, ich möchte nicht über Poser in der Heavy-Metal-Szene reden, aber wir haben Power, genau das, und das heißt nicht einfach nur Power Metal, wir sind nämlich mehr. Wir vermitteln pure Power und deswegen sind wir auch anders als der Rest. Heavy Metal rules!

Björn:
Wie würdet ihr denn eure Musik charakterisieren?

Angelo:
Hm, ich weiß nicht. Es ist Metal und so soll es sein, hahaha!

Björn:
Wie lautet eure Meinung über die italienische Metalszene im Allgemeinen?

Angelo:
Hier in Italien sind einige großartige Bands, und darauf sind wir auch sehr stolz. Das einzige, was ich nicht mag, ist, dass es hier eine Menge RHAPSODY-Kopien gibt und ich denke, das ist nicht gut für die Szene. Scheiße nochmal, seid doch einfach ihr selbst, Leute, versucht nicht jemand anders zu sein. Eure Musik ist ein Teil von euch und wenn ihr versucht, wie jemand anders zu sein, dann müsst ihr euch doch leer fühlen! Das ist meine kleine Empfehlung an all diejenigen, die gerade anfangen diese Musik zu spielen. Seht in euch selbst hinein und ihr werdet das Unendliche entdecken!

Björn:
Gibt es einige Bands, die ihr weiterempfehlen könntet?

Ignazio:
Ja, eine, die über alles geht. Sie nennt sich ANCESTRAL und ist verdammt stark. Sie spielen Power Metal nach guter deutscher Machart – verdammt kraftvoll!

Björn:
Kennt ihr die Vorurteile über die italienische Szene, die besagen, dass jede zweite Band ein zweitklassiger RHAPSODY-Klon ist?

Angelo:
Manchmal trifft das zu, manchmal aber auch nicht. Aber ich stimme Ignazio zu, wenn er sagt, dass hier zu viele RHAPSODY-Kopien sind.

Björn:
Habt ihr selber auch schon derartige Vorurteile spüren müssen?

Ignazio:
Bisher noch nicht und ich hoffe, dies wird nie geschehen. Das würde jedenfalls verdammt unberechtigt sein, findest du nicht?

Björn:
Wie hat denn die internationale Presse auf euer Debüt reagiert? Waren die Reaktionen ähnlich begeistert wie die meine?

Angelo:
Ja, niemand hat schlecht über "Tenebra`s Dream" geredet. Dies ist wahrscheinlich so, weil die meisten Leute die Musik von FUOCO FATUO verstehen oder zumindest versuchen sie zu begreifen. Es gibt immer wieder einige Details, die man selbst nach mehrfachem Hören noch entdecken kann und ich finde, das ist wirklich fantastisch.

Björn:
Reden wir einmal über Liveshows. Habt ihr da schon einige Erfahrungen sammeln können?

Ignazio:
Wir haben schon einige Festivals hier in Italien gespielt. 2002 haben wir auf dem Metalagno zusammen mit CENTURION, ARTHEMIS und einigen anderen großen Namen gespielt. Danach haben wir mit den Aufnahmen des neuen Materials begonnen und seitdem nicht mehr live gespielt.

Björn:
Was ist euch denn lieber: live spielen oder im Studio aufnehmen?

Angelo:
Natürlich spielen wir lieber live, obwohl das Aufnehmen der neuen Songs auch jede Menge Spaß macht.

Björn:
Gibt es schon Pläne für anstehende Livekonzerte?

Ignazio:
Nach “Of Light And Dark” werden wir Zeit für “Wings Of Tears” haben, welcher unser eigentlicher neuer Release sein wird. Keine Covers, nur 8-9 Kompositionen, wie sie nur von FUOCO FATUO stammen können. Ich verspreche, dass es verdammt großartig sein wird, die perfekte Mischung aus Leidenschaft und Power. Später werden wir auch wieder live spielen und hoffen auch, schon bald ein deutsches Publikum vor uns zu sehen.

Björn:
Falls ihr eine Band aussuchen dürftet, die ihr als Support begleiten könntet, wer würde das sein?

Angelo:
IRON MAIDEN (ein Traum), BLIND GUARDIAN (ein Traum?), SYMPHONY X (ein Traum??), ANNIHILATOR (ähem...)

Ignazio:
IRON MAIDEN, BLIND GUARDIAN, MANOWAR, ICED EARTH, HELLOWEEN und viele andere. Aber es ist ein schöner Traum, der uns weiterhin motiviert. Haha!

Björn:
Welche Bands habt ihr denn bisher schon live erlebt und was hat euch dabei am meisten gefallen?

Ignazio:
Ich habe IRON MAIDEN schon sieben Mal (zweimal mit Blaze Bailey) gesehen. Außerdem zweimal SLAYER und noch SEPULTURA, HELLOWEEN, CRADLE OF FILTH und viele andere. Dann war ich auch noch zweimal auf dem Gods Of Metal Festival.

Angelo:
IRON MAIDEN habe ich viermal live gesehen, aber zum Glück kein Mal mit Blaze. Dazu kommen CRADLE OF FILTH (mag ich nicht besonders), OZZY OSBOURNE (zu geil), MEGADETH und das Monsters Of Rock 1991.

Björn:
Ihr kennt ja sicherlich das Wacken Open Air hier in Deutschland. Seid ihr jemals da gewesen?

Ignazio:
Scheiße, ich bin noch nie in Wacken gewesen. Aber ich möchte dorthin. Es ist wie der Himmel auf Erden für jeden Metalhead.

Angelo:
Nächstes Jahr werden wir da sein.

Björn:
Ich bin im Jahre 2002 beim Gods Of Metal Festival in Mailand gewesen und ich muss sagen, dass ich echt von der Euphorie der italienischen Fans begeistert war. Rasten die Leute bei euch immer so aus?

Angelo:
Das italienische Publikum ist jedes Mal fantastisch. Wir lieben Metal und für uns ist es ein tolles Erlebnis, Festivals wie das Gods Of Metal zu besuchen. Und bei Bands wie MAIDEN, GUARDIAN und MANOWAR flippen hier alle total aus...

Björn:
Glaubst du, dass FUOCO FATUO dort eines Tages auch mal spielen werden?

Ignazio:
Oh, das wäre unglaublich. Wir arbeiten daran..., um irgendwann Headliner zu sein, haha!

Björn:
Was passiert denn im Leben von FUOCO FATUO als nächstes?

Angelo:
Nichts Besonderes. FUOCO FATUO leben für den Moment und wir werden alles dafür tun, um mit unserer Musik so lange wie möglich weiterzumachen. Natürlich, wenn ich zurückblicke muss ich sagen, dass wir bis heute eine tolle Zeit hatten und sehr zufrieden sind. Aber das Wichtigste ist, dass man sich stets weiterentwickelt!

Björn:
OK, damit wären wir am Ende angekommen. Vielen Dank für dieses Interview und ich hoffe mal, wir werden uns schon bald in einem deutschen Konzertsall auf ein Bierchen treffen...

Ignazio:
Vielen Dank, Björn. Es war uns eine Ehre, ein Interview mit Powermetal.de zu machen. Ich hoffe, dich und all die großartigen deutschen Metalheads sehr bald zu treffen. Wir werden unser Möglichstes tun, um alsbald in eurem wunderschönen Land zu spielen

Björn:
Habt ihr noch etwas zu sagen?

Angelo:
Danke für eure Unterstützung, Freunde. Falls ihr mit uns in Kontakt treten möchtet, würden wir uns darüber freuen. Wir antworten garantiert. Ihr seid die Größten!

Ignazio:
Egal was ihr tut, unterstützt True Metal, auf CD oder auf irgendwelchen Webseiten. Heavy Metal rules on and on!

Angelo und Ignazio:
FUOCO FATUO rules on. Powergods of steel forever in the realm of light. Bye brother!

Redakteur:
Björn Backes

Login

Neu registrieren

Wir verwenden Cookies, um unsere Website besser gestalten und verbessern zu können. Diese nutzen wir unter anderem für die Reichweitenmessung und zu Marketing- und Optimierungszwecken. Durch die weitere Nutzung der Website stimmst Du der Verwendung von Cookies zu (weitere Informationen gibt es hier).