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Gruppentherapie: ANGSTKVLT - "Follow And Obey"

01.04.2021 | 21:44

KVLT-Wochen bei Powermetal.de!

Von der Hauptseite prangt das Logo, Kollege Stehle ist im Euphoriemodus (zum Review) und nun gibt es auch noch eine Gruppentherapie: Ihr seht, es sind KVLT-Wochen bei Powermetal.de! Was ist also dran an ANGSTKVLT? Lest hier weitere Einschätzungen über die Musik der KVLTisten H. und B.!

Ach herrje. Jetzt lassen die Kollegen ausgerechnet mich den Anfang machen! Dabei heißt es doch im Text zur Scheibe, dass sich die beiden Protagonisten über ihre Liebe zu Black Metal fanden, was ja bekanntermaßen gar nicht meine Baustelle ist. Gitarren wie Rasierapparate, halskranke Nervsänger und Blastbeats, alles nicht meins. Wie gut also, dass "Follow And Obey" fast durchgehend anders ist! Vom Black Metal übernommen sind nur ein paar Anleihen, und da auch nur vom (meist erträglichen) Atmospheric Black Metal. Nein, ANGSTKVLT ist eigentlich Melodic Progressive (slightly) Blackened Metal mit gelegentlichen Anwandlungen zwischen Schlager und Kloster. Zumindest sind einige der Melodien mit Widerhaken versehen und die Stücke spannend und äußerst abwechslungsreich komponiert, ja, man kann schon sagen, breaklastig. Die immer mal wieder etwas kitschigen Chöre setzen einen Kontrast und sorgen dafür, dass von der EP auch etwas in Erinnerung bleibt und bei 'Images Of Vanity' fühle ich mich glatt an des einen Kvltisten früheres Betätigungsfeld erinnert, einer Band namens WALDWIND. Das i-Tüpfelchen ist, dass eben keiner so schrecklich rumkeift. Wenn Black Metal immer so wäre, würde ich das auch hören. Starke EP.

Note:7,5/10
[Frank Jaeger]

 

Man soll ja einen Text nicht mit dem Fazit beginnen, weil der Leser dann keinen Grund mehr hat, bis zum Ende zu lesen, aber ich halte dennoch fest, dass der ANGSTKVLT für mich bisher die Entdeckung des noch recht jungen Jahres ist. Um zu beschreiben, wie die Kvltisten mich gefangen nahmen, muss ich die Chronologie nacherzählen. Ich höre also zunächst die erste Single 'KVLT Of Fear' und finde das ganz ordentlich, vor allem gesanglich durchaus charakteristisch und ungewöhnlich, bin aber auf den ersten Hör von dieser Mischung aus Black und Heavy Metal noch nicht so richtig gefesselt. Und dann, irgendwann später, läuft mir die zweite Single 'Schleichfahrt' über den Weg und baff… plötzlich ist sie da, die Faszination oder von mir aus: die kvltische Ergebenheit. Was für ein fieses, erbarmungsloses, großartiges Stück Musik. Wobei 'Images Of Vanity' das in meinen Ohren sogar noch toppt. Und jeder Durchlauf verstärkt dieses Gefühl, zieht noch mehr in den Bann.
Mechanisch-kaltes Riffing, harsche Vocals, Gänsehaut-Melodien, finstere Atmosphäre - und doch ist das soviel mehr als Black Metal, was der ANGSTKVLT hier an bedrückendem Schwerstmetall über den Hörer hereinbrechen lässt. Auch Industrial, Epik und Doom werden gestreift, vor allem aber ist mir das Ganze in solch einer Mixtur in meiner Musikwelt bislang noch nicht untergekommen. Manchmal fühle ich mich an die großartigen Avantgarde-Blackies A FOREST OF STARS erinnert, aber dann doch wieder nur am Rande. Ich weiß gar nicht, wovon ich mehr beeindruckt bin: dieser ausdrucksstarke, originelle Gesang oder die Leichtigkeit, mit der eingängige Gitarrenmelodien eingewoben werden oder doch die krasse Düster-Atmosphäre… nein, es ist natürlich alles zusammen. Bemerkenswert und imposant.

Note: 9,0/10
[Stephan Voigtländer]

 

Erstmal: Die Box, auf 100 Stück limitiert, ist der Hammer! Eigentlich bin ich ja gegen so arg reduzierte Varianten, aber bei dieser schmucken Holzgeschichte verstehe ich, dass man nicht Tausende davon machen kann. Musikalisch ist das ein ganz schräges Ding - und das macht es richtig spannend! Unser Rabe erwähnt mit SIGH, DØDHEIMSGARD und HAWKWIND drei Bands, an die ich beim Anhören auch denken musste.

Ich muss ehrlich sagen: Die Kvltisten habe ich ja über Jahre online und teilweise auch in real Life erlebt, und nehme ihnen die Liebe für Black Metal absolut ab. Und Black Metal ist das hier nicht. Der sakrale, manisch-verrückte Gesang ist echt faszinierend. Die Sounds haben deutliche Industrial-Anleihen, die Produktion ist großartig. Und tatsächlich ist es ANGSTKVLT gelungen, echte Ohrwürmer zu schreiben und aufs Band zu bannen. Das ist mir noch immer am wichtigsten bei Musik. Das Ding hier ist völlig schräg. Wenn ihr einen wilden Ritt wollt, der Erwartungen transzendiert, dann lasst euch auf den ANGSTKVLT ein. Ihr werdet in dem eigenständigen Sound mit richtig guten Song beschenkt.

Note: 8,5/10
[Jonathan Walzer]


Wieso schreibt der komische Vogel jetzt was über Black Metal? Davon hat der doch gar keine Ahnung! Stimmt, aber ich kann all diejenigen, die vielleicht genauso wenig mit diesem Subgenre zurechtkommen wie ich, dazu bringen, sich zumindest mit einem Ohr für das Duo ANGSTKVLT zu interessieren. Anders wäre nämlich schlecht, denn die fünf Songs auf dieser wundervollen EP bieten eine herrlich farbenfrohe Stilistik-Palette, in der es sowohl mausgrauen Wave-Rock der Marke Killing Joke ("Democracy"), taubengrauen Schunkel-Metal mit Schifferklavier, blaugrauen Doom und pechschwarzen Metal zu hören gibt. Schon die Tatsache, dass beide Musikanten singen, erzeugt herrlichen Abwechslungsreichtum im Notendickicht.

Die Musik konkret zu beschreiben, fällt recht schwer, denn man hat den Eindruck, dass ANGSTKVLT bei jedem Song eine andere Musiklandschaft durchwandert. Das Sensationelle daran ist aber, dass die fünf Songs trotzdem immer typisch kvltisch klingen und man der Band somit ein extrem hohes Maß an Originalität zusprechen kann. Der heimliche Heavy-Metal-Hit hört auf den Namen 'Collector Of Souls' und lädt zum gepflegten Kopfschütteln ein, ist durch die getragenen Passagen und die sakralen Gesangspassagen aber trotzdem schön schaurig. Beklemmungsgefühle gibt es beim U-Boot-Angriff 'Schleichfahrt'. Muss man gehört haben. Wie auch das schleppende 'Images Of Vanity' mit seinem pechschwarzen Riffing. Eingebettet werden diese drei Nummern von den ohrwurmigen Schwarzwurzel- Hymnen 'KVLT Of Fear' und 'Join The KVLT'.

Die Sammelwütigen sollten sich eine der auf 100 Einheiten limitierten Holzboxen sichern. Very schick.

Note: 8,5/10
[Holger Andrae]

Wer jetzt immer noch nicht überzeugt ist, sollte diese zwei Videos anchecken:

'KVLT Of Fear':



'Schleichfahrt':



Und jetzt ab zu Bandcamp und "Follow And Obey" ordern. Bis Ende April läuft dort übrigens eine exclusive T-Shirt-Kampagne.

Redakteur:
Thomas Becker

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