MANOWAR: Diskografie-Check - Teil 2 | Platz 7 - 4

09.07.2023 | 15:33

Waren sich in der vergangenen Woche beim ersten Teil unseres Diskographie-Checks noch nahezu alle redaktionseigenen MANOWAR-Fans einig, und dem Feedback nach zu urteilen auch die meisten Leser, dass - bei aller Liebe - keines der dort genannten Alben wirklich zu h鰄eren Weihen berufen gewesen w鋜e, so sind wir uns sicher, dass es dieses Mal durchaus Kontroversen geben k鰊nte. Das geht direkt beim siebten Platz los und macht auch vor unseren Berichterstattern Stefan und R黡iger nicht halt. Doch lest selbst...

Platz 7:

The Triumph Of Steel (1992)

Puuh, diese Platzierung muss ich erstmal sacken lassen. Dieses Werk aus dem Jahre 1992 stellt f黵 mich die Krone im Schaffen von MANOWAR dar und leider bin ich ziemlich allein mit dieser Meinung in der Redaktion. Zumindest bei Marcel reicht es noch zu Silber und die Kollegen Peter, R黡iger und Marius begl點ken dieses Album noch mit einem starken vierten Platz, aber der Rest straft es mit Platzierungen im Mittelfeld gnadenlos ab.

Dass insbesondere Kenni mit dem neunten Platz die tiefste Bewertung abgegeben hat, 黚errascht mich dann schon, wobei "The Triumph Of Steel" alles andere als ein normales MANOWAR-Album darstellt. Und das liegt zum gr鲞ten Teil am gigantischen Opener 'Achilles, Agony and Ecstasy In Eight Parts'. Auf dieses 黚er 28 Minuten lange Songmonstrum muss man tats鋍hlich Lust haben. Wer dachte, dass nach der kommerziellen Initialz黱dung "Kings Of Metal" nun Hit auf Hit folgt, der bekam direkt mal was zu schlucken. MANOWAR ging einige Schritte zur點k zu den epischen Urspr黱gen und kombinierte diese mit dem leichteren Songwriting-Ansatz der Neuzeit. Und dieser Hybrid funktioniert in meinen Ohren sehr gut, wenn auch nicht herausragend. Daf黵 sind die einzelnen Teile nicht so sch鰊 miteinander verbunden und wirken mit etwas Abstand doch zu stark nach Patchwork. Auf der anderen Seite gelingt es der Truppe das einzige Mal in ihrer Karriere instrumentale Elemente sinnvoll und ohne notwendigen Griff zur Skip-Taste auf einem Album zu integrieren. Mir gef鋖lt dieser Song ausgesprochen gut und trotzdem ist er nicht das Zugpferd, das "The Triumph Of Steel" auf die pers鰊liche Pole-Position gezogen hat. Denn auch wenn ihr mit diesen fast 30 Minuten nicht viel anfangen k鰊nt, so bleiben immer noch 40 Minuten herausragende MANOWAR-Power.

'Metal Warriors' ist die Quintessenz des Selbstverst鋘dnisses, welches die Band umweht, und katapultiert Pathos und dicke Hose auf ein neues Level. Jugendraumabriss in 321 Mehr Tempo gef鋖lig? Der Drachenritt ist kongenial vertont und Eric Adams springt wie ein wilder Derwisch von Box zu Box und schafft eine atemberaubende Intensit鋞. Man hat tats鋍hlich das Gef黨l, man w黵de selbst mitfliegen. 膆nlich mitrei遝nd zelebriert 'The Power Of Thy Sword' einen Schwertkampf, der Gefahr l鋟ft, s鋗tliche He-Man-Figuren im Umkreis von 50km zum Leben zu erwecken. Doch lieber weniger Tempo? "Master Of The Wind" ist in meinen Ohren die beste Ballade der Band und hat einen Refrain f黵 die Ewigkeit. Ich liebe einfach die kontinuierliche Steigerung und das Ende dieses Songs. Mit dem experimentelleren 'Spirit Horse of the Cherokee', wird die Schlacht am Wounded Knee aus der Sicht der Cherokee vertont. Wieder thront die Stimme 黚er allem und wirkt wie ein mystischer Schamane im Beschw鰎ungsritus, inklusive des passenden Feuertanz-Riffings und Indianerklischees. Das w黵de bei 99% der anderen Bands cringe klingen und zum Fremdsch鋗en animieren. Dass MANOWAR hier trotzdem im gr黱en Bereich bleibt, zeugt von der Qualit鋞 der Band. Bleiben noch die beiden extrem d黶teren Mini-Epen 'Burning' (stark) und 'The Demon抯 Whip'. Insbesondere bei dem D鋗on handelt es sich um meinen Lieblingssong der Band und einen Track f黵 die Insel. G鋘sehaut-Riff trifft auf einem Eric Adams in Bestform, wunderbare Atmosph鋜e und einen Text, welcher f黵 MANOWAR schon ungew鰄nlich poetisch wirkt.

Somit gibt es in Summe nicht nur 10 Punkte f黵 diesen Song, sondern auch 10 Punkte f黵 dieses Album von mir, das bis auf ein paar leichte Lacksch鋎en im Longtrack nahezu perfekt klingt. Da Kollege R黡iger zumindest drei Alben h鰄er bewertet, d黵fte er den Triumph des Stahls durchaus kritischer sehen, oder?

[Stefan Rosenthal]


Nein, Kollege R黡iger sieht den st鋒lernen Triumph tats鋍hlich nicht kritischer, sondern stimmt dir in allen Punkten deiner Lobenshymne absolut zu. Das Problem ist, dass diese lupenreinen zehn Punkte hier im Hause letztlich bei allen MANOWAR-Scheiben bis einschlie遧ich "Louder Than Hell" recht unverr點kbar stehen, und irgendwer halt Primus inter Pares sein muss. Dass "The Triumph Of Steel" hierbei am Ende "nur" auf Platz vier ins Ziel kommt, hat wohl prim鋜 biographische Gr黱de. Wo das Album zwar das erste MANOWAR-Werk war, auf das ich bei Erscheinen schon gewartet habe, und das ich dann auch am Ver鰂fentlichungstag gekauft habe, nachdem ich zuvor viermal umsonst zum Plattenladen nach Ulm gefahren bin, weil ich in Zeiten vor dem Internet nichts von der Verlegung des Termins mitbekommen habe, da kenne ich die ersten sechs Alben halt doch schon deutlich l鋘ger und die ganz gro遝n einzelnen Songfavoriten sind dort bisweilen noch konzentrierter.

F黵 "The Triumph Of Steel" brauchte ich dann auch eine ganze Weile. Nie zuvor und nie danach habe ich so intensiv auf ein Album hingefiebert. MANOWAR war meine erste Lieblingsband, und ich habe es 1992 zum ersten Mal erlebt, dass meine Lieblingsband ein neues Album auf den Markt bringt. Das sind Erwartungshaltungen, die sich nur schwer reproduzieren lassen, und entsprechend schwierig ist es auch f黵 die Band und das Album, ihnen gerecht zu werden. Nach den recht eing鋘gigen und teils auch simplen Vorg鋘gern "Fighting The World" und "Kings Of Metal" war die Neue dann doch erst einmal ein Brocken, den mein siebzehnj鋒riges Selbst verdauen musste. Das dauerte ein paar Wochen, denn der Triumph war dunkel, war schwer, war sperrig, war ausladend, doch letztlich gelang es mir, das Album zu knacken, oder besser gelang es dem Album, mich zu knacken, und mehr noch, meine Ohren f黵 metallische Dinge ganz allgemein zu 鰂fnen, die nicht den geraden Weg gehen, sondern verwinkelt, verschlungen, progressiv strukturiert und im besten Sinne ausgefallen sind.

Dessen eingedenk steht auch f黵 mich fest, dass das 1992er-Werk zwar nicht das letzte nahezu perfekte Werk der Band ist, sondern nur das vorletzte, dass es aber fraglos das letzte "gro遝" Werk ist, in dem Sinne, dass die Band mit hohem Anspruch an sich selbst spannende, ausladende, epische und ja, progressive Songs geschrieben und eingespielt hat. W黵det ihr mich nach dem innovativsten und kreativsten Album der 1990er im traditionellen Metal-Sektor fragen, dann w黵de mir "The Triumph Of Steel" sicherlich als eines der ersten Werke einfallen. Warum? Nun, Stefan hat es angedeutet: Auf dem Album ist nicht nur der halbst黱dige Opener unkonventionell, 黚erraschend und im positiven Sinne verst鰎end, sondern es werden mit nahezu jedem weiteren Track wieder richtig hei遝 Eisen geschmiedet, die mit Elementen gl鋘zen, die zu jener Zeit niemand so gebracht hat, und die auch MANOWAR selbst weder vorher noch danach nochmals in solcher Eindringlichkeit pr鋝entiert hat. Die Art und Weise, wie Eric Adams seine Stimme dazu nutzt, die lyrischen Inhalte zu bebildern und Stimmungsgem鋖de zu malen, ist un黚ertroffen, ganz gleich ob auf dem Trail of Tears der Sioux, ob im diabolisch-okkulten Orkus von nahezu schwarzmetallisch wirkenden St點ken wie 'Burning' oder 'Demon's Whip', ob im vom Pathos schwangeren Schwertkampf-Epos, im herrlich intensiven Drachentanz, oder in der so schwelgenden wie schwebenden Ballade an deren Ende wir nur Gold finden. Es passt hier alles, so dass die dezenten L鋘gen in den instrumentalen Teilen des Openers locker zu verschmerzen sind, denn mal ehrlich: Daf黵 geh鰎en die restlichen Parts des Epos mit zum Besten was die Band und insbesondere ihr S鋘ger je abgeliefert haben. Bleibt als letzter Gradmesser der Brillanz die obligatorische Mitsinghymne 'Metal Warriors', die man - nat黵lich - doof finden kann, aber Flashback-1992: Selten hat uns etwas mehr 黚erzeugt als dieses innbr黱stige "Wimps and posers, leave the hall!", oder nicht?

[R黡iger Stehle]

Platz 6:

Fighting The World (1987)

Dass sich auf den sechs h鯿hsten R鋘gen die sechs Alben aus den Achtzigern befinden, mag mancher bedauern, aber es wird die wenigsten 黚erraschen, denn wer von uns im MANOWAR-Fanlager hat nicht schon zigfach geh鰎t oder gelesen, dass die Band angeblich nur auf den ersten sechs Alben, oder gar nur auf den ersten vier Alben so richtig gut gewesen sei. Wie bereits oben von uns beiden dargelegt, teilen wir diese Ansicht zwar nicht, doch sie ist so weit verbreitet, dass die Sache kaum verwundern kann. Auch dass von den ersten sechs Alben die 1987er-Scheibe "Fighting The World" als letzte ins Ziel geht, war zu erwarten, denn gerade das Lager der Epiker neigt gerne dahin, die A-Seite zu verschm鋒en und nur der B-Seite veritable Gr鲞e zu attestieren.

Wenn ihr mich fragt, so kann ich all diese Perspektiven ganz gut nachvollziehen, denn ja, nach den ersten vier Alben, die gerne als die Definition des Epic Metals gelten, brachte "Fighting The World" - nicht untypisch f黵 ein Signing bei Atlantic Records - einen durchaus sp黵baren Twist in poppigere, kommerziellere Gefilde, der sich darin manifestierte, dass nicht nur eine Mitsinghymne vorhanden ist, sondern direkt zum Auftakt mit dem Titelst點k und 'Blow Your Speakers' gleich derer zwei, direkt gefolgt von einer der umstrittensten Halbballaden der True-Metal-Geschichte, namentlich 'Carry On', die sicherlich in einer Reihe mit PRIEST-Schmachtfetzen wie 'United' oder 'Take On The World' steht. Dass dieser Einstieg manchem Aficionado zu viel Mainstream auf einmal war, kann man durchaus verstehen. 'Violence And Bloodshed' ist dann viel h鋜ter, und auch sperriger, aber ihm fehlt als modernerer Kriegsgeschichte die von den langj鋒rigen Fans so geliebte Heldenepik. Diese gibt es dann erst zum Auftakt der B-Seite mit 'Defender', einem Song, dem in bester "Battle Hymns"-Tradition Orson Welles als Erz鋒ler seine Stimme leiht, der aber eben auch schon 1983 in einer anderen, noch epischeren Version, als Single ver鰂fentlicht worden war. Nach einem kurzen Drumsolo folgt 'Holy War', und nach einem durchaus packenden weiteren H鰎spiel-Intermezzo dann zum Schluss das gro遖rtige 'Black Wind, Fire And Steel'. Beides gro遝 Songs, bis heute erkl鋜terma遝n Fanfavoriten, und der erstere h鋟fig, der letztere nahezu immer integraler Bestandteil eines jeden MANOWAR-Gigs.

Ist also "Fighting The World" wirklich die schw鋍hste MANOWAR-Scheibe der Achtziger? Nun, davon abgesehen, dass es mir recht schwer f鋖lt, bei einem so b鋜enstarken Werk von Schw鋍he zu reden, muss ich z鋒neknirschend zustimmen und mich der Mehrheitsmeinung beugen. Auch bei mir ist das Album hinter allen anderen 1980er-Werken der Band gelandet, und zus鋞zlich hinter der zuvor besprochenen "The Triumph Of Steel", denn in der Tat ist die Aufspaltung in eine rockigere A-Seite und eine epischere B-Seite etwas zu krass geraten, auch wenn dieses Vorgehen in 鋒nlicher Weise ja bereits "Battle Hymns" gekennzeichnet hat. Au遝rdem sind die Songs der A-Seite zwar 黚erwiegend verdammt cool, und teils auch Fanfavoriten, aber eben keine ganz gro遝n und unsterblichen Elaborate des MANOWAR-Gesamtwerkes. Und das sage ich, der 'Carry On' zu jeder Zeit im Schlaf mitgr鰈en kann. Meine pers鰊liche Mitternachtsformel, mag man meinen.

Stefan, du hast den Weltenkampf ganze drei R鋘ge h鰄er als ich und siehst das Scheibchen gar vor der gesamten klassischen Epic-Metal-Phase. Da wird in den Underground-Kreisen Heulen und Z鋒neklappern herrschen, ob so viel Insubordination. Wie rechtfertigt er sich?

[R黡iger Stehle]



Naja, so allein bin ich ja gar nicht mit meiner Einsch鋞zung. Die Kollegen Marcel und Chris haben das Album ebenfalls mit dem vierten Platz der Diskografie wertgesch鋞zt und mit Chris (Silber) und Kenneth (Gold) gibt es sogar zwei noch st鋜kere Platzierungen. Denn auch wenn der Underground verzweifelt, muss man konstatieren, dass dieses Album einfach Spa macht. Und zwar vom simplen Banger 'Fighting the World' bis zum fantastischen 'Black Wind, Fire and Steel'. Die Metal- und Rockelemente wurden deutlich straighter und entschlackter integriert und den Epic-Anteil kann man auch ohne "Keep It True"-Diplom goutieren.

Ich mache jetzt mal ein Fass auf, was in Kritikerkreisen fast einem Sakrileg gleichkommt. Dieses Album von 1987 ist nicht der so oft formulierte, grade noch akzeptable Anfang vom Ende, sondern der Moment wo MANOWAR endlich richtig gut wurde. Wo die Quintessenz von dem, was die Jungs aus Auburn mit ihrer Musik erreichen wollen, tats鋍hlich greifbar wird. Im Kern geht es doch immer darum, sich besonders emotional auf Schlachten vorzubereiten, das Ergebnis zu rekapitulieren oder sich im Kampf selbst zu motivieren. Und Musik w鋒rend einer Schlacht ist ja beileibe keine popkulturelle Erkenntnis, sondern ein Instrument, welches schon seit Ewigkeiten tats鋍hlich so genutzt wird. Um alle Personen in deinem Heer ("10.000 side by side", you know?) zu erreichen, muss doch die eingesetzte Musik zwangsl鋟fig nicht nur episch sein, sondern vor allem eing鋘gig und repetitiv. Nur so schafft man es, ein fl鋍hendeckendes Gemeinschaftsgef黨l zu erreichen und einen Rausch herbeizurufen, welche die Krieger ad鋛uat f黵 kommende Aufgaben vorbereiten.

Und nach den 3:46 Minuten des Titelst點ks, der epischen Referenzklasse 'Defender', dem fantastischen Schlusstrack und den so oft diskutierten, weil tanzbaren Hit 'Carry On' m鯿hte ich konstatieren, dass MANOWAR die Aufgabe erf黮lt hat. Klar, das sind fast schlagerhafte Singalongs, welche zum Mitsingen animieren und das Ganze wurde konsequent durchgezogen, aber es funktioniert halt klasse. Call to Arms? Mit diesem Album garantiert.
Einer h鰄eren Platzierung von meiner Seite stehen wieder einmal die 黚erfl黶sigen Zwischenspiele 'Drums of Doom' und 'Master of Revenge', und die nicht ganz passenden Rockschwerpunkte bei 'Blow Your Speakers' und 'Violence And Bloodshed' im Weg. Hinzu kommt mit 'Holy War' ein Song, der stellvertretend f黵 das ganze Album und die damalige Entwicklung der Band stehen k鰊nte, da er genau die Eing鋘gigkeit der o.g. Hits beinhaltet, aber sich mit seiner Kriegsaxt noch so in der alten Phase verkeilt hat und sich mit seinem unn鰐igen Instrumentalteil leider seiner Direktheit beraubt.

[Stefan Rosenthal]

Platz 5:

Sign Of The Hammer

Der f黱fte Platz geht an den direkten Vorg鋘ger zu "Fighting The World" und was soll ich sagen? Ich mag das Album nicht und mein Platz 8 im Ranking (nur Kollegin Hanne bewertet den Hammer noch schlechter) zeigt nicht mal ansatzweise, dass ich mit diesem Werk nichts anfangen kann. Entgegen R黡igers Einsch鋞zung ist n鋗lich der MANOWAR-Katalog kein Sammelsurium an H鯿hstnoten, sondern hat mit einer Bandbreite von 10 Punkten bis 6 Punkten alles zu bieten.

Und nach meiner bescheidenen Meinung bewegen wir uns hier bei maximal 7 Punkten. Doch warum ist das so? Es ist ein offenes Geheimnis, dass dieses Album die "Resterampe" von "Hail to England" ist und bis auf eine Ausnahme alle Songs bereits nahezu fertig gestellt waren. Die erw鋒nte Ausnahme ist der Titeltrack, welcher auch der mit Abstand st鋜kste Song des Albums darstellt und alles bietet, was man an MANOWAR liebt. Das Leistungsgef鋖le zu den 黚rigen Songs ist fast so bizarr, dass wir die Platte in meiner Jugend immer als "Sign Of The Hammer"-Maxi mit einer ordentlichen Anzahl Bonustracks bezeichnet hatten. Keiner der 黚rigen Songs h鋞te das Recht einen anderen Track auf dem Vorg鋘ger zu substituieren.

Ich bin mir fast sicher, bei einer anderen Vertragssituation 1984 h鋞ten viele Songs sicherlich nicht in dieser Form die 謋fentlichkeit erreicht. Ohne Zweifel ist nur 'Thunderpick' richtig 鋜gerlich (w鋜e aber wahrscheinlich auch genauso noch sp鋞er passiert), aber selbst so hochgelobte Epen wie 'Mountains' und 'Guyana' sch鰌fen nicht das Potential aus, was m鰃lich gewesen w鋜e, wenn man entweder wirklich Zeit in die Ausarbeitung gesteckt oder sie soweit entschlackt h鋞te, dass sie straighter ins Schwarze treffen. Weitere Beispiele sind 'The Oath' der mit einem richtigen Refrain noch mal deutlich h鋞te zulegen k鰊nen und 'Animals', welcher im Chorus so nach Rough-Mix klingt, dass es f黵 mich nicht h鰎bar ist.

Ich bin echt gespannt, ob R黡iger nach meiner Einsch鋞zung denn schon frustriert die Arbeit niedergelegt hat, oder ob er mich irgendwie 黚erzeugen kann, dass "Sign of The Hammer" mit 7 Punkten str鋐lich unterbewertet ist, und warum dieses Album tats鋍hlich auch bei ihm h鰄er als "Louder than Hell" und "Fighting the World" rangiert. The Stage is yours!

[Stefan Rosenthal]


Puh, mir liegt dein Exkurs zu "Fighting The World" noch schwer im Magen, bei dem du teilweise gerade das schlecht findest, was mir am besten gef鋖lt, und nun muss ich mich auch noch von der Blutgr鋞sche gegen "Sign Of The Hammer" erholen. Das tut weh, und ja, kurz habe ich 黚erlegt, die Zusammenarbeit an dieser Stelle zu beenden, meinen Laptop zu sprengen und mir eine andere Freizeitbesch鋐tigung zu suchen. Dann aber habe ich mich besonnen, denn ich kann ja auch einfach lostippen und sagen, was Phase ist:

Warum ist also "Sign Of The Hammer" eher eine 17/10 als eine 7/10? Nun, ganz einfach deshalb, weil die drei gro遝n Epen des Werkes einfach unfassbar gro sind. 'Mountains' hat Joey h鯿hstselbst mal in einem Interview als seinen Lieblingssong unter den eigenen Werken genannt, und ich kann dies sehr gut nachvollziehen, denn sowohl der sehr pers鰊liche, moralisch aufbauende Text als auch dessen wortmalerische Umsetzung durch Eric Adams sind nicht von dieser Welt. Woran, wenn nicht an diesem Song und diesen Lyrics soll man wachsen k鰊nen, wenn man am Boden ist: Tall as a mountain! Auch 'Guyana' ist 黚erirdisch gut und kompositorisch eines der progressivsten Werke der Band 黚erhaupt. Der faszinierende und lyrisch bestechende Text 黚er den Massensuizid der Jim-Jones-Sekte, die f黵 die Spielart an sich ungew鰄nliche Thematik und die in jenen Tagen v鰈lig einzigartige und hypnotisierende Tribal-Rhythmik des Werkes setzen Ma遱t鋌e, die auch MANOWAR selbst danach nurmehr selten, wenn 黚erhaupt erreichen konnten. F黵 mich ist 'Guyana' tats鋍hlich das letzte gro遝 MANOWAR-Epos. Dann haben wir noch den Donnergott h鯿hstselbst an Bord, und wie k鰊nte man sie nicht lieben, den Gott und seine Hymne, wenn rings herum die Menschen, Bestien und G鰐ter fallen? 'The Oath' hat zwar zugegebenerma遝n nicht den markantesten Refrain der Bandgeschichte, ist aber daf黵 eine der h鋜testen und brutalsten Speed-Attacken derselben, das Titelst點k ist - das f鋖lt sogar dir auf - grandios, und auch 'Animals' ist f黵 mich eine gro遝 Liebe. Warum? Weil es so schn鰎kellos, so explosiv, zum Bersten mit Adrenalin und Biestigkeit gef黮lt ist, dass man Eric Adams ohne Weiteres abnimmt, dass er es gerade bei Vollmond eingesungen hat, w鋒rend er sich zum Werwolf verwandelt hat. Wollen wir von Schwachpunkten reden, dann bleibt am Ende eigentlich nur das obligatorische Instrumental, und, wenn man unbedingt will, auch der schlichte Rocker 'All Men Play On 10', bei dem man sich immer fragt, ob er auch ein augenzwinkernder Tribut an das Label war.

Warum ist also "Sign Of The Hammer" besser als "Fighting The World" und "Louder Than Hell"? Nun, einfach deshalb, weil es viel kreativer, viel abwechslungsreicher, viel progressiver und viel extravaganter ist.

[R黡iger Stehle]


Platz 4:

Battle Hymns (1982)

Weiter im Text geht es mit dem Deb黷 "Battle Hymns", das eine zweigeteilte Angelegenheit ist. Nicht qualitativ, aber stilistisch. Die A-Seite rockt und offenbart mehr als deutlich die Wurzeln der Band im Hardrock der Siebziger, w鋒rend die B-Seite zusammen mit dem Fr黨werk von MANILLA ROAD und CIRITH UNGOL als eine der tragenden S鋟len der Gr黱derphase des Epic Metals durchgeht. Was soll man mehr sagen? Dass "Battle Hymns" f黵 mich zusammen mit CIRITH UNGOLs "Frost & Fire" und der ersten IRON MAIDEN das beste Deb黷werk aller Zeiten ist? Habt ihr eh geahnt, was? Dabei ist "Battle Hymns" nicht nur ein tolles Deb黷, das die Roots offenbart und ansonsten eine Band pr鋝entieren w黵de, die ihren Stil noch nicht gefunden hat. Mitnichten, denn so unglaublich es ist, MANOWAR hat auf dem Deb黷 schon den Stil gefunden und mehr als nur in Ans鋞zen bereits vorweggenommen, was noch kommen sollte.

Mit dem flotten, rhythmischen Opener 'Death Tone' bedient die Band die klassische Biker-Rock-Attit黡e, mit dem folgenden 'Metal Daze' liefert man bereits die erste vollendete Mitgr鰈hymne, die bis heute regelm溥ig im Set landet und quasi die Mutter aller Songs ist, mit denen sich MANOWAR und ihre Fans selbst feiern. Dann kommt mit dem Doppel aus 'Shell Shock' und 'Fast Taker' ein guter Schuss H鋜te und Brutalit鋞 hinzu, mit dem man sich unter anderem dem herben Schicksal von Vietnamveteranen widmet. Die A-Seite rockt mal gut gelaunt und positiv die Party, und mal geht sie fies und brachial in den Nacken.

Die B-Seite indes liefert die Epik, eingeleitet von der ebenfalls noch eher rockigen Bandhymne, die bis heute der Goldstandard f黵 die Er鰂fnung eines jeden Gigs ist, und mit der die Jungs aus Auburn wie keine Band vor oder nach ihr den eigenen Gr黱dungsmythos vertont: "We met on English ground, in a backstage room we heard the sound..." - es trafen sich der Joey und der Ross backstage bei BLACK SABBATH, jeder wei Bescheid; dieses Songs wegen! Die restliche Viertelstunde lang ist dann Dauerkniefall befohlen, den auch der kleine Einschub von Rossinis 'William's Tale' nicht unterbrechen kann. Mit 'Dark Avenger' liefert die Band ihre ganz eigene Version eines Rachefeldzugs von Howard'scher Dimension, flankiert von dem unsterblichen Orson Welles als Erz鋒ler, und dass 'Battle Hymn' der Epic-Metal-Song schlechthin ist, wei ohnehin jeder.

Stefan, hail to thee, Infantryman? Or did you leave the hall, already?

[R黡iger Stehle]

Klar, bin ich noch in voller R黶tung in Bereitschaft. Die Streitaxt ist frisch geschliffen und ich bin motiviert mich wieder in die Schlacht zu st黵zen. Denn jetzt geht es ja um nix anderes als um die Geburtsstunde des Epic Metals. Wer w鋜e ich denn, wenn ich versuchen w黵de diesen historischen Fakt zu negieren. Dass damit nat黵lich nicht einhergeht, dass wir es mit dem gr鲞ten Deb黷album aller Zeiten zu tun haben, ist aber aus meiner Perspektive auch verst鋘dlich. Eine kurzer Rundumblick ins Plattenregal und schon sind mir verwunderte Blicke von "Black Sabbath" , "Led Zeppelin", "In the Court of the Crimson King", "The Kick Inside", "Little Earthquakes" und meinetwegen "Kill 慐m All" gewiss. Wenn ich l鋘ger dr黚er nachdenke, kommen noch einige Alben hinzu.

Das soll aber 黚erhaupt nicht "Battle Hymns" schm鋖ern, denn das Album ist unter der Pr鋗isse Deb黷 trotzdem fantastisch. Umso verwunderter bin ich, dass sich "Battle Hymns" mit nur einen einzigen Punkt knapp vor "Sign of the Hammer" platzieren konnte, obwohl ich mit meinem siebten Platz selbst ma遟eblich an dieser schw鋍heren Platzierung Schuld trage. Dieser siebte Platz ist tats鋍hlich auch die schlechteste Positionierung unter allen Kollegen (wenigstens Kenneth steht mir bei). Ansonsten gibt es bis zur Silbermedaille bei Tommy, Thomas und Walter eine bunte Mischung. Und dabei muss ich R黡iger in vielen Punkten Recht geben. Die B-Seite ist zwar kein Dauerkniefall aber zumindest eine uneingeschr鋘kte H鰎empfehlung und beide Daumen nach oben. Der Titelsong geh鰎t auf den Lehrplan jedes Neumetallers, welcher sich mit der Geschichte unserer Musikrichtung besch鋐tigen m鯿hte, und die Bandhymne sollte Vorbildfunktion haben f黵 die Legionen an Bands, die der Meinung sind, jetzt mal einen Song 黚er sich als Band zu verfassen.

Ebenfalls stark sind das atmosph鋜ische 'Dark Avenger' und 'Metal Daze', der schon 1982 so trve war, dass er im Vorbeigehen noch den True Metal erfunden hat. Der Rest ist leider in meinen Ohren nicht von der G黷eklasse, die R黡iger dort zu h鰎en vermag, aber trotzdem noch so stabil, dass ich das Album auch allen empfehlen kann, die sonst eher weniger mit diesem Genre anfangen k鰊nen. Ganz anders als bei unserem n鋍hsten Platz...

[Stefan Rosenthal]

Teil 1 mit den Pl鋞zen 11 bis 9 findet ihr hier:

https://www.powermetal.de/content/artikel/show-MANOWAR__Diskografie-Check_-_Teil_1___Platz_11_-_8,10433-1.html

Teil 3 mit den Pl鋞zen 3 bis 1 findet ihr hier:

https://www.powermetal.de/content/artikel/show-MANOWAR__Diskografie-Check_-_Teil_3___Platz_3_-_1,10435-1.html

Und wie sieht es bei Euch aus? Seht ihr die vier hier besprochenen Alben auch im Mittelfeld der MANOWAR-Diskographie, oder erz鋒len wir Unfug? Teilt uns gerne im Forum mit, was ihr denkt, und schaut gerne n鋍hste Woche nach, wenn wir mit dem Stockerl weitermachen.

https://powermetal.de/forum/viewtopic.php?f=31&t=26&start=1350

Redakteur:
Stefan Rosenthal

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