NEAL MORSE BAND, THE - L.I.F.T.
Mehr über Neal Morse Band, The
- Genre:
- Progressive Rock
- ∅-Note:
- 9.00
- Label:
- Inside Out (Sony)
- Release:
- 27.02.2026
- Beginning
- Fully Alive
- I Still Belong
- Gravitys Grip
- Hurt People
- The Great Withdrawal
- Contemplation
- Shame About My Shame
- Reaching
- Carry You Again
- Shattered Barricade
- Fully Alive, Pt. 2
- Love All Along
Uplifting!
Dass Neal Morse ein absoluter Tausendsassa ist, dürfte bekannt sein. Die Dimension, in der er sich bewegt, ist aber beinahe absurd. 52(!) Studioalben hat Neal Morse mit seinen verschiedenen Bands und solo seit 1995 veröffentlicht. Mit "L.I.F.T." von THE NEAL MORSE BAND folgt Numero 53 auf den Fuß. Während unter den Bannern NEAL MORSE und COSMIC CATHEDRAL Neals Glaube lyrisch sehr im Mittelpunkt steht, ist THE NEAL MORSE BAND etwas weltlicher unterwegs. Klar, auch hier spielt der Glaube eine Rolle, aber die Texte können grundsätzlich offener interpretiert werden und man wird nicht lyrisch mit Bibeln beworfen. Ein Fakt, den ich als nicht gläubige Person zu schätzen weiß, da die ins Gesicht springenden Lyriks bei Alben wie "Lifeline" oder "Sola Gratia" durchaus ein wenig Freude gekostet haben. Als Sänger, Songwriter, Musiker aber ist Neal Morse natürlich eine große Konstante in meinem Prog-Universum. Dass etwa die Hälfte der oben genannten Studioalben hier im Schrank stehen, dürfte das bestätigen.
Musikalisch ist "L.I.F.T." im Grunde, was man von THE NEAL MORSE BAND erwarten kann. Ausufernder, melodischer, gerne mehrstimmiger und immer positiver Progressive Rock. Und gerade dieser positive Grundton erreicht mich in einer Zeit, wo nicht alles in der eigenen und der weiten Welt großartig ist, ganz massiv. Vom instrumentalen Opener 'Beginning' bis zur abschließenden Werkrückschau 'Love All Along' gibt es hier (Spiel)Freude, Optimismus und Hoffnung zu hören, eingewoben in wunderbare Gesangsmelodien, die sich nach ein paar Durchläufen in den Ohren festhaken. Egal, ob 'Fully Alive', 'The Great Withdrawal', 'Shame About My Shame' oder 'Reaching', hier habe ich spätestens nach einem halben Dutzend Spins fröhlich mitgesungen. Neben Neal Morse glänzt vor allem Eric Gilette als Gitarrist und Co-Sänger ganz besonders. Dafür stehen besonders das im Bandkontext ungewöhnlich harte 'Hurt People' so wie das beinahe hymnenhafte 'Reaching', das nicht nur mit seiner Stimme, sondern auch mit wunderbaren Gitarren-Soli glänzt.
Über die Arbeit von Mike Portnoy und Randy George als Rhythmusgerüst muss man wirklich keine Worte mehr verlieren. Dass "L.I.F.T." ein Konzeptalbum über einen Menschen auf der Suche ist, erwähne ich der Vollständigkeit halber, wird beim Anhören aber durch wiederkehrende musikalische und lyrische Themen sowieso beim ersten Durchgang klar. Wie es dann in 'Love All Along' kulminiert, ist eine der großen Songwritingkünste des Neal Morse.
Das Einordnen des Albums in die bisherige Diskographie ist abschließend nicht ganz so einfach, da unter THE NEAL MORSE BAND bisher nur erstklassige Alben erschienen sind, aber vor "The Great Experiment" und wohl auch "Innocence & Danger" würde ich es wohl sicher einsiedeln. Ist aber auch nachrangig, denn Fans von Neal Morse machen hier eh nix falsch. Tolles Werk.
- Note:
- 9.00
- Redakteur:
- Peter Kubaschk


