Perlen der Redaktion: Jens Wilkens' Highlights 2025
02.01.2026 | 15:28Wenn gleich mehrere Lieblingsbands in einem Jahr veröffentlichen, kann die Rückschau nur viel Freude machen.
Ein ereignisreiches Jahr ist zu Ende gegangen. Manche halten es für ein musikalisch eher durchwachsenes. Dem kann ich ganz und gar nicht zustimmen. Dreimal konnte ich in Reviews wieder die Höchstnote verteilen, nachdem dies mehr als zwei Jahre lang nicht der Fall war. Eines dieser drei Alben konnte dann auch den Spitzenplatz für sich reklamieren. In der folgenden Liste fehlen naturgemäß einige starke Scheiben. Es könnte in dieser Liste beispielsweise ebenso gut auch das aktuelle Album von GHOST auftauchen. Aber wenn eine Band keinen Support mehr braucht, ist das sicherlich GHOST. Die aktuelle MAUSOLEUM GATE konnte ich aus Zeitgründen noch nicht wirklich verarbeiten. Das Potenzial für eine Perle hätte das neue Album sicherlich. Ein kleiner Wermutstropfen ist das Fehlen von zwei meiner Lieblingsgenres: klassischer Doom und Psychedelic Rock. Trotz einiger guter Releases hat es für die Perlen in diesem Jahr nicht gereicht. Aber die Band auf der Nr. 7 hat schon auch deutliche Doom-Anteile in ihrem Sound. Konzerte habe ich in diesem Jahr nur sehr wenige besucht. Meine noch relativ neue Heimatstadt hat da für mich bisher sehr wenig zu bieten. Aber dafür durfte ich auf der "Kieler Woche" zum ersten Mal meinen besonderen Liebling NESTOR erleben.
20. Beginnen wir die Alben-Rückschau mit traditionellem Metal und Heavy Rock auf Platz 20, wo sich das Power-Trio aus New York City namens SANHEDRIN mit dem vierten Werk der Diskografie platziert hat. Auf "Heat Lightning" präsentieren sich Erica Stoltz (Bass, Gesang), Jeremy Sosville (Gitarre) und Nathan Honor (Schlagzeug) erneut in bestechender Form. Das war auch gar nicht anders zu erwarten. Waren die anderen drei Alben schon sehr gut aufgenommen, kann "Heat Lightning" sogar mit noch besserer Klangqualität aufwarten. Ericas charismatische Stimme hat den richtigen Punch und die Instrumente sind perfekt aufeinander abgestimmt. Der Titelsong des im März veröffentlichten Langspielers war bereits ein frühes Jahreshighlight, das auch am Ende des Jahres noch für Begeisterung sorgt. Wäre da nicht das komplett misslungene 'Above The Law', hätte sich "Heat Lightning" noch einige Plätze weiter oben erobern können.
19. Mit flächigen Keyboards und deutlich mehr Melodien kommen wir zu Platz 19: HEARTS ON FIRE mit dem Zweitwerk "Signs & Wonders". Das ist klassischer AOR mit extrem eingängigen Melodien, die das Herz im Sturm erobern. Die Scheibe lief in diesem Jahr rauf und runter, und Songs wie 'Collective Mind' und das grandiose 'Lights And Shadows' haben auch nach vielen Durchgängen nichts von ihrem Charme verloren. Gerade an trüben Tagen kann "Signs & Wonders" etwas Farbe in die Welt bringen und die Stimmung aufhellen. Zwar haben zwei oder drei Releases in diesem Jahr von mir einen halben Punkt mehr in der Benotung bekommen und tauchen nicht in dieser Liste auf, aber HEARTS ON FIRE muss unbedingt mit von der Partie sein.
18. Nach dieser kurzen melodieerfüllten Träumerei explodiert Platz 18 mit jeder Menge Power und Speed. PALANTYR aus Thionville in Frankreich legt mit "The Ascent & The Hunger" eine Art Debütalbum vor, das bei genauerer Betrachtung aber die Debüt-EP "The Ascent" mit drei neuen Songs kombiniert und so bei einem Minialbum landet. Die Intensität der sechs Songs ist bemerkenswert und die Stimme von Athéna thront majestätisch über den Instrumenten. Gerade die ersten drei Stücke haben so viel positive Energie, dass "The Ascent & The Hunger" völlig zu Recht in dieser Liste erscheint. Als Anspieltipp sei hier 'Son Of The White Mare' besonders empfohlen, das Fans des Debüts von IRON MAIDEN gerade wegen des Mittelteils gefallen sollte. Die sieben Minuten vergehen wie im Flug. Normalerweise bin ich kein Freund von Coverversionen, aber PALANTYR bringt Paul Rolands 'Nosferatu' zum Leuchten. Ja, nicht nur HELSTAR hat den Dracula-Stoff genial vertont!
17. Nach dieser Granate von PALANTYR dürfen wir uns wieder bei Platz 17 eine melodische Verschnaufpause gönnen und dem neuen Werk von STYX "Circling From Above" lauschen, das schon durch das geschmackvolle Artwork auffällt. Warum habe ich eigentlich nicht das Vinyl erworben? Es ist unglaublich, dass die Rock-Veteranen aus Chicago auch mit dem 18. Studioalbum wieder einmal ein Qualitätswerk abliefern. Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis deutlich wird, wo in der umfangreichen Diskografie "Circling From Above" einzuordnen ist. Gegenwärtig würde ich es auf eine Stufe mit dem Vorgänger "Crash Of The Crown" (2021) stellen, während "The Mission" (2017) das Überwerk der letzten Jahrzehnte darstellt. Wundervolle Songs, tolle Arrangements, großartigen Harmoniegesang und eine kristalline Produktion, all das bietet "Circling From Above".
16. Mit "Bite The Blade" von ON FIRE gibt es auf Platz 16 wieder richtig auf die Zwölf. Die Kanadier mit ihrer Sängerin Cara McCutchen hat uns Kollege Marius für unsere Rubrik "Neuer heißer Scheiß" erfolgreich aufs Ohr gedrückt. In einer guten halben Stunde Spielzeit kann man problemlos alles sagen, vor allem wenn man das schnell und präzise tut wie ON FIRE. Alles tönt hier nach bestem Underground: rasant, leicht rumpelig, eingängig, ungeschliffen. Hurra! Die Wohlfühl-Rezeptoren springen sofort an bei dieser Exaltiertheit, und Einhornblut ist nicht mehr nötig, um sich wieder jung zu fühlen. Unbedingt anhören: 'I'll Destroy You'. Künstliche Intelligenz kann einpacken, wenn echter Metal erklingt!
15. Etwas gepflegter, aber dennoch ohne Frage metallisch gehen die vier Italiener von VIGILHUNTER auf ihrem selbstbetitelten Debüt zu Werke. Mit ihrem von klassischem US Metal inspirierten Album, das wohlige Reminiszenzen an STEEL PROPHET und SCREAMER (US) weckt, erobern sie sich Platz 15. Die Gitarrenarbeit ist virtuos, und auch der Gesang steht den Größen des US Metals in nichts nach. Das will schon etwas heißen! Beim Artwork ist zugegebenermaßen noch ein klein wenig Luft nach oben, aber eigentlich ist es ja die Musik, die zählt. Songs wie 'Titan Glory' gehören definitiv in Gold eingerahmt. "Vigilhunter" gehört zu den zahlreichen tollen Releases, die wir dem Label High Roller Records in diesem Jahr verdanken.
14. Auf Platz 14 finden sich der Newcomer des Jahres wieder. Und zwar handelt es sich um die Schweden von SACRED. Das Debütalbum "Fire To Ice" ist eine Zierde des europäischen Power Metals. Die sehr melodischen und eingängigen Songs sind ein nie versiegender Quell der Freude. Manche finden das Artwork ja kitschig, ich mag es sehr, weil es den Stil von SACRED auch sehr gut einfängt. Schon früh im Januar veröffentlicht, passt "Fire To Ice" sehr gut in die kalte Jahreszeit. Und was gibt es Schöneres, als die Ohren auch zum Jahresausklang mit qualitativ hochwertigem melodischen Power Metal aus dem hohen Norden zu verwöhnen? Die tollen Gitarren und der über jeden Zweifel erhabene Gesang von SACRED wecken die Hoffnung, dass vielleicht noch ein oder zwei Kollegen "Fire To Ice" in ihre Perlenkette eingereiht haben.
13. Bei Platz 13 verweilen wir noch einen Moment in Schweden, allerdings geht es nun wieder in Underground-Gefilde. Das Duo CENTURY konnte schon mit dem Demo "MMXX" für Furore bei Traditionsmetallern sorgen. Das Debüt "The Conquest Of Time" bestätigte den starken Eindruck, das Zweitwerk "Sign Of The Storm" war aber sogar in der Lage, die Qualität der vorangehenden Veröffentlichungen noch einmal zu übertreffen. Ein klein wenig rumpeliger Charme gereicht dem Album zur Ehre. Wie die Songs angelegt sind, zeugt zudem von viel Geschmack. Gleich mit dem Opener 'Sacrifice' macht das Duo klar, dass nur CENTURY das Erbe von HEAVY LOAD antreten kann. Wer so schöne Hymnen wie 'Children Of The Past' schreiben kann, hat geradezu die Verpflichtung, die Fackel weiterzutragen. Jetzt, da ich dies schreibe und das Album läuft, denke ich, dass "Sign Of The Storm" ruhig noch einige Runden mehr im CD-Player hätte drehen können.
12. Hatte ich das Debüt der multinationalen Truppe PHILOSOPHOBIA noch verpasst, so hatte mich deren Zweitwerk "The Constant Void" sofort am Haken. Bald war klar, dass nur dies das Prog-Metal-Album des Jahres werden konnte. Diese Einschätzung war völlig korrekt. Keine andere Band des Genres kam auch nur in die Nähe dieses vor technischer Finesse, Kraft und fabelhaften Melodien nur so strotzenden Wunderwerks. Somit ist die Platzierung in der Nähe der Top-10 auf Platz 12 nur folgerichtig. Wenn progressive Vollbedienung auf Erhabenheit trifft, kommt in der Regel etwas Großes heraus. Und das gilt nicht nur für den abschließenden Zwanzigminüter 'The Forgotten Part II', sondern für jeden einzelnen Track. Auch das Artwork von Björn Gooßes ist ein echter Hingucker.
11. Auf Platz 11 findet sich SEVEN SISTERS-Sänger Kyle McNeill mit seinem Solo-Projekt PHANTOM SPELL wieder, das nicht nur wegen der spacigen Keyboards deutliche Siebziger-Referenzen offenbart. Ich bewundere ja Kyles kreative Energie, mit der er die Musikwelt Jahr um Jahr bereichert. Es scheint, als könne er ohne Song- und Sound-Tüfteleien in seinen heimischen Wizard Tower Studios nicht existieren. Von den Qualitäten seiner Backing Band bei Live-Auftritten konnte ich mich beim diesjährigen "Steel Held High"-Festival (Konzertbericht) in Braunschweig überzeugen. Toll ist auch, dass jemand, der so schöne Musik erschaffen kann, auch noch so sympathisch wirkt. Von solchen Persönlichkeiten lebt unsere Szene.
10. Auf Platz 10 folgt dann mit SEVEN SISTERS das zweite Album in der Liste mit Kyle McNeill am Mikro. Es sind nur Nuancen, die dafür sorgen, dass "Shadow Of A Fallen Star Pt. 2" sich vor "Heather & Hearth" platzieren kann. Da sind zum einen die unverwechselbaren doppelten Gitarrenläufe, für die SEVEN SISTERS bekannt ist, und zum anderen das wunderbare Artwork von Ryan T. Hancock, der uns als Illustrator unten erneut begegnen wird. Nicht nur PHILOSOPHOBIA hat einen Song zu bieten, der die 20-Minuten-Grenze übertrifft, auch SEVEN SISTERS beschließt die auf zwei Alben angelegte SciFi-Konzeptstory mit einem Zwanzigminüter namens 'Andromeda Descending (A Fallen Star Rises)'. Mein Anspieltipp wäre allerdings für Neueinsteiger der Opener 'Astral Prophecies'. Er verkörpert das, wofür die Band steht, wahrscheinlich am besten.
9. Hatten die in Weiß gewandeten Heavy Rocker von WYTCH HAZEL mit "III: Pentecost" noch das beste Album der letzten 20 Jahre abgeliefert, markierte "IV: Sacrament" einen kleinen künstlerischen Durchhänger, der sich aber immer noch Platz 13 meiner Highlights des Jahres 2023 sichern konnte. "V: Lamentations" schafft es verdientermaßen wieder in die Top-10. Konzeptionell auf die Klagelieder Jeremias Bezug nehmend, gibt es tatsächlich künstlerisch nichts zu meckern. WYTCH HAZEL ist richtig gut in Form. Das Schlagzeugspiel ist wieder variabler geraten als auf dem Vorgängeralbum, und Colin und Alex lassen ihre Gitarren wieder singen. Auch die Arrangements sind raffinierter. Die akustischen Passagen sind ganz zauberhaft. Und ich liebe es, wenn Colin schreit, und das tut er auf "V: Lamentations" etwa bei 'Run The Race' absolut großartig. Der Abschluss mit 'Healing Power' ist phänomenal!
8. Stilistisch ist FIRMAMENT gar nicht so weit von WYTCH HAZEL entfernt. Seit ihrem Debüt "We Don't Rise, We Just Fall" haben mich die Leipziger begeistert, aber mit "For Centuries Alive" ist ihnen ein gewaltiger Qualitätssprung gelungen. Die Melodien sind noch großartiger, die Anmutung noch epischer und vor allem die Gesangsdarbietung noch überzeugender. Wie schon bei SEVEN SISTERS hat Ryan T. Hancock auch das Cover von FIRMAMENT gestaltet und meiner Meinung nach das Artwork des Jahres abgeliefert. "For Centuries Alive" ist mein meistgehörtes Album in diesem Jahr und das nicht ohne Grund. Es macht einfach Spaß, immer wieder zu diesen wunderbaren Songs zurückzukehren. Diese Gitarren, dieser Gesang, diese Drums, alles ist großartig.
7. Wurde "III: Pentecost" von WYTCH HAZEL ja bereits als eines der Meisterwerke der letzten 20 Jahre genannt, so gilt das auch für "The Room Of Shadows" von PAGAN ALTAR, ein Album, das gleichzeitig das Vermächtnis des Ausnahmesängers Terry Jones (R.I.P.) ist. Es schien zunächst, als wäre der 2015 verstorbene Vokalist und Mitbegründer von PAGAN ALTAR nicht zu ersetzen. Bei Liveauftritten konnte aber Brendan Radigan nach seinem Einstieg im Jahr 2017 zeigen, dass er mit seinem Talent und dem Respekt vor Terrys Vermächtnis in der Lage ist, die Band mit neuem Leben zu erfüllen. "Never Quite Dead" ist ein fantastisches Album geworden, das einen Ehrenplatz in der Diskografie der Band verdient. Ich würde sogar so weit gehen und es direkt nach "The Room Of Shadows" und "Mythical & Magical" einsortieren.
6. Wenn der WOBBLER-Keyboarder Lars Fredrik Frøislie musiziert, egal ob in seiner Band oder solo, entführen seine Kompositionen einen in andere, bessere Welten. Die Instrumente klingen besser als bei anderen Bands, die Keyboardläufe spielen auf der Klaviatur des Herzens und den Stücken haftet etwas Visionäres an. Lars Fredrik ist nicht nur mein Lieblings-Keyboarder, sein Schlagzeugspiel auf seinen Soloalben ist ebenfalls außergewöhnlich und dann hat er auch noch das Artwork im Stil einer Renaissance-Landschaft selbst geschaffen. Eine solche Mehrfachbegabung sucht ihresgleichen. Die Gitarren vermisst man auf dem zweiten Meisterwerk "Gamle Mester" überhaupt nicht, dafür kommt dem Bass ziemlich viel Verantwortung im Klanggerüst zu. Aber natürlich geben die Tasteninstrumente den Ton an. Der Meister verfügt über eine ansehnliche Sammlung von Vintage-Equipment und setzt dies auch bestmöglich ein. Das Album hat seine mythischen, majestätischen, verspielten und meditativen Momente. Die Texte müssen selbstverständlich auf Norwegisch sein. Besser klang 70er-Prog auch in den 70ern nicht.
5. Große Hoffnungen hatte ich in den dritten Teil der Tetralogie der Schweden SARAYASIGN gesetzt, der Ende Oktober unter dem dunklen Titel "Shadows Of The Dying Light" veröffentlicht wurde. Seit dem Debüt "Throne Of Gold" bin ich der Band aus Örebro verfallen. Das aktuelle Werk kann alle Erwartungen mehr als erfüllen. Die Melodic Hardrocker sind wahre Geschichtenerzähler und natürlich großartige Musiker. Hätte ich einen musikbezogenen Wunsch frei, würde ich dieser Truppe mehr Erfolg wünschen, denn verdient hätte SARAYASIGN ihn. Aber der Zeitgeist scheint wohl ein anderer zu sein. Großartig, dass sich die Herren davon nicht beirren lassen und bereits mit den Arbeiten am vierten und letzten Teil ihrer Saga begonnen haben.
4. Aus chronologischer Perspektive war das selbstbetitelte Debüt der griechischen Epic Metaller BLACK SWORD THUNDER ATTACK die zweite Zehn in diesem Jahr. Es grenzt geradezu an ein Wunder, dass das Album nach so vielen Jahren des Wartens doch noch erscheinen konnte. Natürlich ist das als Kauz-Metal in Reinkultur zu klassifizieren, aber die Songs haben so unendlich viel Charme, dass man BLACK SWORD THUNDER ATTACK als Bewohner des Undergrounds lieben muss. Die Parallelen zu WARLORD und LORDIAN GUARD sind durchaus gegeben, aber die Musik der Griechen und ihrer Frontfrau Mareike ist weit mehr als ein Neuaufguss. Das ist kreativ weitergedacht und künstlerisch verfeinert. Die ätherische Stimme, die ans Herz greifende Leadgitarre, die Weirdo-Keyboards, all das ist der Stoff, aus dem die Epic-Metal-Träume sind. Ich würde auch heute wieder die Höchstnote ziehen. Liebesgrüße nach Kalabaka in Thessalien!
3. Ich bin immer noch ganz hingerissen vom achten Studiowerk "From Eight To Infinity" der Norweger SPIDERGAWD. Irgendwann musste angesichts der tollen Alben der letzten Jahre ja mal die Höchstnote fallen, und das tat sie dann folgerichtig mit diesem Meisterwerk des Heavy Rocks auch – die dritte Zehn in diesem Jahr. Das Artwork mit Evas entzückender Rückenansicht wurde natürlich prompt im Netz zensiert. Wie schön, dass jemand über unser aller seelisches Wohlergehen wacht. Die Trondheimer haben einen unverwechselbaren, modernen Stil kreiert, und das liegt nicht nur am Saxofon, welches für eine Portion extra Power sorgt. Klar werden THIN LIZZY und MOTÖRHEAD gerne als Referenzen genannt, und ich mache mich selbst davon nicht frei, aber mehr als künstlerische Inspirationen sind das nicht. 'The Hunter' ist einer der besten Songs in diesem Jahr. Ich habe nur den kleinen Kritikpunkt, dass die Vinylfassung in Deutschland nur so schwer erhältlich bis gar nicht aufzutreiben ist.
2. Es ist eine wahre Freude zu sehen, wie der Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad der Kalifornier WINGS OF STEEL wächst und wächst. Dabei sind sie immer noch nahe an den Fans und zugewandt geblieben, was die US Metaller umso sympathischer macht. Mit ihrem fulminanten Zweitwerk "Winds Of Time" haben sie sich die diesjährige Silbermedaille redlich verdient. Technisch absolut brillant, variantenreich im Songwriting und mit voller Hingabe an den Heavy Metal läuten sie vielleicht ein neues glorreiches Zeitalter des US Metals ein. Wer weiß? Jedenfalls fühlt es sich so an, wenn "Winds Of Time" läuft. 2026 wird ganz groß für WINGS OF STEEL; da braucht man kein Prophet zu sein.
1. Es kann in diesem Jahr nur einen Sieger geben. Wenn die ersten Takte von "When Yesterday Comes Around" der schwedischen AOR-Legende ALIEN erklingen,
ist da sofort diese unvergleichliche Magie, die einen zeitlosen Klassiker auszeichnet, zu dem sich das aktuelle Meisterwerk der Melodic Rocker wohl in Zukunft entwickeln wird. 'In The End We Fall', der außerirdische Eröffnungstrack, ist ohne Wenn und Aber der beste Song des Jahres. Jim Jidhed, der heute etwas dunkler klingt als noch zu Zeiten des Debüts im Jahr 1988, singt so herzergreifend, dass man es kaum glauben mag. Aber tatsächlich ist jede Sekunde der knapp 53 Minuten Spielzeit höchste Sanges- und Kompositionskunst. Besser kann man das Genre Melodic Rock nicht bespielen. Dass die Zehn endlich wieder fallen musste, war sofort klar. "When Yesterday Comes Around" erschien bereits sehr früh im Januar und konnte danach von keiner noch so versierten Band mehr übertroffen werden. Einen besonderen Moment konnte ich Ende November feiern. Seit vielen Jahren schon stand das Debüt von ALIEN auf Platz 1 meiner Einkaufsliste. Auf einer Plattenbörse fand ich es dann endlich auf Vinyl in einer Angebotskiste. Unfassbar!
|
Rang |
Band | Album |
| 01. | ALIEN | When Yesterday Comes Around |
| 02. | WINGS OF STEEL | Winds Of Time |
| 03. | SPIDERGAWD | From Eight To Infinity |
| 04. | BLACK SWORD THUNDER ATTACK | Black Sword Thunder Attack |
| 05. | SARAYASIGN | Shadows Of The Dying Light |
| 06. | Lars Fredrik Frøislie | Gamle Mester |
| 07. | PAGAN ALTAR | Never Quite Dead |
| 08. | FIRMAMENT | For Centuries Alive |
| 09. | WYTCH HAZEL | V: Lamentations |
| 10. | SEVEN SISTERS | Shadow Of A Fallen Star Pt. 2 |
| 11. | PHANTOM SPELL | Heather & Hearth |
| 12. | PHILOSOPHOBIA | The Constant Void |
| 13. | CENTURY | Sign Of The Storm |
| 14. | SACRED | Fire To Ice |
| 15. | VIGILHUNTER | Vigilhunter |
| 16. | ON FIRE | Bite The Blade |
| 17. | STYX | Circling From Above |
| 18. | PALANTYR | The Ascent & The Hunger |
| 19. | HEARTS ON FIRE | Signs & Wonders |
| 20. | SANHEDRIN | Heat Lightning |
- Redakteur:
- Jens Wilkens





