FIGHTER V und CAROLINE BREITLER - Waldbronn

08.02.2025 | 13:51

04.01.2025, Soundcheck One

Eidgenössischer Hardrock vom Feinsten.

Fighter VFIGHTER V aus der Schweiz präsentiert am heutigen Abend die aktuelle Scheibe "Heart Of The Young". Bedauerlicherweise haben zum Jahresauftakt nicht allzu viele Fans den Weg ins "Soundcheck One" nach Waldbronn gefunden, grob geschätzt sind so um die fünfzig Nasen anwesend. Der Club erinnert mich an die seligen Zeiten in den örtlichen Pressluftschuppen, in denen wir in den Neunzigern ein- und ausgingen, um unserer Musik zu frönen. An den schwarzgestrichenen Wänden im Eingangsbereich und in den Gängen hängen reichlich Relikte aus den goldenen Zeiten. Der Laden wird von den Brüdern Beselt betrieben, die auch gemeinsam unter den Namen SONS OF SOUNDS als Band aktiv sind. Wenn sie nicht selbst auf der Bühne stehen, veredeln sie den Livesound der auftretenden Bands im "Soundcheck One". Und eins vorab, sie verstehen ihr Handwerk!

 

Den Abend eröffnet CAROLINE BREITLER, die dieses Mal nur mit Akustikgitarre und ganz ohne Band ihre Songs zum Besten gibt. Die sympathische Eidgenössin verfügt über eine ausgezeichnete Stimme und legt locker flockig los.Schon im zarten Alter von 16 Jahren gelang es ihr, in der Casting-Sendung "Music Star" (das Schweizer Pendant zu "Das Supertalent") bis ins Finale der Liveshows zu gelangen. Im Vorfeld der Show habe ich natürlich schon einmal in die beiden Alben von CAROLINE BREITLER reingehört. Für mich zünden die Songs mit Begleitband einfach besser. Alles in allem ist mir das Dargebotene viel zu seicht, auch wenn die junge Dame ihr Bestes gibt. Caroline BreitlerZum Abschluss darf noch FIGHTER V-Fronter Emmo Acar mit auf die Bühne, um gemeinsam WHITESNAKEs 'Here I Go Again' zum Besten zu geben. Welch ein Zufall, dass der gute Emmo neben FIGHTER V auch mit der WHITESNAKE-Tribute-Band COVERSNAKE unterwegs ist.

Setliste: Land Of Hope; Dear Navajo; Die For You; La Stah; The One That I Miss; Zombie (THE CRANBERRIES-Cover); Church; Love What Is; Rockstar; Judgement Day; Here I Go Again (WHITESNAKE-Cover mit Emmo Acar); Shock Me; What's Up



Nach dem lauen Aufwärmprogramm erwarte ich von FIGHTER V natürlich mehr Power. Die aktuelle Scheibe "Heart Of The Young" ist seit einem halben Jahr draußen und konnte vielerorts gute Kritiken einheimsen. Neun von zehn Punkten gab es auch bei uns. Grund genug mal die Livequalitäten der Combo anzutesten. Seit dem selbstbetitelten Debüt im Jahr 2019, hat die Band einige Besetzungswechsel mitgemacht, vom ersten Line-Up sind nur noch Keyboarder Felix Commerell und Schlagzeuger Lucien Egloff übriggeblieben. Musikalisch kann man FIGHTER V durchaus eine Weiterentwicklung bescheinigen. Gerade Frontmann Emmo ist ein Aktivposten und zieht die Blicke auf sich, zudem verfügt er über eine äußerst kraftvolle Stimme. Wie CAROLINE BREITLER, hat auch Emmo eine Castingshow-Vergangenheit. Emmo war 2015 bei "Voice Of Germany" dabei und konnte hier erstmalig auf sich aufmerksam machen.

Fighter VEin Blick auf die Setliste verrät, dass bis auf das Stück 'Miracle Heart', das komplette neue Album gespielt wird. Die Songs gefallen mir live noch besser, da die Stimme von Emmo rauer klingt. Songs wie 'Eye To Eye', 'Run N' Hide Away' oder 'Radio Tokyo' transportieren den Spirit der Glam- und Poserrockzeiten und versetzen den Zuschauer zurück in die glorreichen Achtziger. Den Song 'There's No Limit (Speed Limit)' ist der Schweizer Polizei gewidmet, denn gerade in der Anfangszeit ist der gute Emmo in schöner Regelmäßigkeit auf der Reise von Deutschland in den eidgenössischen Proberaum geblitzt worden. Glücklicherweise hielt dieser Umstand den Sänger nicht von einem Engagement bei FIGHTER V ab.

Auch das Debütalbum kommt nicht zu kurz und wird mit den Songs 'Dangerous', 'Can't Stop The Rock', 'Turn It Up' und 'Fighter' entsprechend gewürdigt. Auch diese Songs meistert Emmo fehlerfrei und glänzt zudem noch beim JOURNEY-Klassiker 'Separate Ways'.Einzig die Coverversion von GARY MOOREs 'Out In The Fields' kommt ein wenig zahnlos daher und gerade Keyboarder Felix hätte hier mehr Biss zeigen können. Alles in Allem ein überzeugender Auftritt mit einem perfekten Sound.

Die Band braucht sich nicht vor den skandinavischen Genrekollegen H.E.A.T., CRAZY LIXX oder DYNAZTY zu verstecken und ich bin schon auf das nächste Album gespannt.

Setliste: Eye To Eye; Can't Stop The Rock; Fighter; Stepped On A Landmine; Serarate Ways (JOURNEY-Cover); How Long; I'm There; Speed Demon; There's No Limit (Speed Limit); Bringing It Back; Heart Of The Young; Out In The Fields (GARY MOORE-Cover); Turn It Up; Power; Zugaben: Dangerous; Run N' Hide Away; Radio Tokyo

Text und Fotocredit: Frank Hameister

Redakteur:
Frank Hameister

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