Taubertal Festival 2025 - Rothenburg ob der Tauber
28.08.2025 | 13:5107.08.2025, Taubertal
Auf dem diesjährigen Taubertal-Open-Air spielen Bands wie I PREVAIL, PAPA ROACH und YUNGBLUD.
Sonntag:Beim "Taubertal"-Festival findet übrigens auch seit 2000 das Finale des "Emergenza"-Wettbewerbs statt. Bereits am Freitag und Samstag haben neun Bands aus verschiedenen Ländern auf der "Sounds-For-Nature-Stage" gespielt. Wir haben die Siegerehrung verpasst, sind jetzt aber umso gespannter, welcher Act wohl gleich auf der "Taubertal-Stage" spielt.
Unter Applaus kommt CRIMSON BLOOM auf die Bühne, eine der beiden deutschen Bands. Sie besteht aus vier Jungs, davon ein Schlagzeuger, ein Bassist, ein Gitarrist und ein Sänger. Ihr Musikstil ist rockig und erinnert mich an den Sound von MANESKIN.
Diese Inspiration wird auch ziemlich klar als die Band ankündigt, dass sie ein Cover mitgebracht hat. Der Sänger David entschuldigt sich hierfür bereits im Voraus für sein Italienisch und performt dann 'Zitti e Buoni' von MANESKIN. Es ist erstaunlich, was für eine krasse Bühnenpräsenz die Band hat. Sie spielt 'To Busy To Love' und 'Instant Love', sowie unveröffentlichte Songs und singt dabei stellenweise sogar dreistimmig.
Auch die Gitarren- sowie Bassriffs kommen super zur Geltung und werden teilweise durch Vocals unterstützt. Sowohl musikalisch als auch showtechnisch muss ich sagen, überzeugt mich der Gewinner. Die Band spielt von 16:30 bis 17:00 Uhr und leider gehen einige Zuschauer früher, denn um 17:00 Uhr startet auch schon der nächste Act auf der anderen Bühne. Wir entscheiden uns, CRIMSON BLOOM fertig zu hören und dann erst die Bühne zu wechseln.
Nach dem Emergenza-Finale spielen auf der "Sounds-For-Natur-Stage" die deutschen Alternative-Metaler EMIL BULLS, denen seinerzeit der Nachwuchswettbewerb zum Durchbruch verhalf.
Die Münchner Band versammelt vom ganzen Wochenende die meisten Zuschauer vor der kleinen Bühne, und das obwohl sie schon um 17.00 Uhr spielt. Ich kannte von EMIL BULLS bisher nur Radio-Songs wie 'Euphoria' oder das Cover 'We Built This City'.
Darum bin ich positiv überrascht über den eigentlich deutlich härteren Stil. Melodische, mehrstimmige Gesangsparts im Wechsel mit Screams, untermauert von harten Gitarrenriffs, begeistern das Publikum. Zwischen den Songs interagieren Christoph von Freydorf und Kollegen total ungezwungen mit der Menge, wie die sympathischen Jungs von nebenan. Als jemand von den Sanis mit blutiger Nase aus dem Moshpit geholt wird, erkundigt sich die Band ein paar Mal nach seinem Zustand, bis sie ihn wieder im Publikum entdeckt. Alles in allem ein toller Gig, mit dem EMIL BULLS einige Songs wie 'Happy Birthday You Are Dead To Me' oder 'The Devil Made Me Do It' in meine Playlist gespielt hat.
Eine Band die ich auch unbedingt hören wollte, ist NOTHING BUT THIEVES. Die fünf Briten vereinen melancholische Rockmelodien mit 80er Pop-Elementen und sind von daher nicht unbedingt das Genre für POWERMETAL.de.
Doch vor allem in den rockigeren Songs erinnert mich die kraftvolle und in den höchsten Tönen noch nuancierte Stimme von Conor Mason ein bisschen an das Gesangstalent von Chris Cornell von SOUNDGARDEN, beziehungsweise AUDIOSLAVE.
NOTHING BUT THIEVES spielt auf der großen "Taubertal-Stage". Das Publikum könnte allerdings etwas zahlreicher sein. Es geht los mit 'Welcome To The DCC' und die anwesenden Fans sind sofort dabei, sowie sich die gute Stimmung bemerkenswerterweise durch das ganz Festival zieht.
Lautere Songs wie 'I'm Not Made By Design' oder 'City Haunts' sorgen für Bewegung bein Publikum und beim NO DOUBT Cover 'Don't Speak' hört man gefühlt das ganze Infield mitsingen. Mein persönliches Fazit: Ein solider Auftritt der Band, trotzdem hätte ich gerne ein paar mehr rockigere Songs gehört, vor allem 'Itch' habe ich vermisst. Aber das ist halt immer Geschmackssache.
(Tobias Müller)Als nächste und auch letzte Band steht YUNGBLUD auf dem Programm. Mein persönliches Highlight ist heute Headliner. Wieder mit etwas Verspätung betritt der Brite die Bühne und heizt schon beim ersten Song 'The Funeral' mächtig ein, auch Konfetti gibt's schon. Wir werden auf Halb-Deutsch begrüßt, Dominic Harrison schwärmt davon, wie toll Deutschland ist und verspricht uns, dass er jedes Jahr nach Deutschland kommen wird, bis er "kaputt" ist.
Die ganze Show ist von Energie geprägt und fast schon ein Sportprogramm, denn bei jedem Lied wird die Menge vom Sänger aufgefordert, die Hände hochzuhalten und mitzufeiern. Das Publikum macht mit und wird dafür als die beste Crowd der drei Festivals, die YUNGBLUD dieses Wochenende gespielt hat, gelobt.
Und es stimmt, die Stimmung ist super und das Tal ist voll. Dass YUNGBLUD immer wieder Fans auf die Bühne holt, die beispielsweise Gitarre spielen, ist wohl kein Geheimnis mehr, heute ist der glückliche Fan zufällig jemand, der selbst dieses Wochenende bereits auf dem Festival gespielt hat: Elva, die Gitarristin von CORDUROY COUNTY, einer der Bands des Emergenza-Wettbewerbs.
Dass sie Bühnenerfahrung hat, ist offensichtlich, denn es fällt überhaupt nicht auf, dass sie eigentlich nicht Teil der Band ist. Die Bühne gehört für den Song viel mehr ihr als YUNGBLUD. Während Harrison den Song 'Changes' von BLACK SABBATH ankündigt und ihn OZZY OSBOURNE widmet, wird er sichtlich emotional und vergießt ein paar Tränen.
YUNGBLUD stand Ozzy nah und performte den Song bereits im Villa Park bei Ozzy's letztem Konzert. Nicht nur der Künstler, sondern auch die Zuschauer sind in großen Teilen emotional. Auch nach dem Song schaut YUNGBLUD überwältigt ins Publikum und man hat das Gefühl, der Weltstar kann gar nicht fassen was gerade passiert.
YUNGBLUD spielt eigentlich alle seine "Klassiker", sowie ein paar Tracks seines neuen Albums "Idols". Dabei werden Mikros an ihrem Kabel geschwungen, es wird über die Bühne gesprungen und Pyrotechnik kommt auch nicht zu kurz. Alles in allem eine Top Rock-Show, die dann leider auch zu Ende gehen muss. Die Band schließt mit dem Song 'Zombie', kommt zwar nochmal auf die Bühne, um sich zu verabschieden, spielt aber keine Zugabe mehr.
(Lea Müller)Insgesamt präsentiert sich das "Taubertal-Festival" für uns, die wir zum ersten Mal da waren, von seiner besten Seite. Sogar den Wettergott scheinen die Rothenburger gut zu kennen.
Nach dem vielen Regen in den letzten Wochen (#Wacken) erleben wir hier vier Tage bestes Festival-Wetter. Wie schon erwähnt, ist die Stimmung immer sehr positiv. Selbst Sonntagnacht, nach der abschließenden Show von YUNGBLUD, sind die Securities immer noch gut gelaunt und freundlich.
Wir werden auf jeden Fall wiederkommen. Vielleicht auch schon nächstes Jahr zum 30-jährigen Jubiläum unter dem Motto: "Feiern mit Freunden". Der Vorverkauf läuft bereits und auch die ersten Bands sind bereits bekanntgegeben.
Text: Lea Müller / Tobias Müller
Photo Credit: Tobias Müller (EMIL BULLS, CRIMSON BLOOM)
Photo Credit: Lea Müller (NOTHING BUT THIEVES, YUNGBLUD)
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- Lea Müller