Magnum | The Monster Roars (2022)1. The Monster Roars 3:57
2. Remember 5:06
3. All You Believe In 5:01
4. I Won't Let You Down 3:57
5. The Present Not The Past 5:27
6. No Steppin' Stones 3:57
7. That Freedom Word 4:52
8. Your Blood Is Violence 6:44
9. Walk The Silent Hours 4:51
10. The Day After The Night Before 4:23
11. Come Holy Men 5:01
12. Can't Buy Yourself A Heaven 5:00
Mit Magnum haben wir eine Band auf dem Planeten von denen man mit Fug und Recht behaupten kann, die Besten in ihrem Fach zu sein. Und das kommt nicht von ungefähr. Konstant im 2 Jahrestakt, fallen dem werten Herrn Clarkin immer noch zwingende, einfallsreiche und doch so typischen Melodien ein die Magnum zu eben jener Band machen von denen man weiß was man bekommt und trotzdem überrascht werden kann. In den letzten Jahren ist wirklich nichts schief gegangen bei der Band. Es scheint so, dass die Besetzungswechsel der letzten Jahren neuen frischen Wind in die Band gebracht hab.
Anfang letzten Jahres hieß es, parallel zur Veröffentlichung der „Dance Of The Black Tattoo“, die Band würde sich wieder an ein neues Album machen. Das verzückte mich natürlich und ließ die Vorfreude deutlich steigen. Aber ein Jahr warten? Ja, das geht. Sehr schnell sogar.
Das Cover „The Monster Roars“ ließ mich erst einmal ratlos zurück. Wo sind die typischen Trademarks eines Magnum Artwork hin? Geblieben ist da wohl nur das Bandlogo. Wie wird es klingen? Ein bisschen Angst und Bange ist einem da ja schon auch. Aber hey, es sind Magnum. Was soll schieflaufen?
Genau! Nichts!
So wie die Box ankam, wurde das Päckchen einen Tag vor der Veröffentlichung frohlockend kindlich aufgerissen. Und das Artwork ist, wenn man es vor sich hat, nochmal so viel schöner. Stark!
Aber genug palavert. Es soll ja auch schließlich im Hauptteil um die Musik gehen. Und die ist dieses Mal noch ein Stückweit zugänglicher geworden. Ich weiß zwar nicht genau, woran das liegt. Was mir aber sofort beim ersten Durchlauf in den Sinn gekommen ist, und das hat sich über die weiteren bestätigt, dass es der Band gelungen ist Licht und Schatten in Waage zu bringen. Damit meine ich nicht, dass es schlechte Songs auf dem Album geben würde. Was ich damit meine ist einfach, das es vor allem eine klangliche Stimmung hat die eine wunderbar angenehme Ausstrahlung versprüht. So schafft es die Band mit dem Titelsong, erzählerisch, mystisch und tragend das Album einzuleiten. Man fühlt sich tatsächlich so, als würde einem eine Geschichte erzählt werden.
Die Vorab veröffentlichten Songs sind zwar unglücklich gewählt. Aber gerade im Albumkontext entfalten die Songs sich noch einmal ein Stückweit. Über die Bläser in „No Steppin‘ Out“ lässt sich mit Sicherheit streiten. Aber ich mag das eigentlich immer ganz gerne. Der Party Song auf dem Album. Erinnert mich im Verlauf auch etwas an die „Princess Alice…“. Allein von der Stimmung her.
Die Herren sind die Meister der Kompositionen.
Normalerweise begründet und beweist man seine These. Hier ist dies aber, ganz ehrlich, nicht nötig. Wirklich nicht. Das Album hat einen grandiosen Fluss, ist geprägt von harten Riffs und wunderschön getragenen Melodien. Hier hält sich alles die Waagschale. Das Schlagzeug, zugegeben, etwas sehr straight gespielt, tut aber seinen Dienst. Hält die Songs zusammen, verleiht den Songs einen angenehmen groove. Der Kopf geht mit, der Fuß wippt mit.
Wie eine Band nach so vielen Jahren (ja, ich wiederhole mich immer und immer wieder) es immer noch schafft, dieses Ideenreichtum in kompakte, kurzweilige Songs zu packen, dabei aber immer nach Magnum zu klingen und ohne das Gefühl zu haben, die Band wiederhole sich….Mir möchte das einfach nicht in den Kopf.
Sind die Songs auch noch so straight, wie zum Beispiel „That Freedom Word“ so hat der Song mindesten einen Part der heraussticht. Und dabei klingt das nicht wie Stückwerk oder zusammengepuzzelt. Bei eben erwähnten Song ist als Beispiel vor allem der Anfang und etwa die Stelle ab mehr als die Hälfte zu erwähnen. Wenn Catley seine Gesangslinie langzieht und in der Ferne erlischt. Wahnsinn.
Überhaupt ist es mal wieder auch prächtig, wie kraftvoll seine Stimme auf diesem Album ist. Man könnte sagen, dass der Gesang sehr laut abgemischt worden ist. Aber wer so eindrucksvoll seine Sangeskünste darlegt wie zum Beispiel in „Walk The Silent Hours“, ja, dann darf man das auch genauso so tun!
Allgemein hat die Scheibe einen so heftigen Wumms wie schon länger nicht mehr. Für meinen Geschmack ist die Produktion wunderbar gelungen, besser als zuvor. In „Your Blood Is Violence“. Der Bass, das Schlagzeug, dieser stockende Riff am Anfang. Ja, das zieht einem morgens gleich das Fell über die Ohren.
Gibt es irgendwas Schlechtes auf diesem Album, wird sich vielleicht der ein oder andere Fragen?
Ich suche und überlege und außer, dass man eventuell beanstanden könnte, dass das Schlagzeug etwas einfältig klingt, wenn man denn das so sehen will….
Nein, ich finde da nichts wirklich auschlaggebend Schlechtes darin.
Magnum haben hier ein wahrlich, zunächst unerwartetes überaus starkes Album rausgehauen, dass sich hinter den letzten Alben nicht verstecken muss. Das Monster brüllt laut und kräftig, reißt dich mit, um auf eine einstündige Reise durch das Magnum Universum mitzunehmen. Und das Funktioniert. Altbewährtes trifft auf neue Ideen. Einfach stark.