Mein musikalisches Jahr im Rückblick

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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon Pillamyd » Montag 29. Dezember 2025, 10:23

salisbury hat geschrieben:Meine nicht allzu thrashigen Ohren denken ein wenig and KREATOR manchmal?


Welche Phase von KREATOR hast du da im Kopf? :grins:
Ich sehe da ehrlich gesagt nicht die großen Parallelen. Es sind dem Stil geschuldet eher die tieferen Regionen wie RAZOR, ONSLAUGHT oder gar SADUS.
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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon Pillamyd » Montag 29. Dezember 2025, 10:24

Jakob hat geschrieben:Ich lese/höre hier mit, bisher keine Überschneidungen, aber das macht es umso interessanter :dafuer:


Danke für das Feedback. Freut mich sehr, dass du dich als Leser zu bekennen gibst. Und du hast recht, dass macht es so spannend :dafuer:
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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon Pillamyd » Montag 29. Dezember 2025, 10:26

kingdiamond hat geschrieben:
Pillamyd hat geschrieben:Platz 05:
Sacrifice | Volume Six



Die hab ich zur Erscheinung mal gehört. Ist mir aktuell nichts im Kopf dazu geblieben.
Sie tauchte aber in einigen Jahres-Polls recht weit oben auf und jetzt auch noch hier bei dir. Bis eben war sie nicht nochmal in der Liste zum erneuten Reinhören. Das hat sich jetzt geändert. Die darf direkt vorm Jahreswechsel nochmal ran. :dafuer:


Da kann ich nichts anderes tun als zu bestätigen, dass du das unbedingt machen solltest. Ich warte noch auf deinen großen Thrash-Comeback-Durchbruch :grins:
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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon Pillamyd » Montag 29. Dezember 2025, 10:27

Ich habe es gestern leider nicht mehr geschafft den nächsten Platz zu posten. Zeitmangel und am Text hängen, hat zu dieser Verschiebung geführt. Damit ich den Zeitplan aber Einhalte, gibt es gleich Platz 4 und dann hoffentlich Platz 3 am späten Abend.
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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon Pillamyd » Montag 29. Dezember 2025, 11:19

Platz 04:
Avatarium | Between You, God, The Devil And The Dead


Bild

Eine Band, mit der ich bis zu diesem Album nie wirklich etwas anfangen konnte. Vor allem der Gesang hat mich nie abgeholt, und auch musikalisch habe ich das Ganze eher in die Retro-Ecke verortet. Ob das ein Fehler war, habe ich bis heute nicht überprüfen können.

Es war ursprünglich das Artwork, das meine Aufmerksamkeit geweckt hat. Kurz darauf der vorab veröffentlichte Song „Long Black Waves“. Ein Song, dessen Ausdrucksstärke sinnbildlich für das gesamte Album steht. Ich habe es zur Veröffentlichung schon einmal so beschrieben – und bleibe dabei:
Dieses Album hat eine sehr spezielle Art den Hörer in den Bann zu ziehen. Es arbeitet sich langsam vor, bleibt dicht an den Fersen, beobachtend, kontrollierend. In mir drängt sich dabei das Bild eines Jägers auf, der sich unter dem Mantel aus Melodien, Gitarren und diesem extrem charismatischen Gesang langsam heranpirscht und mich schließlich fest am Kragen packt.

Über die knapp 43 Minuten herrscht eine permanent brodelnde Spannung, die kurz vor dem Platzen steht und sich dabei erstaunlich kontrolliert gibt. Man höre nur einmal „My Hair Is On Fire (But I’ll Take Your Hand)“ – vielleicht wird dann klar, was ich meine.

In den Monaten nach der Veröffentlichung habe ich mich gefragt, warum ich genau dieses Bild damit verbinde. Vielleicht ist das auch meinem eigenen Blick geschuldet. Eine mögliche Antwort fand ich in einem Interview mit der Sängerin, in dem auch ihr eigentlich erlernter Beruf erwähnt wurde: Sie ist Psychotherapeutin. Mir gefiel der Gedanke, dass diese spürbare Kontrolle in der Musik nicht zufällig entstanden sein könnte. Dass sich ihre berufliche Erfahrung vielleicht in diese Spannung, diese Distanz und gleichzeitige Direktheit auf die Songs ausgewirkt haben könnte.

Für mich fühlt sich das Album an wie eine Sammlung von Metaphern – übertragbar, offen, tastend. Es versucht, etwas auszudrücken, das noch nicht vollständig ausgesprochen werden kann. Das Ganze wirkt tiefenpsychologisch. Und trotzdem wirkt es dabei nie analytisch oder erklärend, also kein Sachbuch mitvielen Fallbeispielen. Eher intuitiv und emotional. Ich weiß ja, dass der Gedanke eher auf Spekulatius basiert, als der Wahrheit zu entsprechen.

Musikalisch schafft es die Band jedoch ganz unabhängig davon, eine enorme Spannung
aufzubauen und dabei wunderschöne Momente zu kreieren. Der Gesang bekommt Raum, die Instrumente wissen genau, wann sie sich zurücknehmen müssen – und wann sie mit voller Wucht angreifen dürfen. Das Ergebnis wirkt selbstbewusst und sensibel zugleich, laut und leise in den genau richtigen Momenten.

Ich hasse Abschiede, wie die Pest, weil ich ihr in meinem Leben immer wieder begegnet bin. Wenn sie dann noch in Liedgut geformt werden, ist das nur schwer auszuhalten. Genau so ein Song ist mit dem Titeltrack gegeben. Es dürfte kein Zufall sein, dass der Song am Ende des Albums steht. „The movie that plays inside your head“, heißt es im Chorus des Songs. Das gelingt diesem Song in einer Heftigkeit, dass ich ein ums andere Mal eine Träne verdrückt habe. „Between You, God, The Devil And The Dead“ ist alles in allem ein Album von außergewöhnlicher Schönheit: zierlich, packend, selbstsicher – und paradoxerweise auch schüchtern.


My Hair Is On Fire (But I'll Take Your Hand)
Between You, God, The Devil And The Dead
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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon kingdiamond » Montag 29. Dezember 2025, 11:52

Pillamyd hat geschrieben:Da kann ich nichts anderes tun als zu bestätigen, dass du das unbedingt machen solltest. Ich warte noch auf deinen großen Thrash-Comeback-Durchbruch :grins:


Haha, den wird es wohl so schnell auch nicht mehr geben. Aber ich hab die letzten Wochen und generell übers Jahr doch auch immer wieder Thrash-Alben sehr stetig eingestreut.

An meine „alten Zeiten“ werd ich nicht mehr rankommen, aber bleibt ein gerne gehörtes „Nebengenre“. ;-)

Hier hab ich komischerweise eher das Problem, dass ich wenn dann fast nur ältere Sachen höre. Hab mir noch nicht mal die neue Sodom angehört. DESTRUCTION auch nicht, die mochte ich noch nie. Die neue MEGADETH wäre so der nächste Ankerpunkt für mich…
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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon kingdiamond » Montag 29. Dezember 2025, 12:05

Pillamyd hat geschrieben:Platz 04:
Avatarium | Between You, God, The Devil And The Dead




Der Text liest sich super.
Ist auf der Playliste gelandet. Hatte die ja damals zur „Raben-Maske“ ziemlich gern gehört.
Ich war zur Erscheinung des Albums zu sehr im DREAM THEATER/ARENA/LEPROUS-Fieber, glaube da hat sie nur gestört und durfte mir nicht gefallen. ;-)
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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon Havoc » Montag 29. Dezember 2025, 12:12

Mit AVATARIUM habe ich mich noch nie beschäftigt. Habe mal kurz reingelauscht. Das klingt auf jeden Fall nach Qualität. Der Frauengesang schreckt mich auch nicht direkt ab. Es klingt aber eher ruhig und ziemlich düster und traurig. Auf sowas habe ich gerade eher weniger Lust. Und wenn, dann lege ich halt wohl doch eher My Dying Bride auf. Aber wer weiß. Ich will nicht ausschließen, dass irgendwann der Tag kommen könnte an dem ich mir auch mal ein Album der Band hole. ;-)
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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon salisbury » Montag 29. Dezember 2025, 12:19

Platz 4 ist ein Treffer!

Wow, was für ein guter Text dazu wieder, Pilly. Ich beneide dich ein bischen, dass du soviel Zeit hast, Musik so intensiv zu hören, wahrzunehmen und zu analysieren. Das schaffe ich leider nicht mehr so häufig wie früher.

Ich liebe vor allem 'My Hair Is On Fire', ich finde, dass der weit heraus ragt. Insgesamt gefallen mir deswegen frühere Alben auch einen Tick besser, z.B."The Girl With The Raven Mask".
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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon salisbury » Montag 29. Dezember 2025, 12:29

Pillamyd hat geschrieben:
salisbury hat geschrieben:Meine nicht allzu thrashigen Ohren denken ein wenig and KREATOR manchmal?


Welche Phase von KREATOR hast du da im Kopf? :grins:


Ich weiß nicht, das kam mir meim Hören einfach in den Sinn aber vielleicht ist es falsch.
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