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Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.
von frankjaeger » Montag 26. April 2010, 22:05
Jesus, du hast einen fundamentalen Denkfehler als Grundlage für deine Argumentation. Der ist, dass per se alles, was von mehr als drei Leuten gemocht wird, schlecht sein muss.
Hier mal ein paar Feststellungen: - Musikkritiker dürfen Mainstream mögen - Mainstream ist nicht notwendigerweise minderwertig, auch wenn dort der Anteil höher ist - "Etwas Besonderes" definiert sich über das Normale; wenn wir alle 10 Kauz-Kapellen in unseren Top 10 hätten, wäre es nur noch letzteres
Irgendwann stellt man fest, dass man manchmal gar nicht so gezwungen elitär sein muss, sondern auch einfach mal Fünfe grade sein lassen kann. Das führt dann zu einer viel gelasseneren Einstellung, auch in Bezug auf Musik. Darum kann ich mir abends erst eine EVERMORE (Pop), dann die neue UNLEASHED und dann noch CAULDRON BORN reintun, ohne mich schämen zu müssen. Zum Absacken einmal 'Die Härte' von Herbert rein, und feddich.
In den Top 10 2000 fehlten bei mir übrigens PORCUINE TREE, deswegen kamen sie nicht in die hohen Punkteränge, obwohl Kubi sie durchaus auf der Liste hatte. Warum? Weil mir die Scheibe noch fehlt und ich sie tatsächlich nicht kenne. Ein Fehler? Bestimmt. Aber ich habe PT erst mit "In Absentia" entdeckt und den Backkatalog noch nicht aufzuarbeiten vermocht.
Die anderen Platzierungen, vor allem die hohen, braucht niemand zu verteidigen. Was ein beachtlicher Teil von den mindestens durchschnittlich beschallten Musikliebhabern der Redaktion zu den Jahreskonsensalben wählt, mag für jemanden Einzelnen persönlich nicht zutreffen, aber die Platzierung an sich ist nachdrückliche Aussage genug.
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von Drumtier » Montag 26. April 2010, 23:42
Es hat zwar mich auch erschreckt, was für Bands da so an Top-Plätzen auftauchen, bei In Flames kann ichs zwar erwartungsgemäß schon noch nachvollziehen, aber auch Sachen wie Nightwish oder COB kommen halt logischerweise nach vorne. Wenn jeder einen halbwegs breit gefächerten Geschmack hat wirds halt die eine oder andere Band geben die sich überschneiden wird, und das wird eben nicht irgendeine obskure Rumpelblack oder Funeral-Doom-Band sein. Gauss'sche Glockenverteilung halt, das muss einem nicht gefallen und das heißt nicht, dass das jetzt die unwiderruflichen besten Alben dieses Jahres sind und jeder Metaller muss sich gefälligst daran halten, das is einfach nur ganz genau das was bei so einer Abstimmung erwartungsgemäß rauskommen muss. Hier meine persönliche Hitliste für 2001: 1. Gorguts - From Wisdom To Hate 2. Shape Of Despair - Angels Of Distress 3. Opeth - Blackwater Park 4. My Dying Bride - The Dreadful Hours 5. System of A Down - Toxicity 6. Ill Niño - Revolution Revoluciòn 7. Iced Earth - Horror Show 8. Marduk - La Grande Danse Macabre 9. Dornenreich - Her Von Welken Nächten 10. Kataklysm - Epic (The Poetry Of War) Und, omg, das warn eh bis auf die In Flames Live-CD alle die ich aus diesem Jahr hab...^^ Aber man sieht sehr schön, was ich oben gesagt hab. Stilistisch von Black über Death zu Doom (wenn auch hier typische Konsensbands beispielsweise aus Heavy/Power fehlen) viele vertreten, wird Marduk wohl kaum in der Redaktionsliste auftauchen, Opeth oder MDB schon eher. Bei 10 Leuten wird sich einiges an Undergroundperlen anhäufen die aber halt nicht oben auftauchen, die "Mainstream-Bands" schon 
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von Jesus » Dienstag 27. April 2010, 07:32
frankjaeger hat geschrieben:Jesus, du hast einen fundamentalen Denkfehler als Grundlage für deine Argumentation. Der ist, dass per se alles, was von mehr als drei Leuten gemocht wird, schlecht sein muss.
Es geht nicht um Mainstream. Es gibt gute Bands im Mainstream und grottenschlechte obskure Bands. Die fehlenden Porcupine Tree werden sowohl von mindestens 3 Leuten in der Redaktion gemocht und sind zudem Mainstream. Da ist nichts schlimm dran.Es gibt aber da eventuelle Neulinge, die diesen Artikel lesen, das gewissermaßen für bare Münze nehmen und mittelmäßige bis schlechte Scheiben wie die CoB und In Flames kaufen und glauben, es wären Jahrhundertwerke. Man kann ja wirklich von Glück reden, daß die Pain of Salvation wenigstens noch den elften Platz gemacht hat und nicht völlig unter den Tisch fiel. Drumtier hat geschrieben:Wenn jeder einen halbwegs breit gefächerten Geschmack hat wirds halt die eine oder andere Band geben die sich überschneiden wird, und das wird eben nicht irgendeine obskure Rumpelblack oder Funeral-Doom-Band sein. Gauss'sche Glockenverteilung halt, das muss einem nicht gefallen
Wäre ja an sich meine Argumentation, aber es geht ja eigentlich bei diesen Artikel auch darum, die besten Alben 2000 vorzustellen. Nicht jene, auf die man sich am besten einigen kann oder die aufgrund ihrer Gefälligkeit mehr als einmal erwähnt werden. Wie ich bereits am Anfang erwähnte, ist das keine Bestenliste, sondern eine Konsensliste wie die Charts. Es wäre viel angebrachter, die einzelnen Listen der Redakteure zum Hauptteil des Artikels zu machen und jeder Redakteur darf dann ein oder zwei Zeilen schreiben, warum das für ihn/sie eines der besten Alben das Jahres ist. Diese große List verfälscht den Eindruck und sollte hinten angestellt werden. Eine kritische Auseinandersetzung mit den Platzierungen von Seiten der Redaktion in Art einer kurzen Gruppentherapie wäre da natürlich auch nicht übel.
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von frankjaeger » Dienstag 27. April 2010, 08:10
Jesus hat geschrieben:... mittelmäßige bis schlechte Scheiben wie die CoB und In Flames kaufen und glauben, es wären Jahrhundertwerke. ...
Siehst du, das ist immer noch der Denkfehler. Du findest die Scheiben vor "Clayman" besser und die danach schlechter. Bei mir ist es umgekehrt. Und bei den meisten Redaktionskollegen auch. "Clayman" ist nämlich gar nicht mittelmäßig, sondern eines der besten Alben des Jahres 2001. Wenn auch nicht für dich. Man könnte argumentieren, dass eben diese Platzierung hier dich widerlegt. Jesus hat geschrieben:Wie ich bereits am Anfang erwähnte, ist das keine Bestenliste, sondern eine Konsensliste wie die Charts. ...
Etwas Anderes soll es ja auch gar nicht sein. Eine Bestenliste kann ja nur individuell sein, denn objektvi gibt es das in der Musik nicht.
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von Peter Kubaschk » Dienstag 27. April 2010, 08:27
*shrugs* ... Jesus' Geschmack ist genauso fehlbar wie der eines jeden einzelnen Redakteurs. Ich meine, er findet DORNENREICH gut und nörgelt, dass "Dead Heart In A Dead World" nicht gut ist. Damit ist doch wirklich alles gesagt.
Der Denkfehler dabei ist einfach, dass manche glauben, dass nur ihr Geschmack richtig ist. Das ist eben nicht der Fall. Nie. Bei niemadem.
und zu PT: die wäre in meine Top20 gekommen, aber halt nicht in die Top10.
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von Jesus » Dienstag 27. April 2010, 08:36
Peter Kubaschk hat geschrieben:Der Denkfehler dabei ist einfach, dass manche glauben, dass nur ihr Geschmack richtig ist. Das ist eben nicht der Fall. Nie. Bei niemadem.
Mit dieser "Erkenntnis" im Hinterkopp wird eine solche Liste noch um einiges sinnloser. Daher diese kleine Idee: Ich hat geschrieben:Es wäre viel angebrachter, die einzelnen Listen der Redakteure zum Hauptteil des Artikels zu machen und jeder Redakteur darf dann ein oder zwei Zeilen schreiben, warum das für ihn/sie eines der besten Alben das Jahres ist. Diese große List verfälscht den Eindruck und sollte hinten angestellt werden. Eine kritische Auseinandersetzung mit den Platzierungen von Seiten der Redaktion in Art einer kurzen Gruppentherapie wäre da natürlich auch nicht übel.
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von Holger Andrae » Dienstag 27. April 2010, 08:47
Jesus, du begehst grundsätzlich den Fehler uns zu unterstellen, wir würde Anspruch auf eine nicht vorhandene Objektivität erheben. Es sollte doch jedem kalr sein, dass so eine Liste, egal wer sie erstellt, immer nur eine subjektive Liste sein kann. Wie Frank schon schrieb, gibt es keine Musik, die objektiv gut ist. Nur Musik, die gefällt oder eben nicht. Selbst technisch tolle Musiker könne schlechte Musik komponieren. Da sind wir uns wohl einig.
Man hätte so eine Liste nach Verkaufszahlen ermitteln können und wären dann eventuell wieder beim Gruselthema "Relevanz". Führt also auch zu nichts.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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von Jesus » Dienstag 27. April 2010, 09:31
Holger Andrae hat geschrieben:Jesus, du begehst grundsätzlich den Fehler uns zu unterstellen, wir würde Anspruch auf eine nicht vorhandene Objektivität erheben.
Ich sehe das eigentlich nicht als Fehler  Ein gewisses Maß an Objektivität kann in einem Magazin nicht verkehrt sein. Daß hier nichts ex cathedra gesprochen sein sollte, ist natürlich klar. Holger Andrae hat geschrieben:Es sollte doch jedem kalr sein, dass so eine Liste, egal wer sie erstellt, immer nur eine subjektive Liste sein kann.
Natürlich sind solche Listen subjektiv. Wenn ich aber einen Artikel darüber schreibe, den tausende Menschen lesen, sollte ich mir vielleicht Gedanken machen, sie für alle Leser irgendwie relevant zu machen. Von daher fände ich die Gedanken eines jeden Redakteurs zu dessen Top 10 interessanter als eine vorgekaute Liste mit Konsensplatten. Holger Andrae hat geschrieben:Gruselthema "Relevanz".
Ups.
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von Rüdiger Stehle » Dienstag 27. April 2010, 09:46
Jesus hat geschrieben:Natürlich sind solche Listen subjektiv. Wenn ich aber einen Artikel darüber schreibe, den tausende Menschen lesen, sollte ich mir vielleicht Gedanken machen, sie für alle Leser irgendwie relevant zu machen. Von daher fände ich die Gedanken eines jeden Redakteurs zu dessen Top 10 interessanter als eine vorgekaute Liste mit Konsensplatten.
Dem Gedanken haben wir dadurch Rechnung getragen, dass in der finalen Liste alle Scheiben ab 12 Punkten (das bedeutet "Album des Jahres" bei einem einzigen Schreiber) auftauchen. Die Liste sollte zeigen, welche Scheiben in der Redaktion mehr oder minder konsensfähig sind, und darüber hinaus noch die Scheiben berücksichtigen, die einer von uns so überragend findet, dass sie sein "Album des Jahres" geworden sind. Daher steht da für mich mit "Grand Declaration Of War" ein Album, das alles andere als konsensfähig ist. Dass durch den Auswertungsmodus einige einzigartige Perlen unter den Tisch fallen ist klar, aber wenn wir pro Jahr 150 - 200 Scheiben anhand der Einzellisten behandeln müssten, würde das jeden Rahmen sprengen. Es wäre natürlich auch ein schönes Konzept, aber das ist für uns neben der Bewältigung des aktuellen Materials nicht zu stemmen.
alias Hugin der Rabe. Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
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von Julian Rohrer » Dienstag 27. April 2010, 09:51
Julian Rohrer hat geschrieben:Es geht um die persönliche Top-10 des jeweiligen Redakteurs. Da kann es kein richtig oder falsch geben, verstanden?
Damit wäre die Frage der Relevanz doch geklärt, oder nicht? Wenn sich der Leser mit dieser Liste und den Wertungen des Redakteurs identifizieren kann: Super. Wenn nicht: Sucht er sich in den Weiten des Internets nach einer Alternative und wird frustriert zu uns zurückkommen, weil wir die Besten sind. So what? Außerdem gehe ich davon aus, dass unsere Leser diese Listen insofern für relevant halten, da die sonstigen Meinungen ja nur im Spiegel dieser impliziten, subjektiven Best-Of-Listen existieren, oder etwa nicht? Wenn ich mir ein Album vorknöpfe, so gleiche ich das offensichtlich oder unterbewusst mit meiner Top-Liste der gehörten Alben. Und wenn mich "Follow The Reaper" auf Nr. 1 im Jahr 2000 für eine relevante Meinung für dich disqualifiziert, dann ist das doch eine wichtige Erkenntnis. Und wenn ein anderer Leser COB bis dahin genauso gut fand, wird er meine heutigen Wertungen vielleicht in einem anderen Licht sehen, weil er feststellt, dass ich doch kein ewiger SCOOTER-Fan bin (was nat. dennoch stimmt, aber das ist ein anderes Thema). Um nur mal aus meiner Innenperspektive zu argumentieren. Fordere doch in einem Leserbrief eine Artikelreihe von unserer "Kauzfraktion": "Die verkanntesten Underground-Alben der 2000er" oder "Was ich kennen muss, aber 90% der Szene nicht kennen: Die Top-100 der abgefahrensten Limit-50-Pressungen"...
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