Anyways, back to topic. Seit der letzten Playlist liefen:

SWANS "My Father Will Guide Me up a Rope to the Sky"
→ Vorbereitung aufs neue Werk. Mausert sich so langsam trotz meiner längeren Bindung zu den Klassikern zu meiner liebsten Scheibe der Schwäne und besteht locker den test of time, und zwar summa cum laude (argh, zu viele Fremdwörter!). Die Art und Weise wie Gira seine Band ins 21. Jahrhundert hievt - immer noch heavy, aber gleichzeitig bedächtiger, abgeklärter, weiser, welterfahrener; lebensmüder, doch nicht des Lebens überdrüssig - wirkt auf mich ebenso authentisch wie faszinierend. Die noisigen Momente sind heute pointiert, kontrolliert und somit effektivere Stilmittel in einem erwachseneren, vielschichtigeren, gelasseneren, stromlinienförmigeren Sound. Hey, wenn THOSE POOR BASTARDS dieses Jahr auch noch ein Album veröffentlichen, könnte sich ja meine Dreifaltigkeit von 2010 wiederholen...

Anspieltipp: 'No Words/No Thoughts' (leider kein Vergleich zur halbstündigen Live-Version, die eher nach TEETH OF LIONS RULE THE DIVINE und SUNN O))) tönte
)
CURRENT 93 "Aleph at Hallucinatory Mountain"
→ Klanglich in einem doch recht ähnlichen Spektrum angesiedelt wie die obige SWANS, doch lotet diese hier die Extreme mehr aus. Sie ist etwas ruhiger und folkiger, wo sie eben bedächtig und minimalistisch zu sein hat; aber auch ruppiger, brummender, wenn die Band aus sich heraus geht. Außerdem verwendet sie als wichtigstes Instrument nach dem üblichen Rockinstrumentarium ein Piano, wohingegen die "My Father" einer Zither diese Rolle zukommen lässt
Zwei Songs sind sogar mehr Metal als es so manche "wahre" Metalband je war... Zwar spielt Tibet auf jedem Album etwas anderes, aber ich wünschte, er würde ein wenig zu diesem Stil zurückkehren. Naja, es ist ja noch Zeit, seitdem hat er ja erst zwei weitere Studioplatten und unzähligen Scheiß veröffentlicht...
Anspieltipp: 'Not Because the Fox Barks'

PALLBEARER "Sorrow and Extinction"
→ In den unsterblichen Worten von Morbo: DOOOOOOOOOOOOOOOOM! Hier werden die jammernden Trauerkloßballaden von WARNING und 40 WATT SUN kombiniert mit den staubtrockenen Riffwalzen von ST. VITUS und TROUBLE. Originell? Nein. Aber wer nasal-schiefen Jammergesang, fuzzy Bass und Zeitlupenheadbanging mag, wird gut bedient.
Anspieltipp: 'The Legend'

SWANS "Swans Are Dead"
→ Eines von diesen raren Live-Alben, die nicht das Studiomaterial langweilig imitieren, sondern völlig eigenständig klingen. Zudem klang damals in den 90ern sowieso noch jede Post-Rock-Band anders, neu, einzigartig und angenehm ungeschliffen - wie halt SWANS' Spätphase und CUL DE SAC, STARS OF THE LID, PAN*AMERICAN, LABRADFORD, .O.RANG oder BARK PSYCHOSIS. Eben nicht wie der neueste glattgelackte, gefällige Klon von IF THESE TREES COULD MAKE SLEEP EXPLODE LIKE LONG DISTANCE WAVES FROM NEBULA FRAMES UNDER THE EMPIRE. Ach verdammt, jetzt fange ich auch schon an wie die kahler werdenden altklugen bierbäuchigen Metaller mit ihrem bescheuerten "früher war alles besser"-Gelaber. Donnemols, vorm Kriech, da hadde wa 'nen Kaiser un mene Vorfahr'n van Vadders Siet lievde noch blied un tofreede in Pommern, Prußen un Schläsing... *räusper*
Anspieltipp: 'The Sound'

DØDSENGEL "Imperator"
→ Erstaunlich, wie die Band sich in Sachen Ambition und Komposition gemausert hat. Der Vergleich zwischen diesem Mammutwerk und den zwar guten, aber doch gewöhnlicheren Vorgängerscheiben lässt mich ein wenig denken an DEATHSPELL OMEGAs gewaltigen Sprung vom gesichtslosen DARKTHRONE-Klon zu einer der führenden Größen des Black Metal. Vielleicht ist DØDSENGEL ein ähnlicher Weg bestimmt, denn hier regiert Kreativität und Atmosphäre. Allerdings erinnert das Album weniger an französischen oder schwedischen Schwarzstahl, sondern mehr an eine Kreuzung aus THE RUINS OF BEVERASTs "Foulest Semen of a Sheltered Elite" und JARBOEs "Mahakali" mit 'nem Schuss ESOTERIC obendrein. Die eingestreuten Halford/King Diamond-Screams zaubern mir zudem ein breites Grinsen aufs Gesicht, weil man so etwas im Black Metal ja eher selten zu hören bekommt. Insgesamt gut durchdacht, abwechslungsreich sowie angenehm poliert und gut produziert, ohne die Härte und Metalness zu vernachlässigen. Fazit: Mächtig gewaltig, Egon. Oder Sven. Oder Søren. Wie auch immer diese Schweden heißen mögen... Köttbullar!
Anspieltipp: 'Asphyxia'

THE WHITE BIRCH "Come Up for Air"
→ Reiten wir mal auf Wölkchen in aller Ruhe von Schweden nach Norwegen. Dort gibt es scheinbar nicht nur Black Metal (Sag mal, Rüdiger, hattest Du das gewusst?), sondern auch hauchzarten auralen Balsam für den Melancholiker. Luftige, watteweiche Nichtigkeiten, zu denen man die Welt drumherum vergessen kann. Zum Träumen und Davonschweben in eine bessere Welt. Hach ja.
Anspieltipp: 'The Astronaut'
Recht wenig für 2 Wochen, aber für mehr war leider keine Zeit. Im Auto liefen noch VEKTOR und WHITE LIES, aber so wirklich aktiv gehört war das auch nicht, das dudelte nur so nebenbei. Und guck mal, Froschi, keine bunten Pferdchen im ganzen Beitrag! Stattdessen Futurama! Extra für Dich! Und nun brauche ich dringend Kaffee...
