Enslaved

Re: Enslaved

Beitragvon Havoc » Sonntag 21. Oktober 2012, 20:47

Jesus hat geschrieben:Also nach zwei Durchläufen bin ich ein bisschen verdattert. Die Band wird zunehmend abstrakter und entrückter, macht die Musik nur noch für sich selbst und der Hörer muss halt zusehen, wo er bleibt.


Generell finde ich sowas ja eher gut.
Und so abstrakt und entrückt finde ich das Album gar nicht. Ich finde eher, dass das eine konsequente Weiterentwicklung ist. Die ersten paar Duchläufe waren wirklich seltsam...aber umso öfter man das anhört, desto normaler, typischer und besser wird das Album.
Benutzeravatar
Havoc
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 23763
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 12:10

Re: Enslaved

Beitragvon Jesus » Sonntag 21. Oktober 2012, 20:54

Ja, das ist klar, dass sich nach weiteren Durchläufen das Album mehr und mehr offenbart. ich hab's bereits auf den MP3-Player gespielt und demnächst habe ich ja im Krankenhaus genug Zeit und Langeweile zum Hören und Analysieren ;)

Spätestens seit "Below the Lights" ist ein neues Enslaved-Album halt auch eine Herausforderung, die es zu meistern bzw. eine Nuss, die es zu knacken gilt. Vielleicht mal mehr ("Axioma") oder weniger ("Vertebrae"). Dieses Mal tippe ich wieder auf mehr.
Benutzeravatar
Jesus
Super-Duper-Mega-Ober Metaller
 
Beiträge: 10890
Registriert: Dienstag 9. Februar 2010, 13:20
Wohnort: Das Herz Preußens

Re: Enslaved

Beitragvon Rüdiger Stehle » Sonntag 21. Oktober 2012, 22:24

Das deckt sich in etwa mit meinen Beobachtungen (vgl. Review). Wobei ich schon zugeben muss, dass der Schritt vom Fordern zum Überfordern bei ENSLAVED wirklich nicht mehr weit ist. Im Gegensatz zu euch bin ich derlei Entwicklungen als großer Freund straighter, old-schooliger Klänge, ja generell eher nicht wohlgesonnen, aber ENSLAVED ist komischerweise eine der Bands, die mich trotzdem immer wieder mit ins Boot holen kann.
alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet.
Háv. 38
Benutzeravatar
Rüdiger Stehle
Musikredaktion
 
Beiträge: 35341
Registriert: Samstag 6. Februar 2010, 22:52
Wohnort: Schwabenland

Re: Enslaved

Beitragvon Havoc » Donnerstag 25. Oktober 2012, 19:00

Jesus hat geschrieben:Spätestens seit "Below the Lights" ist ein neues Enslaved-Album halt auch eine Herausforderung, die es zu meistern bzw. eine Nuss, die es zu knacken gilt.


Eigentlich gibts von Enslaved ausschließlich harte Nüsse. Selbst "Frost" oder "Blodhemn" sind keine einfachen Alben.
Benutzeravatar
Havoc
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 23763
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 12:10

Re: Enslaved

Beitragvon Drumtier » Samstag 1. Dezember 2012, 21:18

Dann will ich mich spät aber doch auch noch einbringen in die Diskussion. Ihr letztes Album war ja für mich der Grund mich näher mit der Band zu beschäftigen und auch wenn es bis auf Isa noch zu keinem weiteren Album gereicht hat, so war ihr neues Album doch ein ziemlicher Fixtermin für mich. Allerdings ist die Band ja nicht wirklich einfach zu beschreiben und weil ständig so viel passiert besteht auch immer ein wenig die Gefahr, dass man gar nicht alles mitbekommt. Um das zu vermeiden werd ich jetzt ausnahmsweise ein Art grobe Song-by-Song-Einschätzung abgeben:

Für viele ist der zunehmende Anteil am klaren Gesang ja kein Pro-Argument aber wenn er so vorgetragen ist, ist er das für mich jederzeit. Erste Highlights sind dieser seltsam fröhliche und doch dunkle Gesang im Refrain von Thoughts Like Hammers oder die ebenfalls grandiosen, hymnischen klaren Vocals im folgenden Death in the Eyes of Dawn mit dem grandiosen Übergang zum Schreigesang. Oder der kurze, am Beginn recht reduzierte Teil bei ~ 4:15 von Roots Of The Mountain bis dann Klargesang und anschließend Kreischgesang einsetzen, reine Gänsehaut.
Der Titeltrack klingt für mich irgendwie recht entrückt, rifflastig aber schwierig. Dann kommt für mich mit Materal das bisherige Highlight des Albums, vom Anfang bis zum Schluss passt da einfach alles. Der coole, ruhige Songaufbau, ein erster Ausbruch und wieder zurückziehen in die Höhle. Auch die nur mehr selten zu hörenden Black Metal typischen Riffs gefallen mir hier sehr gut. Aber das alles wird überstrahlt von diesem grandiosen Solo, das wohl ziemlich sicher das beste ist, das ich je im Black Metal gehört habe. Erwähnenswert dabei auch die perfekt harmonierende Rhythmusgitare! Und in die letzten Töne hinein Gekreische, wunderbar, Wechsel in die verträumten klaren Vocals und wieder zurück, Stimmungswechsel, Atmosphäre, Tempo, es wird nur so jongliert mit den Variablen aber wer's kann, der kann's.
Die erwähnten Schwierigkeiten mit dem Beginn von Storm of Memories kann ich nachvollziehen, find's aber als Aufbau und stetes Hinauszögern der erwarteten Raserei sehr gelungen. Okay, Raserei passt bei der Band wohl nicht mehr so wirklich, trotzdem klirren die Riffs dann doch recht fein als der Hebel umgelegt wird. Der Abschluss des Album zeigt die Band dann in den ersten Minuten wieder von ihrer wütenden, harschen Seite mit feinem Gegurgle und herrlichen Headbanger-Passagen. Dann gibt es wieder diese Mittelfinger-Teile bei denen man ihren Weg entweder mitgehen kann und sich über psychedelische Eindrücke und Flüster-Vocals freuen kann oder alleine und gelangweilt zurückbleibt.

Insgesamt nach ein paar Wiederholungen schon deutliches Wachstum erkennbar welches für die folgenden Umdrehungen sehr vielversprechend ist, ein extrem guter Eindruck und (ich müsste ihn zum Vergleich wieder einmal hören) vielleicht sogar besser als der Vorgänger!
Benutzeravatar
Drumtier
Metalhead
 
Beiträge: 3315
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 00:43

Re: Enslaved

Beitragvon Havoc » Sonntag 2. Dezember 2012, 11:31

Wenn Dir der Klargesang und auch der Song "Materal" so gut gefallen, dann musst du unbedingt die "Vertebrae" kaufen.
Ich kann das alles sehr gut nachvollziehen was du schreibt. Mir geht es nämlich ähnlich. Anfangs hätte ich es nicht für möglich gehalten, dass das Album noch so stark wächst. Mittlerweile muss ich sogar sagen, dass dieses Album vielleicht wirklich das beste Enslaved Werk überhaupt ist. Bei "Axioma Ethica Odini" hat mir immer die allerletzte Magie gefehlt, die bei "Riitiir" nun immer mehr zum Vorschein kommt. Mittlerweile bei mir ein ganz klarer Treppchenkandidat 2012.
Benutzeravatar
Havoc
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 23763
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 12:10

Re: Enslaved

Beitragvon Drumtier » Freitag 28. Dezember 2012, 01:33

Havoc hat geschrieben:Hatte ich mir schon gedacht, dass die DVD wohl wieder nur sowas ist was man eigentlich nicht braucht. Da ich eh Jewelscases lieber mag....alles richtig gemacht. :-)

Ich beneide dich, hat leider nur das Digipak inkl DVD gegeben und bei solchen DVDs ist für mich halt dann immer die Gefahr, dass sie den Gesamteindruck eines Albums trüben. Kann mich noch erinnern, dass das bei der letzten Dark Tranquillity auch so war. Da freut man sich auf ein interessantes Video das einem die Band näherbringt und dann vergeudet man eine Stunde seines Lebens. Und so ist das auch hier. Kann mir echt interessanteres vorstellen als den Typen beim Rasenmähen zuzusehen. Und warum ist die ganze DVD mit irgendsoeinem Keyboard/Mellotron/wasauchimmer-Sound unterlegt? Meine Güte werd jetzt schnell das Album noch einmal hören damit da kein negativer Nachgeschmack bleibt...

Ist sie für dich immer noch die beste Enslaved? Für mich ist sie das wohl, wobei ich nur noch Isa und Axioma hab und davon nur letztere mithalten kann.
Benutzeravatar
Drumtier
Metalhead
 
Beiträge: 3315
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 00:43

Re: Enslaved

Beitragvon Rüdiger Stehle » Freitag 28. Dezember 2012, 03:50

Drumtier hat geschrieben:Ist sie für dich immer noch die beste Enslaved? Für mich ist sie das wohl, wobei ich nur noch Isa und Axioma hab und davon nur letztere mithalten kann.

Also für mich ganz sicher nicht... 8-)
Obwohl sie schon echt toll ist. Aber da gab's halt noch die Phase bis einschließlich 1998.
alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet.
Háv. 38
Benutzeravatar
Rüdiger Stehle
Musikredaktion
 
Beiträge: 35341
Registriert: Samstag 6. Februar 2010, 22:52
Wohnort: Schwabenland

Re: Enslaved

Beitragvon Drumtier » Freitag 28. Dezember 2012, 04:14

Die werd ich hoffentlich auch noch irgendwann ergründen, befürcht aber, dass mir ihr aktueller Stil besser zusagt!
(Bitte jetzt keine Tipps, ich werds schon irgendwann machen, nur kein Stress ;-) )
Benutzeravatar
Drumtier
Metalhead
 
Beiträge: 3315
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 00:43

Re: Enslaved

Beitragvon Havoc » Freitag 28. Dezember 2012, 11:53

Drumtier hat geschrieben:Ist sie für dich immer noch die beste Enslaved?


Mhhh. Schwierig. Ich hab ja alle Alben außer dem Debüt. Ich mag alle Alben, bin aber wie sich hier die meisten wohl denken können auch eher ein Fan der Neuphase. Trotz ihrer Klasse würde ich sagen, dass "Isa" und "Axioma Ethica Odini" nicht meine Lieblinge sind. Das waren seit jeher "Ruun" und Vertebrae". Das neue Album "Riitiir" bündelt schon einige Stärken dieser Alben, sodass ich das schon verdammt stark finde. Aber über "Ruun" und "Vertebrae" möchte ich es noch nicht stellen. Und jetzt habe ich sogar noch die ebenfalls phantastische "Below The Lights" außen vor gelassen. auch "Mardraum" ist irgendwie Hammer. Sagen wir mal so...ich finde es nicht vermessen oder völlig unpassend, wenn jemand behauptet, dass die "Riitiir" das beste Album der Band ist. Sowas wird ja oft aus Werbegründen und so behauptet, wo man nur denkt..."Um Himmels Willen!!". Aber hier kann man das durchaus so sehen finde ich. Das Album klingt einfach "reif".
Benutzeravatar
Havoc
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 23763
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 12:10

VorherigeNächste

Zurück zu Thrash / Death / Black Metal

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast