WW 2012 - EXPLOSN

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WW 2012 - EXPLOSN

Beitragvon firestarter » Samstag 15. Dezember 2012, 19:02

Puh, da hat mir mein Wichtel aber einen Brocken verpasst...

Auf der CD namens "EXPLOSN", die ein selbstgezeichnetes Cover ziert, auf dem ein Hand einen flascheförmigen, offenbar explodierenden Gegenstand (Handgranate?) wirft, sind 13 Songs, von denen ich keinen einzigen kenne. Bei fast allen Songs ist mir noch nicht mal klar, um welches Sub-Genre es sich handelt, geschweige denn, dass ich irgendeine Band kennen würde. Ich tappe also völlig im Dunklen.

Eins ist zumindest klar, auf mich zugeschnitten hat mein Wichtel den Sampler definitiv nicht. :)

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Re: WW 2012 - EXPLOSN

Beitragvon firestarter » Sonntag 16. Dezember 2012, 12:25

Na, dann werde ich mich mal dran versuchen...

01. ? (5:20)

Das Lied beginnt mit Kinder- oder Frauen-Gesang von exotischer, für mich nicht näher zu bestimmender Herkunft. Dann setzt ein schweres, langsam-walzendes Riff ein. Der Sound ist modern, tiefergestimmte Gitarren, dominater Bass und knallende Snare. Der Gesang ist hoch, mit allerlei Effekten belegt und klingt nach 90er Jahre Alternative. Riff, Rhythmus und Gesang haben zusammen eine hypnotische Ausstrahlung. "Taking him home, to his promised lands..."; "Jesus made her... and now she`s taking him home...". Der Song hat kaum Variationen und walzt vor sich hin - kein Solo, kein Refrain, keine Bridge. Zum Schluss kommt nochmal ganz kurz der Gesang aus der Einleitung. Ich habe null Ahnung, wer das sein könnte. Noch nicht einmal die Stilrichtung könnte ich benennen. :?

02: ? (4:25)

"It`s only the end of the world again..." - so startet der Gesang, begleitet von melancholischer Gitarre und Bass. Dann setzt ein schleppendes, lautes Schlagzeug ein, der Song steigert sich, verzerrte Gitarren kommen hinzu und der Sänger beteuert weiterhin, dass es wieder das Ende der Welt ist. Die Stimmung ist passenderweise fatalistisch-depressiv, man könnte den Song als balladesk bezeichnen. Auch hier ist eine hypnotische Ausstrahlung vorhanden, ein Solo sucht man wieder vergebens und die Songstruktur ist überschaubar. Zum Schluss hin steigert sich das ganze dramatisch. Ob das eine moderne Form von Doom ist? Keine Ahnung... Wieder bin ich ratlos.

03: ? (5:09)

Ein stark vezerrtes, simples Eingangs-Riff, dann hämmern noch verzerrtere Gitarren, mit Bass und Drums sehr modern klingend rein. Es entwickelt sich ein treibender Rhythmus, der von verzerrten, zweistimmigen, halligen Vocals begleitet wird. Das klingt zum ersten Mal tatsächlich nach Metal. Der Song baut sich komplex auf, mit jagenden Passagen, Maiden-worshippenden Twin-Gitarren-Läufen, mit entsprechender Bass-Untertützung, und Tempo- bzw. Rhythmus-Variationen. Der größte Teil des Songs ist rein instrumental und steigert sich zum Schluss hin extatisch. Teilweise sehr geile Gitarrenpassagen und -sounds. Insgesamt wirkt das Lied auf mich etwas zerpflückt, in den eher einleitenden Teil mit Gesang und den ausufernden, experimentelleren Instrumental-Teil. Interessantes Lied. Eine stilistische Einordnung gelingt mir erneut nicht.

04: ? (5:17)

Jetzt wird es bedeutend konventioneller - ein schnelles, thrashig-speediges Eingangs-Riff + knüppelndes Schlagwerk und einen angepissten Shouter = hier fühle ich mich heimisch. Es wird sogar ein kurzes Solo dargeboten, bevor das Lied in einen getragen-doomigen Mittelteil kippt. Plötzlich klingen Gitarren und Drums authentisch 70s-like. Eingeleitet von Hundegebell (!) wird es dann wieder rasend schnell und hart. Vieles erinnert hier an guten alten Speed- und Thrash-Metal der 80er, aber irgendwie klingt die Aufnahme sehr zeitgemäß, so dass ich denke, es handelt sich um eine aktuelle Band, die auch nicht wirklich dem Thrash-Genre zuzurechnen ist. Cooler Song.

05: God`s Tower - Seven Rains Of Fire

Eine sägende Gitarre klingt sofort, wie der wenig später einsetzende Gesang - ordentlich besoffen... Keltisch-irisch-folkiges Feeling ist angesagt, obwohl der Sänger einen anderen Akzent hat. Dann wird es galoppiernd und heavy. Der Song heißt sicher "Seven Rains Of Fire" und diese "are watching you, watching me, watching us, etc...". Insgesamt ein spannendes Stück Folk (?) Metal.

Ich konnte es nicht lassen und habe nach dem Songtitel gegoogelt...

06: ? (6:41)

Akustisches Gitarren-Intro, dann wuchtige E-Gitarren und hymnischer, pagan anmutender Gesang. Nach 3:20 kommt ein Teil mit indianischen (?) Gesängen und entsprechender Trommel-Begleitung. Dann wird es wieder heavy-hypnotisch. Irgendwann setzt gutteraler Gesang ein und zum Schluss wird es chaotisch-jagend (mal wieder). Black Metal? Maybe, maybe...

07: ? (5:22)

Akustische Klampfe again, Bass, Rim-Click, Kick-Drum, Gesang, Streicher (Synthies?), depressives Klima, recht flottes Tempo - so geht es fast 2 Minuten. "Thousand raindrops...". Dann wird es aggressiver, chaotischer..."The faces suck, when all is black", gutteraler Gesang, unproduzierte Snare, treibender Rhythmus, Klavier-Einschübe, Drama... Ob das wohl Black Metal ist? Maybe, maybe... :)

Urhebertechnisch habe ich mittlerweile Graf Zahl im Verdacht...

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Re: WW 2012 - EXPLOSN

Beitragvon Rüdiger Stehle » Sonntag 16. Dezember 2012, 15:42

GOD'S TOWER würde bei mir jetzt auch diesen Verdacht nähren.
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Re: WW 2012 - EXPLOSN

Beitragvon salisbury » Sonntag 16. Dezember 2012, 17:05

firestarter hat geschrieben:
Bei fast allen Songs ist mir noch nicht mal klar, um welches Sub-Genre es sich handelt, geschweige denn, dass ich irgendeine Band kennen würde. Ich tappe also völlig im Dunklen. Eins ist zumindest klar, auf mich zugeschnitten hat mein Wichtel den Sampler definitiv nicht. :)



Das klingt alles voll nach dem Sampler, den ich bekommen habe, ausser dass ich das Subgenre grob zuordnen kann (Altmetall). Wird ne ganz harte Nuss für werden, sowohl hör, als auch ratetechnisch ;-)

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Re: WW 2012 - EXPLOSN

Beitragvon firestarter » Sonntag 16. Dezember 2012, 17:08

... and on...

08: ? (4:48)

Hier geht`s ohne Umschweife los - flottes Tempo, melodische Gitarrenmelodien, die zum Schunkeln anregen und gutturaler, folkiger Gesang. Immer wieder gibt`s auch Keyboard-Unterstützung. Der Song bleibt in flottem Tempo. Im Schlussteil kommt noch ein melodisches Solo. Vom Text kann ich nichts Wesentliches raushören, außer dem wiederkehrenden "I live, you die". Hm...

09: ? (3:39)

Kurzes Banjo-Intro, dann steigen schräge, wilde Gitarren ein und der Song bekommt ein treibendes, flottes Rhythmus-Pattern, das etwas an Voivod erinnert. Der Gesang ist heiser, leicht alternativ anmutend und einigermaßen melodisch. Nach einem netten Solo ist dann auch ganz schnell Schluss. Stilistisch würde ich das vielleicht als Mischung aus Disturbed, The Cult und Voivod bezeichnen.

10. ? (2:50)

Fetziger Beginn im typischen 70er Sound. "I was born past midnight, meet (?) the gloom of the darkest moon. My mother was a burning witch and my father was a preacher". Alle Instrumente klingen original nach 1973, aber ich glaube ihnen kein Wort - das ist garantiert eine dieser aktuelle Retro-Bands! Der Gesang ist jeder kauzig-doomigen Band der damaligen Zeit würdig. Nach dem ebenfalls sehr passenden Solo, kommt unvermittelt ein purer Sabbath-Huldigungspart, der dann inklusive Solo zum Ende führt. Ein guter Song, der Spaß macht. Bin gespannt, ob die Band wirklich so aktuell ist, wie ich vermute... :)

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Re: WW 2012 - EXPLOSN

Beitragvon Nils Macher » Sonntag 16. Dezember 2012, 17:20

#10: wenn der "Sabbath-Huldigungspart" nach 'Iron Man' klingt, habe ich eine Vermutung.
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Re: WW 2012 - EXPLOSN

Beitragvon firestarter » Sonntag 16. Dezember 2012, 17:22

exakt :)
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Re: WW 2012 - EXPLOSN

Beitragvon Nils Macher » Sonntag 16. Dezember 2012, 17:24

Könnte WITCHCRAFT sein als sie noch mehr im Doom als im Vintage Rock verankert waren. Nach Abpfiff höre ich mal rein, ob ich den Song wiederfinde. In dem Fall wäre es eine der "aktuellen Retro-Bands", auch wenn WITCHCRAFT diesen Sound schon seit 10 Jahren spielen.
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Re: WW 2012 - EXPLOSN

Beitragvon Rüdiger Stehle » Sonntag 16. Dezember 2012, 17:25

Nils Macher hat geschrieben:#10: wenn der "Sabbath-Huldigungspart" nach 'Iron Man' klingt, habe ich eine Vermutung.


Für "The Killing Of The Sun" von CANDLEMASS ist der Song aber zu kurz.
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Re: WW 2012 - EXPLOSN

Beitragvon Rüdiger Stehle » Sonntag 16. Dezember 2012, 17:26

Nils Macher hat geschrieben:Könnte WITCHCRAFT sein als sie noch mehr im Doom als im Vintage Rock verankert waren. Nach Abpfiff höre ich mal rein, ob ich den Song wiederfinde. In dem Fall wäre es eine der "aktuellen Retro-Bands", auch wenn WITCHCRAFT diesen Sound schon seit 10 Jahren spielen.


Jupp. Das müsste passen.
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