Ein paar Tipps, obwohl Thunderlaan natürlich schon die Hälfte erkannt hat.
Holger Andrae hat geschrieben:01 (3:17)
"the metronome is wrong again" so beginnt dieser kraftvolle Song, der von einem schön knarzenden Bass dominiert wird. Die Drums bollern im Hintergrund grollend und die Gitarre ist zuerst nur schmuckes Beiwerk. Richtig gerifft wird erst in der zweiten Hälfte der Nummer. Es ist erstaunlich wie viel ABwecshlung in dieser kurzen Nummer steckt. Quasi ein kurzer Longtrack, der mir sehr gefällt. Ich habe allerdings keinen Schimmer, wer das ist.
Gelöst vom Pyromanen: CAVE IN mit 'Jupiter'.
Amerikanische Band, die erst Metalcore/Mathcore spielte und sich dann dem Progressive Rock zuwandte, als deren Sänger sich mit den harschen Vocals die Stimmbänder ruinierte. Mittlerweile hat sich die Stimme des Sängers so weit erholt, dass die Band heutzutage eine Kombination von core-haltigem und schmuseprogressiven Material spielen kann.
Holger Andrae hat geschrieben:02.(2:47)
Death Metal. Schön tiefer gestimmte Gitarren, dazu ein herrlich wütender Sänger. Dazu Maschinengewehr-Drums, die aber nie in Blastbeats abdriften. Das hat Feuer. Ein hymnischer Chorus, der die Faust ballen lässt. Ich glaube die singen was von "mission insane". Dafür lege ich aber meine Hand nicht ins Feuer. Hoppla, jetzt gibt’s es über Drumgewitter noch ein schönes melodisches Solo. Alle Daumen hoch.
Ich bin ein bisschen erstaunt, dass Du es einfach so unter Death Metal eingeordnet hast, obwohl der Sänger nur klar singt und nicht growlt.
Beschrieben wird diese schwedische Band gerne mal als "Death Metal with clean vocals", aber ich würde es bald lieber Power Metal nennen wollen und stattdessen einen Großteil dessen, was sonst Power Metal genannt wird, in etwas ganz anderes umbenennen

Das könnten Fabi oder Rüdiger eventüll noch kennen, denen ich mal Demoversionen dieser Band auf ihre Wichtelsampler geschmuggelt hatte. Das hier ist von deren heuer erschienenem Debüt.
Hilfe, jetzt benutze ich schon Worte wie "heuer". Ich sollte weniger mit Rüdiger und Drumtier quatschen...
Holger Andrae hat geschrieben:03 (6:21)
Ein völlig übersteuerter Angelo Sasso dominiert die Tanzfläche. Darüber eine recht saftige Klampfe. In der Kombination schräg. Der bellende und völlig unverständliche Gesang zehrt allerdings an meinen Nerven. Ich verstehe tatsächlich gar nichts. Industrial meets Thrash'n'Death. Eine Kreuzung, die anstrengend klingt. Nach etwas drei Minuten wird es etwas gemäßigter vom Tempo, im Hintergrund gibt es Clean-Vocals, der Haßbatzen am Hauptmikro bleibt wütend. Die Gitarre piepst dazu Kopftöne. Schwierg. Dass ich keinen Plan habe , wer das sein könnte, muss ich nicht extra schreiben, oder? Klingt so, als würde diese Band auf jedem Song anders klingen. In dieser recht kruden Kombination ist mir das aber eine Spur zu weit entrückt. Interessant ist es aber allemal.
Der Angelo Sasso ist aus Fleisch und Blut. Und heißt wahrscheinlich mit bürgerlichem Namen irgendwas mit Giannis Papadopoulos o.ä. und wäre zudem ohne finanzielle Hilfe aus Deutschland wohl auch pleite und obdachlos. Ich hätte es als Progressive Black/Death beschrieben, da ich selbst in dem Song weder Industrial noch Thrash heraushöre. Aber meine Ohren stecken eh voller Schafswolle, also was weiß ich schon. Mir gefällt dieser folkige Hook wie ab Sekunde 43 (nennen wir es mal in Ermangelung an treffenden Vokabeln Refrain). Eigentlich schade, dass in diesem eingängigen und somit für den Sampler recht geeigneten Stück kein Saxophon vorkommt wie in einigen anderen Songs des Albums.
Holger Andrae hat geschrieben:04. 6:36
Dumpf und schleppend walzt sich diese Nummer aus meiner Anlage. Allerdings erwarte ich keinen Doom, sondern feistes Geboller und Temposteigerung. "Oh Satan" sind dann auch die ersten beiden verheißungsvollen Worte des Sängers, der die Töne aus den tiefsten Tiefen seines Magens zu holen scheint. Schon wird auch das Tempo angezogen. Auf halber Strecke verliert man sich leider im Black Metal Wald. Das Tempo wird rasend und für mich damit leider nicht nachvollziehbar. Auch die Gitarren klingen ab jetzt verwaschen. Soll wohl so. Keinen Plan.
Mir wurde zu Ohren getragen, dass sogar Du hin und wieder Black Metal gut findest. Der Song hätte dem Frosch sicherlich eher gemundet, da die Band stilistisch den guten alten WATAIN nahe steht. Verwaschen finde ich an dem glatt polierten Hochglanz-Sound nichts. Das ist meiner Meinung nach schnittiger Metalmetal in schwarz mit schön traditionellem Riffing.
Holger Andrae hat geschrieben:05. 3:18
Ein kurzes, von einer Frau gesprochenes Intro, welches ich leider nicht verstehe. Ich meine, etwas von einem "girl" und "scarred" heraus filtern zu könne. Musikalisch geht es eher in den stonig-rockigen Doomster-Bereich. Die Nummer könnte "Kiss The Skull" heißen. Der Sänger hat sicherlich schon mal Robert Plant gehört. Diese Retro-Hard-Rock-Nummer gefällt mir recht. Textlich werden übrigens auch "butterflies" oft bemüht.
Diese Band wurde in diesem Winterwichteln bereits anderswo verbraten. Mit einem anderen Song von ihrem einzigen Album. Stonig-rockig-doomig trifft's gut. Das müssten sowohl Thunderlaan als auch Fabi kennen.
Holger Andrae hat geschrieben:06. 5:23
… and now for something completely differrent: Beinahe episch beginnt diese Nummer. Akustische über getragenem Rhythmus. Dies ändert sich rasch. Thrash der Marke Grip Inc, die es aber nicht sind. Dieses Riffing ist sofort mitreißend. Herrlich auch in der spritzigen Klangumsetzung. "subconscious mind destruction destroying all your thoughts". Ich vermute mal, dass die Herkunft der Band nicht USA oder England ist. Würde auf Süd- oder Osteuropa tippen.
In Torschlusspanik aus dem Fundus älterer Wichtelsampler gegriffen. Kommen aus Deutschland. Spielten mal Heavy/Thrash, heute wohl eher Groove Metal. Thunderlaan hat's erkannt, obwohl es nur 'ne Demoversion ist und die Band heutzutage weitaus weniger traditionell vorgeht und somit wohl weniger seinem Beutespektrum entspricht.
Holger Andrae hat geschrieben:07. 4:08
Mein Wichtelersteller hat einen breiten Geschmack. Das könnte Coheed & Cambria sein. Bei der Band habe ich nur zwei Alben oft genug gehört, um sie hier ausschließen zu können. Oder .. Moment, sind es eventuell Three mit einer Nummer von "Wake Pig"? Das Album fehlt mir noch. Obwohl. So viel wird bei den mir bekannten Three-Alben nicht herum geschrieen. Ich bin verwirrt.
C&C ist nicht die schlechteste Assoziation. Mathcore aus den Staaten. Häufig viel abgedrehter als hier. Das ist quasi die Pop-Ballade, damit die Mädels, die ihren Kerl zum Konzert begleitet haben, auch mal ein bisschen mitsingen können.
Holger Andrae hat geschrieben:08. (4:48)
Schon wieder wütende Rhythmik. Wuchtig und bollernd. Mag ich. Post-Hardcore mit Thrash-Flecken. Das ist ziemlich modern, ohne mich zu stören. Im Mittelteil wird der Rhythmus variiert während darüber ab und an sphärisches Fiepsen zu hören ist. Das ist mir etwas zu langatmig. Trotz der Kürze der Nummer. Im Text geht es wohl um eine gerade zerbrochene Beziehung. "Just to be with you …." , "i am paranoid and speechless" "the ground it feels like quicksand" …
Wuchtig? Wow, da habe ich ja einen Treffer gelandet. Ich find's schmusig

Aber Post-Hardcore stimmt. Norweger. Thunderlaan hatte auch hier den richtigen Riecher.
Holger Andrae hat geschrieben:09 (5:52)
Psychedelischer Doom. Erinnert mich in seiner Kauzheit etwas an CONFESSOR, die es aber natürlich sind. Der "Sänger" klingt bekifft. In den cleanen Passagen verstehe ich häufig etwas von 'I wanna tear you down'. Plötzlich spricht eine Frauenstimme über dem Song. Etwas anstrengend wird die Nummer durch den heiseren Krächzpassagen des Fronters. Oder artikulieren sich da eventuell zwei Sänger abwechselnd? Da bin ich mir nicht sicher. Ich merke es, mein Bewitchtler mag es wirr. Spannend.
Doom? Hihi. Eigentlich war an dieser Stelle für den Frosch ein anderer Song der gleichen Band gedacht, der um einiges rabiater und technischer ausfällt. Aber hier weist die Gitarrenarbeit so eine schön traditionelle Metalschlagseite auf, die durchaus die ersten beiden Silben in dem bösen Wort Metalcore rechtfertigt.
Holger Andrae hat geschrieben:10. (5:16)
Hier höre ich jetzt Parallelen zum Vorgängersong. Schleppend in der Rhythmik, ohne Doom zu sein, schlürft diese Nummer aus den Boxen. Der Sänger kommt mir bekannt vor. "there will be changes", in der Tat, die Variationen innerhalb der Nummer sind vielseitig. Der Gitarrist scheint sehr auf Iommi zu stehen. Ein herrlich warmes Solo erfreut die Seele.
Ohne Doom zu sein? Da dürfte Dir der COTD aber vehement widersprechen. Den Sänger kennst Du nur, wenn Du ein obskures Demo einer nicht allzu bekannten schwedischen Progressive-Metal-Band kennst.
Holger Andrae hat geschrieben:11. (4:52)
Bei dieser Nummer bin ich besonders auf die Auflösung gespannt, weil ich a) glaube diese Nummer schon mal gehört zu haben und sie mir b) extrem gut gefällt. Abgestoppter Thrash mit vielen interessanten Breaks. Immer wieder wird eine akustische Klampfe über die Riffs gelegt. Zeitlich schwer einzuordnen. Vom Klangbild kann das recht aktuell sein. Wobei ich eher vermute, dass die Nummer aus den 90ern stammt. Die Überraschung innerhalb der Nummer: Nach einer Minute düsterer Beschallung mit Flüstergesang setzt der Fronter unerwartet zu einem Sirenenschrei an, der an klassische Sänger erinnert. Sehr cool.
Gehört hast Du es vielleicht. Kommt aus deutschen Landen. Coole Mischung aus modernen und traditionellen Metal-Elementen. Der Bandname ist ein Anagramm einer kultigen Krautrock-Band.
Holger Andrae hat geschrieben:12. (4:29)
Wieder Doom. Dieses Mal mit sehr eindeutiger Sabs-Schlgahose. Das wirbelt mit den Anfangsriff so viel Staub auf, dass ich husten muss. "Known in future, known in time" scheint er zu singen. "The purest is black, he never seems () white, the purest is black, he never turns his face into light". Nach einern Weile nimmt die Nummer an Tempo auf und während des Soloteils denkt keener mehr an Doom. Aber danach gleich wieder. Toll, wenn die Riffs versetzt über einander laufen. Sehr fein.
Hatte ich schon mal verwurstet. Ist quasi der einzige Song dieser Band. Fabi weiß weiter.
Holger Andrae hat geschrieben:13. (4:04)
Das ist aber jetzt THREE. Oder doch Coheed & Cambria? Ei don't know. 'for the very first I can believe the words that he says'. Egal, die Nummer ist sehr schön und könnte "The Beginning Of The End" heißen. Ich google jetzt nicht.
Tja, ist es nun THREE oder doch nicht... hmmm... Also der Titel stimmt schon mal nicht, soviel sei gesagt

Holger Andrae hat geschrieben:14. (3:44)
Ein kurzes abgestopptes Riff-Intro. Danach Sprechgesang über treibenden Bassläufen. Mit Heavy Metal hat das gar nichts zu tun. Etwas postig, Joy Divison meets Metal. Nun koommen doch noch fette Riffs. Alles sehr modern und vom Gesang her zu brüllig für meine alten Ohren. "Gone away" schreit der eine immer ins Mikro. "million miles away, you got this letter". Keine Ahnung.
Vorgängerband einer bekannten Progressive-Rock-Truppe, die auch hier hin und wieder Erwähnung findet. Wenn auch meist nur im Vergleich mit COHEED & CAMBRIA. Zu brüllig für Deine Ohren? Dabei ist das wohl der poppigste Song des Samplers. Könnte man ja sogar jungen GREEN-DAY-Fans vorspielen, so flauschig und harmonisch ist das. Ich hatte es draufgepackt, weil Du auch FUGAZI magst und somit dem Post-Hardcore generell nicht abgeneigt bist.
Holger Andrae hat geschrieben:15. (6:42)
Das beginnt ja fast wie "Love Like Blood" von KILLING JOKE. Fast. Ich tappe natürlich erneut in kompletter Finsternis. Und auch hier ist die Stilistik wieder nicht klar definierbar. Es ist melancholisch, hat einen beinahe romantischen Touch durch die über gelegten, feinen Melodien. Der Gesang ist sehr tief , manchmal mehrstimmig. Leider versteh ich aufgrund des Halls auf dem Gesang sehr wenig. "the moon still shines beside …" "my soul is sinking" (mehrstimmig). Wäre ich böse würde ich das als schrammelige SENTENCED bezeichnen.
Aus Island. Nein, nicht BJÖRK und auch nicht SÓLSTAFIR, geht aber in die gleiche Richtung wie letztere.
Holger Andrae hat geschrieben:16. (2:48)
"Please mother hit me, ist what need, your strikes are painless" Nette, erste Textzeile, die zu sanften Gitarrenklängen intoniert werden. Ich habe zwar keine Ahnung, wer das ist, aber die Kombination aus bösem Text und zarter Musik ist supertoll. Obendrein auch noch erstklassig umgesetzt. Tipp und topp.
Herr Macher weiß bestimmt zu helfen, denn er hat das Nachfolge-Album rezensiert. Folk/Americana/Psychedelic Rock. Zum nächsten Album gibt's wahrscheinlich Weißwurst und Hefeweizen.
Holger Andrae hat geschrieben:17. (3:49)
Eine Orgel ertönt. Dazu stampfendes Schlagzeug. "Rotten to the core, hungry for more" gurgelt dazu eine böse Stimme. Das ist herrlich kauzig. Black Metal? Oder gar eine Parodie dessen? Kann ich anhand nur einer Nummer nicht ausmachen. Eins ist sicher. Die Nummer ist höchst unterhaltsam. Vor allem, wenn der Sänger zu vernebelten Orgelklängen fies ins Mikro hustet. Lovely.
Erkannt von Thunderlaan (wie sollte es auch anders sein...) und aufgelöst von Graf Zahl:
HAIL SPIRIT NOIR mit ihrer Bandhymne 'Haire Pneuma Skoteino'. Wer in Griechisch geschlafen hat: Der Titel bedeutet "Sei gegrüßt, dunkler Geist"...
