
Ich komme leider erst jetzt dazu, ihn zu besprechen. Aber das Hören in aller Ruhe verdient der Sampler wirklich. Und ich musste erst den aktuellen Soundcheck bewerten.
Hier die erste Hälfte der Songs:
#1 - 7:51
Beginnt mit einem düstr verzerrten Akkord, der von leichten Beckenschlägen abgelöst wird. Im Folgenden spärliche Gitarren, ein dezent groovender Bass und minimalistische Drums. Ein Feel, was man u.a. von OPETH öfters hört. Der ruhige Teil dauert zwei Minuten an, bis BURZUMesques Gekeife den Reigen eröffnet. Die Instrumente beschleunigen auf ein typisches Post-Rock-Tempo und die Gitarren beginnen zu tremolieren während die Double-Blass einsetzt. Bei Minute 3 wird es noch eine Spur aggressiver, das ist klassischer Black Metal. Insgesamt ist die Atmosphäre sehr dicht, was vor allem an den Wechseln zum anfänglichen ruhigen Part liegt. Klavier-Voicings und die Rhythmus-Gruppe spielen einen Teppich, der klingt wie eine Mischung aus Ambient-Black-Metal, Smooth-Lounge-Jazz und elegischem Post Rock. Ein wirklich toller Song, ich habe keine Ahnung in welche Schublade ich ihn packen kann. Keine Vocals in den letzten zwei Minuten, allerdings ein paar dezente Harmoniewechsel an den Gitarren. Die Drums wechseln oft ins Half-Time-Feel. Am Ende der dissonant ausklingende Akkord.
# 2 - 11:32
Meeresrauschen, Möwen und Flamenco-Gitarre eröffnen diesen Song. Orientalisch klingende Töne eines Saxophons gesellen sich dazu. Die Gitarre klingt währenddessen wie aus dem Hause Knopfler. Knapp unter der Zwei-Minuten-Marke setzten die Drums ein und begleiten Gitarre und Saxophon bei ihren dezenten Spielereien. Das Tempo ist sehr lässig, klingt öfters nach 12/8. Es gibt allerdings gerne mal Taktwechsel während des insgesamt hektischer wird, das Saxophon spielt fast Free-Jazz-artige Sachen bevor Bass und Gitarre den dicken Groove-Hammer zu einem ungeraden Takt raushängen lassen. Oder ist das ein verdammt geil gespielter 4/4? Es ist jedenfalls ein richtig guter Drummer, der seine Bassdrum und die Toms ordentlich verhaut. Es wird aber nicht stur durchgebolzt, knapp vor Minuten 6 wird es wieder ruhiger. Dieses Mal darf eine Geige ran und besorgt den Kontrast zur pulsierenden Instrumentalfraktion. 40 Sekunden später kommt noch eine Trompete hinzu und spielt ein laid-back-Solo während Drummer und Bassist sich ordentlich einen auf der Mikro-Time fertig machen. Anschließend wird es wieder brachialer, die Trompete ist immer noch zu hören. Double-Bass-Gewitter und Saxophon hört man bei weiterhin sehr unkonventioneller Rhythmik. Auch hier kann ich keine Band vermuten. Hört sich an als hätte Steven Wilson ein paar Song-Passagen von Messhugah eingebaut. Gegen Ende wieder Möwen, Wellen bis zum Fade-Out.
#3 - 6:21
Auf die anfänglichen Gitarren-Arpeggios setzt sich eine hohe Männerstime. Textfetzen hören sich wie folgt: "There must be....to get me through this confusion...what would it take to set me free?". Tönt insgesamt nach einer Hardrock- oder AOR-Kapelle. Die gezupfte Gitarre wird durch eine verzerrte ersetzt, die auch solieren darf. Danach wieder Strophe mit Arpeggios und Flagolett-Tönen. Weiterer Gesangstext: "life is a gamble no matter how you play the game". Die Band scheint gerne beide Gitarristen solieren zu lassen, was sich auch noch ein zweites Mal tun. Mit dem letzten langen Gitarrensolo wird auch hier ausgefadet.
#4 - 4:13
Der Song kommt mir bekannt vor. Es klingt nach typischen Indie-Harmonien, die stereomäßig von links nach rechts und wieder zurück pannen. Eine Frau singt "Happiness hit her like a train on a track". Nach 40 Sekunden setzt Klatschen ein, dazu Backing-Vocals, die Harmonien singen. Nach einer guten Minuten wird gesungen: "run fast for your mother" und der Rhythmus bekommt 'We Will Rock You'-artige Züge. Bei 1:50 setzt ein Klavier ein und spielt unisono mit der Gitarre die Akkorde. Kurz darauf wieder der Chorus, beginnend mit "Happiness...". Klassisches Intro-Vers-Bridge-Chorus-Vers-Bridge-OutroChorus-Schema, an dessen Ende wieder das anfängliche Gezupfe steht.
#5 - 5:39
Ein Streichquartett besorgt das Intro, die Nylon-Gitarre arpeggiert und bei 0:38 setzt männlicher Gesang ein. "Do you remember?". Moment, ist das wirklich ein Mann? Phrasierung und Timbre könnten auch von einer Frau stammen, aber bei "are we chasing the day" klingt es sehr deutlich nach einem Mann. Dazu künstliche Flagolett-Töne von der Gitarre bevor die Streicher wieder einsetzen. Prägnante Vocals sind z.B. "still we're chasing the day". Klingt wie: der Coca-Cola-Weihnachtssong 'Holy Days Are Coming', ohne diesen hier jetzt verunglimpfen zu wollen. Das Arrangements insbesondere Streicher ist halt so gestrickt. Der Sänger singt nicht die ganze Zeit Text, sondern es wird auch mal nonverbal.
Die ersten beiden Songs sind richtig klasse, das würde ich sofort kaufen. #3 ist absolut solide, ist bislang der "herkömmlichste" Track auf dem Sampler. #4 ist auch sehr interessant, da bin ich mal gespannt, was ich da gehört habe. Einzig #5 sagt mir bisher nicht so zu.
Morgen folgen die restlichen Songs, und davon kenne ich auch einen (und zwar den letzten).



