Das Song-Duell: Get In The Ring Motherfucker!

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Re: Das Song-Duell: Get In The Ring Motherfucker!

Beitragvon Jesus » Donnerstag 7. Februar 2013, 21:19

Oliver Passgang hat geschrieben:Schaf #06 THE RUINS OF BEVERAST - 'Rain Upon The Impure'

Oh man, das geht ja fast in die gleiche Richtung wie der zweite Track. Bloß, dass der Spaß dieses Mal 15 Minuten dauert. Die Produktion ist noch viel, viel schlimmer. Aber der Gesang passt nun wenigstens zum Rest und ist ebenfalls hinter dieses weiße Dauerrauschen gemischt. Ich muss da echt ganz genau hinhören. Und was vernehme ich? Orchestrale (bzw. Keyboardieske) Elemente, hin und wieder chorale Einlagen und ansonsten soliden Midtempo-BM. Das Break bei 6:00 ist ja krass! Fünf Sekunde Ruhe! Aber dann geht das Rauschen weiter und weiter... allerdings in deutlich höherem Tempo. Das macht auch gleich 'ne Ecke mehr Spaß, allerdings passen die orchestralen Passagen nicht mehr zum BM-Kram. Aber die Band nimmt natürlich auch wieder Tempo raus. Und es rauscht wie klappernde Mühle am Bach da. Der langsame Teil hat sogar so etwas wie Atmosphäre, sofern man sich auf diesen Sound einlassen kann. So langsam werde ich allerdings Kopf echt Matsche von dem Song. Aber durchhalten! Die Überleitung zur erneuten Raserei bei Minute 10/11 könnte mit einer angemessenen Produktion so fett sein, so jedoch verpufft die Stelle total. Was ein Brocken rauschenden Krachs. Mein liebr Herr Gekeifeverein.


Ja, die Wahl der Produktion auf diesem Album ist etwas befremdlich, da das Debüt zuvor und die dritte Scheibe danach tatsächlich gut und glasklar produziert sind. Was den Herrn Meilenwald bewog, nur auf diesem Album sich klangtechnisch an den frühen Norwegern zu orientieren, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Allerdings ist das Songwriting allererste Sahne und es hat schon seinen Grund, warum die "Rain Upon the Impure" bei Metal-Archives besser abschneidet als die anderen beiden Alben der Band. Youtube tut solchen Unterproduktionen aber generell immer Unrecht. Wer seinen Black Metal grim und frostbitten mag, ist hier allerdings sehr gut aufgehoben.


Oliver Passgang hat geschrieben:Schaf #07 CAVE IN - 'The World Is In Your Way'

Oh ja, das ist genau das richtige nach dem nie endenden Wald. Netter Rock, bei dem dann auf einmal wie im Hause ISIS herumgebrüllt wird. Etwas komische Mischung, aber passt schon. Ich würde mir jedoch beide Stile lieber für sich anhören anstelle dieser Mischung.Genre: Sunny-Sundays-Post-Metal. Kann man sich wohl anhören, ist aber in der Form nicht so ganz meins.



An und für sich halte ich das sogar für eine olivertaugliche Metalcore-/Mathcore-Band, aber vielleicht war das nicht das richtige Album. Böse Jukebox! Höre Dir mal die "Until Your Heart Stops" an. Songbeispiel: 'Juggernaut'


Oliver Passgang hat geschrieben:Schaf #08 CAMEL - 'Rajaz'

Das ist eine diese ganz alten Rock-Bands, die man kennen könnte (müsste?), aber nicht kennt. Wobei das hier wenig mit Rock am Hut hat. Schön verträumte Ballade. MIT EINER FLÖTE! WOHOO! :) Darauf fahre ich ja total ab. Leider schon wieder vorbei. Menno. Egal, der Song ist auch im Folgenden äußerst gefällig. Nette Gitarrenleads. Muss ich jetzt allerdings nicht zwangsweise im Regal stehen haben.


Sollte man kennen. Vielleicht nicht dieses Album aus den 90ern, aber definitiv die Klassiker "Mirage" und "Moonmadness". Hat schon seinen Grund, warum ein gewisser Herr Åkerfeldt auf diese Band steil geht und gerne in seiner Musik zitiert.


Oliver Passgang hat geschrieben:Schaf #09 NEKROMANTHEON - 'Rise, Vulcan Spectre'

Hast du die Platte nicht noch diese Woche irgendwo im Forum angepriesen? Sehr geradliniger Thrash mit einem Hauch Schwärze. Macht Laune. Wie Thrash halt nahezu immer macht. Der Drumsound ist ja mal furztrocken. Aber das atmet den Spirit der alten Schule, von daher trifft das hier den Kern der Sache ganz wunderbar. Vocals sind auch gut. Mir fehlt zwar gerade dieses gewisse Etwas, was es zu dem Killer-Album schlechthin macht, aber meinen Spaß hätte ich mit so einer Platte garantiert auch.


Hatte ich gerade erst angepriesen, stimmt. Ich habe hier allerdings das "gewisse Extra" gefunden (im Gegensatz zu den neuen Sachen von SODOM) und jede Menge Spaß mit dem schwarzen Gedresche. Hier noch mal ein großes Dankeschön an unseren Altherrenthrasher Klaus von und zu Feuerstarter.


Oliver Passgang hat geschrieben:Schaf #10 WALKNUT - 'Motherland Ostenvegr'

Noch so ein schwarzes Epos zum Schluss? Es sieht ganz danach aus. Das hier ist allerdings mit Abstand das am besten hörbare. Schönes Gesamtklangbild. Hier kann auch wenigstens mal Atmosphäre aufgebaut werden. Vor meinem geistigen Auge sehe ich Wälder. Und Seen. Und einen Kühlschrank. Letzteres hat aber vermutlich wenig mit dem Song, sondern mit meinem Hunger zu tun. WALKNUT schaffen es, so einen Longtrack spannend und kurzweilig zu halten. Headbangen kann man hier sogar auch. Ein feines Ende!


Brauchbarer Wald-und-Wiesen-BM für Freunde von BURZUM, DRUDKH und WOLVES IN THE THRONE ROOM. Ansonsten gibt es hierzu nicht allzu viel zu sagen. Tut seinen Dienst und ist hörbar. Braucht man aber auch nicht unbedingt, wenn man nicht gerade auf den Sound steht. Wenn ich mich recht entsinne, hatte mir Fabi die Scheibe verkauft, da er sich die Vinyl-Version davon zulegte. Vinyl ist halt trver als Polycarbonat.


Oliver Passgang hat geschrieben:Olli #07: SIEGES EVEN 'Corridors'
Du findest daran also irgendetwas auch nur ansatzweise gut? Möchtest du das Teil haben?


Ansatzweise. Haben will ich das allerdings auch nicht.

Oliver Passgang hat geschrieben:Das ist mit Abstand der größte Schrott, der in meiner Sammlung steht.


Ach, da hast Du bestimmt schlimmere Sachen in der Sammlung. LAMB OF GOD oder so :grins:
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Re: Das Song-Duell: Get In The Ring Motherfucker!

Beitragvon Oliver Passgang » Donnerstag 7. Februar 2013, 21:39

Jesus hat geschrieben:Höre Dir mal die "Until Your Heart Stops" an. Songbeispiel: 'Juggernaut'


Der läuft mir tatsächlich direkt viel besser rein, auch wenn der noch immer recht schräg ist.
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Re: Das Song-Duell: Get In The Ring Motherfucker!

Beitragvon Jesus » Donnerstag 7. Februar 2013, 21:44

Der soll und muss ja auch schräg sein. Wie steht's mit dem: 'The End of Our Rope Is a Noose'?
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Re: Das Song-Duell: Get In The Ring Motherfucker!

Beitragvon salisbury » Donnerstag 7. Februar 2013, 22:08

Jesus hat geschrieben:Olli #02: ANIMALS AS LEADERS..

...Man füge jetzt noch einen wütenden Brüllwürfel hinzu...


Neinneinneinneineine, bitte bitte bitte nicht, Horror, please never ever. Ich würde Tosin Abasi sogar Geld bieten, dass er sowas sein lässt. Das will icht einmal mehr denken...Schaf!
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Re: Das Song-Duell: Get In The Ring Motherfucker!

Beitragvon Jesus » Donnerstag 7. Februar 2013, 22:12

Würde aber ganz wunderbar passen. Hätte dann was von DILLINGER ESCAPE PLAN.
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Re: Das Song-Duell: Get In The Ring Motherfucker!

Beitragvon Holger Andrae » Sonntag 10. Februar 2013, 00:44

salisbury hat geschrieben:
Holger Andrae hat geschrieben:
...zum thema 65daysofstatic...

Was macht die _Musik_ progressiv?


Du und einige andere sind ja Fan der Expression "progressiv im Wortsinn". Hör es Dir nochmal an. Gibt es etwas, das noch so klingt? Eine Musik, die moderne Einflüsse so geschickt mit bestehenden Rockstandards paart und damit etwas völlig Neues erschafft? Nenn mir eine Band, ausser ANIMALS AS LEADERS, die später kamen, die wie 65 klingt.

In general: Es muss Dir ja nicht gefallen. Es kann dennoch progressiv sein. Ich denke, Dein "Problem" (eigentlich kein Problem aber vielleicht ja doch) ist, dass Begriffe, die für Dich positiv belegt sind wie "progressiv" oder "Metal" gleichzeitig auch zu Gefallen deinerseits führen müssen. Das ist aber falsch. Metal ist auch Metal, wenn er Dir nicht gefällt (RHAPSODY, SABATON) und Prog ist auch Prog, wenn er Dir nicht gefällt (65, ANIMALS AS LEADERS, Djent...). An die Definition vom Metal wage ich mich nicht ran. Für Prog halte ich mich an das ECLIPSED, solange, bis ich etwas überzeugenderes vorgelegt bekomme (was schwer ist). Gerne werde ich die ECLIPSED'sche Definition von "Prog" wiederholen, falls gewünscht (da es lang und viel zum tippen ist, lasse ich dies jetzt sein). Nach dieser Definition ist "65" in allen Punkten "schuldig", Prog zu sein.


Ich habe heute morgen auf dem Weg zur Arbeit tatsächlih noch einmal ANIMALS AS LEADERS angehört. Mein neuerlicher Eindruck, den ich irgendwie nur als Antwort auf diesen Post schreben kann, liest sich wie folgt: Rhythmis ganz toll. Vor allem auch das Spiel des Bassisten. Da bin ich voll dabei und voll dafür. Das Gesamtklangbild ist mir aber zu steril. Das gibt Minuspunkte. Der Gitarrensound ist mir ebenfalls zu seltsam. ANders kann ich das gar nicht beschreiben. Zu wenig "rockig" vielleicht, zu sehr milchig-gläsern. Davon bekomme ich stumpfe Zähne. Aber, und das ist jetzt der antwortende Teil auf Dein Postong oben, du hast natürlich völlig recht, wenn Du es als progressiv beschreibts. Allein schon der Umstand, dass mir keine andere Band mit so einem Sound einfällt, macht diese Band einzigartig und damit progressiv im Wortsinn. Du hast natürlich Recht, wenn Du sagst, dass nicht alles, was unter progressiver Musik zu verstehen ist, mir gefallen muss, nur weil ich grundsätzlich progressive Rockmusik mag. Das ist mein Fehler vom Ansatz her. Und wenn ich es chronologisch beleuchte, wird sogar heraus kommen, dass ich aktuell wirklich progressisve Musik gar nicht mehr so gerne mag. Mein Hörverhalten hat sich fließend entwickelt, unterbewusst. Nachdem die ungestüme Energie der ausklingenden NWoBHM durch war, folgte die "härter,schneller,böser"-Phase, die dann in die "je mehr underground, desto besser"-Phase überging. Hier entstand schon mein gesteigertes Interesse an HADES, CORONER, ATHEIST, MEKONG DELTA, BELIEVER, DEATHROW, DEATH etc. Bands, die damals "progressiv" waren, weil sie hektisch und ungerade musizierten. Über WATCHTOWER ging es an RUSH und von da an in die Artrock-Szen mit KANSAS, JETHRO TULL, KING CRIMSON. Das war aber schon retro progressiv. Anfang der 90er bin ich dann ja ziemlich steil gegangen auf PRIMUS, LAST CRACK, THOUGHT INDUSTRY, TRIBE AFTER TRIBE und Konsorten. Wir wären wieder bei wirklich progressiver Musik für die jeweilige Zeit. Aber danach war es eigentlich aus mit meiner Vorliebe für wahre Progressivkunst der aktuellen Zeit. Ich habe Neoprog gefhört und DREAM THEATER, QUEENSRYCHE und FATES WARNING etc. Die waren in den 90ern schon lange nicht mehr progressiv. Und seither höre ich eigentlich kaum noch Musik, die wirklich neuartig klingt. Insofern nehme ich meine Kritik an den aktuellen Prog-Rock-Bands zurück, gebe Dir zu 100% Recht in ihrer Progressivität und konstatiere für mich, dass ich kaum noch progressive Klänge hören möchte. Interessante Erkenntnis.
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Re: Das Song-Duell: Get In The Ring Motherfucker!

Beitragvon salisbury » Sonntag 10. Februar 2013, 00:56

Irgendwie macht dieser letzte Post mich grad etwas ... wie soll ich jetzt sagen ...etwas...traurig? Ist das das richtige Wort?
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Re: Das Song-Duell: Get In The Ring Motherfucker!

Beitragvon Holger Andrae » Sonntag 10. Februar 2013, 01:02

salisbury hat geschrieben:Irgendwie macht dieser letzte Post mich grad etwas ... wie soll ich jetzt sagen ...etwas...traurig? Ist das das richtige Wort?


Wieso das denn? Klingt das traurig bei mir? Das soll nicht sein. Es spiegelt lediglich meine eventuell nicht ganz wachen Gedanken von heute Morgen beim ANhören der Animals As Leaders wieder.
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Re: Das Song-Duell: Get In The Ring Motherfucker!

Beitragvon salisbury » Sonntag 10. Februar 2013, 01:13

Ich sollte jetzt auch lieber nix mehr schreiben, die zwei Helle und die zwei Gin Tonic mit Kollegen liegen schwer im Kopf ;-) .
Es hat eigentlich auch nix unmittelbar mit dem Posting zu tun. Ich stelle nur fest, dass sich unsere musikalischen Wege immer mehr auseinander entwickeln, dasselbe gilt auch für Peter irgendwie. Ist es, dass man zuviel und zu einfach Zugang zu allen Arten von Musik hat? Ist es, weil wir hier im Forum zu nah aufeinander hocken?

Mir schwirrt zudem auch die ganze Zeit das Interview mit Mariusz Duda im Kopf rum, dass mich mehr beschäftigt, als mir lieb ist...

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Re: Das Song-Duell: Get In The Ring Motherfucker!

Beitragvon Holger Andrae » Sonntag 10. Februar 2013, 01:22

Ob wir uns auseinander hören kann ich nicht einmal sagen. WIr werden immer Überschneidungen haben. Das sieht man ja schon an den SCs und den Duellen, die wir hier ausfechten.

Woran es liegt? Am Overkill? Das ist sicherlich ein Teilaspekt. Es wird schwieriger intensiv zu selektieren. Vielleicht würde ich mehr Postrock und Prog und Djent gut finden, wenn ich mich mit eingeklappten Ohrläppchen über den Kopfhörern tagelang damit beschäftigen würde. Die Zeit habe ich aber nicht - oder will sie mir nicht nehmen - weil es eben immer noch zu viel Musik in den mir lieb gewonenen Subgenres gibt, die ich nicht kenne. Und obendrein wollen alte KLassiker auch mal wieder gehört werdenn. Hinzu kommt, dass ich schon immer - wenn auch nur unterbewusst - Bands, die ich selber entdecke "toller" finde als Bands, die mir andere empfehlen. Eine skurille Angewohnheit. Die Bindung zu diesen Eingenentdeckungen ist irgendwie stärker.

Ich denke, wir werden viel in den alten Dekaden gemeinsam toll finden.
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