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von Holger Andrae » Montag 10. Juni 2013, 21:34
Christian schreibt da etwas ganz Wichtiges. Hammerfall, die erste Band, die er selbst entdeckt hat. Solche bands bleiben immer etwas Besonderes. Jetzt kommt aber mal eine vielleicht etwas naive Frage eines "ollen Opas": Wie entdeckt man heute selber etwas? Wir hatten damals zuerst keine externen Quellen und haben Bands von Kumpels oder Konzerten kennen gelernt. Später dann - neben Metal Hammer/Rock Hard/Kerrang - über Mundpropaganda und Thanx-Listen.
Wie geht das heute? Nur übers Netz? Und was sind die Beweggründe, eine bislang unbekannte Band anzuklicken?
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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von Nils Macher » Montag 10. Juni 2013, 21:41
Holger Andrae hat geschrieben:Christian schreibt da etwas ganz Wichtiges. Hammerfall, die erste Band, die er selbst entdeckt hat. Solche bands bleiben immer etwas Besonderes. Jetzt kommt aber mal eine vielleicht etwas naive Frage eines "ollen Opas": Wie entdeckt man heute selber etwas? Wir hatten damals zuerst keine externen Quellen und haben Bands von Kumpels oder Konzerten kennen gelernt. Später dann - neben Metal Hammer/Rock Hard/Kerrang - über Mundpropaganda und Thanx-Listen.
Wie geht das heute? Nur übers Netz? Und was sind die Beweggründe, eine bislang unbekannte Band anzuklicken?
Also bei mir - und ich bin ja nur ein paar Jahre älter als Christian - war es über einen Kumpel. Es gab kein Youtube, kein Bandcamp, kein Wikipedia. Andere Leute und das RockHard, so lief es bei mir. Und über die Dankes-Listen in Booklets kann man auch heutzutage noch Bands kennenlernen 
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von Chavo89 » Montag 10. Juni 2013, 21:57
Bei extremer Langeweile klicke ich mich durch die Metal Archives. Da entdecke ich auch des Öfteren schon mal was Cooles. Zuletzt Hammerforce. Sonst vielleicht noch live, also so Vorbands oder auf Festivals oder so. Da fand ich schon ab und zu mal was Nettes.
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von Jhonny » Montag 10. Juni 2013, 22:16
Ich (knapp älter als Christian) habe zuallererst Sachen übers Radio und MTV kennen gelernt, bin dann 2002 auf powermetal.de gestoßen und hab einige Reviews hier gelesen. Manches habe ich mir dann v.a. wegen der Cover (Imaginations From The Other Side!) und der Reviews hier zugelegt. Thanks-Listen waren ganz wichtig, so bin ich z.B. auf Avantasia gestoßen. 2004 kannte ich Dream Theater, Savatage, Hammerfall, Iced Earth, Rob Rock, Blind Guardian, Narnia, Saviour Machine, Mortification... kurz danach kam die erste RH-Ausgabe ins Haus, ca. 100 weitere folgten. Das RH-Buch (Top 500 Alben) war ein weiterer Anstoß.
Sonst lerne ich heute die meisten Sachen übers PM.de-Forum kennen...
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von Marauder » Montag 10. Juni 2013, 22:35
Ich (in etwa zu den Älteren gehörend, hier und überall  ) habe in den 80igern viele Bands über die Kumpels kennen gelernt über das damals obligatorische LP/MC ausleihen und auf MC kopieren, da HR3 Hard`n``heavy wars glaube ich, aufnehmen nicht immer so top war. Viele Bands habe ich auch übern ehem. Schulkamerad kennen gelernt, war top, mußte nur hinlaufen zum quatschen, MH/RH etc. lesen, Mucke hören etc. u. zum Abchecken der Termine für die nächsten Konzerte. Habe damals Bands gehört, die ich wissentlich und unwissentlich im Laufe der Zeit verdrängt bzw. nicht näher beachtet habe, was ich im Zuge des Re-Entrys im Metalsektor vor einigen Jahren, versuche zu amortisieren(Auch Dank Euch hier auf PM.de  ) Früher waren auch Sendungen à la Mosh(RTL, Sabrina Claasen), bei Tele5 gab es auch ne Heavy-Sendung, mit Abstrichen MTV(ab und zu auch Beavis & Butthead  ) zu sehen. Heute ab und zu Hardplay auf Go.tv und IM1(Hairforce1 und Metal-Evolution z.b.) Joa, viele, mir noch unbekannte Bands habe genau wie Jhonny, hier übers PM.de Forum und den SC kennen gelernt und wie ich die Sache sehe, wird das auch in der Zukunft so sein. 
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von Christian Schwarzer » Montag 10. Juni 2013, 23:17
Obwohl ich (wie ja schon reichlich festgestellt wurde :p ) einige Jahre jünger als ... alle?  hier bin, habe ich die wenigsten Bands über das Internet entdeckt. Um genau zu sein, habe ich in den neun Jahren, die ich jetzt Metal höre, erst in den letzten zwei, drei Jahren das Internet entsprechend "verwendet". Ich würde mal sagen, mindestens in meinen Top 10 gibt es keine Band, die ich so entdeckt habe. Das hat u.a auch zur Folge, dass ich erst in letzter Zeit viele Bands, die ich sehr schätze auch "rückwärts" entdecke. Ganz wichtig bei den allerallerersten Sachen waren meine Cousins. Selbst entdecken bei HammerFall heißt, Bandphoto in der EMP gesehen (nichtmal das Interview gelesen), die CD in der Bücherei gesehen und wissen, dass diese Musik ... eben DIE Musik ist. Blind Guardian habe ich in derselben Bibliothek entdeckt. Ich bin einfach immer wieder diese fast vollkommen nichtsnutzige Hard`n`Heavy-Abteilung durchgegangen und habe plötzlich "Nightfall In Middle Earth" gesehen. Natürlich, das Marshall-Cover und, warte mal, Mittelerde? Jaaaaa, Musik über mein absolutes Paralleluniversum, etwas was ich immer gesucht habe (genauso wie Viking Metal). Mitgenommen und zu Hause umgeblasen werden. Sehr schnell wurden dann Metal Hammer, später zunehmend das Rock Hard und außerdem das Legacy zu einer monatlichen Bezugsquelle für neue Musik. Übrigens ist mir letzthin aufgefallen, dass ich quasi gar keine Magazin-Sampler mehr höre, während ich bestimmte RH-Sampler (2007, Dynamit #55 z.B.) ohne Morgen abgefeiert habe. Thanks-Listen sind natürlich auch wichtig, auch in der Form, dass Bands andere Bands irgendwie erwähnen, sei es im IV oder sonstwie online, zusammen auf Tour sind etc.
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von Eike » Montag 10. Juni 2013, 23:40
Nils Macher hat geschrieben:über die Dankes-Listen in Booklets kann man auch heutzutage noch Bands kennenlernen 
:dafuer: Das war für mich außerhalb von persönlichen Empfehlungen durch Freunde lange Zeit die Hauptquelle, daneben dann natürlich auch noch Artworks, die mich ansprachen. Was von mir geschätzte Musiker in Interviews lobten sowie Rezensionen traten dann später hinzu, aber das war anfangs eher gelegentlich und weitete sich erst nach und nach aus. Da dann hin und wieder auch über CD-Beilagen. Doch das meiste lief bis mindestens 2000 bei mir noch ganz klassisch über Stöbern in CD-Läden und -Verleihs bzw. Stadtbibliothek. Deutlich schneller ein großes Plus kam dann doch durch das Internet, da habe ich über enthusiastische Fan-Rezensionen so manche Perle kennengelernt, gerade bei (Viel-)Schreibern, deren Geschmack ich einschätzen konnte. Myspace und YouTube brachten ebenfalls eine große Horizonterweiterung, aber irgendwie führte das kaum zu Käufen.
Verdammt zum Leben...
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von Jhonny » Dienstag 11. Juni 2013, 00:11
Ah, klar - von 2004 bis 2006 waren auch RockHard Sampler sehr wichtig für mich!
Ayreon, Wolf, Amon Amarth, Communic, Sacred Steel oder Metal Church habe ich so kennen gelernt.
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von Rüdiger Stehle » Dienstag 11. Juni 2013, 00:29
Ich zähle mich jetzt mal nicht zu den Jüngeren, überlege aber gerade trotzdem wie ich nach und nach "meine" Bands kennen gelernt habe.
Zuerst waren da Manowar, Accept/U.D.O., Axxis und Helloween über MCs, die ich von Freunden überspielt bekam.
Running Wild kam dann kurz darauf wegen eines Interviews im Rock Hard, wo Rock'n'Rolf als ähnlich kompromissloser True Metaller wie Joey DeMaio vorgestellt wurde. Das war natürlich ein Gütesiegel erster Kajüte. Ähnlich lief es mit Cirith Ungol, wo im Rock Hard ebenfalls davon die Rede war, dass die Band zusammen mit Manowar als Begründer des Epic Metal mit Fantasy Themen gelte.
Slayer war dann ein Blindkauf der "Seasons", weil irgendwie das Logo, Adler und "Wehrmacht" als Fanclub sehr cool wirkte (den WK2-Fetisch werde ich auch nie verlieren!). Die Initialzündung zu Venom war der Videoclip zu "The Seven Gates Of Hell" auf MTV, der mich aus dem Stand umhaute, ebenso wie bei Unleashed der Liveclip zu "Before The Creation Of Time". Auf Bathory kam ich durch das Shirt eines Klassenkameraden, von dem ich wusste, dass er auch Manowar und Slayer mochte... außerdem erinnerte der Geißbock an Venom, da war dann auch klar, dass das gut sein muss.
Den Black-Metal-Boom erwischte ich, noch vor er richtig los ging dadurch, dass ich gelesen hatte, dass es in Norwegen Bands gebe, die sich auf Uralt-Satanisten wie BATHORY und VENOM bezogen, diese Bands jedoch ernster nahmen, als jene sich selbst. Das war extrem spannend. Dann gab es da obendrauf noch zwei Billigsampler von Vertrieben, Labels o.ä., die dem Rock Hard beilagen oder die man vom lokalen CD-Laden geschenkt bekam, einer davon war "Vol. 4" von Peaceville Records, auf dem sich "To Cross The Triangle Of Flames" von DARKTHRONE befand, und dann war da noch "Ich zahl nicht mehr Vol.2" von SPV auf dem das legendäre "Call Of The Wintermoon" von IMMORTAL stand. Damit war es dann vollends um mich geschehen, man bestellte nach der Angabe "Norweger BM" in handkopierten Mailorderlisten obskurer Tape- und Disc-Trader etc... Damit war dann ca. 1992 der wirklich tiefe Einstieg in die Metalszene effektiv vollbracht und das Entdecken wurde leichter, weil man die Szenepublikationen und auch immer mehr Leute kannte. 1995 fing ich dann selber mit dem Schreiben an und der Nachschub wurde immer unproblematischer, bis er irgendwann wieder problematisch wurde, weil zu viel nachgeschoben wurde.
Wenn ich heutzutage Bands "selbst entdecke", dann geschieht das meistens über Liveauftritte mir bis dato unbekannter oder nur vom Namen her bekannter Bands, die mich aus dem Stand heraus überzeugen, oder gelegentlich auch über MP3s, Demos oder Promos, die mir ein Musiker einfach so selbst zuschickt, weil er von meinen Reviews her meint, dass das etwas für mich sein könnte. Das intensiviert das Kennenlernen einer Band immer, wenn man von der Band direkt angesprochen wird.
Und natürlich gibt es inzwischen auch schon über 10 Jahre lang dieses Internet und seine Foren für mich. Wobei eine wirkliche neue Lieblingsband hieraus eher selten erwächst. Jedenfalls nicht allein daraus, dass jemand schreibt: "Die sind toll!"
Immer noch wichtig sind - meist unintendierte - Tipps von Kollegen, Freunden und Bekannten hier vom Magazin, aus der Szene etc... die sich halt so ergeben, wenn man zusammen ein Musikwochenende abhält, miteinander hunderte Kilometer im Auto zu irgendwelchen Festivals fährt usw... Das dürfte heute zusammen mit den Liveauftritten die wichtigste Quelle sein.
alias Hugin der Rabe. Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
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von Dr. Best » Dienstag 11. Juni 2013, 06:55
Beim Durchlesen fällt mir eben wieder auf, was für ein armes Würstchen ich eigentlich bin. Mich kann man ja für fast jede Art von Musik begeistern kann, wenn man mich lange genug quält oder ich blicke, worauf die Musik raus will. Das hat den unangenehmen Nebeneffekt, dass ich bis heute nicht aus dem "Entdecker-Modus" bin. Um es kurz zu machen: Wie kann man denn keine neue Musik entdecken? Ich hab das nie verstanden. Ich habe das neulich sogar schon in einem Review festgestellt: ich bin totaler Musikchauvinist. Cover toll? Wird eingesackt. Ich kenn nen Musik, der im Nebenraum gepupt hat? In den Rucksack. Was Anfang der 2000er auf Flohmärkten wunderbar geklappt hat und mir über die Hälfte meiner Top 100 gebracht hat, ist heute eher ein Segen. Viel zu viel Musik, die ich hören will, viel zu wenig Zeit und Geld. 
Verbitterter Unruhestifter
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