Weekly Playlist

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Re: Weekly Playlist

Beitragvon Christian Schwarzer » Sonntag 30. Juni 2013, 22:40

Eike hat geschrieben:Und wenn ich endlich mal wenigstens einen quote-Button hätte, dann würde ich mir auch nicht ständig die Zitate zerschießen.

Du auch nicht? Oder anders rum: Wer hat den? Und wieso wir nicht?
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Re: Weekly Playlist

Beitragvon Jesus » Sonntag 30. Juni 2013, 22:51

salisbury hat geschrieben:Also mir fällt es schon auf, dass Du sehr oft betonst und beschreibst, wie und wie nicht Metal zu klingen hat. Dein letzter Satz zut THE OCEAN-Kritik zum Beispiel. Es es gibt noch viel mehr.


Aaaaaaah, verstehe... Es ist mir ein bisschen zu spät, um das heute noch eingehender auszuführen, aber vielleicht können wir das morgen noch mal bereden.

salisbury hat geschrieben:Ach ja dieser Albini ist mir auch schon aufgefallen. Hat der nicht die "Hymn to the immortal winds" (oder so) von MONO produziert? Die klingt wahrlich sensationell!!!! Und die DIRTY THREE? Hat der nicht auch NIRVANA gemacht? Ähem, welche Metal-Scheiben hat der denn produziert? Warum versteht ausgerecht der, wie "Metal" zu klingen hat?


Für mich hat Metal zu klingen, als ob er live von der Bühne oder frisch aus der Garage kommt. Ungehobelt, knarzend, eben nicht glatt. Albini (u.a., so auch die von mir erwähnten Ballou oder Douches uvm.) versteht es, die Dynamik von "harter" Musik gut und organisch klingend einzufangen. Dabei ist sein Motto recht simpel: "Einfach aufnehmen und nicht mehr am Sound feilen." Ich bin mir sicher, dass ein bisschen mehr dahinter steckt, aber wenn man das jetzt vergleicht mit den Produktionen von Sneap, Rubin, Tägtgren und Co., fällt einem doch ein großer Unterschied auf. Viele moderne Produktionen drehen alles bis zum Anschlag auf, bis jegliche Heaviness aufgrund mangelnder Dynamik verloren geht. Gitarren klingen nicht mehr roh und garstig, sondern nur laut und uninteressant. Eigentlich ruhige Momente in den Songs klingen ebenso laut wie die harten Ausbrüche. Und immerzu herrscht ein durchgehender Geräuschpegel, selbst wenn nur ein einziges Instrument spielt. Das zerstört nicht nur viele gute Alben, die mangelnde Dynamik nimmt einem harten Musikstil wie dem Metal eben jegliche Heaviness. Und das ist ein integraler Bestandteil von Metal.

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Gar keine?


Die Diskographie bei Wikipedia ist nicht vollständig. Albini ist z.B. (und u.a.) Stammproduzent von NEUROSIS und das seit 15 Jahren. Und die Produktion von "Given to the Rising" demonstriert, wie großartig Metal klingen kann, wenn nicht Rubin oder Sneap an den Reglern sitzen.

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Re: Weekly Playlist

Beitragvon Eike » Sonntag 30. Juni 2013, 23:02

Jesus hat geschrieben:Viele moderne Produktionen drehen alles bis zum Anschlag auf, bis jegliche Heaviness aufgrund mangelnder Dynamik verloren geht. Gitarren klingen nicht mehr roh und garstig, sondern nur laut und uninteressant. Eigentlich ruhige Momente in den Songs klingen ebenso laut wie die harten Ausbrüche. Und immerzu herrscht ein durchgehender Geräuschpegel, selbst wenn nur ein einziges Instrument spielt. Das zerstört nicht nur viele gute Alben, die mangelnde Dynamik nimmt einem harten Musikstil wie dem Metal eben jegliche Heaviness. Und das ist ein integraler Bestandteil von Metal.
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Re: Weekly Playlist

Beitragvon Holger Andrae » Sonntag 30. Juni 2013, 23:14

Jesus hat geschrieben:[
Für mich hat Metal zu klingen, als ob er live von der Bühne oder frisch aus der Garage kommt. Ungehobelt, knarzend, eben nicht glatt. Albini (u.a., so auch die von mir erwähnten Ballou oder Douches uvm.) versteht es, die Dynamik von "harter" Musik gut und organisch klingend einzufangen. Dabei ist sein Motto recht simpel: "Einfach aufnehmen und nicht mehr am Sound feilen." Ich bin mir sicher, dass ein bisschen mehr dahinter steckt, aber wenn man das jetzt vergleicht mit den Produktionen von Sneap, Rubin, Tägtgren und Co., fällt einem doch ein großer Unterschied auf. Viele moderne Produktionen drehen alles bis zum Anschlag auf, bis jegliche Heaviness aufgrund mangelnder Dynamik verloren geht. Gitarren klingen nicht mehr roh und garstig, sondern nur laut und uninteressant. Eigentlich ruhige Momente in den Songs klingen ebenso laut wie die harten Ausbrüche. Und immerzu herrscht ein durchgehender Geräuschpegel, selbst wenn nur ein einziges Instrument spielt. Das zerstört nicht nur viele gute Alben, die mangelnde Dynamik nimmt einem harten Musikstil wie dem Metal eben jegliche Heaviness. Und das ist ein integraler Bestandteil von Metal.



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Re: Weekly Playlist

Beitragvon Rüdiger Stehle » Sonntag 30. Juni 2013, 23:44

Jesus hat geschrieben:
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Gar keine?


Die Diskographie bei Wikipedia ist nicht vollständig. Albini ist z.B. (und u.a.) Stammproduzent von NEUROSIS und das seit 15 Jahren. Und die Produktion von "Given to the Rising" demonstriert, wie großartig Metal klingen kann, wenn nicht Rubin oder Sneap an den Reglern sitzen.

Das weiß ich, das steht so in der Diskographie, und das sehe ich ganz genauso, dass diese Art der Produktion mir per se von der Konzeption her mehr zusagt als eine von Rubin und Sneap. Und ja, die Produktion der besagten Scheibe ist in der Tat sehr gut.

Aber um den Orden "der weiß, wie Metal zu klingen hat", zu bekommen, ist das dann doch ein bisschen dünn. Der gute Mann soll mal die Herausforderung suchen und eine reinrassige traditionelle Metalband produzieren. Das meine ich jetzt ganz ernst. Würde mich durchaus interessieren, zu hören, wie z.B. Priest, Sabbath oder Manowar mit einer Produktion von Albini klängen. Wenn das dann ein Volltreffer wird, dann hat er es wohl tatsächlich gewusst, wie Metal zu klingen hat. Das will ich keineswegs ausschließen.

Irgendwie fürchte ich nur, dass der gar keinen Metal mag, wenn ich mir seine bisherige Diskographie so anschaue.
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Re: Weekly Playlist

Beitragvon Eike » Montag 1. Juli 2013, 03:00

Oder die Metalbands mögen seinen Produktionsstil nicht.
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Re: Weekly Playlist

Beitragvon Jesus » Montag 1. Juli 2013, 06:23

Eike hat geschrieben:Er betont nämlich sehr gerne in Nebensätzen, in denen er mal eben elitär lässig irgendwelche Bands abwatscht, wie unmetallisch die mit ihren veragelten Mainstreambegriffen von Metal doch eigentlich seien - verglichen mit dem grenzgängerisch-freigeistig-wahrmetallischen Sound jesuanischer Hipsterbands. :grins:


Eike hat mich durchschaut :D


Eike hat geschrieben:Oder die Metalbands mögen seinen Produktionsstil nicht.


Genau. Jede Metalband, die sich freiwillig eine Überproduktion im Stil der üblichen Verdächtigen aussucht, hat offenbar nicht viel übrig für den rohen, einfachen Sound eines Albini. Die Bands möchten häufig einfach möglichst laut und "brutal" klingen und das komplette Klangspektrum füllen, weil sie glauben, das wäre besonders "metal" und sie müssten die Konkurrenz in Sachen Brutalität und Metalness übertrumpfen. Und damit kommen wir dazu:

Sally hat geschrieben:Also mir fällt es schon auf, dass Du sehr oft betonst und beschreibst, wie und wie nicht Metal zu klingen hat. Dein letzter Satz zut THE OCEAN-Kritik zum Beispiel. Es es gibt noch viel mehr.


Wie Metal in meinen Ohren zu klingen hat, habe ich ja nun angedeutet. Das bedeutet jetzt nicht, dass jedes moderne Metal-Album exakt wie z.B. NEUROSIS' "Given to the Rising" oder NEGURĂ BUNGETs "Om" zu klingen hat. Die Produktion muss schon der Musik angepasst sein. Aber bei der "Pelagial" fiel mir eben wie erwähnt wiederholt auf, dass die harten Parts häufig nicht mehr meine Aufmerksamkeit bekommen. Ganz einfach, weil ich erst 5 Sekunden nach einem heavy Ausbruch schnalle, dass die Musik plötzlich härter geworden ist. Warum? Weil sich der dröhnende, zugekleisterte Pegel kein bisschen verändert hat! Der minimalistisch gezupfte Post-Rock-Part vor dem hartmetallischen Ausbruch war genauso ohrenbetäubend wie das Geschrammel danach! Und dann fällt das bewusste Zuhören ziemlich schwer, selbst wenn die Musik noch so gut sein mag.

Ebenso klangen die von Sneap produzierten NEVERMORE- oder EXODUS-Alben eher matschig und "plastik-artig", um mal die synästhetischen Begriffe zu bemühen. Ich mag zwar die Musik auf "Godless Endeavor" und "Tempo of the Damned", aber der Gitarrensound von minimalistisch produzierten Lo-Fi-Rockern wie BLOOD RED SHOES oder SHELLAC klingt tausendmal heavier als auf diesen Platten. Da können Loomis und Holt noch so tiefe und brachial groovende Riffs spielen — es nützt nichts, wenn sie im Versuch, alles möglichst laut und brutal klingen zu lassen, übers Ziel hinaus schießen und den gesamten Sound vermatschen und die Gitarren so lange glatt bügeln, bis sie nicht mehr nach Gitarren klingen.

Gerade die technische Limitierung der Aufnahmestudios bis etwa Mitte der 90er sorgte für vergleichsweise wohlklingende, rohe Metal-Produktionen, selbst wenn sie für damalige Verhältnisse noch so heavy und laut waren. Heute ist dagegen alles möglich und viele Bands machen nicht einfach nur Gebrauch davon, sondern missbrauchen diese Möglichkeiten bis zum Erbrechen.

Das bedeutet jetzt nicht, dass nur Albini gute Produktionen macht und nur Rubin und Sneap schlechte Produktionen. Die sind nur prominente Namen an den jeweiligen Enden des Produzenten-Spektrums.
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Re: Weekly Playlist

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 1. Juli 2013, 10:44

Kann ich so alles unterschreiben. Es ist zwar nicht so, dass ich ein wirklich großes Problem mit den besagten Sneap- und Rubin-Produktionen hätte, weil ich mich einfach sehr schnell an einen Sound gewöhne und ihn dann gar nicht mehr bewusst wahrnehme, aber vom Prinzip her ist mir ein roherer, authentischer, "livemäßiger" Sound natürlich auch viel lieber als eine aufgeblasene Plastikproduktion. Meine liebsten Produktionen sind eh die, welche nach Endsiebziger- und Frühachtziger-Eigenpressungen klingen ("Frost & Fire").
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Re: Weekly Playlist

Beitragvon salisbury » Montag 1. Juli 2013, 14:51

Irgendwie bin ich Freund von beidem. Ich mag minimalistische Produktionen, die so authentisch klingen, dass man jeden Fingerrutscher auf der Gitarre hört und wo jedes Instrument so klingt, wie es eben in echt klingt. Deswegen mag ich ja all die DEAD LORDS, YEAR OF THE GOATS und JEX THOTHS so extrem gerne. Andrerseits hat auch eine große, aufwändige Produktion ihren Reiz, ich mag die BLIND GUARDIAN-sachen mit ihren hunderten von Spuren und mächtigen Chören oder RHAPSODY-Produktion, wo alles höher, größer, weiter ist. Solch Unterschiede machen doch das Musikhören so spannend! Klar geht bei manchen Produktionen die Dynamik flöten, das finde ich generell auch nicht wirklich gut und deswegen gefallen mir viele der harten modernen Metalbands nicht, die einfach "an" sind, um es mit Holgs Worten zu sagen. Irgendwie geb ich den Schaf auch recht bei THE OCEAN. So richtig durchknulzen wie die "Precambrian" tut die Neue bei mir auch nicht, allerdings kann ich das final erst beurteilen, wenn der Original-Tonträger bei mir läuft. Aber es stimmt, es ist alles zu einheitlich, während bei früheren Scheiben die Laut-Leise-Dynamik viel prägnanter war, so mein Eindruck. Ich komm auch klanglich bei NEVERMORE absolut nicht mit "This Godless Endeavor" klar, keine Ahnung, wer das nun produziert hat.aber das ist so ein Ding, das einfach nur durchfönt. Aber so ganz pauschal verteufeln, wie moderener Metal so klingt, liegt mir auch eher fern. Manche Musik funktioniert auch damit. Bei MAYHEMs "Grand Declaration" ist der sterile, klinisch tote Sound genau das richtige, bei FEAR FACTORYs "Demanufacture" auch. Kommt drauf an, was man als Band sagen und erreichen will.
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Re: Weekly Playlist

Beitragvon Christian Schwarzer » Montag 1. Juli 2013, 15:29

Sally hat geschrieben:Kommt drauf an, was man als Band sagen und erreichen will.

Sehe ich im wesentlichen genauso, aber...

...oder RHAPSODY-Produktion, wo alles höher, größer, weiter ist.

Ich komm zwar, nicht zuletzt durch blinde Fantreue, schon klar mit den Produktionen, doch das Mega-Beispiel sind RHAPSODY jetzt nicht, da drückt der Sound mir für die Art Musik oft zu wenig, gerade bei den jüngeren Sachen. Wobei man mit der "Symphony Of Enchanted Lands Part II" natürlich auch soundmäßig eine Bombenscheibe in der Vita hat. Aber "From Chaos to Eternity"? "Frozen Tears..."? naja... Den Sound der letzten von Luca Turilli fand ich zumindest schon wieder wesentlich besser. Generell geht aber z.B. bei BLIND GUARDIAN nochmal ein Zacken mehr, wobei es schon sehr poliert ist für meinen Geschmack.
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