Soundcheck bei PM.de

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Re: Soundcheck bei PM.de

Beitragvon salisbury » Mittwoch 17. Juli 2013, 22:23

Nils Macher hat geschrieben:
salisbury hat geschrieben:Ich mein ja mit _progressiver_ Musik meinen guten alten geliebten Prog, wie er von Bands der Siebzigern gespielt und gedacht wurde und wie ihn so Bands wie OCEANSIZE, AMPLIFIER und mittlerweie auch KARNIVOOL so wunderbar, so atemberaubend, so genial weiter geführt wird. Hierzu zähle ich natürlich auch DREAM THEATER. Eine Erkenntnis meines Viertel-Progpower-Erlebnisses, auf dem ich immerhin noch fünf tolle Bands gesehen habe, war auch, wie outstanding DREAM THEATER doch sind, die zwei (drei?) Jahre zuvor auf er Loreley gespielt haben. Das war sicher eines meiner besten Konzerte der letzten zehn Jahre. Und, liebe DT-Antpathisten, ich bin überzeugt, dass die Band auch noch 10 weitere Jahre alles in Grund und Boden gniedelt und tausende Progger vor Freude heulen lässt. Fist Raise 4 DT!!!


:blumen: :blumen: :blumen:

DREAM THEATER auf der Loreley - das war 2011. Der erste Deutschland-Gig mit Mangini :)


Werd ich nie vergessen. Mit Peter auf der Picknickdecke rumhüpfen. Und meine DT-Lieblingstrack kam auch: "Peruvian Skies".
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Re: Soundcheck bei PM.de

Beitragvon Rüdiger Stehle » Mittwoch 17. Juli 2013, 23:10

salisbury hat geschrieben:Ich mein ja mit _progressiver_ Musik meinen guten alten geliebten Prog, wie er von Bands der Siebzigern gespielt und gedacht wurde und wie ihn so Bands wie OCEANSIZE, AMPLIFIER und mittlerweie auch KARNIVOOL so wunderbar, so atemberaubend, so genial weiter geführt wird. Hierzu zähle ich natürlich auch DREAM THEATER. Eine Erkenntnis meines Viertel-Progpower-Erlebnisses, auf dem ich immerhin noch fünf tolle Bands gesehen habe, war auch, wie outstanding DREAM THEATER doch sind, die zwei (drei?) Jahre zuvor auf er Loreley gespielt haben. Das war sicher eines meiner besten Konzerte der letzten zehn Jahre. Und, liebe DT-Antpathisten, ich bin überzeugt, dass die Band auch noch 10 weitere Jahre alles in Grund und Boden gniedelt und tausende Progger vor Freude heulen lässt. Fist Raise 4 DT!!!


Die Prog-Bands der Siebziger mag ich ja auch sehr gerne, weil die in vielen Fällen Freunde der großen Gesten, des großen Theaters, der charismatischen Stimmen und des märchenhaften Pathos waren. Rush, Hawkwind, Saga, Jethro Tull, King Crimson... Das sind gigantische Bands über die du von mir nie etwas Schlechtes hören wirst. Wobei ich diese Bands jetzt in Bands wie KARNIVOOL oder OCEANSIZE nur schwer wiederfinde. Noch am ehesten in AMPLIFIER, die ich ja verhältnismäßig gerne mag, im Vergleich zu den anderen Kandidaten. Dort gibt es nämlich dieses Storyteller-Flair, das Märchen am Lagerfeuer, das Pathos und das große Theater. Nicht bei allen Songs aber immer wieder.

Was ich nicht mag, ist es, wenn sich die Prog-Bands in die Nähe von Indie/Alternative bewegen, weil mir da der Pomp und die Glorie verloren geht, die den alten Prog der 70er und die späteren Neoprogger ausmachte. Ich will keine Bands hören, die beschauliche Klanglandschaften zeichnen und dazu Emotionalitäten aus dem eigenen Leben verbraten. Ich will Fantasy Prog, wie bei Mechanical Poet, oder Gottsänger-Prog wie bei Rush, oder Kauzprog wie bei Mayfair, John Arch oder State of Mind. Und ich will Songs mit Refrains. Danke!

Und was DREAM THEATER angeht: Metallisch genug, ausreichend Faustfaktor, cooler Sänger - ich mag die Band deutlich mehr, als man mir unterstellt. Aber ich kann definitiv keine Songs ab, die mehr als zehn Minuten dauern und die zu mehr 70% instrumental sind. Kann hören wer will, ich will Songs mit der kompletten Band und Songs, die ich wiedererkenne. Dass die Typen toll spielen und Takte in einem Song öfters wechseln können als die Mehrheit der Bevölkerung ihre Unterhosen pro Jahr, das glaube ich ihnen gerne. Beweisen müssen sie das nicht.
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Re: Soundcheck bei PM.de

Beitragvon salisbury » Donnerstag 18. Juli 2013, 00:36

Meine Ohren sind blau und ich höre bei KARNIVOOL (um beim altuellen SC zu bleiben) Musik mit einer sagenhaften, charismatischen Stimme, Musik voller großer Gesten, ein Track wie 'Float' oder 'Eidolon' ist durchaus märchenhaft, Pathos gibt es auch in Hülle und Fülle UND: ich könnte vor Freude alle Viere von mir strecken, die Musik ist dynamisch und energetisch und wird live sicher sogar noch besser wirken als von CD runter, also sehr wohl "Faustfaktor" ( ;-) ). Natürlich nicht im Sinne des Raben aber schon im Sinne wie ihr das vorher definiert habt ;-)

Dass lange Instrumentalpassagen und -Soli etwas mit "sich beweisen müssen" und Egoproblemen von Musikern zu tun haben ist auch so eine Unterstellung, die ich mittlerweile als ärgerlich empfinde. Hier im Forum ist das ja völlig okay, aber ich les das auch immer wieder in Reviews (sogar im Eclipsed, aber selten). Bei den allermeisten Bands, die sowas machen, sehe ich einen künstlerischen Sinn dahinter, bei DREAM THEATER ist das vielleicht sogar der Hauptgrund, dass so viele Leute die Band so sehr verehren, viele Postrockbands haben ihren besonderen Reiz dadurch, dass sie sich soviel Zeit lassen, um die Musik atmen zu lassen...

Jetzt hab ich vergessen was ich eigentlich sagen wollte und geh mal schlafen... 8-)
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Re: Soundcheck bei PM.de

Beitragvon Oliver Passgang » Donnerstag 18. Juli 2013, 08:43

salisbury hat geschrieben:Dass lange Instrumentalpassagen und -Soli etwas mit "sich beweisen müssen" und Egoproblemen von Musikern zu tun haben ist auch so eine Unterstellung, die ich mittlerweile als ärgerlich empfinde.


Im Prinzip ist das genau die passende Gegenbehauptung zu "DARKTHRONE rumpelt immer so durch die Gegend, dabei könnten die das viel besser!". Aber in dem Fall wird das von den Musikern natürlich ganz bewusst eingesetzt. Prog-Instrumentalisten wollen sich hingegen natürlich nur profilieren... ^.-
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Re: Soundcheck bei PM.de

Beitragvon salisbury » Donnerstag 18. Juli 2013, 08:49

Und Power Metal is nur was stumpfe, biersaufende Proleten... :-S
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Re: Soundcheck bei PM.de

Beitragvon Peter Kubaschk » Donnerstag 18. Juli 2013, 09:41

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Re: Soundcheck bei PM.de

Beitragvon Frozen » Donnerstag 18. Juli 2013, 09:53

salisbury hat geschrieben:Und Power Metal is nur was stumpfe, biersaufende Proleten... :-S

:bier: Eifersüchtig? ;) *selbstironie off*

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Re: Soundcheck bei PM.de

Beitragvon Martin van der Laan » Donnerstag 18. Juli 2013, 10:09

salisbury hat geschrieben:Und Power Metal is nur was stumpfe, biersaufende Proleten... :-S


Seit wann machen AC/DC und die Toten Hosen Power Metal?? ;-)
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Re: Soundcheck bei PM.de

Beitragvon firestarter » Donnerstag 18. Juli 2013, 10:22

salisbury hat geschrieben:dass sie sich soviel Zeit lassen, um die Musik atmen zu lassen...


Der war gut! *schenkelklopf*
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Re: Soundcheck bei PM.de

Beitragvon Frozen » Donnerstag 18. Juli 2013, 11:30

So, zu DT:

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Und was DREAM THEATER angeht: Metallisch genug, ausreichend Faustfaktor, cooler Sänger - ich mag die Band deutlich mehr, als man mir unterstellt. Aber ich kann definitiv keine Songs ab, die mehr als zehn Minuten dauern und die zu mehr 70% instrumental sind. Kann hören wer will, ich will Songs mit der kompletten Band und Songs, die ich wiedererkenne. Dass die Typen toll spielen und Takte in einem Song öfters wechseln können als die Mehrheit der Bevölkerung ihre Unterhosen pro Jahr, das glaube ich ihnen gerne. Beweisen müssen sie das nicht.
;-)


Hier liegen für mich die Problematiken, ich gehe mit dem Raben da gar nicht überein.

Die Länge der Songs und deren Instrumentalgehalt, genauso wie die Taktwechsel, sind nichts, was mich abschrecken würde. Das ist sogar ein Merkmal jener Prog Bands die ich mag. Beispiel: Appearance of Nothing, "the science of light". über eine viertelstunde, live sogar noch mehr. Abwechslungsreich, trotzdem packend und leicht reinzukommen, doch je mehr man sich hineinfallen lässt, desto mehr entdeckt man. Genau das, was mir immer über DT gesagt wird, ich aber einfach nicht höre. Dass das komplexe Songs sind ist unbestritten, aber es macht mich weder am Anfang noch nach mehreren Durchläufen an. Dass Länge und Instrumentalanteil aber nicht der Grund sind, ist bei meiner Vorliebe für Longtracks im traditionellen und progressiven Metal offensichtlich. Ich sehne den Tag entgegen, da AoN The Science of Light wieder in seiner vollen Länge darbietet, nach wie vor einer der geilsten Livemomente meiner noch jungen Metal-Fankarriere.

Widerum ist der Metallgehalt und der "Faustfaktor" ein Dealbreaker. Bei DT? überhaupt nicht vorhanden für mich. Ich fühle mich nicht dazu aufgefordert, die Faust zu recken, mitzusingen oder zu klatschen. Bei einem Konzert im Z7 vor etwa einem Jahr sagte mal einer in der Eingangsschlange, DT klinge wie wenn man E-Gitarren mit Nylon Saiten spielen würde. Ganz ungeachtet des technischen Wunders, welches das wäre: Er hat nicht ganz unrecht. Die Songs sind kaum zugänglich, haben selbst in Parts aufgeteilt keine Momente, die mich wirklich packen, und klingen einfach viel, viel zu soft. Ich kann mir DT als die angepriesene, hervorragende Liveband gar nicht vorstellen.

Darum denke ich, dass DT nicht direkt das Problem Tradition - Moderne haben, dazu habe ich zu viel Prog, den ich auch tatsächlich mag. Zeitgleich mit dem letzten DT Album kam ja auch Arch/Matheos raus, die auch von den Proggern noch etwas besser bewertet wurde als die "Dramatic Turn". Tatsächlich höre ich die "Sympathetic Resonance" noch heute gern, so ein Album ist trotz Komplexität und besagtem "das Können beweisen" Effekt den man daraus erhält zugänglicher, Metallischer und eben Faustreckender, um Welten sogar, als Dream Theater. Auch hier trotz, oder gerade wegen, der langen Songs.

Fazit: Ich bin Traditionalist, kein Progger. Aber Guter Prog Metal gefällt mir sehr, ich erwarte z.B. die neue Appearance of Nothing schon sehnlichst - inklusive eines ultralongtracks. Dream Theater gefällt mir nicht. Weder kurz noch langfristig macht mich die Musik in irgendeiner facette wirklich an. Heute noch weniger als früher. Daher ist auch die LABRIE sicher nix für mich, auch wenn sie den SC in einem für mich langweiligen Monat gewonnen hat. Die Gründe dazu sieht man oben: Alles, was ein Song für mich braucht, finde ich bei DT nicht, und alles was ich bei DT finde, braucht es für mich nicht. Es ist ein klassischer Fall von "Die Band hat doch alles, um mir zu gefallen, aber sie gefällt mir trotzdem nicht".

Da höre ich lieber stumpfe Lieder für saufende Power Metal Proleten die mit eingängigen Refrains, Faustreck Riffs und für Sally unglaublicher Eintönigkeit bestechen.
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