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von Rüdiger Stehle » Mittwoch 21. August 2013, 18:15
So, Projekt des Abends: Die SATYRICON-Diskographie nochmals Revue passieren lassen, um die Rezension zum neuen Album vorzubereiten. Die Anlage ist eingeschaltet, die neuen Boxen angeschlossen. Das Wohnzimmer bereitet, der Laptop wird dort eingesteckt und vielleicht gibt's im Laufe des Abends ein paar Liveeindrücke der Retrospektive exklusiv fürs Forum.  Gegen 19:00 Uhr geht's mit "Dark Medieval Times" los. Ich freue mich darauf!
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von Havoc » Mittwoch 21. August 2013, 18:55
Bezüglich dem SATYRICON/WATAIN-Vergleich steuert Zahlenmensch Havoc bei... "Black Lava" vs "Waters Of Ain" = 14:31 zu 14:31! 
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von enemy-of-reality » Mittwoch 21. August 2013, 18:58
Und welche 14 Minuten und 31 Sekunden sind die geileren?
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von Jesus » Mittwoch 21. August 2013, 18:59
Round One! Fight!
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von Havoc » Mittwoch 21. August 2013, 19:06
enemy-of-reality hat geschrieben:Und welche 14 Minuten und 31 Sekunden sind die geileren?
"Black Lava"...nach Elfmeterschießen!
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von Rüdiger Stehle » Mittwoch 21. August 2013, 19:47
"Dark Medieval Times" aufgenommen 1993, veröffentlicht Anfang 1994, Moonfog Productions FOG001 So, nun läuft sie, die "Dark Mediaval Times". Ganz ehrlich, ich weiß nicht, wie lange es her ist, dass ich dieses Album im Player hatte. 10 Jahre reichen mit Sicherheit nicht aus. Der Nachfolger kam ja bereits ganz kurz darauf, und da ich den wesentlich beeindruckender Fan, hat er das Debüt bisher nachhaltig aus dem Player verdrängt. Wenn ich das heute, knapp 20 Jahre nach dem Kauf der Scheibe, wieder einlege, dann muss ich natürlich zuerst einmal schon schlucken. Nicht so sehr darüber, wie sehr sich die Band verändert hat, sondern in erster Linie darüber, wie stark sich die instrumentalen, soundtechnischen und kompositorischen Fähigkeiten der Band entwickelt haben. Sprich: Auch wenn die wahrsten der Wahren sagen werden, dass sie nie wieder besser waren, so ist das in handwerklicher Hinsicht natürlich Quatsch. Gerade bei einem Werk wie "Dark Medieval Times", das von seinen dramaturgischen Wechseln zwischen rasendem, klirrendem und finsterem Black Metal einerseits, und folkig angehauchten Ambient-Parts andererseits lebt, wie nur wenige andere Black-Metal-Scheiben, fällt es schon extrem auf, wie schwer es der Band damals fiel, diese unterschiedlichen Parts schlüssig zu verbinden, ohne dass es holprig wird. Das gelingt auch nicht immer. Die Ambient-Parts sind im Vergleich zum Metal oft sehr laut, und die das Umschalten von Keyboard-Tüdelü zur Gitarrenwand flutscht natürlich nicht unbedingt ganz sauber. Auch ist es kompositorisch nicht immer ganz schlüssig, wie die Band damals die verschiedenen Parts miteinander verbunden hat. All das ändert allerdings nichts daran, dass "Dark Medieval Times" einige wirklich große Pluspunkte hat. Das sind zum einen Satyrs bereits damals eindrucksvoll grimmige Vocals, die man allerdings noch nicht so gut versteht wie bei späteren Alben. Dann ist die leicht folkige, betont auf Mittelalterambiente abzielende Rhythmik und Melodieführung für damalige Zeiten noch ziemlich einzigartig. Wo Varg Vikernes auf den BURZUM-Alben jener Tage und kurz davor die Ambient-Einflüsse vor allem atmosphärisch, perseverativ und mantrisch nutzte, da geben Satyr und Frost ihrem Black Metal durch die Synth-Parts, die Spoken Word Elemente und die akustischen Passagen eine erzählerische Dimension. "Dark Medieval Times" lässt die im Booklet beschworenen Zeiten der Pest in Norwegen und des finsteren Mittelalters ziemlich lebendig werden, und man nimmt der damals noch sehr jungen Band ab, wie sehr sie das Thema damals fasziniert haben mag. Außerdem sind Songs wie 'Min Hyllest Til Vinterland' und das Titelstück auch aus heutiger Sicht noch großartige Hymnen der zweiten Welle. Aufgrund der Atmosphäre, der tollen Melodien und der spürbaren Hingabe an das eigene Werk ist und bleibt "Dark Medieval Times" daher trotz der Tatsache, dass man klar merkt, dass die Jungs damals noch ziemliche "Anfänger" waren, ein eindrucksvolles Debüt und ein mächtiger Fingerzeig in Richtung dessen was noch kommen sollte.
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von Havoc » Mittwoch 21. August 2013, 20:40
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Auch ist es kompositorisch nicht immer ganz schlüssig, wie die Band damals die verschiedenen Parts miteinander verbunden hat.
Das kann gut sein...vielleicht macht für mich auch gerade das den Reiz des Albums aus. Manche Parts sind einfach saugeil...wo es unerwartet plötzlich zu einem rasenden Ausbruch kommt. Zudem ist es für mich halt besonders, da es mein erstes Werk der Band war. Aus meiner Sicht ist das Album eines der besten Debüts der Metalgeschichte.
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von Rüdiger Stehle » Mittwoch 21. August 2013, 22:16
Havoc hat geschrieben:Das kann gut sein...vielleicht macht für mich auch gerade das den Reiz des Albums aus. Manche Parts sind einfach saugeil...wo es unerwartet plötzlich zu einem rasenden Ausbruch kommt. Zudem ist es für mich halt besonders, da es mein erstes Werk der Band war. Aus meiner Sicht ist das Album eines der besten Debüts der Metalgeschichte.
Letzteres will ich kein Stück weit bestreiten und ich stimme dir da sogar zu. Wobei die Gesellschaft in der sich das Album als "eines der besten Debüts der Metalgeschichte" befindet, durchaus zahlreich und erlesen ist. Bei mir hat es der Nachfolger nur nochmal so krass übertroffen, dass es (leider) ein wenig in dessen Schatten geraten ist. Wie auch alle Satyricon-Alben danach. Demnächst geht es weiter... bin überraschend noch zum Abendessen eingeladen gewesen.
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von Rüdiger Stehle » Mittwoch 21. August 2013, 22:32
"The Shadowthrone" veröffentlicht September 1994, Moonfog Productions FOG003 So, es folgt nun der Geschichte zweiter Akt, welcher der Grund dafür ist, dass bei mir im Endeffekt alle anderen Scheiben dieser großartigen Band einen solch schwierigen Stand haben: Sie müssen sich an einem Werk messen lassen, das für mich zum Perfektesten und Erhabensten gehört, was ich jemals gehört habe. Nach "Dark Medieval Times" war damals die Begeisterung in der Black-Metal-Szene groß, Satyricon gehörte quasi aus dem Stand zu den Flaggschiffen der Szene und wurde sehr ernst genommen. Dass nur ein halbes Jahr nach dem Debüt ein Album folgen würde, das mit derartiger Macht einschlagen würde, konnte niemand ahnen. Doch ja, "The Shadowthrone" war ein solches Album: Der völlig unfassbare Opener "Hvite Krists Død" erschüttert Mark und Bein, und er lässt das Blut gefrieren. Satyr grollt seine vernichtende, hasserfüllte Botschaft in einer derart majestätisch artikulierten und perfekt verständlichen Weise ins Mikro, dass uns damals wirklich eine Gänsehaut nach der anderen über den Rücken lief. Dieser Song ist für mich bis heute ein Fanal des Hasses und das vermutlich grimmigste Lied der Menschheitsgeschichte. Technisch zeigt sich die Band in diesem halben Jahr in jeder Hinsicht nochmals gereift und gewachsen. Der Sound hat keinerlei Schwächen mehr, die Stimmungswechsel sind flüssiger arrangiert, die Stimme ist noch viel besser verständlich, dabei aber kein bisschen weniger furchterregend. Auf der anderen Seite haben die Ambient-Einflüsse abgenommen, das nach wie vor omnipräsente, majestätische Keyboard steht nun in Sachen Melodieführung nicht mehr über der Gitarre, sondern es bildet mit den Saiten eine Synthese auf Augenhöhe. Auch das folkige Element wurde zu Gunsten des metallischen Gesamtbilds ein wenig reduziert. Die Songs sind homogener geworden. "The Shadowthrone" bietet einfach alles, was ein majestätisches und dabei doch völlig kitschfreies Black-Metal-Werk haben muss: Rassende und klirrende Riffs, grimmiger, finsterer und bedeutungsschwangerer Gesang, den man perfekt verstehen kann, erhabene atmosphärische Keyboards mit herrschaftlichem Ambiente, kurze, aber effektive akustische Melodieelemente und dezent eingesetzte, klar gesungene Chöre, die eine gewisse archaische Naturmystik verkörpern, dabei aber doch einen mitreißenden, ja, durchaus rockigen Drive. Mein Fazit kann daher nur sein, dass ein Album nicht vollendeter sein kann als "The Shadowthrone".
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