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SatyriconRe: SatyriconSehr interessant hier. Bin schon auf die restlichen Alben gespannt!
Re: Satyricon"Nemesis Divina"
veröffentlicht April 1996, Moonfog Productions FOG012 ![]() Ach ja, aus heutiger Sicht wird die "Nemesis Divina" ja manchmal als der Überklassiker gefeiert, manchmal als Anfang der immer kommerzieller werdenden Ausrichtung der Band kritisiert. Die erstere Feststellung kann ich aufgrund des wirklich grandiosen Songmaterials durchaus nicht nur nachvollziehen, sondern auch teilen, auch wenn mir persönlich der Vorgänger "The Shadowthrone" noch näher steht. Den Vorwurf der kommerziellen Ausrichtung halte ich indes für reichlich absurd, auch wenn natürlich klar ist, was die Ursache dafür ist. Mit dem hier inkognito als Kveldulv auftretenden DARKTHRONE-Fronter Nocturno Culto war an der Gitarre prominente Unterstützung an Bord, und in der Szene war dieses Namedropping natürlich trotz verschleiernden Pseudonyms ein Hinhorcher, zum anderen gab es das berühmt berüchtigte Promo-Video zu 'Mother North', das zudem eine gewisse kommerzielle Eingängigkeit nicht ganz verleugnen kann. Davon abgesehen hat sich jedoch nicht viel verändert, im Hause SATYRICON. Das Keyboard lässt den Gitarren eher noch etwas mehr Raum als zuvor, so dass das Klangbild eher härter als kommerzieller wird, und Satyrs Gesang hat an Grimmigkeit nichts verloren. Das atmosphärisch-ambiente Element, das durch die Keyboards früher noch prominenter inszeniert wurde, weicht einer wachsenden Geradlinigkeit der Stücke, die sich so zwar teilweise durchaus noch eingängiger, aber - mit Ausnahme des bereits erwähnten 'Mother North' - nicht kommerzieller oder gar weichgespülter präsentieren. Im Übrigen, selbst wenn "Nemesis Divina" ein kommerziell ausgerichtetes Album sein sollte, ist das so dermaßen egal, weil es eben bis zum Anschlag vollgestopft ist mit großartigen Hymnen, deren bestechendste tatsächlich dieses verruchte 'Mother North' ist. Mit sinistrer Magie umschmeichelt das Stück die Ohren und es bohrt sich tief in Hirn, Herz und Seele, um dort auf ewig zu verweilen. Doch auch davon abgesehen, ist auf dieser Scheibe jeder Song ein Volltreffer: Wie schon auf dem Schattenthron schleudert uns Satyr mit dem Auftakt des Openers 'The Dawn Of A New Age' eine hasserfüllte Parole zur Apokalypse entgegen, für 'Forhekset' und 'Du Som Hater Gud' darf die norwegische Sprache allen Ingrimm der Band befeuern, das Titelstück baut sich als thrashiger, hackender und headbangendes Monster auf, das den Nacken knacken lässt, und zum Ende hin majestätisch, atmosphärisch und erhaben mit dem Instrumental 'Transcendental Requiem of Slaves' verklingt. Ein weiteres perfektes Album! Am Rande fällt mir gerade in der CD-Hülle der eingelegte Flyer auf, der die 1996er-Tourdaten enthält. Da steht unter anderem: "15.04.1996 - Stuttgart - Röhre". Da war ich. Exakt eine Woche, bevor das Album in die Läden kam. Also kannten wir damals, als wir in die Röhre pilgerten, die Mutter Nord noch gar nicht. Trotzdem ein besonderes Erlebnis, das man dann doch niemals vergisst. Über 17 Jahre ist das her... ![]() alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
Re: SatyriconDas liest sich alles so als könnte das ein passendes Einstiegsalbum in die zweite Welle für mich sein. Ich mache jetzt also echt die neue Atlantean Kodex aus, um einmal nach der 'Mother North' zu youtuben!
Re: SatyriconSchau, dass du das offzielle Video dazu erwischst...
![]() ... und dann erzähl, wie du es (das Lied) findest. alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
Re: SatyriconAch ja, falls es jemanden interessieren sollte: Die Kurzeindrücke zu dem Alben werde ich nach und nach zu vollständigen Reviews ausbauen, da uns die alten Alben der Band eh noch in der Datenbank fehlen, und solche Klassiker bei uns nicht ohne Rezi sein dürfen.
Wenn es die Zeit zulässt, könnte ich mir außerdem vorstellen, vielleicht um die VÖ der neuen Scheibe herum noch ein Weggefährten-Special zur Band zu machen. Mal schauen, aber bei einer so großen und wichtigen Band, die eine längere Pause hinter sich gebracht hat, könnte das schon ein cooles Projekt sein. alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
Re: SatyriconBin gerade durch und war bei diesem Clip hier gelandet, hoffe das ist das jenige welche
http://www.youtube.com/watch?v=Ea1MLx9uaXc Zum Song: Hammer! Zum Video: trashig amüsant alles weitere morgen am Tag btw.: Coole Projektidee, Rüdiger ![]()
Re: SatyriconJa, super. Das "Hammer!" freut mich riesig! Würde mich sehr freuen, wenn dir dieser Einstieg in die Zweite Welle gelänge. Denn wie du weißt, geht für mich ja nichts drüber, über diese ominöse Zweite Welle, und es ist immer schön, wenn man spürt, dass die auch heute noch jüngere Leute erwischen kann.
alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
Re: Satyricon"Rebel Extravaganza"
veröffentlicht September 1999, Moonfog Productions FOG022 ![]() Havocs Lieblingsalbum ist ganz objektiv betrachtet, der erst wirklich massive stilistische Einschnitt in Satyricons Entwicklung. Die Schritte zwischen den ersten drei Alben folgten einer inneren Logik und waren relativ klar strukturiert. Die Band präsentierte sich auf allen drei Alben grimmig und doch melodisch, stets mit majestätischer Aura, der Wandel vollzog sich weniger im ästhetischen Bereich als vielmehr in der Wahl der Stilmittel, und der Wandel vollzog sich zaghaft und nachvollziehbar. Die Ambient-Einflüsse nahmen ab, das Metallische nahm zu. Das Ausladende und Atmosphärische nahm ab, das Songdienliche und Straighte nahm zu. Nun, drei Jahre nach dem Erfolgsalbum "Nemesis Divina" legte die Band 1999 ihr viertes Studioalbum vor, und sie präsentierte sich ästhetisch runderneuert. Wo früher bei aller Grimmigkeit immer Majestätik und Epik, ja, eine gewisse grimmige Anmut eines dunklen Herrschers zelebriert wurde, da hat "Rebel Extravaganza" nichts an Grimmigkeit verloren, doch die Band präsentiert sich zudem fies, garstig, hässlich. Sowohl optisch als auch klanglich. Der Gitarrensound ist schroff und rauh, die Optik der Herren ist bewusst hässlich und abstoßend gewählt, die Ambient-Passagen sind fast völlig verschwunden und weichen einem ganz dezenten Industrial-Anflug in der Produktion. Das Epische entfällt, das Rockige nimmt zu. Das Naturmystische weicht einer sterilen, industriellen Kälte. All diese Modifikationen kann man in ihrer Gesamtheit wirklich nur als drastischen Einschnitt werten, der sich beispielsweise auch in den User-Wertungen bei Metal-Archives abzeichnet. Wo die ersten drei Alben einmütig bei einem Schnitt zwischen 8,3 und 9,7 Punkten liegen, da starft die Old-School-Fraktion die Band gnadenlos ab und das Album kommt mit einem Schnitt von 5,2 ins Ziel. Klar, jeder hat seine bevorzugte Ästhetik, und vielen fehlte sicher verständlicherweise das Erhabene und Majestätische, doch ganz ehrlich, gebt diesem garstigen Hassbatzen genug Zeit und genug Hingabe, und ihr werdet bald heraus finden, dass sich die Band bei aller ästhetischen Wandelbarkeit im Kern nicht so sehr verändert hat, wie dies zunächst den Eindruck erweckt. Hinter der schroffen, unnahbaren, industriell verzerrten Oberfläche findet sich nämlich weiterhin das, was SATYRICON ausmacht. Eine absolut charismatische Stimme, Songs mit fesselndem Tiefgang, die auch hier zu echten Hymnen taugen, und eine wuchtige, grimmige Urgewalt, wie sie nur SATYRICON in dieser Form entfalten konnte. Zudem wage ich die Mutmaßung, dass dieses Album einen merklichen Einfluss auf das Umfeld der Band hatte und sogar eine Rückbeeinflussung auf ältere Bands ausübte. Hätte es "Rebel Extravaganza" nie gegeben, so glaube ich nicht, dass beispielsweise MAYHEMs "Grand Declaration Of War" und vor allem das THORNS-Debütalbum so geklungen hätten, wie sie eben klingen. Im Fazit also ein weiteres absolut grandioses Album, das den Hörer indes lange fordert, bis es all seine Klasse hinter der schroffen Fassade offenbart. alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
Re: SatyriconSchöner Überblick, Rüdiger!
![]() What if there is nothing more
What if there is only emptiness What if there is nothing more Beyond the code of deliverance Meine Sammlung Ranking 2014
Re: SatyriconJa, ich schließe mich auch mal der allgemeinen Begeisterung ob dieses gelungen Überblickes an.
SATYRICON kenn ich natürlich schon länger, auch die einschlägigen Sachen, aber da ich leider nicht zu den gesegneten live-Miterlebern der zweiten Welle gehöre, kenn ich vor allem Satyr im neuen Millenium, was mich immer etwas abgestoßen hat, auch wenn ich die Musik sämtlicher Phasen eigentlich ganz gern mag. Sollt' ich mal dranbleiben.
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