Seeker hat geschrieben:Die BM-Band der Stunde ist Coultes des Ghules, da kommt Watain nicht ran
Doch. Auch wenn der Ghul-Kult alles dahinter plattwalzt.
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Weekly PlaylistRe: Weekly Playlist
Doch. Auch wenn der Ghul-Kult alles dahinter plattwalzt.
Re: Weekly Playlist
Nö. Die Platte ist toll, aber nicht so gut wie die WATAIN. RUINS OF BEVERAST nicht zu vergessen, die rangiert auch ganz weit oben.
Re: Weekly PlaylistOh Mann, das kann man doch überhaupt nicht vergleichen, auch wenn beides unter dem Banner "Black Metal" läuft. Musikalisch sind die doch meilenwald äh weit voneinander entfernt.
What if there is nothing more
What if there is only emptiness What if there is nothing more Beyond the code of deliverance Meine Sammlung Ranking 2014
Re: Weekly PlaylistNa gut, wenn die Liste schon mal fertig ist, kann sie ja auch heute statt Sonntag gepostet werden. Also zweiwöchentliche Playlist. Es herrschte größtenteils grimmige Stimmung im Hause Schaf. Der Winter naht, alles Leben verdorrt, der Gemeine Panda (Nigrops aarsethi) erfreut sich am Tod seiner Umgebung und kann es kaum erwarten, endlich in voller Montur — bestehend aus Streitaxt (alternativ Streitkolben oder Schwert), Nietenstulpen, Drudenfuß-Anhänger, Patronengurten und Herzchenunterwäsche — grimmig durch die verschneiten Wälder in die Schlacht zu hüpfen! Dementsprechend muss sich der Gemeine Panda durch erhöhten Konsum seines Lieblingsgenres einen Grimmigkeitsmantel anfressen, um für die frostgebissene Jahreszeit gewappnet zu sein. Natürlich stellt sich mir jetzt die Frage, wozu der Gemeine Panda eigentlich Patronengurte trägt, wenn er nur eine Hieb- oder Schlagwaffe mit sich führt und keine Handfeuerwaffen. Zudem besitze ich ja gar keine Herzchenunterwäsche, fällt mir gerade auf. Ob es Boxershorts mit bunten Ponys auch tun? Verflixt, was man nicht alles beachten muss, um so richtig trve zu sein! Ist eben gar nicht so einfach, so ein grimmiges Pandadaleben:
![]() SVARTIDAUÐI "Flesh Cathedral" → Kombiniert gekonnt dissonante Riffs, wie sie BLUT AUS NORD auf "MoRT" verwendeten, mit dieser flächigen, theatralischen Melancholie, wie sie scheinbar nur den Isländern grundsätzlich eigen zu sein scheint (siehe SIGUR RÓS, MÚM, SÓLSTAFIR, KONTINUUM usw.). Wenn der Hörer der Fleischkathedrale sich nicht in engen, Klaustrophobie auslösenden Höhlen befindet, bzw. in der dem Titel entsprechenden Wahnsinn auslösenden gotischen Kathedrale geformt aus verrottenden Menschenleibern und dort zu ersticken droht, so schwebt er befreit von allen irdischen Lasten über die von Vulkanasche geschwärzten Weiten Islands. Über die Länge des Albums gräbt sich der Hörer wirklich vom Beengten, Hässlichen, Kargen des garstigen Openers hinaus in die befreienden Harmonien des letzten Songs. Eine gewaltige Reise. Im mehr oder weniger neumodisch-dissonant-chaotisch-orthodoxen Bereich besser als z.B. ANNTHENNATH oder DODECAHEDRON. Und das sind Bands, die ich mag! Bin also wirklich begeistert von der Fleischkathedrale und erhoffe mir in Zukunft noch Großes vom schwarzen Tod aus dem Land des Eises. Anhören: 'Psychoactive Sacraments' ![]() CHRISTICIDE "Upheaval of the Soul" → Ohne auf die Schnelle die Herkunft der Jungs im Gedächtnis gehabt zu haben, klang das sofort französisch. Dieses feinsinnige Gespür für hauchzarte Melodien, die in die chaotische Gitarrenarbeit und das technische Geknüppel verwoben werden, bekommen momentan nur die gottverdammten Froschfresser hin. Komisch; martialische Musik können sie spielen, aber wenn sie dann mal wirklich zu den Waffen greifen müssen... Egal, es geht um die Musik und nicht um die käsefressenden Kapitulationsäffchen. Wie zu erwarten ein ziemlich intensives, aber alles andere als stumpfes oder primitives Geprügel mit erhabenen Hooks, die mal majestätisch, mal melancholisch klingen. Ich weiß nicht genau, warum KATHARSIS und INKISITOR bei Metal-Archives als ähnliche Künstler geführt werden, aber von deren bewusst grobschlächtigem Gepolter ist CHRISTICIDEs doch sehr verschlungen gesponnenes Geriffe weit entfernt. Vielleicht war ja das Debüt deutlich räudiger, doch "Upheaval of the Soul" ist eher zerebral gestrickt in der Art von ANTAEUS oder AOSOTH. Anhören: 'Solitude with the Devil' ![]() ACHERONTAS "Amenti — Ψαλμοί Αίματος και Αστρικά Οράματα" → Christian spielte auch schon mit dem Gedanken, sich die "Blutpsalme und Astralvisionen" dieser Griechen zu holen und wollte wissen, was ICH, DER EINZIG WAHRE HERRSCHER DER SCHWARZEN LANDE[/echo] davon halte. Nun, für gewöhnlich publiziert ja World Terror Committee mindestens solide Arbeit, von daher braucht der Herr Schwarzer nicht zu fürchten, dass er unterdurchschnittliche Musik geboten bekommt. So, was genau wird einem also geboten? Ich würde es mal grob als NIGHTBRINGER meets ROTTING CHRIST bezeichnen. Die Gitarrenarbeit — insbesondere die ständig flirrende Leadgitarre — als auch die herrlich garstigen Vocals erinnern stark an erstere (oder BESTIA ARCANA), die drumlastigen, hellenistisch-ägyptischen Tribal-Elemente, orientalisch inspirierten Harmonien und ambient-folkige Stücke wie 'Wines of Blood & Pestilence' eher an zweitere (oder MELECHESH). Gerade diese mystischen Beschwörungen der unbarmherzigen alten Götter lockern das Geschehen angenehm auf und vermitteln oftmals Bilder von antiken Ritualen oder Kriegern, die in epischen Schlachten à la 300 für ihre rachsüchtigen Gottheiten streiten. Oder kürzer: "Hierophany of the Black Grave" meets "Theogonia" mit einer Prise "Emissaries", nur halt weniger glatt als die letzten beiden und eher ebenso grimmig wie erstere. Wahrlich kein schlechter Vergleich, n'est-ce pas? Bin recht angetan davon. Anhören: 'The Stele ov the Last Conjuration — Ιερος Γαμος' ![]() GEHENNA "Malice (The Third Spell)" → Für Symphonic Black Metal ziemlich thrashig ausgefallen. Die rockenden Riffs geben der Musik ein gewisses Etwas, den nötig Punch sozusagen. Wie ich das gerade so tippe und mir das Booklet anschaue, fällt mir auf, wie unwahrscheinlich deplatziert die zuckersüße Keyboarderin auf dem Bandfoto wirkt. Kein Corpsepaint und ein bis zwei Köpfe kleiner als die Jungs drumherum. Irgendwie witzig. Die Dame ist auch im Sound nicht ganz so dominant wie auf den ersten beiden Zaubersprüchen, stattdessen regiert hier eher das Riff. Wobei man gegenüber "Second Spell" das Geblaste zurückgefahren hat, aber auch nicht so dudelnd-dümpelnd wie auf "First Spell" agiert, sondern eben sehr metallisch. Trifft damit so ziemlich meinen Nerv, weil die Keys hier nur Farbtupfer darstellen und die Sechssaiter ordentlich knusprig braten dürfen. Ich wäre nicht böse gewesen, wenn EMPEROR dieses Album nach "Anthems" veröffentlicht hätten, ist es doch stilistisch so ziemlich aus dem gleichen Eisen geschmiedet. Wäre vielleicht weniger kontrovers gewesen als der Tech Prog, den Ihsahn im Alleingang unter dem kaiserlichen Namen verzapft hatte. Wer so wie ich also die frühen Werke EMPERORs dem masturbierenden Genudel der Spätwerke vorzieht, sollte also auf Rüdiger hören und GEHENNA ein paar Ohren leihen. Zumindest den ersten drei Alben. Es ist zwar nicht so genial wie "Nightside Eclipse"; wenn man jedoch bedenkt, wie selten guter Symphonic Black ist und wie stark das Genre mit drittklassigem Synthiegeschwurbel übersättigt wurde, sollten diese Jungs (und Mädel) noch lange vor DIMMU BORGIR und Co. die nächstbeste Wahl sein. Anhören: 'Manifestation' ![]() NIGHTBRINGER "Apocalypse Sun" → Bringt den klassischen Black Metal ohne Firlefanz ins 21. Jahrhundert. Mit intensiver Atmosphäre und außergewöhnlicher Gitarrenarbeit gesegnet, aber ohne fremde Elemente, die der USBM ansonsten gerne einbezieht. Gefällt mir einen winzigen Tick besser als der schwerer verdauliche Nachfolger "Hierophany of the Open Grave"; insbesondere die frenetische Gitarrenarbeit kommt in den durchschnittlich etwas schnelleren und weniger sperrigen, wenn auch immer noch recht komplexen Kompositionen besser zur Geltung. Hier verschmelzen alle Instrumente und der Gesang zu einem untrennbaren Ganzen, sodass ich hier keine instrumentalen Leistungen besonders hervorheben kann; das Drumming ist zwar technischer und vertrackter als beim durchschnittlichen Norweger, ordnet sich allerdings auch dem großen Ganzen unter. Der Sound ist quasi nur ein einziger ungreifbarer, unteilbarer Sog des Okkulten. Zusammen mit solchen Bands wie BESTIA ARCANA, den oben genannten ACHERONTAS und DØDSENGEL bilden NIGHTBRINGER quasi die Speerspitze einer Bewegung, welche die alten Ideale des Black Metal modernisiert, ohne dabei auf neumodische oder genrefremde Elemente zurückzugreifen oder sich allzu avantgardistisch zu geben (wie z.B. COBALT bzw. DEATHSPELL OMEGA). Stattdessen lotet man die Grenzen des Genres so weit wie möglich aus. Insofern sind diese Bands eher "orthodox" als jene, welche den Begriff vor etwa 10 Jahren prägten. Vielleicht blickt man in Zukunft auf den Black Metal des frühen 21. Jahrhunderts zurück und teilt das, was heute recht unbeholfen unter dem schwammigen Sammelbegriff Orthodox Black Metal zusammengefasst wird, noch einmal auf in einen traditionelleren und einen progressiveren Zweig. Anhören: 'I Am I' ![]() TRUE WIDOW "Circumambulation" → Amerikas düsterste Slowcore/Shoegaze/Stoner-Rock-Truppe ist zurück mit ihrem dritten Werk und erfreut mein dunkles Herz wieder mit hypnotisch repetitivem Riffgewalze, hallend verschleiertem Gesäusel und übersteuertem Bassgefuzze. Sänger Dan darf diesmal wieder häufiger ran als auf dem letzten Album, wodurch man öfter wie eine Proto-Doom-Version von SLINT und CODEINE klingt. Packt jedoch Sängerelfe Nicole ihren Engelsgesang aus, gibt es wieder diesen herrlichen Kontrast zwischen fast schon poppig-ätherischem Mantel und grummelnd-knorrigem Grundgerüst, was bereits den Vorgänger "As High as the Highest Heavens and from the Center to the Circumference of the Earth" so wunderbar schaftauglich veredelte. Quasi PALE SAINTS meets ORANGE GOBLIN. Und mit norwegischen Songtiteln wie 'Trollstigen' gibt es sogar noch Trveness-Bonuspunkte ov Darkness and Evil! Hach, ich liebe euch. Ihr habt mir gleich wieder das Jahr versüßt. Anhören: 'Creeper' ![]() WATAIN "The Wild Hunt" → Bisher ist die ziemlich milde Jagd eher eine Enttäuschung. Es gibt ein paar ganz nette Stücke auf der Platte wie 'De Profundis', 'Sleepless Evil' und die beiden Instrumentale, aber eben auch solche Schlaftabletten wie 'Black Flames March'. Ganz zu schweigen von der SCORPIONS-meets-CINDERELLA-Kuschelballade 'They Rode On'. Mal ehrlich, diesen Stadionpop hätten sogar POISON oder BON JOVI bestenfalls als obskure B-Seite verwurstet. Naja, alles in allem ähnlich wie die letzte NEUROSIS halt etwas zu bequem in seiner eigenen Haut und quasi nur eine verweichlichte Version von altbekannten Elementen. Kann man — insofern gewillt — noch als solide durchgehen lassen, dient aber mehr der Vervollständigung im CD-Regal als dem wahren Hörgenuss. Für letzteren packt man lieber "Casus Luciferi" oder "Lawless Darkness" aus. Zumindest ist es kein totaler Rohrkrepierer wie das jeweils letzte Album von BARONESS und ALTAR OF PLAGUES, aber das ist jetzt auch nicht gerade ein großer Verdienst. Anhören: 'De Profundis' ![]() JOHANNA ZEUL "Album No. 1" → Ich lehne mich nun weeeeiit aus dem Fenster, aber Johannas erzählende Spielweise erinnert mich irgendwie an FEHLFARBEN. Oje, habe ich mich gerade disqualifiziert? Gut, dann zurück zur Musik an sich. Mir gefällt diese unbeschwerte, kecke, clevere Darbietung in klassischster Liedermacher-Tradition. Drei Akkorde und die Wahrheit frei aus dem Bauch heraus reißen halt doch mehr mit als das komplexeste Prog-Gedudel. Anhören: 'Fieber' ![]() PJ HARVEY "Rid of Me" → Yessss, das rockt schön rotzig. Ganz anders als "White Chalk" oder "Let England Shake". Ganz, ganz anders. Geht dafür direkt in Mark und Bein über. Der trocken organische Schrammelrock ist an sich doch recht typisch für die Grunge-Ära, aber immer wieder überrascht Polly mit neuen Ideen und andersartigen Kompositionen, die sich z.B. ein Herr Cobain nicht einmal im Drogenrausch hätte erträumen lassen. Oh, and Polly, I'm still waiting for my extra special "thank you" for buying all your stuff. You know, this whole "lick my legs" shtick you're singing about. That insanely short dress alone isn't cutting it anymore, sugar. Anhören und angucken: '50ft Queenie' ![]() FIDES INVERSA "Hanc Aciem Sola Retundit Virtus (The Algolagnia Divine)" → Kompromissloses Geblaste und garstige Grimmigkeit in den Diensten des Herrn der Finsternis (der scheint viel Geld zu haben). Episch, konzeptionell durchdacht, stilistisch irgendwo zwischen WATAINs "Casus Luciferi", DEATHSPELL OMEGAs "Kenôse" und TRIUMPHATORs "Wing of the Antichrist". Klingt insgesamt eher schwedisch als nach der italienischen Heimat dieser Jungs. Wer also blankem Schwedenschwarzstahl in langen, vertrackten Kompositionen etwas abgewinnen kann, ist hier gut aufgehoben. Wäre natürlich schön, wenn die Jungs nach über 4 Jahren auch endlich mal einen Nachfolger produzieren könnten. Anhören: 'Decollatio' ![]() CULTES DES GHOULES "Henbane" → Wie sagte der Kautz doch so schön:
Oder in weniger gehobenem Slang: Permanent black metal boner! Die Jungs verstehen sich auf okkult und altmodisch klingenden BM. Letztes Jahr lieferten schon die Landsmänner MGŁA ein außerdentlich feines Stück Polenschwarzstahl, doch gerade bei CDG überzeugen zusätzlich noch die herrlich rumpelnden Old-School-Momente à la alte MAYHEM und ROOTS. Mit der Zeitmaschine der puren Evilness zurück in die 90er! Und den Sänger kann ich gar nicht genug loben: Mich stört zwar ein eintöniger und wenig markanter Krächzer nicht die Bohne, solange die Musik mitreißt. Aber dieser Kerl hier hat echt den Dreh raus, so ziemlich jeden großartigen BM-Sänger zu emulieren. Das ist fürwahr das Sahnehäubchen auf einem mitreißenden Kuchen aus fetten Riffs, angenehmem Groove und norwegischer Necro-Ästhetik. Rein stilistisch betrachtet hätte das hier auch der logische Nachfolger zu "De Mysteriis Dom Sathanas" gewesen sein können. Anhören: 'The Passion of a Sorceress' ![]() WIDOWSPEAK "Almanac" → Zauberhafter Dream Pop/Indie Folk im Stil von MAZZY STAR und NO JOY. Mit flimmernden Hawaii-Gitarren und Syd Barretts Klon am Bass (in diesem wunderbar uncoolen Retro-Musikvideo besser zu erkennen als in meinem Anspieltipp). Hope Sandoval könnte diese Band oder zumindest die superzuckerschnuckelige Frontdame verklagen, aber da sie selbst mehr oder weniger in Rente gegangen zu sein scheint, nehme ich halt mit den geistigen Erben vorlieb. Das Schlagzeug donnert dafür manchmal kräftiger und groovender als das Vorbild, die Gitarren krachen öfter und ein paar Licks lassen mich an das eine TEXAS-Album denken, das ich kenne. Alles in allem verträumter Seelenbalsam, zart gesponnen und ohne große Überraschungen. Wenn einem nach fünf Stunden Tech Death und Wanky Prog Metal dann doch mal der Sinn nach beruhigenden Klängen steht, ist das wahrlich keine schlechte Wahl. Ich persönlich würde es dem gegenüber sogar vorziehen, aber was weiß ich schon von Metal... Anhören und angucken: 'Ballad of the Golden Hour' ![]() ISVIND "Daumyra" → Sicherlich die insgesamt räudigste von allen hier aufgeführten Platten. Führt den Stil von "Intet Lever" konsequent weiter. Schnörkelloses, karges Klangbild; verkarstend, garstig, aber immerzu melodisch. So primitiv die Musik auch scheinen mag, so überraschend gewitzt ist das Schlagzeugspiel. Ich könnte allein der Becken- und Glockenarbeit zuhören. Auch wie schon auf "Intet Lever" erscheint die Band sehr sympathisch, weil sie aus einer Zeitmaschine stieg und konsequent dieses charmant geradlinige Gerumpel durchzieht. Naja, Kollege Stehle hat ja das Album schon zusammengefasst und dürfte die wichtigsten Punkte genannt haben, auch wenn ich jetzt vielleicht nicht gleich die Höchstnote zücken würde; auch für kein anderes Album in dieser Liste, weil ich nicht so gerne 10 Punkte verteile wie Bonbons, nur weil mir ein Album gefällt. Darf man das hier dann eigentlich schon retro nennen, obwohl die Band noch von damals stammt? Oder definiert sich retro durch eine aufgesetzte Attitüde, ein Sehnen nach vergangenen Zeiten? Schwer zu sagen, aber "Daumyra" bringt mich gekonnt zurück in die Jahre 1996 und 1997, als ich meine ersten Gehversuche in die Welt des Black Metal unternahm. Wow, auch schon fast 17 Jahre her. Und trotz der langen Zeit weiß ich immer noch ganz genau, wie ich seinerzeit erstmals das VHS-Video zu 'Mother North' gesehen hatte. Das prägte mich fürs Leben, denn auf einmal waren Mädchen gar nicht mehr so uninteressant, wie ich zuvor dachte. Als ob die erste halbe Stunde von "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" nicht schon verwirrend genug gewesen wäre für mein viel zu junges Gehirn. Anhören: 'Burn the Kings' ![]() LISSIE "Catching a Tiger" → Ein schön kräftiges Stimmchen hat das Fräulein Maurus; mit einem kleinen Reibeisen, was gut zu den staubigen Klängen passt. Lissie deckt das ganze Spektrum ab von bluesigen und jazzigen Klängen hin zu Alternative Country; alles immer organisch poppig gehalten, ohne süßlich zu sein. In zwei Wochen kommt das neue Album "Back to Forever" raus und Klaus und ich werden dann wohl gemeinsam vor dem Plattenladen Schlange stehen und Herzchen ans Schaufenster kritzeln. Angucken und von der lebowskiesken Lässigkeit des Bassisten lernen: 'When I'm Alone' ![]() MAYHEM "Chimera" → Rüdiger hatte mir zwar eigentlich das fesche Bootleg mit Dead am Mikro schmackhaft machen wollen, aber das erinnerte mich vor allem daran, endlich mal die Lücken in meiner Sammlung zu schließen. Wofür sonst sollte man Geld ausgeben? Der menschliche Körper kommt doch wunderbar drei Tage ohne Flüssigkeit und eine Woche ohne Nahrung aus. Aber mehr als einen Tag ohne Musik? Undenkbar. Das hier ist natürlich das gern ignorierte "Mittel-Album", welches weder kontrovers noch revolutionär genug ist, um für Gesprächsstoff zu sorgen. Kein komplett neuer Sound, keine Besetzungswechsel, kein kleiner Mord unter Freunden? Stattdessen bietet es einfach nur Musik! Wo gibt's denn sowas?! Das Album ist vielleicht nicht so grimmig wie die Vorgänger, doch Maniacs bisher beste Gesangsdarbietung überzeugt und Blasphemers fettes Riffgewitter und Necrobutchers drückendes Bassgeschepper hat man noch nie so klar und aufs Wesentliche reduziert gehört, frei von Gimmicks und verpackt in eine ziemlich gute Produktion. Insofern ist das erste und bisher einzige MAYHEM-Album, das komplett für sich selbst steht ohne Medienrummel drumherum. Und betrachtet man es für sich allein, bleibt solider bis guter Black Metal mit hörenswerter, wenn auch schrecklich getriggerter Drumperformance, eigenwilligen Riffs, herrlich düsterer Atmosphäre, solidem Gekrächze und abwechslungsreichen, ästhetisch homogenen Kompositionen. Es flutscht zwar ohne große Überraschungen, aber auch ohne negative Momente ganz angenehm durch die Ohren. Wenn ich etwas an der Platte kritisieren müsste, wäre es der daraus resultierende Mangel an "Persönlichkeit". Vielleicht kein Album für die Ewigkeit, aber verstecken braucht es sich wahrlich nicht. Die momentan 81% bei 13 Reviews auf Metal-Archives werden wohl dem Werk ganz gerecht und dürften in etwa den Konsens der weiten Welt des Schwarzmetalls ganz gut wiedergeben. Ich selbst würde zu soliden sieben Pünktchen tendieren. Come for the big name, stay for the twisted guitar playing and necro atmosphere. Anhören: 'Slaughter of Dreams' ![]() KIMBRA "Vows" → Dieses Album hatte ich in diesem Thread bereits mehrmals beschrieben. Die eine Person, welche also auf eine Kreuzung aus angejazztem Soul und Electro-Pop steht (Du weißt, wer Du bist), hat dementsprechend sicherlich schon reingehört. Von daher kann ich mir detaillierte Erläuterungen sparen. Für mich und meine flauschigen Ohren ein sehr feines Indie-Pop-Album, welches einfach nicht mehr meinen MP3-Player verlassen mag. Das erinnert mich daran, dass ich noch Fräulein Johnsons Landsmännin BIC RUNGA mal genauer unter die Lupe nehmen muss. Und mit deren Musik könnte ich mich danach auch noch beschäftigen. Angucken und die Frisur des Drummers bestaunen: 'Come Into My Head' ![]() DENOUNCEMENT PYRE "Almighty Arcanum" → Rifft den Hörer gnadenlos in Grund und Boden und pulverisiert (aktuelles Schlagwort) fast alles, was derzeit an Black Metal veröffentlicht wurde. Der Death-Metal-Einschlag sorgt noch mal für ein angenehmes Mehr an kraftvollem Groove; die messerscharfen Riffs und donnernden Drums zertrümmern alles in ihrem Weg, die grimmigen Vocals keifen herrlich garstig und die Songs gehen sofort ins Ohr. Traurig, aber wahr: Das Album enthält die Musik, die ich eigentlich von der aktuellen WATAIN erwartet hatte. Anhören: 'Almighty Arcanum' ![]() FIRST AID KIT "The Lion's Roar" → Zwei total knuffige schwedische Mädels spielen Americana/Chamber Pop/Indie Folk. Und das alles andere als schlecht! Ein bisschen SIXTEEN HORSEPOWER, ein wenig LOWOOD, etwas CALEXICO, eine Prise LISA O PIU, ein Hauch LORD HURON. Mitreißende Melodien und zweistimmige Gesangsharmonien in minimalistischem Klanggewand. Wohlfühlmusik. Einfach gestrickte Western-Akkorde mit schwebenden Post-Rock-Schleiern, verziert von Engelsgesang. Meine nichtmetallische Empfehlung des Monats an alle, die folkigen Klängen nicht abgeneigt sind. Anhören und zusehen, wie die beiden zu einer Flötenmelodie härter Headbangen als der durchschnittliche Thrasher zu einem Breakdown: 'The Lion's Roar' ![]() THE RUINS OF BEVERAST "Blood Vaults (The Blazing Gospel of Heinrich Kramer)" → Nach nur einem Durchlauf ließ sich jetzt nicht allzu viel erfassen, aber man bemerkt einen erhöhten Death-Metal-Anteil. Herr Meilenwald ist bekanntermaßen Fan von altmodischem DM bevorzugt europäischer Machart und ich bin mir ziemlich sicher, dass er auch Death Doom der Marke DISEMBOWELMENT und EVOKEN hört, was sich zuvor noch nie dermaßen deutlich wie hier bemerkbar machte. Daran ist nichts verkehrt und somit bleibt "Rain Upon the Impure" vorerst gewissermaßen das letzte "pure" BM-Album von TROB. Und Alexander, ich bin ja einerseits dankbar dafür, dass Du konsequent "value for money" bietest, aber warum müssen Deine Alben immerzu 80 Minuten gehen? Mir gefallen zwar alle Deine Werke sehr, doch dermaßen lange Spielzeiten und extremer Metal sind eigentlich von Natur aus Todfeinde, so wie Engländer und Schotten. Oder Waliser und Schotten. Oder Japaner und Schotten. Oder Schotten und andere Schotten! Anhören: 'Malefica' ![]() ST. VINCENT "Strange Mercy" → Ebenso wie bei oben erwähnten WTC ist auch auf das Label 4AD Verlass, denn die bieten ähnlich wie Glitterhouse immer irgendwas Interessantes im Bereich Indie Rock, Art Pop, Slowcore oder Singer/Songwriter. Bei ST. VINCENT handelt es sich um ein zartes Fräulein namens Annie Clark (siehe Fleischbeschau-Thread), die sich in minimalistisch-poppigen Gefilden austobt. Mal barock, mal schrammelig rockend wie SCOUT NIBLETT, mal unterkühlt elektronisch à la spätere MASSIVE ATTACK. Immer ein bisschen beengend, unterschwellig bedrohlich, entrückt und kantig. Bei manchen Songs scheinen LISA GERMANO und PEACHES zu kollidieren und die Scherben werden dann von GARBAGE aufgesammelt und von neueren EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN zusammengesetzt. Insgesamt mache ich noch die meisten Parallelen zu PJ HARVEY aus. Nicht aufgrund der kaum vorhandenen musikalischen Nähe und auch nicht, weil ich in meinen Träumen einen flotten Dreier mit beiden hatte; sondern ganz konkret in der Weise, wie sich ST. VINCENT in verschiedenen Bereichen austobt und jedem Song einen ganz anderen stilistischen Schwerpunkt verpasst. Definitiv kein Album, das so leicht durch die Gehörgänge flutscht, wie es die Genre-Tags versprechen. Das trügerisch simple Gerüst aus 4/4-Takten wird avantgardistisch ausgeschmückt wie ein modernes Kunstobjekt. Und das ist nicht immer schön, manchmal darf es auch hässlich sein. Denn Pop muss ja nicht immer butterweich tönen, so mancher Künstler klingt vielleicht kratzborstiger als viele Metalbands. Trotz vereinzelt balladesker Töne gehört "Strange Mercy" zu dieser verschrobenen, unfreundlichen Sorte Pop. Das Cover mit den Zähnen ist auch sehr passend. Dieses weiße, sterile Latex, welches scheinbar jemanden zu ersticken droht, der sich verzweifelt beißend ans Leben krallt... Angucken und verlieben: 'Northern Lights' Und Fräulein Clark hat nur einen Tag vor mir Geburtstag! Das muss doch ein Zeichen sein! Wir sind demnach eindeutig füreinander bestimmt und das ist auch definitiv nicht kein statistisch unvermeidlicher Zufall, sondern genauso prädestiniert, wie sie es ganz sicher irgendwo dort im Video während des Thereminsolos heimlich flüstert. Oh Göttin, bitte heirate mich! *auf die Knie fall* Ja, misshandle mich wie dieses Theremin! Ich bin unwürdig! Schlag mich, trete mich, lass mich Deine Füße küssen, Deine Beine ablecken und Dein Badewasser trinken! Sage mir, wen ich in Deinem Namen grausamst ermorden, ausweiden und Dir als Trophäe darbringen soll und ich werde es tun!!! Ächem, sorry, bin da eben etwas abgeschweift. *Sabber abwisch* Wo waren wir stehen geblieben? Ach ja, bei meinem eklatanten Mangel an Würde und Selbstwertgefühl, genau... ![]() FIRESTARTER "Sheep Thrash?" → Der insgesamt sogar schon dritte Versuch unseres Thrash-Meisters, mir ein paar junge Drescher schmackhaft zu machen. Ich mag ja Thrash wirklich gerne, bin aber irgendwie sehr pingelig und lasse dort Bands eher links liegen als beim Black Metal. Bei Black Metal höre ich gerne noch zwanzigmal genauer hin; wenn ein Thrash-Song jedoch nicht sofort meine Halswirbel ausrenkt, mindestens einen Höllendämonen heraufbeschwört, drei Neugeborene opfert und mir in die Eier tritt, hat er schon so gut wie verloren. Nennt mich Thrash-Diva, denn ich schätze die feinen und seltenen Dinge des dreschenden Stahls, ohne genau zu wissen, wie diese zu definieren sind. Und Klaus ist halt der Thrash-Pimp, der sie alle im Angebot hat *bow chicka bow wow*Anhören: HEXEN 'State of Insurgency' ![]() DR. BEST "The Man with the Golden Ei — Lizenz zum Wichteln" → Nein, Doc, ich habe Dich nicht vergessen. Also d.h. ehrlich gesagt hatte ich das für eine Woche vergessen, mich jedoch vor einigen Tagen wieder daran erinnert. Entschuldige bitte, war halt nicht ganz oben auf meiner Prioritätenliste. Als Nicht-Teilnehmer an diesem Wichteln habe ich ja eine Ausrede — im Gegensatz zu jenen, die offiziell teilnahmen und trotzdem ihrer selbst gewählten Pflicht nicht nachkommen wollten. Ach, und ich möchte noch hinzufügen, dass Du einen verdammt abgefuckten Musikgeschmack hast. Nicht nur habe ich gar nichts erkannt, ich könnte die meisten Songs nicht einmal einem bestimmten Genre zuordnen! Doch gerade diese Verschrobenheit abseits des Mainstreams — was sich wiederum stark unterscheidet von einem so banal leicht zu lösenden Hochglanz-Sampler wie Sallys — macht den Auric Goldeier irgendwie sehr sympathisch. Angucken: "D'You expect me to talk?" — "No, Mr. Bond, I expect you to Ei!" Hmm, diese zwei Wochen sind bei näherer Betrachtung vielleicht nicht ganz so schwarz ausgefallen wie es die Einleitung versprach. Verflucht sollen sie sein, diese zart säuselnden Indie-Elfen und ihre traumhaft melancholischen Melodien! Wegen euch Ladys erfriere ich noch bei meinen winterlichen Waldtrollgängen! Und sei auch Du verflucht, Penis, weil Du diesen Mädels mehr gehorchst als mir! Und so endet abermals eine Playlist stilvoll und elegant mit mehr oder weniger humoristischen Anspielungen auf meine Genitalien. Vielleicht sollte ich als Autor bei Adam Sandlers Produktionsfirma anheuern und dort das Niveau etwas anheben.
Re: Weekly Playlist
Ich bin ja beruhigt, dass die Länge der Scheibe bei aller Klasse nicht nur mir zu schaffen macht. Ich brauchte nach einer halben Stunde mit dem Ding unterm Kopfhörer erstmal ne kurze Pause.
Re: Weekly PlaylistMade my day. Music is the only religion that delivers the goods.
(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
Re: Weekly PlaylistNö, noch nicht. Danke für den Tipp. Und danke, dass Du Dir den Kommentar zum Titel 'Come Into My Head' verkniffen hast - was ist los mit Dir, geht's Dir derzeit nicht so gut? Wie unser Reiseführer durch die schottischen Hochlande damals klarstellte: "The English were just a distraction from the main occupation - killing your neighbour!" WORD! Music is the only religion that delivers the goods.
(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
Re: Weekly Playlist
I Hier ging es doch auch nur um den persönlichen Geschmack. Aber echt, die klingen nicht gleich? Hätte ich jetzt nicht gemerkt.
Re: Weekly Playlist
Sieben Punkte finde ich zwar deutlich zu wenig, aber es freut mich, dass du das Album doch auch eher positiv beschrieben hast. Die Scheibe kann nämlich wirklich was. ![]()
Re: Weekly Playlist
Eine halbe Stunde? Nun, ganz so zart besaitet bin ich dann vielleicht doch nicht, aber 60 statt 80 Minuten hätten vielleicht auch gereicht. Und den Rest halt als EP ein Jahr später. Wobei das noch mehr für das Debüt "Unlock the Shrine" gilt als für jeden der Nachfolger, aber auch bei "Blood Vaults" machen sich im Endspurt bei mir erste Ermüdungserscheinen bemerkbar.
Deutlich zu wenig? Ich kann nicht jedem Album 9 bis 10 Punkte geben, nur weil es mir gefällt. Die anderen Noten unterhalb der 8 existieren nicht ohne Grund und sind nicht einfach nur dazu da, um Musik abzustrafen, die ich nicht mag.
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