Satyricon

Re: Satyricon

Beitragvon Jesus » Sonntag 8. September 2013, 19:17

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Da haut wieder einer Nägel hinein... :grins:


Wieso "Nägel"? Ich habe die Platte gelobt, denn sie klingt nach 3 Durchläufen bereits zehnmal besser als die beiden Vorgänger. Das hat schon wieder das Niveau von "Volcano". Nur halt poppiger, glatter und ohne Black Metal.
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Re: Satyricon

Beitragvon Rüdiger Stehle » Sonntag 8. September 2013, 19:27

Hab ich alles verstanden, und es freut mich, dass sie dir gefällt. Nur die Beharrlichkeit, mit der du ihr das Schwarzmetallertum, jeglich Grimmigkeit und Härte absprichst und sie als plüschig und soft bezeichnest, finde ich dann doch etwas drollig. Im Wesentlichen sehe ich das gar nicht so grundlegend anders, mit der Ausnahme, dass ich Satyrs Gesang noch immer grimmig finde wie eh und je, aber für mich hat das trotzdem noch mehr als genug mit "meinem" Black Metal zu tun.
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Re: Satyricon

Beitragvon Jesus » Sonntag 8. September 2013, 19:35

Ich "spreche" dem Album nicht "beharrlich" den Black Metal ab, ich habe in dem plüschigen Gotensound einfach nur keinen gefunden.
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Re: Satyricon

Beitragvon Rüdiger Stehle » Sonntag 8. September 2013, 22:23

Den Gotensound finde ich tatsächlich nur bei "Phoenix". Schwarzmetallisch finde ich Satyrs Stimme und etliche sehr typische Harmonien. Doublebass ist auch eher ungotisch. Das Klangbild ist in der Tat sehr untypisch für Black Metal, da gebe ich dir Recht. Lässt die Platte aber auch irgendwie frisch und unverkrampft wirken. Ich würde das Album jetzt auch nicht unbedingt als "Black Metal" bezeichnen, aber es wäre jetzt für mich auch kein wesentlicher Charakterzug der Scheibe, besonders wenig nach Black Metal zu klingen. Im Endeffekt ist's für mich einfach ein sehr erfrischender, unerwarteter neuer Sound, den die Band hier fährt, ohne sich dabei zu sehr von sich selbst zu entfernen.
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Re: Satyricon

Beitragvon Havoc » Sonntag 15. September 2013, 09:43

SATYRICON – Satyricon

Die Vorfreude auf dieses Album war aus mehreren Gründen wirklich riesig. Zum einen lag das letzte Album ein gefühltes „Zeitalter“ (von Nero?!) zurück. Zum anderen war doch ziemlich ungewiss, wie das neue Werk wohl klingen könnte. Back To The Roots? Oder doch eher was völlig Abgedrehtes? Man traute den experimentierfreudigen Herren Satyr und Frost irgendwie alles zu.
Nach nun etlichen Durchläufen ist das Geheimnis endlich gelüftet. Oder doch nicht? Ich muss schon sagen, dass ich mich selten so schwer damit getan habe ein Review zu schreiben und mir eine wirkliche Meinung zu bilden. Es gibt Alben, die einen vom Fleck weg wegblasen und völlig begeistern, die man dann aber komischerweise doch eher selten auflegt (z.B. „Prometheus“ von Emperor). Bei diesem Werk hier ist es eigentlich genau andersherum. Es haut einen erstmal nicht um, aber man will und muss es einfach immer und immer wieder hören. Der Sound ist sehr glattgebügelt, aber kraftvoll und elegant. Ich mag das sehr. So wie auch die Kompositionen an sich. Ich denke, dass Satyr nicht unbedingt wegen der gegelten Haare und dem Rotwein als Versace-Black-Metaller gilt, sondern vielmehr weil seine Musik sauber, rein, edel und elegant klingt. Und diese ist auf Album Numero acht weitaus „typischer“ als ich es erwartet hatte. Hier wurde kein neues Haus errichtet. Vielmehr hat eine weitere Kernsanierung (die letzte war im Jahre 2002!) stattgefunden. Das Coverartwork passt eigentlich wie die Faust aufs Auge. Der Kern (Gehörnte Statue) der Musik bleibt der gleiche, die Dunkelheit ist immer noch vorhaben, aber es wurde ein ordentlicher Schuss Licht und frische Luft hereingelassen. Ich finde die Songs (abgesehen von „Phoenix“) ehrlich gesagt gar nicht so wahnsinnig „anders“ als auf den letzten beiden aus meiner Sicht ziemlich starken Alben, die im Übrigen gar nicht so einfach gestrickt waren wie viele meinen. Das Klanggerüst wurde noch weiter verfeinert, es gibt mehrere ruhige Parts und stellenweise wird tatsächlich ein wenig die Gothic.Ecke anvisiert. Das alles hält sich aber in ziemlich engen Grenzen. Vor allem Songs wie „Nocturnal Flare“ (Einer meiner Favoriten!) oder „Walker Upon The Wind“ (härtester Song des Albums!) hätten durchaus auch auf den letzten Alben stehen können. „Nekrohaven“ ist sogar der am einfachsten, fast schon etwas zu simpel, gestrickte Hit der Bandgeschichte, der für meinen Geschmack nicht so ganz das Niveau älterer bekannter Gassenhauer erreicht. Wobei der verzerrte Gesang gar an das sperrige Monster „Rebel Extravaganza“ erinnert. Ansonsten geht hier aber so gut wie nichts zurück zu den Wurzeln. Dass die Norweger mal so klingen würden hätte man sich anno 1996 wohl noch nicht erträumen lassen. Weiterhin fällt auf, dass es das melodischste Album der Bandgeschichte ist. Der überraschende Pophit „Phoenix“ ist der schlimmste (positiv gemeint!) Ohrwurm der letzten Jahre überhaupt. Das liegt wohl auch am Text. Ich sag nur „Yesteryear“. Cool an dem Song ist aber vor allem, dass er abgesehen von den tollen Gastvocals vollkommen nach Satyricon klingt und somit keinen Bruch inmitten des Albums darstellt. Das überragende Drumming von Frost lässt alles schön wie aus einem Guss wirken. Am besten repräsentieren wohl die Songs „Tro Og Kraft“, „Our World, It Rumbles Tonight“ (geile Breaks), und das kompositorisch tolle „The Infinity Of Time And Space“ die neue Scheibe, da diese alle irgendwie am ehesten etwas „Neues“ darstellen. Am verzichtbarsten ist für mich wohl der Song „Ageless Northern Spirit“, auch wenn er weit davon entfernt ist ein Rohrkrepierer zu sein. Dieser Song klingt aber wohl am meisten nach stillstand.
Insgesamt muss ich schon irgendwo zugeben, dass ich mir das Album etwas sperriger, härter und vor allem noch innovativer und mutiger vorgestellt hatte. Und trotzdem mag ich das Album sehr, weil es einfach Laune macht es anzuhören. Es scheint auch, trotz seiner sehr melodischen Art, nicht schnell langweilig zu werden. Von der Klasse der Überwerke „Rebel Extravanganza“ und „Volcano“ ist es aber ein ganzes Stück entfernt. Ein Album, das übrigens ziemlich so klingt wie das, was ich mir eventuell hier auch erhofft hatte ist das erst kürzlich von mir erworbene Überalbum „Thorns“ (ebenfalls mit Satyr). Wenn ich es sperriger und härter haben will lege ich einfach dieses Album auf. Von daher. Passt schon so. :dafuer: :)

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Re: Satyricon

Beitragvon salisbury » Mittwoch 25. September 2013, 17:59

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Re: Satyricon

Beitragvon salisbury » Mittwoch 25. September 2013, 18:13

Bei einer Facebookumfrage der Band zum besten Song wird schon sehr häufig 'Phoenix' genannt. Dann 'Necrohaven' und 'Walker Upon The Wind' (ich hab das nicht gezählt und werde es auch nicht :)) . Für einige wenige ist 'Phoenix' aber auch das No-Go.
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Re: Satyricon

Beitragvon salisbury » Sonntag 29. September 2013, 20:00

Schönes Interview von Peter

http://powermetal.de/content/artikel/sh ... 179-1.html

Ich sehe mich auch mal wieder mehr als nur bestätigt in meiner Wahrnehmung. Hab ich nicht gesagt, das Album klingt wie von einer Band, die viel zeit im Studio verbringt um den geeigneten Klang zu finden, dann aber alles mehr oder weniger live aufnimmt? Und genauso haben sie es gemacht. Die Musik atmet und lebt. Auch vieles andere, was Satyr sagt, finde ich sehr genial.
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Re: Satyricon

Beitragvon Peter Kubaschk » Sonntag 29. September 2013, 20:11

Ich habe da vieles noch gekürzt, weil ich sonst nie mit dem Tippen fertig geworden wäre. Alleine sein zehnminütiger Monolog zu einem komischen analogen Halleffektgerät war ganz großartig. Ich hatte zwar keine Ahnung, wovon er da spricht, aber er hat es mit einer solchen Leidenschaft vorgetragen, dass ich ganz begeistert davon war.

Und ja, ich finde auch, dass man dem Album den hohen Produktionsaufwand anhört.
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Re: Satyricon

Beitragvon Havoc » Samstag 7. Februar 2015, 08:29

Von "Satyricon" soll ja demnächst eine DVD kommen mit dem Konzert samt Orchester. Das hattet ihr hier letztens ja in den News bekanntgegeben.
Hat sich jemand das mal teilweise auf youtube angesehen? Wie fandet ihr es?
Ich bin leicht zwiegespalten...allerdings mit Daumen in Richtung oben. Einerseits fand ich es stimmig und cool...andererseits auch irgendwie befremdlich. :-S
Das Publikum wirkt in den Ausschnitten auch unentschlossen. Aber es hat auch etwas....diese Musik mit Orchester...und den knurrigen Satyr an der Front. 8-)
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