Dream Theater

Re: Dream Theater

Beitragvon enemy-of-reality » Samstag 28. September 2013, 14:55

Da es hier gerade auch um 6DOIT geht: Ich bin ja gerade dabei, mich wieder mal durch sämtliche Alben zu hören und gestern Abend war Disc 2 von 6DOIT dran. Und da hab ich versucht, mich mal etwas mehr auf's Drumming zu konzentrieren. Und wow, das ist teils wirklich der Wahn, was Portnoy da abzieht. Und es ist unglaublich, wieviel da eigentlich gespielt wird. Diese ganzen Rhytmuswechsel, Breaks, Fills, usw., unglaublich. Wie schwierig muss das für einen neuen Drummer (also für Mangini) sein, sich sowas drauf zu packen? Da beneid ich den Mann echt nicht um seinen Job.
Aber auch ganz allgemein frag ich mich, wieviel Vorbereitung man als Drummer eigentlich braucht, um sowas spielen zu können. Ich meine, würd man Portnoy jetzt aus der Wohnung klingeln und hinter ein Kit setzen, könnte der das einfach so spielen? Ich kann's mir ehrlich gesagt beim besten Willen nicht vorstellen, das kann man doch unmöglich alles im Kopf behalten, oder?
Drummer sind irgendwie echt arme Hunde, weil sie (fast) immer im Schatten der Sänger und Gitarristen stehen obwohl sie den wahrscheinlich schwierigeren Job haben. Zumindest ist das mein Eindruck als Nicht-Musiker. Und ganz ehrlich: Da kann ich MP echt keinen Vorwurf machen, dass er sich eventuell mal etwas in den Mittelpunkt gedrängt hat. Ist doch völlig verständlich, dass der Drummer auch mal ein wenig im Scheinwerferlicht stehen will.
What if there is nothing more
What if there is only emptiness
What if there is nothing more
Beyond the code of deliverance


Meine Sammlung
Ranking 2014
Benutzeravatar
enemy-of-reality
Kuttenträger
 
Beiträge: 4092
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 11:57

Re: Dream Theater

Beitragvon Nils Macher » Samstag 28. September 2013, 14:59

In vielen Interviews spricht Mike Mangini genau über das Thema, nämlich wie er sich den Katalog draufschafft und auch verinnerlicht. Sobald ein Song im Muskelgedächtnis ist, muss er "nur" ab und an geübt werden. Dafür ist der Mann ja ein Profi, sich eben so viel Zeug zu merken und zu spielen.

Wenn ich sehe, mit wie vielen Bands Mike Portnoy teilweise in kürzester Zeit auftritt, ist das der helle Wahnsinn. Aber einen Profi-Musiker kannst du heute anrufen, ihm eine CD geben und morgen mit ihm eine Show spielen.
Benutzeravatar
Nils Macher
Musikredaktion
 
Beiträge: 12983
Registriert: Dienstag 17. Juli 2012, 18:40
Wohnort: Bergkamen

Re: Dream Theater

Beitragvon enemy-of-reality » Samstag 28. September 2013, 15:49

Ist wirklich Wahnsinn. Und ich hab echt grossen Respekt und Bewunderung für diese Leute. Klar, Gitarristen sind auch toll, aber ich denk mir immer, wenn ich früh genug angefangen und ordentlich geübt hätte, könnt ich evtl. auch ein passabler Gitarrist sein. Aber Drummer? Niemals! Diese Koordination zwischen meinen Gliedmaßen könnte ich niemals hinbekommen. Hat, glaub ich, irgendwas mit einer speziellen Gehirnregion zu tun.


Anderes Thema: Bei amazon kann man derzeit die ganz neue, aktualisierte Paperback-Ausgabe von Wilsons "Lifting Shadows" für 12.99 vorbestellen. Wenn man bei Wilson selbst bestellt, kommt man trotz Vorbesteller-Rabatt auf 15,19 Pfund, also gute 18 Euro.


Bild
What if there is nothing more
What if there is only emptiness
What if there is nothing more
Beyond the code of deliverance


Meine Sammlung
Ranking 2014
Benutzeravatar
enemy-of-reality
Kuttenträger
 
Beiträge: 4092
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 11:57

Re: Dream Theater

Beitragvon Nils Macher » Samstag 28. September 2013, 16:10

Ich warte quasi jeden Tag auf meine Vorab-Kopie des Buches...das zieht sich jetzt schon seit Wochen hin :schade:
Benutzeravatar
Nils Macher
Musikredaktion
 
Beiträge: 12983
Registriert: Dienstag 17. Juli 2012, 18:40
Wohnort: Bergkamen

Re: Dream Theater

Beitragvon Havoc » Samstag 28. September 2013, 21:25

Hier mal meine Momentaufnahme...

Also. Vorweg. Ich bin wieder mal sehr sehr zufrieden mit der neuen Dream Theater.
Ich finde sie zündet schon etwas später als die letzten Scheiben. Und das, obwohl die Songs kürzer geworden sind. Eigentlich ungewöhnlich. Seit dem dritten Durchlauf wächst und wächst das Teil aber...und das tut es immer noch. Die Band bleibt sich treu. Vielleicht fast schon einen Tick zu treu. Hier und da hätte man vielleicht etwas mehr experimentieren können. Andererseits. Will man das als DT-Fan überhaupt? Schließlich liebt man die Band doch auch genau wegen ihres Signature-Sounds. Bin mir da selbst nicht so ganz sicher. Ich wette die gleichen Leute, die das groß kritisieren rasten aus, wenn die Band mal deutlich aus ihren eingetretenen Pfaden heraustreten würden. Von daher. Passt schon! Im Großen und Ganzen kann ich vieles, was in der Gruppentherapie und in Nils´Review geschrieben wurde auch unterschreiben. Zwei Dinge allerdings nicht. Erstens ist das Instrumental "Engima Machine" zwar wirklich sehr gelungen, aber mit "The Dance Of Eternity" kann es sich nun wirklich nicht messen lassen. Zweitens...und das habe ich nun schon häufiger gelesen, finde ich überhaupt nicht, dass der 22-minüter "Illumination Theory" zu lang ist. Der Song ist der magische funkelnde Stern des Albums. Der Anfang ist schon sehr cool...der Mittelteil mit den Gänshautstreichern...dem Flugzeuggeräusch...dann Bass....James schreit....und dann der abgefahrene "Zirkuspart". Leute...das ist schlichtweg saugeil! Und auch der dritte Teil kommt nochmal mit einem Gänsehautpart. Es passt wie die Faust aufs Auge, dass dann erst mal für 35 Sekunden das Licht ausgeht, bevor dann ein ruhiger Abspann zum entspannen kommt. Ganz großes Kino!. Meine weiteren Lieblingssongs sind übrigens "The Enemy Inside" und "The Bigger Picture". Das häufig als Topsong genannte "The Looking Glass" finde ich dagegen vielleicht sogar am schwächsten. Ansonsten. Kein Ausfall. "Behind The Veil" ist cool, und beinhaltet ebenfalls einen leckeren kurzen Basspart. Und "Along For The Ride" ist eine schöner Hit. Und trotzdem muss ich abschließend sagen, dass ich das Album momentan noch über keines der letzten Werke stellen möchte, und daher die 10,0 von Nils auch nicht ganz teile. Dafür fehlt mir noch etwas der letzte Sternenstaub. Ich sehe es aber auch nicht wirklich unter den anderen Alben. Vo daher. Es reiht sich einfach ein in eine Liste von zwölf grandiosen DT-Werken. Eine Reihung ist hier aus meiner Sicht kaum mehr möglich.
Benutzeravatar
Havoc
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 23755
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 12:10

Re: Dream Theater

Beitragvon enemy-of-reality » Samstag 28. September 2013, 22:26

Havoc hat geschrieben:Ich finde sie zündet schon etwas später als die letzten Scheiben. Und das, obwohl die Songs kürzer geworden sind. Eigentlich ungewöhnlich.

Das hab ich nun schon mehrfach gelesen, aber bei mir ist's eigentlich genau umgekehrt. Die letzte Scheibe wollte bei mir ja irgendwie gar nicht und hat selbst für meine Verhältnise sehr lange gebraucht um zu zünden, aber bei der aktuellen ging das eigentlch richtig flott.

Hier und da hätte man vielleicht etwas mehr experimentieren können. Andererseits. Will man das als DT-Fan überhaupt?

Die einen ja, die anderen nein. Auch wenn ich die Scheibe zweifelsohne mag, so bin ich dennoch überzeugt, dass sich auf längere Sicht das fehlen von MP in dieser Hinsicht negativ bemerkbar machen wird.
What if there is nothing more
What if there is only emptiness
What if there is nothing more
Beyond the code of deliverance


Meine Sammlung
Ranking 2014
Benutzeravatar
enemy-of-reality
Kuttenträger
 
Beiträge: 4092
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 11:57

Re: Dream Theater

Beitragvon Havoc » Samstag 28. September 2013, 22:40

Die letzte Scheibe wollte bei mir ja irgendwie gar nicht und hat selbst für meine Verhältnise sehr lange gebraucht um zu zünden, aber bei der aktuellen ging das eigentlch richtig flott.


Bei den letzten drei Alben dachte ich bereits nach einem einzigen Durchgang...WOW!!! Das blieb dieses mal fast gänzlich aus. Erst seit dem dritten Durchgang kommt das Album immer mehr in Fahrt. Aber ich glaube derzeit nicht, dass ich es mal über die letzte oder auch "Black Clouds" stellen kann. Die waren halt auch einfach zu stark. Den Longtrack sehe ich momentan aber schon auf Augenhöhe mit "The Count Of Tuscany".

Die einen ja, die anderen nein. Auch wenn ich die Scheibe zweifelsohne mag, so bin ich dennoch überzeugt, dass sich auf längere Sicht das fehlen von MP in dieser Hinsicht negativ bemerkbar machen wird.


Das würde ich so nicht unterschreiben wollen...aber kann schon sein. Das neue Album ist schon ziemlich auf Nummer sicher. Aber schon auf irgendeine Art auch wieder deutlich anders als der Vorgänger finde ich. Ach...die Band hats einfach drauf. Mit oder ohne Portnoy.
Benutzeravatar
Havoc
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 23755
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 12:10

Re: Dream Theater

Beitragvon Pillamyd » Sonntag 29. September 2013, 16:40

Nils Macher hat geschrieben:
Pillamyd hat geschrieben:Zum neuen Album:
Ich bin immer noch hocherfreut. Ich glaube Nils Review sagt genau das aus, was ich beim hören empfinde ;-)


Das lese ich gerne. Letztendlich war mir klar, dass kaum jemand eine so hohe Note zücken würde oder meine Eindrücke teilen würde. Solange es mir gelungen ist, meinen Zugang zum Album hinreichend darzustellen und damit meine Euphorie zu begründen, bin ich zufrieden :)



Ich hätte mich nie und nimmer so gut äußern können wie du in diesem Review. Ich habs ein paar mal probiert und dann wieder verworfen. Selten teile ich in so vielen Punkten die gleiche Meinung zu einem Album.
Benutzeravatar
Pillamyd
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 14149
Registriert: Freitag 19. Februar 2010, 22:44

Re: Dream Theater

Beitragvon Havoc » Mittwoch 2. Oktober 2013, 20:28

Nach weiteren Durchgängen...

Nein. Dieses mal gibt es keine "Fanboylobhuldigung" von mir. Klar finde ich das Album stark, aber die Begeisterung von Nils teile ich keineswegs. Vieles klingt einfach einen Tick zu sehr nach "Schon mal gehört". Vor allem die "Black Clouds" kommt mir immer wieder in den Sinn. Des Weiteren hätte das Album für meinen Geschmack ruhig etwas härter sein können. Insgesamt ist mir das Album etwas zu zahm. Man höre sich nur Rudess´Arbeit bei "Along For The Ride" an. Mit diesen kurzen Songs kommen sie zudem immer mehr in LaBrie Solo Regionen. Zudem muss ich auch gestehen, dass ich das Instrumental etwas uninspiriert finde. "Illumination Theory" finde ich aber nach wie vor sehr geil...und alleine dieser Song mach immerhin fast 1/3 des Albums aus. Ja..das hört sich jetzt wirklich etwas übel an.
Das ist aber alles nur Jammern auf dem Gipfel des Mount Everest. Aaaber! Ich tendiere notenmäßig momentan zwischen 8,5 und 9. Und ich muss fast sogar schon behaupten, dass der Titel "Dream Theater" hier nicht so wirklich passt. Vielleicht hätten sie es, wie im Rock Hard angedeutet, wirklich besser "The Reveal" nennen sollen. Naja. Alles Kleinigkeiten. Festzuhalten bleibt erstmal, dass ich zufrieden und keineswegs enttäuscht von dem Album bin. Aber der letzte Kick bleibt derzeit tatsächlich etwas auf der Strecke.
Benutzeravatar
Havoc
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 23755
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 12:10

Re: Dream Theater

Beitragvon enemy-of-reality » Mittwoch 2. Oktober 2013, 21:11

Havoc hat geschrieben:Insgesamt ist mir das Album etwas zu zahm. Man höre sich nur Rudess´Arbeit bei "Along For The Ride" an.

Bin ich eigentlich der einzige, der Rudess' Beitrag zu "Along For The Ride" mag?? In anderen Foren ist sogar vom "absoluten Tiefpunkt seiner Karriere" die Rede :schade:
What if there is nothing more
What if there is only emptiness
What if there is nothing more
Beyond the code of deliverance


Meine Sammlung
Ranking 2014
Benutzeravatar
enemy-of-reality
Kuttenträger
 
Beiträge: 4092
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 11:57

VorherigeNächste

Zurück zu Prog / Rock / Hard Rock

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste